Die Handballer des TVK können sich auf ihre Fans verlassen. Regelmäßig lassen die nämlich die Korschenbroicher Sporthalle zur 'Waldsporthölle' werden. Doch auch auswärts können Simon Breuer & Co auf immer größere Unterstützung bauen.
Die Handballer des TVK können sich auf ihre Fans verlassen. Regelmäßig lassen die nämlich die Korschenbroicher Sporthalle zur 'Waldsporthölle' werden. Im Laufe der Jahre konnte dadurch nicht zuletzt so manch verloren geglaubtes Spiel noch umgebogen werden. Doch auch auswärts können Simon Breuer & Co auf immer größere Unterstützung bauen.
Grund dafür sind nicht zuletzt die von Stephan Engels organisierten Bustouren. Der eingefleischte TVK-Fan ist mit viel Herzblut dabei, wenn es darum geht, seinem Lieblingsverein auch in fremder Halle die Daumen zu drücken. Den Stein ins Rollen brachte aber seine Frau: „Kurz nach Weihnachten 2008 hatte meine Frau die Idee, auch mal zu einem Auswärtsspiel des TVK zu fahren. Sie dachte dabei wohl an eine Fahrt mit dem Auto.“ Engels schwebte da jedoch schon etwas anderes vor. Schnell waren die Verantwortlichen des TVK kontaktiert, die sich verständlicherweise begeistert von der Idee zeigten. Der Premierenfahrt nach Essen sollten noch weitere folgen.
„Die gute Stimmung“, unter den Mitreisenden, unabhängig vom Spielausgang, sei es, die die Auswärtsfahrten immer wieder zu etwas besonderem machen würden. Auch über kleinere Rückschläge helfen die positiven Erinnerungen an die absolvierten Touren hinweg. So mussten beispielsweise schon einige Male geplante Touren aufgrund mangelnder Resonanz abgesagt werden und auch an der Planungssicherheit mangelt es laut dem 43-Jährigen häufiger mal: „Die Korschenbroicher entscheiden sich meistens erst wenige Tage vor dem Spiel. Man kann leider keinen Busunternehmer erst zwei Tage vor dem Spiel dazu bringen, eine verbindliche Anmeldung anzunehmen oder gar einen größeren Bus zur Verfügung zu stellen, weil sich plötzlich doch noch einige Fans überlegen, dass sie gerne mitfahren möchten.“
In dieser Saison sind noch zwei Busfahrten geplant. Die Lokalderbys gegen die Konkurrenten aus Dormagen (04.05.) und Düsseldorf (20.05.) will sich Engels gemeinsam mit möglichst vielen Mitreisenden ansehen. Mit von der Partie ist dann auch der jüngste 'Auswärtsfahrer' unter den TVK-Anhängern: Seine siebenjährige Tochter Julia. Und auch in Liga 3 soll es nach Möglichkeit weitere 'Fan-Reisen' geben, „so denn die Resonanz da ist“, wie Engels betont. Kontaktieren kann man den Familienvater über die Emailadresse Helga-Stephan.Engels@t-online.de. Dort nimmt er Anmeldungen für die Touren entgegen und beantwortet Fragen der Mitreisenden. Alternativ können sich die TVK-Fans bei anstehenden Touren oftmals auch direkt bei den Heimspielen in der Waldsporthalle ihre Plätze in den Bussen sichern. Aktuell plant Stephan Engels die Tour nach Dormagen. Meldeschluss ist dafür am kommenden Samstag.
Deppisch und Fuchs erfolgreich bei Deutscher Polizeimeisterschaft
25.04.2012
Die beiden Korschenbroicher Zweitligahandballer nehmen in dieser Woche mit der Landesauswahl NRW an der Endrunde der 18. Deutschen Polizeimeisterschaft im Handball der Herren in Bochum teil.
Die beiden Korschenbroicher Zweitligahandballer nehmen in dieser Woche mit der Landesauswahl NRW an der Endrunde der 18. Deutschen Polizeimeisterschaft im Handball der Herren in Bochum teil.
Nach dem souveränen ersten Platz in der Vorrundengruppe gestern, Gegner waren Niedersachsen und Hessen, besiegte 'Team NRW' am heutigen Mittwoch im Halbfinale die Auswahl aus Sachsen-Anhalt. Am Donnerstag wartet um 16.00 Uhr nun Finalgegner Baden-Württemberg. Das ganze Hand.Ball.Herz.-Team drückt 'Tissy' & 'Fucki' die Daumen, damit am Samstag beim Spiel gegen den VfL Bad Schwartau (Anwurf 19.30 Uhr) zwei frisch gebackene Deutsche Meister in der Waldsporthalle begrüßt werden können.
Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Deutschen Polizeisportkuratoriums www.dpsk.de .
Handball meets School: Der Schule, die am kommenden Samstag 28.04.12 zum Heimspiel des TVK gegen den Vfl Bad Schwartau, gemessen ihrer jeweiligen 100 Freikarten die höchste Schülerzahl zum Besuch entsendet winkt der Besuch eines TVK-Bundesligaspielers. Es nehmen Haup- und Realschule sowie das Gymnasium aus Korschenbroich teil. Nähere Infos hält Eure jeweilige Schule im Sekretariat bereit.
Also, mobil machen lohnt sich und dann am Samstag in die WaldsportHÖLLE
Zwanzig Minuten lang sah es am Mittwochabend aus, als wenn der TV Korschenbroich die Heimreise aus Ludwigshafen mit einem Erfolgserlebnis im Rücken antreten könnte. Dann leisteten sich die Schützlinge von Coach Christian Voß eine siebenminütige Auszeit und verloren letztlich mit 28:34 (14:18).
Im ersten Spieldrittel hatte sich der TVK den gastgebenden 'Eulen' als völlig ebenbürtig erwiesen. Beide Teams verfügten in ihren Schlussleuten - Maximilian Bender für Friesenheim und Sven Bartmann für den TVK - über einen sicheren Rückhalt. Im Angriff versuchten sich beide Mannschaften am Tempospiel, besonders die Korschenbroicher drückten mächtig auf die Tube und wurden dafür auch ein ums andere Mal belohnt. Es entwickelte sich ein munteres und gut anzuschauendes Spiel, in dem zunächst Friesenheim ein leichtes Übergewicht entwickeln und mehrfach mit zwei Treffern in Führung gehen konnte, zuletzt beim 7:5 nach elf Minuten. Dann kam aber der TVK auf und glich durch den starken Rechtsaußen Mathias Deppisch zum 7:7 (14.) aus, um kurz darauf sogar mit 8:7 (15.) erstmals in Führung zu gehen.
Bis in die 20. Minute sah es richtig gut aus für das Hand.Ball.Herz.-Team. Durch weitere Treffer von Simon Breuer und Steffen Fischer waren die Voß-Schützlinge mit 12:10 in Front, ehe sie sich einmal mehr eine Schwächephase leisteten. „Unerklärliche Aussetzer“ machte Deppisch nach dem Spiel dafür verantwortlich, dass den Gastgebern in den folgenden sieben Minuten ebenso viele – nämlich sieben - Tore gelangen, während der TVK seinerseits kein einziges erzielen konnte. Bis zum Pausenpfiff konnten die Korschenbroicher zwar noch um ein Tor verkürzen, in die zweite Halbzeit sollte es aber mit der Hypothek eines 14:18-Rückstandes gehen.
Diese sollte sich letztlich als zu hoch erweisen, um Simon Breuer & Co die Chance auf einen neuerlichen Punktgewinn in fremder Halle zu gewähren. Zwar verkürzte Marcel Görden recht schnell nach dem Seitenwechsel vom Siebenmeterpunkt auf 16:18 (33.), doch näher als bis auf zwei Treffer sollte sein Team in der gesamten zweiten Halbzeit nicht mehr herankommen. Dabei war es weniger die sportliche Klasse der Gastgeber, die in ihren Außen Grimm (9/2) und Hauk (7) ihre besten Spieler und Schützen hatten, insgesamt aber ebenfalls keine überragende Leistung boten, als die eigenen Unzulänglichkeiten, die den TVK um den Lohn für einmal mehr großen Einsatz brachten. In der Abwehr mussten die Korschenbroicher zu viele einfache Gegentore hinnehmen, während im Angriff zu oft falsche Entscheidungen getroffen wurden. Dennoch bot sich den Gästen mehrfach die Gelegenheit, entscheidend zu verkürzen. Zwölf Minuten vor dem Ende lag man nur mit 24:27 in Rückstand, doch anstatt den guten Lauf weiter auszubauen musste man vier Gegentreffer in Folge hinnehmen, was gleichbedeutend mit der Vorentscheidung war (31:24, 54.).
Dass mit dem 34:28 unter dem Strich eine Niederlage mit sechs Treffern Differenz zu Buche stand, war nach dem Geschmack von Mathias Deppisch „ein bisschen zu deutlich“, gleichzeitig musste der Außenspieler aber auch anerkennen, dass „Friesenheim verdient gewonnen hat“. Ärgerlich stimmte ihn die Tatsache, dass es dem TVK einmal mehr nicht gelungen war, gegen eine körperlich starke 6:0-Deckung die entsprechenden spielerischen Mittel zu finden, um den reinen 'Massenunterschied' wettzumachen. „Man muss sich eingestehen, dass wir uns da taktisch überhaupt nicht weiterentwickelt haben“, richtete er deutliche Worte an sich und seine Mitstreiter. Zeit, an den eigenen Defiziten zu arbeiten, hat der TV Korschenbroich erst einmal genug, denn in der 2. Handballl-Bundesliga steht die nächste Partie erst am 28.04. an. Dann gastiert mit dem VfL Bad Schwartau der Ex-Verein von TVK-Coach Christian Voß um 19.30 Uhr in der Waldsporthalle.
„Wir sind gut ins Spiel gekommen, waren gleich voll da und konnten sogar leicht in Führung gehen. Dann leisten wir uns eine kleine Schwächephase, in der wir zu viele einfache Fehler machen, die Friesenheim gnadenlos bestraft. Schwankende Leistungen sind völlig normal. Es kommt in solchen Situationen nur immer drauf an, wie schnell man aus so einem Tief wieder raus kommt und wie viele Fehler man macht. Bei uns waren das heute ein paar zu viel. Eigentlich müsste man in diesen Momenten viel wechseln, dafür fehlen mir aber auch ein bisschen die Alternativen.
In der Halbzeitpause haben wir uns noch einmal vorgenommen mit viel Spaß an die Sache heran zu gehen und und sind ja dann auch noch einmal heran gekommen. Leider haben wir insgesamt zu viele einfache Tore kassiert. Das hat schließlich verhindert, dass wir heute etwas mitnehmen konnten, was eigentlich im Bereich des Möglichen lag.“
Mathias Deppisch
„Friesenheim hat verdient gewonnen. Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht. Individuelle Fehler und unerklärliche Aussetzer haben uns das Genick gebrochen. Insgesamt war das eine durchschnittliche Leistung von uns, das Ergebnis ist am Ende vielleicht ein bisschen zu deutlich. Man muss aber auch anerkennen, dass es der TSG trotz ihrer Verletzungssorgen, die sie ja genauso wie wir haben, gelungen ist, eine bärenstarke 6:0-Abwehr hinzustellen. Gegen diese körperlich starke Defensive haben wir uns einmal mehr sehr schwer getan. Wir stoßen in solchen Situationen immer wieder an unsere Grenzen, das ist ein riesiges Problem für uns. Man muss sich dann auch eingestehen, dass wir uns da taktisch überhaupt nicht weiterentwickelt haben.“
Wenn der TVK am kommenden Mittwoch in der Friedrich-Ebert-Halle von Ludwigshafen auf die TSG Ludwigshafen-Friesenheim trifft, dann feiert der Korschenbroicher Trainer Christian Voß eine kleine Premiere. Es wird für ihn die erste Begegnung mit einem Team sein, gegen das er auch schon im Hinspiel, das der TVK mit 32:28 (16:11) gewann, auf der Bank saß.
