TVK verliert knapp in Friesenheim

Der TV Korschenbroich hat in der 2. Handball-Bundesliga nur knapp eine erneute Überraschung verpasst. Bei der ambitionierten TSG Friesenheim gab es eine 33:35 (19:15)-Niederlage.

Der TVK, ohne die Langzeitverletzten Dennis Marquard und Lukas Esser angetreten, kam zunächst gut ins Spiel. Nach einem ausgeglichenen Beginn setzten sich die Gäste Stück für Stück ab. Gestützt auf den sicheren Torwart Tobias Kokott war die 5 plus 1 Abwehr nur schwer zu überwinden. Nach vorne wurde mit hohem Tempo und sicheren Kombinationen agiert – der Lohn war das 15:10 in der 21. Spielminute. Friesenheims Trainer Thomas König sah sich gezwungen, eine Auszeit zu nehmen und seine Mannschaft neu einzustellen. Korschenbroich zeigte sich davon wenig beeindruckt und erhöhte seinerseits durch Jörn Ilper sogar auf 17:11 (25.). Die ersten Nachlässigkeiten schlichen sich danach aber bereits zu diesem Zeitpunkt ein, die Gastgeber verkürzten das Resultat auf vier Tore Differenz zur Pause.

Ein Vorsprung, der allerdings im zweiten Abschnitt wie im Nu wieder aufgebraucht war. Ganze 3 Minuten und 19 Sekunden waren gespielt, als die TSG den Ausgleichstreffer zum 19:19 erzielt hatte. Der TVK kam erst nach knapp fünf Minuten durch Rechtsaußen Mathias Deppisch zum ersten Treffer in Durchgang zwei. Bereits jetzt zeigte sich, dass Korschenbroich Probleme gegen die nun deutlich offensivere TSG-Abwehr hatte, in aussichtsreiche Wurfsituationen zu kommen. Auch Stefan Pfeiffer im Friesenheimer Tor wusste sich zu steigern.

Zudem offenbarte die TVK-Defensive wiederholt Lücken und auch das Rückzugsverhalten war nicht immer optimal. Der eingewechselte Torwart Marcel Leclaire verhinderte mit einigen Glanzparaden, dass Friesenheim nach dem 26:22 (43.) weiter davon ziehen konnte. Der TVK entdeckte, wie so oft in dieser Saison, sein Kämpferherz und konnte durch David Breuer in der 56. Spielminute wieder mit einem Tor in Front gelangen. Zudem erhielt der Friesenheimer Tim Beutler eine Zeitstrafe. Doch ausgerechnet in Unterzahl machten die Gastgeber die „big-points“: Erst traf Kreisläufer Ulrich Spettmann nach Traumpass des Alt-Internationalen Lev Voronin, dann markierte Linksaußen Philipp Grimm aus spitzem Winkel mit einem Trickwurf das 33:32 für seine Farben. TVK-Trainer Khan setzte nach der Zwei-Tore Führung für Friesenheim (Zellmers Wurf ging von der Unterkante der Latte ins Tor) alles auf eine Karte und ließ seine Mannen eine 1:5-Abwehr spielen. Allein, es reichte am Ende nicht mehr. Beide Mannschaften erzielten in den letzten 20 Sekunden noch je einen Treffer, so dass es beim Plus von zwei Toren für die TSG Friesenheim blieb.

Trainerstimmen

Thomas König: Man hat gesehen, warum Korschenbroich so einen guten Lauf hat. Wir haben uns in der 1. Halbzeit sehr schwer getan. In der 2. Halbzeit haben wir Korschenbroich durch unsere offensive Abwehr den Zahn gezogen. Es wurde mal wieder deutlich, dass in der 2. Liga die meisten Spiele erst in den letzten drei Minuten entschieden werden. So auch heute, das Spiel hätte auch umgekehrt ausgehen können.

Khalid Khan: In der 1. Halbzeit hatten wir ein gutes Paket Abwehr/Torwart und wir haben dadurch viele einfache Tore erzielen können. Unser Manko war allerdings das Überzahlspiel in der Abwehr; wir hätten höher führen können. Nach der Pause sind wir zunächst gar nicht ins Spiel gekommen. Uns fehlte insgesamt das Tempo im gebunden Angriff. Knackpunkt war sicherlich auch die Wurfauswahl im zweiten Durchgang. Am Schluss waren wir nicht besonders clever und haben zwei blöde Tore bekommen. Friesenheims Sieg ist nicht unverdient.

Statistik zum Spiel:

Friesenheim: Klier, Pfeiffer; Beutler, Laubscher, Zellmer (2), Grimm (5), Spettmann (5), Brandt (1), Kibat (8/4), Matschke (1), Becker (2), Roth, Veta (7), Voronin (4)

Korschenbroich: Kokott, Leclaire; Deppisch (4), Kesilis (1), Bednarzik, Faltin (n.e.), Breuer, S. (8/3), Görden (5), Spix (n.e.), Ilper (4), Kogut (2), Breuer, D. (9), Warncke, Ferro (n.e.)

Schiedsrichter: Hilfinger (Ulm), Kroner (Senden)
Zeitstrafen: 7/4
Siebenmeter: 6/4 : 3/3
Zuschauer: 540

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