TVK muss Sieg gegen Longerich teuer bezahlen

Am Freitagabend setzte sich der TV Korschenbroich beim Longericher SC souverän und verdient mit 42:25 (19:10) durch. Den doppelten Punktgewinn muss die Mannschaft jedoch womöglich teuer bezahlen. Mit Christian Rommelfanger und Dennis Marquardt haben zwei Akteure die Partie nicht unbeschadet überstanden. Rommelfanger musste sich nach einem üblen Foul, bei dem er eine klaffende Wunde im Gesicht erlitten hat, sogar zur Behandlung in ein Krankenhaus begeben. Entsprechend getrübt war auch die Stimmung nach dem Abpfiff. "Ich kann mich über den Sieg leider nicht so richtig freuen, wenn ich sehe, dass zwei meiner Spieler ernsthaft verletzt sind.", so Trainer Khan nach dem Spiel.

Szene Longericher SC Marcel Görden setzte sich trotz harter Gegenwehr nicht nur in dieser Szene erfolgreich durch Foto: B.Voß

Zuvor hatten rund 200 Zuschauer – mehr als die Hälfte von ihnen Fans des TVK – miterlebt, wie sich der Tabellenführer gegen den bisher sieglosen Longericher SC keine Blöße gab und das Spiel über die gesamte Dauer kontrollierte. „61 Minuten volle Konzentration und Power“ hatte Khan in der Kabine noch von seinen Jungs gefordert, was diese auch umzusetzen wussten. Bis zur letzten Sekunde ließ der TVK nicht ein einziges Mal Zweifel daran aufkommen, dass auch ein vermeintlich schwacher Gegner wie der Longericher SC absolut ernst zu nehmen ist.

Konnten die Kölner die ersten zehn Minuten noch mit 5:5 ausgeglichen gestalten, spielte der Gast in der Folgezeit seine Überlegenheit aus und zog Tor um Tor davon. Innerhalb von vier Minuten lagen die Korschenbroicher mit 6:9 in Führung, maßgeblichen Anteil daran hatte einmal mehr David Breuer, der allein in der ersten Halbzeit 8 Treffer markierte. Auch die Auszeit von LSC-Coach Michael Slusarcyk erbrachte keine Veränderung im Spielverlauf. Über ein 7:11 (Deppisch, 16.) und 8:13 (D. Breuer per 7m, 20.) zog der TVK in der 24. Minute durch Simon Breuer auf 9:16 davon. Auch mit überzogener Härte gelang es den Gastgebern zu keiner Phase, ihren Gegner in Bedrängnis zu bringen. Konsequent zogen die Korschenbroicher ihr Spiel durch und ließen sich nie aus der Ruhe bringen. Der Halbzeitstand von 10:19 war im Grunde genommen bereits eine Vorentscheidung.

Im zweiten Durchgang bot sich dann ein ähnliches Bild. Korschenbroich spielte und traf fast nach Belieben, Longerich wusste sich nicht anders als mit Fouls und rüder Spielweise zu helfen. In der 34. Minute dann der traurige Höhepunkt der Begegnung: Sicherlich war auch viel Frust dabei, als Christoph Krosch dem Korschenbroicher Halblinken Christian Rommelfanger bei einer Abwehraktion mit der Faust ins Gesicht schlug und seinem Gegenüber dabei eine stark blutende Wunde zufügte. Das Schiedsrichtergespann Thorsten Hütt / Daniel Köpplin, das nicht den sichersten Eindruck machte, behielt zumindest in dieser Situation den Überblick und verwies Krosch richtigerweise des Feldes.

Doch auch nach dieser Aktion behielten die TVK-Akteure die Ruhe und ließen sich nicht provozieren. Lediglich eine Zeitstrafe gegen einen Spieler während der gesamten Spieldauer spricht eine deutliche Sprache. Die zweite Zeitstrafe erhielt Trainer Khalid Khan, nachdem er sich über eine der zahlreichen unverständlichen Schiedsrichterentscheidungen aufgeregt hatte.