144 Tage wird es am Mittwoch exakt her sein, dass Christian Voß am 26. November des Vorjahres seine Premiere in der Waldsporthalle feierte. Seitdem ist viel geschehen in und um Korschenbroich. Unabhängig davon, hat sich bei Voß aber inzwischen eine Erkenntnis festgesetzt: „Nach den Eindrücken aus den letzten Spielen bin ich mir völlig sicher, dass wir die Saison vernünftig zu Ende spielen werden.“ Die Auftritte in Saarlouis und Leipzig sowie der Heimsieg gegen Bietigheim vom Wochenende haben aber auch viel Kraft gekostet: „Man muss ehrlicherweise sagen, dass fast alle meine Spieler kleinere oder größere Blessuren davon getragen haben, insbesondere der Fight vom Samstag hat große Spuren hinterlassen.“ So stehen weiterhin hinter Christoph Piske und Björn Marquardt große Fragezeichen, auch wenn es zumindest bei Marquardt am Samstag zu einem Kurzeinsatz gereicht hat. Darüber hinaus plagen sich aber auch andere TVK-Spieler mit kleineren Verletzungen.
Genauso wenig, wie welche Akteure ihm zur Verfügung stehen werden, weiß Voß aber auch, wer auf der Gegenseite antreten wird. Die Gastgeber aus Ludwigshafen sind schon die gesamte Saison über von einem ähnlichen Verletzungspech gebeutelt, wie es den TVK getroffen hat. „Auch, wenn noch unklar ist, wer alles gegen uns spielen wird, bin ich mir sicher, dass das eine schwierige Aufgabe wird. Wir werden aber genauso wie zuletzt nach Leipzig ohne große Erwartungshaltung hinfahren, denn wir haben nichts zu verlieren und wollen einfach ein positives Spiel abliefern“, so Voß. Besonderen Reiz hat die Begegnung für ihn auch wegen der eingangs erwähnten Situation: „An mein erstes Spiel als TVK-Trainer gegen Friesenheim habe ich natürlich sehr gute Erinnerungen. Ich bin sehr gespannt, erstmals ist es so, dass ich die gegnerische Mannschaft schon gut kenne, bevor ich mit der konkreten Spielvorbereitung beginne.“
Zählen kann er am Mittwoch hoffentlich auch wieder auf seinen Kreisläufer Marcel Görden. Für die Leistungen, die der 24-Jährige nicht erst in den letzten Partien abruft, gehen TVK-Coach Voß allmählich die Beschreibungen aus. „Marcel leistet das eigentlich Unleistbare“, sagte er beispielsweise nach der Partie gegen Bietigheim. Dabei steht Görden für ihn sinnbildlich für den Einsatz und Willen, den das gesamte Team unabhängig von allen widrigen Umständen Woche für Woche abruft. Der so gelobte macht darum jedoch kein großes Aufheben. „Dafür spiele ich Handball“, sagt er schlicht. Er sei von Natur aus ein sehr emotionaler Mensch und versuche der Mannschaft mit seiner kämpferischen Art zu helfen. „Es macht mir einfach riesigen Spaß, hier in Korschenbroich vor dieser tollen Kulisse und mit diesen Jungs Handball zu spielen. Ich finde, wir leisten im Moment alle tolle Arbeit und ich hoffe und glaube, dass es auch Spaß macht, uns dabei zuzusehen.“ Besondere Motivationstricks müsse er daher nicht anwenden, um sich zu pushen.
Herausragend war am vergangenen Samstag auch das Korschenbroicher Torhütergespann. Zunächst sorgte Oliver Mayer dafür, dass der TVK den frühen Rückstand schon bis zur Pause wieder ausgleichen konnte und im zweiten Durchgang seinerseits in Führung lag. Und in der spannenden Schlussphase war es dann Sven Bartmann, der mit seinen Paraden den Sieg festhielt. Es verwundert also wenig, wenn Oliver Mayer vor der Reise zum Tabellendreizehnten sagt, dass er „mit einer ähnlichen Leistung in kämpferischer und spielerischer Hinsicht frohen Mutes“ sei, was das Gastspiel in Ludwigshafen angehe. „Auch, wenn man sicherlich nicht als Favorit zur TSG fährt“, ergänzt Mayer, um aber gleichzeitig auf das gute Hinspiel des TVK zu verweisen: „Wir haben damals gezeigt, dass wir richtig gut mithalten können, auch was die körperliche Komponente anbelangt.“
Kampf, Wille und Leidenschaft zeigte am Samstagabend das Team des TV Korschenbroich im Heimspiel gegen die SG BBM Betigheim. Mit 32:30 (13:14) besiegten Simon Breuer & Co die Gäste aus Baden-Württemberg, obwohl sie nach nur sieben Minuten bereits mit 0:5 hinten gelegen hatten.
Zunächst sah am Samstagabend in der Korschenbroicher Waldsporthalle alles danach aus, als wenn die 427 Zuschauer einen einseitigen Handballabend erleben würden. Nur sieben Minuten waren gespielt, als die Gäste aus Bietigheim bereits mit 5:0 in Führung lagen. In der Abwehr fanden die TVK-Spieler kein probates Mittel gegen die körperlich überlegenen Gegner und wenn sich Breuer & Co im Angriff eine Chance erspielten, machte Bietigheims starker Torhüter Pascal Welz diese zunichte. Volle acht Minuten dauerte es, ehe Dennis Marquardt mit dem 1:5 den ersten Korschenbroicher Treffer erzielte. Der hatte dann aber Signalwirkung.
Nur drei Minuten später verkürzte Marcel Görden vom Siebenmeterpunkt bereits zum 4:6. Verbissen kämpften die Voß-Schützlinge fortan um jeden Ball, suchten noch in den ausweglosesten Situationen den Weg zum Tor und waren dabei oftmals auch erfolgreich. Parallel dazu steigerte sich auch Oliver Mayer im Korschenbroicher Kasten und entschärfte einige Großchancen. So war er es dann auch, der in der 23. Minute mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Nico Kibat Simon Breuer die Gelegenheit ermöglichte, mit dem 11:11 erstmals auszugleichen. Zwar rettete sich die SG durch einen zum 13:14 verwandelten Strafwurf bei bereits abgelaufener Uhr noch eine knappe Führung in die Halbzeitpause, die Ausgangslage für Durchgang zwei war aber völlig offen.
Den begannen beide Teams dann mit Umstellungen ihrer Abwehrformationen. Während der TVK mit einer offensiveren 4:2-Variante die Kreise des Bietigheimer Rückraums deutlich einengte, versuchten es die Gäste ihrerseits mit einer Manndeckung gegen Spielmacher Simon Breuer. Während sich die Maßnahme der Korschenbroicher als erfolgreich erwies, verpuffte die Umstellung von SG-Coach Jochen Zürn wirkungslos. Anders, als noch bei früheren Gelegenheiten, ließen sich die TVK-Spieler nicht davon beirren, dass mit Breuer ihre Schaltzentrale aus dem Spiel genommen wurde. Besonders die beiden Außenspieler Mathias Deppisch und Markus Breuer übernahmen in dieser Phase Verantwortung und trugen sich in der zweiten Halbzeit jeweils sechsfach in die Torschützenliste ein. Besonders gefährlich wurde es, wenn die beiden an den Kreis einliefen und dort auch regelmäßig von ihren Mitspielern bedient wurden.
Mit fortschreitender Spieldauer schlug sich die Korschenbroicher Überlegenheit auch im Ergebnis nieder. Vom erneuten Ausgleich zum 16:16 in der 36. Minute setzten sich die Gastgeber bis auf 20:16 (40.) ab. Doch anstatt einen noch deutlicheren Vorsprung zu erzielen, was durchaus im Bereich des Möglichen gelegen hätte, ließ der TVK zu, dass sich die Bietigheimer noch einmal herankämpfen konnten. Zweimal (24:24, 50.; 27:27, 54.) fiel sogar der Ausgleich. Eine Gästeführung ließen die Korschenbroicher aber nicht mehr zu.
Auch am Ende der Begegnung machten es die Gastgeber noch einmal spannender als nötig. Vier Anläufe benötigten sie, um beim Stand von 31:29, zwei Minuten vor dem Ende den Sack endgültig zu zu machen. Erst vergab der stark verbesserte Pasqual Tovornik, dann parierte Welz gegen den völlig frei vor ihm auftauchenden Simon Breuer. Im Anschluss daran zeigte Torhüter Sven Bartmann, in der 50. Minute eingewechselt und mit mehreren entscheidenden Paraden maßgeblich am Erfolg beteiligt, einen schier unfassbaren Reflex gegen Bietigheims Coors, weil aber Mathias Deppisch im anschließenden Versuch erneut an Welz scheiterte, konnte mit Robin Haller der beste Feldtorschütze (8 Treffer) der Gäste noch einmal auf 31:30 (60.) verkürzen. Erst kurz vor der Schlusssirene markierte Deppisch dann mit seinem achten und letzten Treffer den Endstand von 32:30 und sicherte seinem Team damit den siebten Heimsieg der Saison.
Bereits am kommenden Mittwoch steht für den TV Korschenbroich die nächste Partie in der 2. Handball-Bundesliga auf dem Programm. Um 20 Uhr trifft die Mannschaft in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle auf die 'Eulen' von der TSG Friesenheim.
„Beide Mannschaften haben leidenschaftlich gekämpft, das hat diese Partie ausgemacht und deshalb war es ein schönes und attraktives Spiel. Wir hatten uns vorgenommen heute zwei Punkte holen. Überraschenderweise sind wir relativ schlecht ins Spiel gekommen. Wir hatten große Schwierigkeiten mit der Bietigheimer Deckung, sie haben sehr aggressiv und mit schnellen Beinen gearbeitet. Wir sind dort kaum durchgekommen. Das hat sich dann Gott sei Dank geändert. Die Mannschaft war aber der 11. oder 12. Minute ausgewechselt. Von 0:5 nach sieben Minuten erarbeiten wir uns bis zur Pause ein 13:14. In der zweiten Halbzeit ist es einfach Wahnsinn, wir spielen im Prinzip mit einer Sieben durch, verschärfen dabei nochmal das Tempo, kommen in einen richtigen Flow, die ganze Halle steht hinter uns, es sind Emotionen da und das macht die Mannschaft einfach stark. Am Ende gehen wir verdientermaßen als Sieger vom Feld.“
Jochen Zürn
„Für uns ist das sicherlich eine Enttäuschung, weil wir uns etwas vorgenommen hatten. Wir hatten sehr großen Respekt vor Korschenbroich, vor der Leidenschaft, dem Herz und der Emotion, die die Mannschaft auf die Platte bringt. Wir sind fast zu einfach ins Spiel gekommen, hatten eine gute Effektivität. Nachher haben wir es dann aber nicht mehr geschafft, in der Abwehr gut zu stehen und haben sehr viele Zweikämpfe verloren. Wir hatten zudem eine Vielzahl von Chancen, die wir besser hätten verwerten zu müssen, um hier in Korschenbroich eine Chance zu haben. Der Sieg für Korschenbroich ist verdient.“
Simon Breuer
„Nach der siebten Minute haben wir ein super Spiel abgeliefert trotz des frühen Rückstandes von 0:5. In der zweiten Halbzeit hätten wir uns deutlicher absetzen müssen, bekommen dann zwei Zeitstrafen, die Bietigheim nutzt um noch einmal ran zu kommen. Wir haben aber die gesamte Zeit über geführt und am Ende auch verdient gewonnen. Schlüssel zum Sieg war heute die geschlossene Mannschaftsleistung mit einer guten Abwehr in Kombination mit den beiden gut haltenden Torhütern und auch eine ordentlichen Angriffsleistung. In der zweiten Halbzeit machen unsere beiden Außen Mathias Deppisch und Markus Breuer gefühlt alle Tore. Am Ende hätten wir es vielleicht mehr ganz so spannend machen müssen, aber das passiert halt öfter mal bei uns.“
Marcel Görden
„Wir sind katastrophal reingekommen, hatten große Probleme mit der gegnerischen Deckung. Bietigheim hat zudem gut aus dem Rückraum getroffen. Dann haben wir uns zum Glück aber recht schnell gefangen und konnten durch unser Tempospiel einfache Tore erzielen. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Trotz unserer körperlichen Unterlegenheit stand unsere Deckung gut und auch, wenn wir uns im Angriff vielleicht ein bisschen schwer getan haben, haben wir nicht den Geduld verloren und unsere Chancen gesucht und auch gefunden.
Die zweite Halbzeit war von unserer Seite wirklich sehr gut. Wir haben die ganze Zeit über gefightet, unsere Torhüter haben super gehalten, wir haben nie unsere Linie verloren und der Sieg geht absolut in Ordnung.“
Oliver Mayer
„Wir haben heute als Mannschaft alles gegeben, waren Bietigheim kämpferisch überlegen und haben dadurch das Spiel nach dem frühen Rückstand umgebogen. Sich so zurückzukämpfen war einfach grandios. Selbst ohne Dennis am Ende der zweiten Halbzeit sind die Bietigheimer mit ihren spielerischen Lösungen nicht mehr durchgekommen und wir haben ihnen den Schneid abgekauft. Dass es am Ende noch einmal eng wird, war natürlich so nicht gewollt, aber die Hauptsache ist, dass die zwei Punkte hier bleiben.
Mit meiner Leistung kann ich heute zufrieden sein. Ich habe mich gefreut, dass ich anfangen durfte, was natürlich immer mein Ziel ist. Sven hat das in den letzten Spielen sehr gut gemacht und heute war ich dann mal wieder an der Reihe. Wir ergänzen uns gut und sind, so glaube ich, ein ordentliches Gespann. In der Schlussphase, als es bei mir nicht mehr ganz so gut lief, konnte Christian dann noch einmal wechseln und Sven sind auch noch einige wichtige Paraden gelungen.“
Der letzte Heimsieg des TV Korschenbroich datiert vom 24. Februar. Für Trainer Christian Voß Grund genug, seinen Schützlingen für die kommende Partie gegen die SG BBM Bietigheim (Samstag, 19.30 Uhr) eine ehrgeizige Zielvorgabe zu machen: „Es wird langsam mal wieder Zeit, wir wollen beide Punkte bei uns behalten.“
Viermal noch öffnet die Korschenbroicher Waldsporthalle in dieser Saison ihre Pforten, vier Gelegenheiten bleiben den Handballfans in Stadt und Umland also noch, um hautnah Bundesligahandball zu erleben. Nicht nur deswegen erhofft sich TVK-Coach Christian Voß für den Samstagabend eine ansprechende Kulisse: „Meine Jungs haben es einfach verdient, dass die Leute mit einem Besuch am Samstag bei uns der Halle die Leistungen der letzten Zeit honorieren.“ Unentschlossenen verspricht er ein „attraktives Spiel zweier Mannschaften, die vor allem auf das Tempo setzen, so war es auch im Hinspiel.“ Das erlebte Voß damals im November des letzten Jahres „inkognito“ von der Tribüne der Sporthalle am Viadukt aus. Unter dem Interimsgespann Simon Breuer und Mathias Deppisch musste sich seine Mannschaft in spe zwar mit 34:37 (16:20) geschlagen geben, doch das Auftreten und die Spielweise des Teams imponierten dem Mediziner derart, dass er zwei Tage später seine Zusage gab und nach Korschenbroich kam.
„Die Partie in Bietigheim war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Das Spiel war sehr gut anzugucken und damit fing ja meine Arbeit beim TVK mehr oder weniger an.“ Fünf Monate später ist Voß längst angekommen beim TVK, viel mehr sogar im Begriff, sich auch schon wieder zu verabschieden. Im Sommer kehrt er in seine norddeutsche Heimat zurück, jedoch nicht ohne gemeinsam mit seinen Spielern noch ein Abschiedsgeschenk hinterlassen zu wollen. Der sportliche Klassenerhalt ist immer noch im Bereich des Machbaren. Damit das auch so bleibt soll am Samstag Heimsieg Nummer sieben eingefahren werden. „Ich freue mich sehr auf das Spiel und bin mir sicher, dass das durchaus attraktiv wird. Beide Mannschaften haben nichts zu verlieren und können befreit aufspielen“, so Voß. Die Gäste aus Bietigheim rangieren derzeit auf dem zehnten Tabellenplatz und haben zehn Punkte Vorsprung auf den ersten – und einzigen – sportlichen Abstiegsplatz.
Während Mathias Fuchs, der aus beruflichen Gründen beim letzten Spiel des TVK in Leipzig passen musste, wieder in den Kader zurückkehrt, drohen zwei andere Akteure auszufallen. Christoph Piske, der ebenfalls schon in Sachsen fehlte, klagt weiter über Rückenbeschwerden, Björn Marquardt konnte in Leipzig nur eine Halbzeit spielen und ist auch für die anstehende Heimpartie fraglich.
Dennoch denkt Trainer Christian Voß gerne zurück an die letzte Auswärtsaufgabe des TVK: „Leipzig war schon genial. Es macht als Trainer extrem viel Spaß mit den Jungs zu arbeiten, sie kämpfen mit jeder Faser und zeigen unbändigen Willen. Die Intensität des Spiels war auch als Zuschauer zu spüren. Meine Mannschaft macht aus, dass sie nie locker lässt, bis zur letzten Minute alles gibt. Deswegen ist es auch extrem schwer gegen uns zu spielen. Das wollen wir am Samstag erneut unter Beweis stellen. Wir müssen das Tempo hochhalten, so wie uns das in den letzten Partien gelungen ist. Ich weiß, dass diese Spielweise sehr anstrengend ist, aber so funktioniert unser Spiel.“
Sollte es am 31. Spieltag trotz allem nicht zu einem Sieg reichen, dann wird Voß seinen Spielern wohl dennoch keinen Vorwurf machen: „Die Mannschaft soll das Spiel in erster Linie genießen, die Atmosphäre aufnehmen und Spaß am Handball haben.“ Das wünscht er übrigens auch den Zuschauern in der Waldsporthalle.
Mit nur einem Tor Differenz musste sich der TV Korschenbroich am Donnerstagabend beim aktuellen Tabellensechsten der 2. Handball-Bundesliga geschlagen geben. Nach einer tollen Aufholjagd belohnten sich Simon Breuer & Co letztlich nicht und unterlagen mit 32:33 (10:15). Auch zehn Treffer von Marcel Görden reichten nicht, um etwas aus Sachsen mitzunehmen.
Neben dem bereits angekündigten Ausfall von Mathias Fuchs musste TVK-Coach Christian Voß auch noch auf die Dienste von Christoph Piske verzichten. Der Halbrechte, zuletzt mit einer bärenstarken Leistung in Saarlouis, klagte über Rückenbeschwerden und trat die Reise in den Osten der Republik erst gar nicht an.
Den deutlich besseren Start in die Partie erwischten dann auch die Gastgeber. Der TVK konnte lediglich vom Siebenmeterpunkt aus treffen (Görden 2./8.), beim SC DHfK lieft das Angriffsspiel wesentlich erfolgreicher ab. Sieben Tore erzielten die Leipziger binnen der ersten zehn Spielminuten, führten folglich schnell mit 7:2. In der Folge kamen die Korschenbroicher zwar etwas besser in Tritt, wesentlich verkürzen konnten sie den Abstand aber nicht. Über 10:4 (20.) und 15:10 (30.) brachten die Hausherren die Führung relativ locker in die Halbzeitpause.
In der fand TVK-Coach Christian Voß wohl die passenden Worte, denn im zweiten Durchgang präsentierten sich seine Schützlinge wie ausgewechselt. Mit drei schnellen Treffern hatten sie bereits in der 34. Minute auf 15:13 verkürzt. Auch davon, dass sich die Leipziger kurz darauf noch einmal auf vier Treffer (18:14, 37.) absetzen konnten, ließen sich die Voß-Schützlinge nicht beirren. Nach einer schadlos überstanden Unterzahlsituation konnten sie nach Treffern von Görden, Deppisch und Dennis Marquardt auf 20:19 verkürzen (41.).
Die Hoffnung auf einen glücklicheren Spielausgang erhielt kurz darauf jedoch einen erneuten Dämpfer. Mit einer 5:0-Serie zwischen der 43. und 48. Minute stellten die Gastgeber erneut einen deutlichen Vorsprung her (26:20), an dem der TVK zunächst nicht viel ändern konnte. Weniger als zehn Minuten vor dem Ende sahen die Leipziger beim Stand von 31:25 (53.) schon wie der sichere Sieger aus. Dann überschlugen sich die Ereignisse in der Ernst-Grube-Halle.
Mit seinen Treffern neun und zehn verkürzte Marcel Görden auf 33:28 und als Markus Breuer mit seinem ersten Treffer des Abends das 33:29 (54.) markierte sah sich Leipzigs Trainer Uwe Jungandreas gezwungen, sein Timeout zu nehmen. Doch anstatt seinen Spielern damit die nötige Sicherheit für die Schlussphase zu geben, war es der TVK, der von der Auszeit profitierte. Drei schnelle Treffer in Serie brachten das Hand.Ball.Herz.-Team auf 33:32 (57.) heran, um dann in der nächsten Situation eine Zeitstrafe gegen Marcel Görden zu kassieren. Doch die numerische Unterlegenheit brachte keinen Nachteil, der letzte Wurfversuch von Leipzigs Seitle wurde abgewehrt und dem TVK bleiben vierzig Sekunden, um noch einmal in Schussposition zu kommen. Weil das aber nicht gelang, feierten die Hausherren einen letztlich nicht unverdienten, aufgrund des Spielverlaufes aber doch glücklichen Sieg.