Phasenweise führte sein Team im Anschluss den Gegner vor und zeigte das eine oder andere Kabinettstückchen.

Auch, als Khalid Khan seiner Stammbesetzung eine Pause gönnte und die Spieler aus der zweiten Reihe auf die Platte schickte, ergab sich im Korschenbroicher spiel kein Bruch. Nahtlos knüpften sie an die Leistung ihrer Teamkameraden an und trugen sich ebenfalls in die Torschützenliste an.

Unter dem Strich blieb für den TVK ein auch in dieser Höhe verdienter (Pflicht-)Sieg. Der Zweitligaabsteiger ist damit auch nach dem 7. Spieltag noch verlustpunktfrei und steht weiterhin alleine an der Tabellenspitze. Das nächste Spiel findet am 25.10. um 18.30 Uhr in der Waldsporthalle statt. Gegner ist dann HSG Handball Lemgo II.

Statistik

Longericher SC

Steen (1.-26., 46.-60. / 11 Paraden), Milka (26.-46. / 0 Paraden)

Becker, Menge, Schauf, F. Ferber (12/2), Dornbach(1), Mestrum (2), Krosch (2), Menz, Scheier, Bradtke, Warncke (4), Wagener (2), Ament, M. Ferber (2)

TV Korschenbroich

Leclaire (1.-41. / 16 Paraden), Mainka (41.-60. / 7 Paraden)

Deppisch (6), Esser (2), Bednarzik (1), D. Breuer (10/3), S. Breuer (8), Görden (5/1), M. Breuer (n.e.), Marquardt (1), Bath (1), Ilper (4), Rommelfanger (3)

Zeitstrafen: 6 – 2

Siebenmeter: 5/5 – 4/4

Zuschauer: 200

Schiedsrichter Thorsten Hütt / Daniel Köpplin

Stimmen zum Spiel

Khalid Khan (Trainer des TV Korschenbroich)

„Ich bin mit der Leistung meiner Spieler sehr zufrieden, jedoch nicht mit der Schiedsrichterleistung. Wenn man zwei Spieler ins Krankenhaus schicken muss, dann ist die Geduld auch irgendwann ausgereizt. Großes Kompliment an meine Mannschaft, die sich davon nicht hat beirren lassen und konsequent ihr Spiel durchgezogen hat. Aufgrund dessen geht der Sieg auch in dieser Höhe absolut in Ordnung.“

Roland Mainka (Spieler des TV Korschenbroich)

„Wir standen heute sehr souverän in der Abwehr. Marcel hat dahinter stark gehalten. Wir haben uns auch von der Longericher Härte nicht einschüchtern lassen und als Mannschaft dagegen gehalten. Heute hat auch die zweite Reihe gezeigt, was sie kann. Anders als in den letzten Partien gab es heute keinen richtigen Durchhänger. Wir konnten unser Tempo konsequent durchziehen.“

Lukas Esser (Spieler des TV Korschenbroich)

„Mit der Leistung heute kann man zufrieden sein. Wir haben uns nicht provozieren lassen und auf die Härte des LSC die richtige Antwort gegeben. Ein großes Dankeschön an unsere Fans. Die Unterstützung heute war mal wieder erstklassig. Ich fand es klasse, dass uns heute Abend so viele begleitet haben. Im Grunde war das ja ein Heimspiel für uns.“

Kai Faltin (Marketing- und Sponsorenbeauftragter der TVK-Handball GmbH)

„Ich hoffe, dass sich die Verletzungen als nicht so schwer herausstellen. Der Mannschaft insgesamt muss ich ein Lob aussprechen. Die Jungs haben souverän ihr Spiel durchgezogen und sich dabei auch von übertriebener Härte nicht irritieren lassen. Ich denke, dass wir insgesamt auf einem guten Weg sind."

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