Der Korschenbroicher Tross machte sich ohne Punkte auf den Weg an den heimischen Niederrhein, wo nun etwas Zeit bleibt, sich auf das nächste Spiel vorzubereiten. Das steigt am 14.04. um 19.30 Uhr in der Waldsporthalle. Gegner ist die SG BBM Bietigheim.
„Ich bin sehr zufrieden. Wir haben ein super Spiel abgeliefert, das Ergebnis ist völlig gerechtfertigt. Ein deutlicher Leipziger Sieg, nach dem es vom Spielstand her zwischendurch ja auch aussah, wäre der Leistung meiner Jungs nicht gerecht geworden. Gerade am Ende haben wir noch einmal alles raus geholt, gekämpft, Tempo gemacht und darüber aber auch nie den Kopf verloren. Die Willensleistung meiner Spieler ist gar nicht hoch genug zu bewerten. Was zum Beispiel ein Marcel Görden hier Woche für Woche abreißt ist einfach nur sensationell.
Wenn man dann auch noch berücksichtigt, dass uns mit Mathias Fuchs uns Christoph Piske noch zwei wichtige Alternativen gefehlt haben, wir im Prinzip mit den gleichen sieben Spielern komplett durchgespielt haben, dann spricht das eine deutliche Sprache. Es macht im Moment einfach nur Spaß, meiner Mannschaft beim Handball zuzusehen. Die Jungs spielen mit so viel Freude und Lust am Handball, die Verbundenheit innerhalb des Teams ist so groß, das ist alles sehr positiv.“
Dennis Marquardt
„Wir sind richtig schlecht ins Spiel reingekommen und lagen schnell mit 7:2 hinten. In der Phase waren wir einfach noch überhaupt nicht da. Dinge, die vorher klar abgesprochen wurden, konnten wir nicht umsetzen und sind deshalb auch verdientermaßen in Rückstand geraten. Das lag mit Sicherheit auch an der langen Anreise, die uns noch in den Knochen gesteckt hat, aber als Ausrede darf das natürlich nicht herhalten. Wir haben uns ja auch später wieder gut zurückgekämpft und konnten verhindern, dass Leipzig sich deutlicher als mit fünf Toren absetzt.
Die zweite Halbzeit war dann richtig gut. Da haben wir unsere alten Tugenden ausgepackt, nicht unbedingt schön aber sehr kämpferisch gespielt. In der letzten Minute haben wir noch einmal alles versucht, den Torwart für einen weiteren Feldspieler ausgewechselt und alles dafür getan, um einen letzten Spielzug durchzubringen. Das hat leider nicht funktioniert. Es wäre wohl auch sehr glücklich gewesen, wenn wir hier noch einen Punkt mitgenommen hätten, denn Leipzig hat über die gesamte Spieldauer geführt und ist somit am Ende auch verdient als Sieger vom Feld gegangen.
Wir müssen uns mit unserer Leistung hier aber auch nicht verstecken und können erhobenen Hauptes vom Platz gehen. Wenn man beim Tabellensechsten mit einem Tor verliert, dann ist das mit Sicherheit vom Ergebnis her in Ordnung, vor allem wenn man berücksichtigt, dass uns mit Mathias Fuchs und Christoph Piske zwei weitere Spieler gefehlt haben. Weil auch mein Bruder Björn in der zweiten Halbzeit verletzungsbedingt nicht mehr zum Einsatz kommen konnte, haben wir quasi ohne Wechsel durchgespielt. Ich denke, wir können mit dem heutigen Spiel insgesamt zufrieden sein.“
Der Spielplan der 2. Handball-Bundesliga meint es nicht wirklich gut mit dem TVK. Pünktlich zum Osterwochenende darf sich der Korschenbroicher Tross am kommenden Donnerstag auf den Weg einmal quer durch die Bundesrepublik machen, denn um 19.00 Uhr empfängt der SC DHfK Leipzig das Hand.Ball.Herz.-Team in der Ernst-Grube-Halle.
„Es ist natürlich alles andere als optimal an einem Donnerstag quer durch die Republik nach Leipzig fahren zu müssen. Wir werden aber versuchen, aus der Situation das beste zu machen“, kommentiert TVK-Coach Christian Voß die Situation. Unabhängig von äußeren Umständen ist er sich aber sicher, dass sein Team gegen die Sachsen hoch motiviert auftreten wird. Dass seine Schützlinge auch auswärts in der Lage sind, hervorragend aufzutreten, dass haben sie am vergangenen Wochenende bei der HG Saarlouis unter Beweis gestellt. „Mir ist es wichtig, dass die Jungs ihre positive Stimmung aus dem Spiel in Saarlouis transportieren können und frohen Mutes an diese erneut sehr schwere Auswärtsaufgabe gehen“, will Voß bei seinem Team daher auch noch einmal an das Erfolgserlebnis erinnern.
Doch nicht nur emotional soll der Anschluss an den letzten Auftritt in der Fremde gelingen, sportlich will man sich beim Tabellensechsten nach Möglichkeit ebenfalls behaupten, wie Voß erklärt: „Spielerisch wollen wir natürlich an das letzte Wochenende anknüpfen, also mit viel Tempo angreifen und hinten konsequent in unseren verschiedenen Deckungsvarianten arbeiten. Wir müssen intelligent, aber auch mit dem nötigen Herz und Willen spielen. Genau das hat meine Mannschaft am letzten Spieltag hervorragend umgesetzt.“ Dabei betont er jedoch gleichzeitig auch noch einmal, welch großen Respekt er vor dem kommenden Gegner hat: „Leipzig verfügt über eine ausgezeichnete Mannschaft, die in ihren wesentlichen Bestandteilen schon lange zusammen erfolgreich Handball spielt. Das hat sich im Laufe der Saison auch in den Ergebnissen niedergeschlagen. Der SC DHfK steht völlig zurecht auf dem sechsten Tabellenplatz. In meinen Augen wird in Leizpig an einem der spannendsten Handballprojekte in Deutschland gearbeitet. Ich bin gespannt, wo dieser Weg noch hinführen wird.“
Wohin der Weg für seinen Spieler Mathias Fuchs kurzfristig führt, weiß Voß hingegen schon. Der variable Rückraumakteur, der seit September eine Ausbildung bei der Polizei absolviert, bekam für die Reise gen Osten keine Freigabe und kann seinen Teamkollegen so nur aus der Ferne die Daumen drücken. Nach dem Spiel in Leipzig hat der TVK über Ostern Gelegenheit durch zu schnaufen, ehe dann am 14. April die SG BBM Bietigheim zum nächsten Heimspiel erwartet wird.
Nach einem tollen Handballspiel sicherte sich der TV Korschenbroich am Samstagabend in der Stadtgartenhalle von Saarlouis durch das 32:32 (14:16) einen verdienten Punkt. Vor 1.050 Zuschauern waren Marcel Görden (10/2), Simon Breuer (7) und Christoph Piske (6) die besten Torschützen des TVK, auch Torhüter Sven Bartmann hatte entscheidenden Anteil am Punktgewinn.
Nach verhaltenen ersten fünf Minuten, die die Gastgeber mit 3:1 für sich entscheiden konnten, kam der TVK gut in die Partie. Zwar präsentierte sich Saarlouis Shooter Daniel Fontaine einmal mehr in bestechender Form und war von der TVK-Abwehr kaum zu halten, dafür hatten Die Korschenbroicher um ihren Innenblock mit Dennis Marquardt und Marcel Görden Kreisläufer Dude und Mittelmann Grgic sehr gut im Griff. Nach knapp zehn Minuten glich der starke Görden erstmal aus (4:4) , kurz darauf markierte Steffen Fischer die erste Führung für den TVK (5:4, 10.).
In einer kleinen Schwächephase von der 13. bis zur 18. Minute kassierte das Team von Trainer Christian Voß eine 0:5-Serie, die zur Folge hatte, dass die Gastgeber mit 10:6 in Führung gehen konnten. Voß hatte schon seine Timeout-Karte gezückt, zögerte jedoch noch, diese einzusetzen. Im Nachhinein erwies sich diese Entscheidung als goldrichtig, denn durch vier schnelle Treffer in Serie glich der TVK in der 20. Minute zum 10:10 aus. Nun war es an HGS-Trainer Andre Gulbicki, die Auszeit zu nehmen. Eine erkennbare Wirkung stellte sich aber nicht ein, viel mehr bekam Saarlouis massive Probleme mit der nun neu formierten TVK-Abwehr. Abwechselnd Fontaine oder Grgic, phasenweise auch beide Rückraumspieler wurden von den Korschenbroichern eng markiert und so in ihren Möglichkeiten stark eingeschränkt.
Bis zum Pausenpfiff gelang es Simon Breuer & Co sogar, sich einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten. Sehenswert der letzte Treffer des ersten Durchgangs: Sekundenbruchteil vor der Halbzeitsirene wurde Dennis Marquardt zum Kempatrick freigespielt, den er dann auch erfolgreich abschloss. Bei 14:16 aus Sicht der Hausherren wurden die Seiten gewechselt.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs leistete sich der TVK leider erneut eine relativ unkonzentrierte Phase und musste schon nach knapp vier Minuten den Ausgleich hinnehmen (17:17, 34.). Kurz darauf konnten die Gastgeber sogar mit 21:18 (40.) in Führung gehen, doch die Korschenbroicher ließen sich nicht abschütteln, blieben auf Schlagdistanz. Und das trotz der extrem ärgerlichen Disqualifikation von Dennis Marquardt (43.), für die man auf der TVK-Bank kein Verständnis aufbringen konnte. Marquardt hatte gleich zu Beginn der beiden Halbzeiten nach 3 ½ Minuten bzw. 40 Sekunden jeweils eine Zeitstrafe erhalten und musste dann schließlich das gesamte letzte Spielviertel von draussen betrachten.
Von diesem Rückschlag ließen sich seine Mitspieler aber nicht verunsichern. Ganz im Gegenteil, mit einer „Jetzt-erst-recht-Mentalität“ kämpften sie um jeden Ball und glaubten weiter an ihre Chance. Einmal mehr war es Marcel Görden, der mit herausragendem Beispiel voranging und vom 23:21 (45.) bis zum 25:24 (48.) vier Treffer für den TVK in Serie erzielte und erst durch eine Zeitstrafe gestoppt werden konnte. In den letzten zehn Spielminuten folgte dann der große Auftritt von Christoph Piske. In jedem Angriff versuchten seine Mitspieler den wurfgewaltigen Halbrechten in Position zu bringen.
Nach den ersten guten Würfen hatte der 24-Jährige genug Selbstvertrauen getankt, um auch aus unmöglichster Position zu treffen. Seine Tore und zwei ganz entscheidende Paraden von Keeper Sven Bartmann sorgten dafür, dass Simon Breuer beim 31:31 zwei Minuten vor dem Ende erstmals seit der 34. Minute wieder ausgleichen konnte und schließlich Marcel Görden 40 Sekunden vor dem Schlusspfiff den letzten Treffer der Partie setzen konnte. Der letzte HGS-Angriff wurde abgewehrt und TVK-Coach Christian Voß konnte drei Sekunden vor dem Ende noch seine Auszeit nehmen. Mit einem langen Pass fast vom eigenen Kreis versuchte Keeper Bartmann einen seiner Teamkameraden am anderen Ende des Spielfeldes zu finden. Dass das nicht gelangt sorgte jedoch bei niemandem auf Korschenbroicher Seite für Enttäuschung. Vielmehr freuten sich Spieler und Trainer über einen gelungenen Auftritt und einen verdienten Punktgewinn.
Auch die nächste Partie in der 2. Handball-Bundesliga muss der TVK in fremder Halle bestreiten. Am kommenden Donnerstag trifft das Hand.Ball.Herz.-Team um 19:00 Uhr in der Ernst-Grube-Halle auf den SC DHfK Leipzig.
„Ich bin richtig zufrieden mit dem Spiel. Wir haben kämpferisch eine wirklich tolle Leistung geboten und uns dafür am Ende auch belohnt. Das Spiel war von unserer Seite gekennzeichnet durch die gute Variabilität in der Deckung. Vorne haben wir einen schönen Gegenstoß gespielt und dadurch auch einige Tore erzielt. Aus dem stehenden Angriff heraus sind wir deutlich souveräner und ruhiger aufgetreten, als das zuletzt der Fall war.
Mit der Leistung unserer rechten Angriffsseite kann man heute wirklich zufrieden sein. Steffen Fischer hat mir in den ersten zwanzig Minuten gut gefallen und Christoph Piske hat natürlich auch sehr gut getroffen. Daran hat man mal wieder gesehen, dass wir mit einer funktionierenden rechten Seite noch einmal eine ganze Ecke stärker sind und gegen jede Mannschaft aus der Liga mithalten können.
Grgic und Dude haben so gut wie gar nicht stattgefunden und dass ein Daniel Fontaine dann zehn Tore wirft, muss man einfach mal hinnehmen. Der Junge hat ein riesen Spiel gemacht und ist jemand, den man einfach nicht völlig aus der Partie nehmen kann. Die wesentlichen Hausaufgaben haben wir gemacht und die Jungs haben meine Vorgaben erfüllt.
Ich bin froh, dass wir das Spiel am Ende nicht knapp verloren haben, sondern uns mit dem Punkt für unsere gute Leistung belohnen konnten. Das ist der entscheidende Unterschied. Nach den letzten Niederlagen tat das gut und man sieht, dass die Jungs gleich viel zufriedener sind.“
Sven Bartmann
„Die erste Halbzeit war bis auf die ersten Minuten sehr gut. Wir standen in der Abwehr gut, vorne wurden die Chancen kosnequent verwertet. Durch den wunderbaren Kempatrick am Ende konnten wir die zwei Tore Vorsprung mit in die Pause nehmen.
In der zweiten Halbzeit sind wir nicht so gut gestartet, die Führung war recht schnell wieder weg, was natürlich ärgerlich war. Wir sind aber so weit dran geblieben, dass Saarlouis nicht auf mehr als drei Tore davonziehen konnte und gegen Ende wurde es dann immer knapper. Zum Schluss gehört natürlich auch immer ein bisschen Glück dazu, dass wir den letzten Angriff abwehren konnten. Die Situation drei Sekunden vor dem Ende war natürlich aussichtslos, wenngleich es aber unfassbar geil gewesen wäre, wenn das noch geklappt hätte. Man konnte heute richtig sehen, dass wir Spaß am Spiel hatten.“
Christoph Piske
„Der Punkt ist viel mehr, als hier eigentlich zu erwarten war. Saarlouis spielt eine super Saison, hat sich toll etabliert und verfügt über eine gute Truppe, die schnellen Handball spielt. Es war klar, dass viele Tore fallen würden.
Nach dem nicht so guten Beginn haben wir spätestens ab dem Ausgleich in der 10. Minute richtig Blut geleckt und gemerkt, dass hier heute was möglich war. Das haben wir gut in die Halbzeit transportiert und aus auch von der kleinen Schwächephase zu Beginn der zweiten Hälfte verunsichern lassen. Wir sind weiter mit richtig viel Herz aufgetreten und haben toll gekämpft. Ausschlaggebend war vor allem der Wille und die wahnsinnige Energieleistung, die wir abgerufen haben.
Dadurch, dass ich die ersten Würfe relativ gut verwandelt habe, konnte ich mir das nötige Selbstbewusstsein holen. Saarlouis hat mir in der Schlussphase ein bisschen die Entscheidung aufgezwungen. Ich hatte immer entweder die Option zu Mathias Deppisch auf Außen abzulegen, Marcel am Kreis anzuspielen oder es selber zu versuchen. Irgendwo war immer eine Lösung zu finden. Zudem habe ich davon profitiert, dass Simon auf Mann genommen wurde und Mathias Fuchs auf der halblinken Seite richtig viel Druck gemacht hat. Dadurch haben sich für mich einige Freiräume ergeben, die ich glücklicherweise nutzen konnte. Ich freue mich natürlich sehr, dass ich heute meinen Teil zum Erfolg beitragen konnte.“
Der 29. Spieltag hält für den TV Korschenbroich das Gastspiel bei der HG Saarlouis parat. Am kommenden Samstag wird die Partie des aktuell 19. beim 14. um 19.30 Uhr in der Halle am Stadtgarten in Saarlouis angepfiffen. TVK-Trainer Christian Voß ließ unter der Woche hart trainieren, besonders das Gegenstoßspiel seiner Mannschaft wollte er dadurch verbessern.
Verzichten musste Voß dabei über den Großteil der Woche auf Mathias Deppisch und Mathias Fuchs. Beide weilten bei einem Lehrgang der Polizeiauswahl Nordrhein-Westfalen zur Vorbereitung auf die Deutsche Polizeimeisterschaft, die Ende April in Bochum stattfinden wird. Dadurch verpassten die beiden eine durchaus schweißtreibende Trainingswoche, die Voß für seine Mannschaft angesetzt hatte. „Wir haben in den vergangenen Tagen sehr hart trainiert. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem unser Gegenstoßspiel. Da müssen wir uns eindeutig noch verbessern, das hat mir zuletzt doch erheblich gefehlt. Wollen wir unsere nächsten Spiele erfolgreich bestreiten, sind wir definitiv auch auf Gegenstöße angewiesen“, begründete der Korschenbroicher Übungsleiter sein Vorgehen.
Am liebsten würde er schon am kommenden Samstag sehen, dass sein Team die Trainingsinhalte auch im Wettkampf umsetzen kann. Dann trifft der TVK nämlich auf die „sehr gut besetzte“ (Voß) HG Saarlouis. Im Hinspiel gab es ein dramatisches 31:31 (14:14) unentschieden, den verdienten Punkt hielt damals Keeper Sven Bartmann in allerletzter Sekunde fest, Florian Korte flog in der Schlussminute mit Rot vom Platz und wurde für ein Spiel gesperrt. Ob es auch im Rückspiel einen derartigen Handballkrimi geben wird, weiß Christian Voß nicht, er rechnet aber mit einer unterhaltsamen Partie vor einer tollen Kulisse: „Die Halle in Saarlouis habe ich inzwischen auf etlichen Videos gesehen und möchte sie jetzt auch gerne mal live erleben.“
Doch nicht nur vor dem Hexenkessel Stadtgartenhalle, auch vor dem Gegner hat Voß viel Respekt: „Saarlouis ist exzellent besetzt. Grgic, Fontaine und Dude gehören sicherlich mit zum Besten, was die 2. Liga zu bieten hat. Das sind ganz starke Spieler. Außerdem zeichnet sich die HGS auch durch ihre vielen variablen Deckungssysteme aus. Ich bin gespannt, was mein Kollege Andre Gulbicki sich da wieder hat einfallen lassen und hoffe, dass wir entsprechend darauf antworten können.“ Um im Saarland überhaupt bestehen zu können, müsse seine Mannschaft von Einstellung und Auftreten her quasi nahtlos an die Vorstellung gegen die HSG Nordhorn-Lingen vor Wochenfrist anknüpfen. Personell gibt es im Vergleich zum Heimspiel schon mal keine Veränderungen.
Nach tollem Beginn und früher 5-Tore Führung musste sich der TV Korschenbroich der HSG Nordhorn-Lingen am Samstagabend denkbar knapp mit 27:28 (14:13) geschlagen geben. Aufopferungsvoll kämpften Simon Breuer & Co dabei gegen den favorisierten Gegner, dem sie im Hinspiel noch deutlich unterlegen waren.
Rund 13 Minuten waren in der Korschenbroicher Waldsporthalle gespielt, als Marcel Görden nach erfolgreich verwandeltem Siebenmeter jubelnd abdrehte und seine Freude über das gerade erzielte 6:1 für den TVK hinausschrie. Dass die Hausherren zu diesem Zeitpunkt so deutlich gegen ihre Gäste aus dem holländischen Grenzgebiet führen würden, hatte wohl keiner der 304 Zuschauer erwartet. Zugegebenermaßen profitierten die Korschenbroicher dabei auch von einer schlechten Nordhorner Wurfbeute, trugen mit aggressiver und aufmerksamer Deckungsarbeit aber auch ihren Teil dazu bei.
Mit zunehmender Spieldauer fanden die HSG-Spieler dann aber doch Lücken in der Korschenbroicher Abwehr, gleichzeitig steigerte sich Nordhorns Keeper Buhrmester was zur Folge hatte, dass der Vorsprung des TVK minütlich schmolz. Über 7:4 (15.) und 11:9 (23.) glich Matthias Struck, mit neun Treffern Nordhorns bester Werfer an diesem Abend, schließlich in der 27. Minute zum 12:12 aus. Kurz darauf brachte er seine Farben mit dem 13:12 sogar erstmalig in Führung, ein Doppelschlag kurz vor der Pause von Simon Breuer und Marcel Görden bescherte dem TVK immerhin noch die 14:13 Halbzeitführung.
Bis in die Haarspitzen motiviert kehrten die Korschenbroicher Akteure nach dem Pausentee auf die Spielfläche zurück, wenig später schlug sich ihr Engagement auch im Ergebnis nieder. Eine doppelte Überzahl nutzten erneut Simon Breuer und Marcel Görden, die gemeinsam fast die Hälfte aller TVK-Tore warfen, um vom zwischenzeitlichen 16:16 auf 19:16 zu erhöhen (40.). Jäh gebremst wurde der Korschenbroicher Lauf durch eine Zeitstrafe gegen Dennis Marquardt, der endlich sein ersehntes Comeback feiern konnte und sich die Spielzeiten in der Abwehr mit seinem jüngeren Bruder Björn teilte, während er im Angriff phasenweise an den Kreis rückte und von dort auch satte sieben Treffer erzielen konnte. Doch mit seiner Zeitstrafe in der 40. Minute leitete er unfreiwillig einen 5:0 Lauf der Nordhorner ein. Nur fünf Minuten benötigten die, um die Partie auf 19:21 zu drehen.
Aber der TVK bewies erneut Moral und glich sechs Minuten vor dem Ende aus (25:25), die Weichen für eine packende Schlussphase waren gestellt. Nach dem letzten Nordhorner Treffer durch ihren besten Akteur Struck zum 27:28 blieben dem TVK noch 16 Sekunden, um zu einem letzten Abschluss zu kommen. Trainer Christian Voß ließ nichts unversucht und beorderte Markus Breuer als siebten Feldspieler aufs Parkett. Sekunden vor dem Ende war es schließlich Christoph Piske, erst knapp zehn Minuten vorher eingewechselt und gleich dreifach erfolgreich, der sich ein Herz fasste und den Ball aufs Nordhorner Gehäuse brachte. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Versuchen war ihm das Wurfglück dieses Mal jedoch nicht hold und Björn Buhrmester rettete seinem Team mit seiner 16. und letzten Parade den Sieg.
An den kommenden beiden Spieltagen hat der TV Korschenbroich jeweils auswärts anzutreten. Zunächst geht die Reise am kommenden Samstag zur HG Saarlouis (19.30 Uhr, Halle am Stadtgarten), ehe Gründonnerstag (5.4.) das Gastspiel beim SC DHfK Leipzig auf dem Programm steht (19.00 Uhr, Ernst-Grube-Halle). Erst am 14.04. bestreitet der TVK mit der Partie gegen die SG BBM Bietigheim ein Heimspiel (19.30 Uhr, WSH).
„Wir haben Korschenbroich nicht unterschätzt. Wir wussten, zu welchen Leistungen die Mannschaft fähig ist. Korschenbroich hat sehr diszipliniert gespielt und uns in den ersten zehn bis fünfzehn Minuten durch ihre Aggressivität und gute Organisation den Schneid abgekauft. Wir waren ein bisschen davon überrascht, wie aggressiv das war, haben selber ohne Tempo gespielt und schnell 6:1 zurückgelegen. Umso mehr freut es mich, dass wir ins Spiel zurück gekommen sind, uns wieder reingefightet haben und am Ende vielleicht ein bisschen glücklich gewonnen haben. Das war unser erster Auswärtssieg 2012 und von daher bin ich sehr glücklich.“
Christian Voß
„Wir haben uns gestern noch einmal zusammengesetzt und überlegt, wie wir so weitermachen wollen. Und wir wollen die ganze Geschichte sportlich angehen. Im Vorgespräch habe ich gesagt – und dafür fünf Euro ins Phrasenschwein getan -, die Wahrheit liegt auf dem Platz. Auch wenn das Spiel verloren ist muss man sagen, dass das heute ein Unterschied wie Tag und Nacht im Vergleich zu Schwerin gewesen ist.
Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, weil die Mannschaft einfach hoch motiviert war. Wir haben in der Abwehr ordentlich gefightet, daraus dann auch Tempo gespielt. Und das haben wir 15 Minuten durchgezogen. Natürlich hatten wir auch bei dem einen oder anderen Rückraumwurf der Nordhorner ein bisschen Glück gehabt. Wenn man das realistisch sieht, dann war nicht zu erwarten, dass das dann so in den nächsten 15 Minuten der ersten Halbzeit so weiter geht und es zur Pause 12:2 steht. Das Spiel hat ein bisschen seinen normalen Verlauf genommen. Insgesamt fand ich die erste Halbzeit in Ordnung, wie ich auch unser gesamtes Spiel in Ordnung fand, was unseren Einsatz und unseren Kampfeswillen anbelangt.“
Björn Marquardt
„In den ersten Minuten war Nordhorn noch nicht voll da. Deswegen konnten wir uns ein bisschen absetzen. Dann haben sie sich aber rein gekämpft und deutlich gesteigert. Insgesamt war die Nordhorner Abwehr über die gesamte Spieldauer gesehen aggressiver und kompakter, was meiner Meinung nach letztlich den Ausschlag gegeben hat.
Natürlich haben wir heute ganz besonderen Willen bewiesen, daraus würde ich aber nicht schließen wollen, dass wir in den letzten Partien nicht den Willen hatten, die Spiele zu gewinnen. Insgesamt liegt uns der Gegner Nordhorn sicherlich mehr, als es beispielsweise zuletzt Schwerin getan hat. Außerdem ist Dennis endlich ins Team zurückkehrt, was uns sehr weitergeholfen hat. Deswegen konnten wir die Begegnung besser gestalten, als das vielleicht an den letzten Spieltagen der Fall war. Gelebt hat die Mannschaft aber immer.
Die letzte Aktion sieht von außen betrachtet möglicherweise ein bisschen blöd aus, aber im Endeffekt sind das so viele Entscheidungen, die da im Bruchteil von Sekunden getroffen werden müssen, dass das immer auch ein bisschen Glückssache ist. Manchmal klappen so Aktionen halt und manchmal, so wie heute, leider nicht. Christoph Piske kann man da überhaupt keinen Vorwurf machen. Er hat vorher drei schöne Treffer erzielt und hatte dann das Selbstvertrauen, sich auch in der Situation den Wurf zu nehmen, den der Nordhorner Keeper halt leider gehalten hat.“
Vier seiner bislang fünf Spiele im März hat der TV Korschenbroich verloren. Positiver Ausrutscher war lediglich der Erfolg in Neuhausen. Vor dem Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen (Sa., 19.30 Uhr) werden im Korschenbroicher Lager Stimmen laut, die eine Rückbesinnung auf das Wesentliche fordern.
Schon nach der bitteren Niederlage beim SV Post Schwerin hatte Rechtsaußen Mathias Deppisch deutliche Worte gefunden: „Es kann nicht sein, dass vor jeder Partie versucht wird unsere psychologische Verfassung zu untersuchen und man alles auf die Situation im Umfeld schiebt“, so der Linkshänder am Mittwochabend. Auch sein Mannschaftskollege Simon Breuer zielt mit seinen Aussagen in die gleiche Richtung: „Wir reden die ganze Zeit nur über das Drumherum und nicht mehr über den Handball. Damit ist es jetzt langsam gut, weil das einfach nichts bringt. Es liegt an jedem Einzelnen, wie er mit der Situation umgeht, aber ich sehe überhaupt keine Hindernisse, die volle Leistung abzurufen.“
Den Aussagen der beiden erfahrenen Akteure will sich der Sportliche Leiter Kai Faltin nur anschließen: „Jeder Beteiligte hatte nun genug Zeit, die Entwicklungen zu verarbeiten. Jetzt muss endlich aber auch wieder jeder seinem Job hier nachgehen und das Tagesgeschäft wieder ins Auge fassen. Wir haben noch elf Bundesligaspiele vor der Brust und in denen wollen wir uns ordentlich präsentieren.“ Damit soll nach seinen Vorstellungen schon am Samstag gegen Nordhorn begonnen werden. Für Trainer Christian Voß gibt gerade der letzte Auftritt vor heimischer Kulisse gegen den ThSV Eisenach genug Anlass, um gegen die HSG Nordhorn-Lingen anders aufzutreten: „Es nervt einfach ohne Ende, zuhause zu verlieren. Gerade vor den eigenen Fans will man sich doch ganz besonders präsentieren. Zudem haben die Jungs aus dem Hinspiel wahrscheinlich auch noch eine Rechnung offen.“
Die Partie im Oktober des letzten Jahres endete zwar „nur“ mit 37:30 für die HSG, zur Pause stand es aber bereits 22:11 für die Gastgeber, weil der TVK sich vor allem im zweiten Abschnitt der ersten Halbzeit völlig indisponiert präsentiert hatte. Damit die Revanche gelingt, müssten aber laut Voß „die Chancen wesentlich besser genutzt werden, als noch zuletzt“. Auch sein Kapitän Simon Breuer erinnert sich noch gut an das Hinspiel: „Damals haben wir das Spiel schon früh verloren, das darf uns natürlich kein zweites Mal passieren. Grundsätzlich verfügt Nordhorn über ein sehr variables Angriffsspiel mit zwei extrem schnellen Außen. Anders, als das vielleicht vor der Saison zu erwarten war, haben sie im Verlauf der Spielzeit schwankende Leistungen abgerufen. Natürlich kommt uns die HSG von ihrer Spielweise und den Spielertypen eher entgegen, als die körperlich extrem starken Teams, mit denen wir uns in letzter Zeit sehr schwer getan haben. Gleichzeitig hat man aber auch in der Hinrunde gesehen, dass uns das nicht vor einer deutlichen Niederlage schützt.“
Auf Seiten des TVK darf man sich berechtigte Hoffnungen auf ein Comeback von Dennis Marquardt machen. Zuletzt kam der Korschenbroicher Abwehrchef in der Partie gegen Minden zum Einsatz, schied aber mit seiner hartnäckigen Oberschenkelverletzung aus. In den vergangenen drei Spielen wurde Marquardt schmerzlich vermisst. Gegen Nordhorn will er unter Vorbehalt eines erfolgreichen Belastungstests wieder mitwirken.
Relativ deutlich musste sich der TV Korschenbroich am Mittwochabend beim SV Post Schwerin geschlagen geben. Vor 1.130 Zuschauern in der Schweriner Sport- und Kongreßhalle hieß es am Ende 34:25 (20:13) für die Gastgeber.
Nur den Beginn der Partie konnten die Schützlinge von Trainer Christian Voß ausgeglichen gestalten. 6:5 stand es nach zehn gespielten Minuten für die Gastgeber, ehe die dann mit einem kleinen Zwischenspurt auf 10:5 (13.) davon zogen. Vor allem Linksaußen Martin Murawski und der Halblinke Sven Thormann trugen sich zu Beginn des Spiels häufig in die Torschützenliste ein. Während die Korschenbroicher Thormann relativ schnell in den Griff bekamen, war Murawski auch mit zunehmender Spieldauer stets torgefährlich. Zudem schoß sich auch der griechische Halbrechte Chantziaras ein und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der Schweriner Vorsprung immer weiter anwuchs. Über 14:7 (18.), und 18:10 (23.) mussten die Korschenbroicher ihre Gastgeber bis zur Pause auf 20:13 davon eilen lassen.
Dabei war es vor allem die überragende Deckungsarbeit des Heimteams, die den TVK immer wieder vor unlösbare Aufgaben stellte und dazu führte, dass die Schweriner über den Gegenstoß zu einfachen Toren kamen. Gleichzeitig fehlte es der TVK-Defensive, in der zunächst Marcel Görden und Mathias Fuchs im Innenblock agierten, ehe Trainer Voß auf eine 4:2-Variante umstellte, nicht zuletzt an einigen Zentimetern und Kilos, um den großgewachsenen und durch die Bank kräftigeren Schweriner, etwas entgegensetzen zu können.
Für den zweiten Durchgang hatten sich die Korschenbroicher jedoch vorgenommen, sich noch einmal entschieden zur Wehr zu setzen. Christian Voß stellte erneut seine Abwehr um, agierte mit Mathias Fuchs als vorgezogenem Spieler in einer 5:1-Formation und erzielte damit auch den erwünschten Effekt. Das Schweriner Angriffsspiel wurde empfindlich gestört. In den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit gelangen den Gastgebern lediglich zwei Treffer, der TVK war seinerseits sechsfach erfolgreich und verkürzte somit auf 22:18 (41.).
Näher als auf diese vier Treffer Unterschied kam der TVK aber nicht mehr heran. Und als in der Schlussphase auf Korschenbroicher Seite allmählich die Kräfte schwanden, mussten Simon Breuer & Co ihren Gegner wieder etwas davonziehen lassen. Letztlich trennten sich beide Mannschaften mit einem deutlichen 34:25, weil der SV Post Schwerin bis zur letzten Spielminute konsequent seine Chancen suchte und auch nutzte und der TVK dem am Ende nur noch wenig entgegenzusetzen hatte.
Bis zum nächsten Einsatz in der 2. Bundesliga bleiben dem TV Korschenbroich nur zwei Tage zum Verschnaufen. Schon am Samstag gastiert um 19.30 Uhr die HSG Nordhorn-Lingen in der Waldsporthalle.
„Heute hat man von Anfang an gemerkt, dass die Mannschaft momentan psychisch ziemlich am Boden ist. Wir waren überhaupt nicht präsent, haben im Angriff schlecht agiert und sind dafür immer wieder mit Gegenstößen betraft worden. Konsequent war dann, dass wir mit 13:20 in die Halbzeitpause gehen mussten, die Messe war da schon quasi gelesen.
In der zweiten Halbzeit kommen wir zwar nochmal zurück ins Spiel, können bis auf vier Tore verkürzen – für mehr reicht es aber nicht. Die Mannschaft ist einfach hochgradig verunsichert. Wir müssen jetzt gucken, wie wir als Team mit der Situation umgehen. Schon nach dem freiwilligen Rückzug haben wir uns zusammengesetzt und die Situation besprochen, uns damals dazu entschieden, die Saison voll durchzuziehen. Das müssen wir jetzt wieder tun und uns über die neuerliche Entwicklung unterhalten. Ich persönlich will nicht so weitermachen, wie das heute gelaufen ist, unabhängig von allem, was derzeit im Umfeld läuft.
Wenn man zu einem Auswärtsspiel in der 2. Bundesliga fährt, dann muss man einfach voll fokussiert sein. Bei allem Verständnis für meine Spieler bin ich mir sicher, dass sie sich am Ende am meisten darüber ärgern, nicht 100% gegen zu haben. Wir müssen sehen, dass wir aus unserem Loch rauskommen.“
Mathias Deppisch
„Schwerin spielt eine unglaublich gute 6:0-Abwehr. Da war es für uns heute extrem schwer durchzukommen. Wir mussten uns jedes einzelne Tor sehr hart erarbeiten, weil uns einfach die Durchschlagskraft aus dem Rückraum fehlt. Das hängt auch von ganz einfachen körperlichen Gegebenheiten ab. Ohne zu übertreiben, war unser heutiger Gegner im Schnitt zehn bis fünfzehn Zentimeter größer. Schwerin hat außerdem im Angriff sehr gut auf jede unserer Umstellungen reagiert. Da finde ich, muss man dem Gegner bzw. dessen Trainer auch mal ein Lob aussprechen. Christian Prokop hat seine Mannschaft hervorragend ein- und aufgestellt.
Unabhängig davon würde ich mir einfach mal wünschen, dass unsere derzeitige Situation auch mal einer handballerischen Analyse unterzogen wird. Es kann nicht sein, dass vor jeder Partie versucht wird unsere psychologische Verfassung zu untersuchen und man alles auf die Situation im Umfeld schiebt. Es gibt konkrete handballerische Gründe dafür, dass wir in letzter Zeit nur so wenige Spiele gewinnen. So haben wir zum Beispiel regelmäßig Probleme gegen körperlich große Mannschaften. Das war schon gegen Minden, Essen und Eisenah so und ist auch heute wieder eingetreten. Alle Beteiligten sollten sich mal die Mühe machen, eine detaillierte sportliche Analyse unserer Spiele anzufertigen. Man sollte unsere Situation realistisch einschätzen und sich wieder mehr auf den Sport konzentrieren. Ich persönlich kann die permanenten Kommentare zum Drumherum nicht mehr hören und finde, dass es nicht sein kann, dass es nur noch darum geht. Jeder von uns hat einen Vertrag bis zum 30.6. unterschrieben und den gilt es auch mit 100% zu erfüllen.“
Simon Breuer
„Wir sind ganz gut ins Spiel reingekommen, haben zumindest die ersten zehn Minuten ausgeglichen gestalten können. Dann legt Schwerin jedoch eine kleine Serie hin und erspielt sich einen Vorsprung, dem wir im Prinzip die ganze Zeit hinterherlaufen müssen. Vorne fehlte uns die nötige Durchschlagskraft, hinten die nötige Masse, um richtig dagegen halten zu können. Das hängt natürlich auch mit unseren verletzungsbedingten Ausfällen zu tun. Die kann man vielleicht mal für ein Spiel kompensieren, aber das klappt mit Sicherheit nicht jede Woche. Positiv ist, dass wir uns in der zweiten Halbzeit noch einmal rankämpfen konnten und nicht aufgegeben haben. Leider mussten wir den Abstand dann wieder anwachsen lassen.
Björn Marquardt hat ein gutes Spiel gemacht. Durch die aktuelle Situation kommt er zu vielen Spielanteilen, was ihm sicherlich gut tut. Heute konnte er zudem auch gut treffen.“
Entgegen aller Widrigkeiten will Trainer Christian Voß am kommenden Mittwoch beim Gastspiel des TVK in Schwerin mit seiner Truppe „am liebsten gewinnen“, für seinen Torhüter Oliver Mayer sind sowohl die aktuelle Situation in Korschenbroich als auch die Auswärtsaufgabe beim SV Post Schwerin (19.00 Uhr, Sport- und Kongreßhalle) Begegnungen mit der eigenen Vergangenheit.
Wenn Christian Voß über die (schwankenden) Leistungen der von ihm trainierten Truppe spricht, dann betont er immer wieder, dass er keinem einzigen seiner Spieler einen Vorwurf machen möchte. „Natürlich ist die Mannschaft angesichts der aktuellen Lage hier in Korschenbroich verunsichert“, so Voß. Mit der aktuellen Lage meint er vor allem zwei Dinge: Erstens die Tatsache, dass der TVK nach dem erklärten freiwilligen Rückzug in die 3. Liga unabhängig von allen Ergebnissen bereits als Absteiger feststeht und zweitens den Umstand, dass aufgrund des noch nicht exakt fixierten finanziellen Rahmens für die kommende Spielzeit bislang kein Spieler einen Vertrag über das Saisonende hinaus besitzt. „Da fällt es ohne jede Frage schwer, in jedem Spiel 100% abzurufen und voll konzentriert zu bleiben“, nimmt er seine Spieler in Schutz, ergänzt aber gleich darauf: „Wenn die Jungs das hier lesen, dann wird mir wahrscheinlich jeder einzelne entschieden widersprechen. Aber ich bin mir sicher, dass die meisten neben dem Handball derzeit viele andere Dinge im Hinterkopf haben – auch, wenn ihnen das womöglich gar nicht so sehr bewusst ist. Man kann sich aber nicht immer völlig frei vom Drumherum machen.“
Dementsprechend schwierig sei es, sich Woche für Woche neu auf einen Gegner zu fokussieren. Vor anderthalb Wochen in Neuhausen gelang dies dem Team in beeindruckender Art und Weise, am Wochenende im Heimspiel gegen den ThSV Eisenach sah das zum Leidwesen von Voß und seinen Schützlingen etwas anders aus – und wie sich die Situation am Mittwoch in Schwerin darstellen wird, dazu vermag wohl niemand deine Prognose abzugeben. „Wenn man sportlich einfach kein richtiges Ziel mehr hat, fällt es schwerer, immer alles aus sich sich rauszuholen. Das ist keine Ausrede, sondern einfach Fakt“, findet Voß ehrliche Worte, „aber wir möchte in Schwerin natürlich am liebsten gewinnen.“
Für TVK-Keeper Oliver Mayer bedeutet die Reise nach Schwerin eine Rückkehr in die eigene Vergangenheit. Zum Einen, weil der 1,98-Schrank in der Saison 2003/2004 selber das Post-Tor hütete und zum Anderen, weil der gebürtige Neubrandenburger in seine Heimat Mecklenburg-Vorpommern zurückkehrt. Zwar trennen Mayers Geburtsort und die Landeshauptstadt des nordöstlichsten Bundeslandes rund 200 Kilometer, auf reichlich bekannte Gesichter dürfte er am Mittwoch aber dennoch treffen: „Ich kenne fast die gesamte Mannschaft sehr gut. Sei es aus der gemeinsamen Zeit beim SV Post oder durch die späteren Aufeinandertreffen mit Rostock und Hannover.“ Entsprechend viel weiß er über den nächsten TVK-Gegner zu berichten: „Schwerin verfügt über eine extrem gut eingespielte Mannschaft, deren Kern schon seit langer Zeit beisammen ist. Sie pflegen einen sehr körperbetonten Handball, was wir auch im Hinspiel zu spüren bekommen haben. Beim 33:28 haben wir aber auch gezeigt, dass wir gegen diesen Gegner bestehen können.“
Unabhängig von allen Vorzeichen freue er sich auf ein „intensives, heißes Spiel in dem es uns hoffentlich erneut gelingt, den Kampf anzunehmen. Wenn wir lange genug mithalten und das Spiel ausgeglichen gestalten können, dann gelingt uns vielleicht erneut eine Auswärtsüberraschung.“ Doch auch in anderer Hinsicht fühlt sich Oliver Mayer im Moment in alte Zeiten zurück versetzt. Vor seinem Wechsel zum TVK im Jahr 2010 stand er beim HSV Hannover unter Vertrag. „Dort musste ich exakt das mitmachen, was nun leider auch beim TVK passiert. Weil uns in Hannover ebenfalls Sponsoren verlassen haben, hat sich der Verein frühzeitig dazu entschieden auf den Lizenzantrag für die 2. Liga zu verzichten.“ So schmerzhaft das Déjà-vu für Mayer ist, er findet dennoch Erfahrungen, die ihn ein Stück weit positiv stimmen: „Wir haben uns in Hannover damals nach der Bekanntgabe des freiwilligen Rückzugs als Mannschaft extrem geschlossen präsentiert, befreit aufgespielt und für einige tolle Ergebnisse gesorgt. Am Ende haben wir die Saison als 12. abgeschlossen und waren vom sportlichen Abstieg weit entfernt.“ Dieses Ziel verfolgt er nun auch mit dem TVK. Ob die Korschenbroicher für dieses Unterfangen wieder auf die Dienste von Dennis Marquardt zurückgreifen können, wird sich erst nach einem erneuten Belastungstest im Abschlusstraining zeigen.
In einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel musste sich der TV Korschenbroich am Samstagabend dem ThSV Eisenach mit 25:31 (13:16) geschlagen geben. Die Partie wurde vor 532 Zuschauern in der Korschenbroicher Waldsporthalle erst in der Schlussphase entschieden. Simon Breuer war mit sieben Treffern bester Korschenbroicher Schütze, Trautvetter und Lilienfelds trafen jeweils achtfach für Eisenach.
Wie schon beim Gastspiel in Neuhausen musste der TVK auch in der Partie gegen Eisenach auf Dennis Marquardt verzichten. Trainer Christian Voß reagierte mit der Hereinnahme von Mathias Fuchs auf den Ausfall. Im Angriff rückte Simon Breuer auf die halblinke Position, Fuchs bekleidete die Rückraummitte. Die 532 Zuschauer in der Waldsporthalle hielten bereits nach 80 Sekunden erstmals den Atem an. Eisenachs Philipp Lindner kam nach einem Angriffsversuch unglücklich auf, verdrehte sich das Knie und ging mit einem lauten Schmerzensschrei zu Boden. Nach eingehender Behandlung auf dem Feld wurde der 21-Jährige in die Kabine geführt. Auch an dieser Stelle noch einmal die besten Genesungswünsche!
Von der frühen Verletzung ihres Mannschaftskameraden zeigten sich die Thüringer jedoch unbeeindruckt. Auf jeden erfolgreich abgeschlossenen Angriff des TVK folgte postwendend eine Antwort. 25 Minuten lang entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich keines der beiden Teams einen Vorteil erspielen konnte. Während auf TVK-Seite die Last des Torewerfens weitestgehend auf alle Schultern verteilt wurde, waren für Eisenach vor allem Kreisläufer Benjamin Trautvetter (6/1) und Linksaußen Alexander Schiffner (5) erfolgreich – und das jeweils sogar ohne Fehlversuch.
In den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit musste der TVK den ThSV dann aber leicht davonziehen lassen. Von 12:12 (25.) zogen die Gäste auf 13:16 davon, unter anderem weil Gorobtschuk im Eisenacher Tor genau in dieser Phase seine beiden einzigen Paraden zeigen konnte.
Für den zweiten Durchgang hatte TVK-Coach Christian Voß dann angeordnet, insbesondere das Eisenacher Kreisspiel zu unterbinden, was auch auf Anhieb gelang. Schnell verkürzten Breuer & Co den Spielstand auf 16:17 (34.) und waren auch in der Folge immer wieder nah am Ausgleich – fallen sollte dieser jedoch in der gesamten zweiten Halbzeit nicht. Die Gründe dafür waren vielfältiger Natur. Zwar konnten Trautvetter und Schiffner erfolgreich daran gehindert werden, ihre Quote aus Halbzeit eins zu wiederholen, den sich dadurch bietenden Platz im Rückraum nutzte aber der Halbrechte Girts Lilienfelds fast nach Belieben aus. Auf der anderen Seite fehlte es dem Korschenbroicher Angriffsspiel an der nötigen Konsequenz. Selbst eine doppelte Überzahlsituation (39./40.) nach Zeitstrafen gegen Koloper und Heinemann ging mit 2:1 an Eisenach, auch in der Folge war das Überzahlspiel des TVK alles andere als effektiv. Immer wieder war Toptorjäger Simon Breuer auf sich alleine gestellt und musste sein Glück in Einzelaktionen suchen, die er zwar bei seinen Saisontoren 173 bis 176 vier Mal erfolgreich abschließen konnte, bei ebenso vielen Gelegenheiten aber auch an Eisenachs gutem Keeper Musil scheiterte oder schon vorher von der soliden ThSV-Defensive gestoppt werden konnte.
Letztmals auf ein Tor verkürzen konnte Korschenbroichs Christoph Piske zum 23:24 (51.). Kurz darauf setzte sich Eisenach erstmals auf vier Treffer ab (23:27, 54.). Christian Voß zog noch einmal sein Timeout, der TVK warf noch einmal alles nach vorne – belohnt wurde dieses letzte Aufbäumen aber nicht mehr. Souverän spielten die Gäste aus der Wartburgstadt ihren Stiefel herunter, nutzten die jetzt sehr offene TVK-Deckung aus und kamen so schließlich zu einem – wenn auch in der Höhe zu deutlichen – verdienten 31:25 Sieg gegen einen TVK, dem am Ende einmal mehr die personellen Alternativen fehlten, um für die so wichtige Entlastung in der Schlussphase zu sorgen.
Für den TV Korschenbroich steht in der 2. Bundesliga jetzte eine „Englische Woche“ an. Schon am Mittwoch geht es beim Gastspiel in Schwerin erneut um Meisterschaftspunkte. Anwurf der Begegnung in der Sport- und Kongreßhalle ist um 19.00 Uhr. Am kommenden Samstag tritt der TVK dann wieder in eigener Halle an. Um 19.30 Uhr heißt der Gegner HSG Nordhorn-Lingen.
„In der ersten Halbzeit haben wir Eisenachs Offensive eigentlich ganz gut im Griff gehabt. Wir hatten einen relativ klaren Plan. Zunehmend wurde dann aber Benjamin Trautvetter fregespielt, was uns große Mühe bereitet hat. In der Halbzeit haben wir gesagt, dass wir defensiver agieren wollten, um zu schauen, was aus dem Rückraum kommt. Da kam dann Girts Lilienfelds und hat uns ganz schöne Probleme bereitet, was wir nicht mehr in den Griff bekommen haben.
Insgesamt ist es heute das erste mal, seitdem ich hier Trainer bin so, dass mir die Worte fehlen. Ich bin mit so einer Niederlage hier zuhause natürlich nicht zufrieden. Ich bin aber auch nicht zufrieden mit meiner eigenen Leistung. Das ist manchmal so im Sport. Wir haben heute verloren, was ich persönlich sehr traurig finde, aber ich kann es jetzt nicht mehr ändern – das Spiel ist gespielt.
Die Jungs haben sich aber nicht aufgegeben. Die Niederlage ist am Ende zu hoch ausgefallen, was dann vielleicht ein bisschen an Pech und Glück liegt und an der konsequenten Chancenauswertung von Eisenach. Ob wir das Spiel hier mit drei oder sechs verlieren ist nicht die entscheidende Frage – die ist, warum wir uns heute nicht so entscheidend durchsetzen konnten, warum wir im Gegenstoß nicht so stark waren, wie wir es schonmal waren, aber wenn man auf der anderen Seite schon von Verletzungssorgen spricht, dann muss ich das natürlich auch machen. Für uns ist es immer eine Gretchenfrage – wie viel Tempo wollen wir machen, wie viel Tempo kann die Mannschaft durchhalten. Wir haben in der zweiten Halbzeit das Tempo angezogen, dann wurde es auch deutlich besser, aber mangels Alternativen haben wir dann irgendwann kaum mehr was zum Wechseln auf der Bank. Das ist einfach die Realität und hat sich in der Klarheit des Ergebnisses auch ausgewirkt.“
Kai Faltin
„Hut ab vor der Leistung und vor allem der Einstellung der Mannschaft. Auch, wenn es heute gegen Eisenach nicht zu einem Punktgewinn gereicht hat, so bin ich doch mit der Art und Weise, wie unser Team sich in dieser sehr schwierigen Phase präsentiert, sehr zufrieden.
Abseits des Feldes arbeiten wir derzeit intensiv an der Finanzierung unseres Etats für die kommende Drittligasaison. Richtig ist, dass wir zum derzeitigen Zeitpunkt weder einen Trainer, noch Spieler unter Vertrag haben. Allen Beteiligten – und somit auch den Jungs aus unserem aktuellen Kader, von denen wir sicherlich so viele wie möglich beim TVK halten wollen – ist klar, dass der Rückzug in die 3. Liga auch mit weiteren finanziellen Einschnitten verbunden ist.
Uns werden einige Sponsoringpartner verlassen, was uns z. T. schon zu Beginn dieser Spielzeit bekannt war. Größte Schwierigkeit ist im Moment die Tatsache, dass es eine Summe im sechsstelligen Bereich gibt, über deren Bereitstellung wir keine oder nur vage Aussagen unserer Sponsoren haben. Mir fehlt in dieser Sache einfach eine konkrete Zusage, die entsprechend vertraglich fixiert werden kann und uns damit Planungssicherheit gibt. Erst dann können wir in ganz konkret Vertragsverhandlungen mit einem Trainer und Spielern gehen und müssen es nicht mehr wie bislang bei losen Vorgesprächen belassen. Diese Aus- bzw. Zusagen brauchen wir schnellstmöglich, denn die derzeitige Situation ist für alle Beteiligten äußerst unbefriedigend und auf Dauer nicht haltbar. Besonders vor dem Hintergrund, dass wir unmittelbar nach Bekanntgabe des freiwilligen Rückzugs in die 3. Liga alle Partner ausführlich informiert und um eine zeitnahe Aussage zur Fortführung ihres Engagements gebeten haben.“
Mathias Fuchs
„Wir sind relativ gut ins Spiel reingekommen, die Abwehr stand ganz gut nur vorne haben wir uns ein paar Fehlwürfe geleistet. Auch, wenn wir nicht ganz an die Leistung aus dem Spiel in Neuhausen anknüpfen konnten, so war das Spiel doch fast die gesamte erste Hälfte über sehr knapp, obwohl wir nicht unbedingt sinnvoll Tempo gemacht haben. Mit unserem dezimierten Kader hätten wir entweder richtig Tempo machen oder das eben komplett raus nehmen müssen, was wir nicht geschafft haben. In der zweiten Halbzeit waren wir zwar die gesamte Zeit über dran, Knackpunkt waren aber sicherlich die Überzahlsituationen, die wir sogar verloren haben, anstatt das Spiel noch einmal zu drehen. Dass die Niederlage dann am Ende so deutlich wird liegt daran, dass wir offen geworden sind, alles versucht haben, aber das ist nicht weiter schlimm.“
Pasqual Tovornik
„Ich finde nicht, dass Eisenach heute sechs Tore besser war, als der TVK. Von Anfang an war das Spiel sehr ausgeglichen. Zur Pause hin konnte Eisenach sich leider drei mit drei Toren absetzen, was damit begründet war, dass sie in den entscheidenden Phasen etwas sicherer im Abschluss waren und ihre Chancen effektiver genutzt haben. Trotzdem hatten wir uns für die zweite Halbzeit vorgenommen, noch einmal richtig aufs Tempo zu drücken. Das hat zunächst auch richtig gut geklappt. Wir sind rangekommen, haben in doppelter Überzahl die Chance, das Spiel zu drehen und verlieren diese fast zweiminütige Überzahlsituation sogar noch mit 1:2. Dadurch nimmt die Partie ihren Lauf. Die sechs Tore Differenz kommen am Ende dadurch zustande, dass wir noch einmal alles versuchen, hier unbedingt noch was mitnehmen wollten. Musil hält in dieser Phase dann noch ein paar Freie, Eisenach konnte Gegenstöße laufen und gewinnt hier deutlicher, als das Spiel eigentlich war. Die Mannschaft ist sehr enttäuscht. Es ist schade, dass wir den Trend aus Neuhausen nicht fortsetzen konnten.“
Mit reichlich Vorschusslorbeeren wird der ThSV Eisenach vor der Partie am kommenden Samstag (19.30 Uhr) in der Korschenbroicher Waldsporthalle von TVK-Seite aus bedacht. „Deutlich besser als die Tabellensituation das wiedergibt“, sei das Leistungsvermögen der Gäste, urteilt TVK-Coach Christian Voß. Und auch Dennis Marquardt erwartet einen „individuell hervorragend besetzten“ Gegner.
Gleichwohl hat der TV Korschenbroich im Hinspiel im vergangenen Oktober gezeigt, dass er gegen die Wartburgstädter durchaus in der Lage ist mitzuhalten – und das, obwohl damals gerade einmal sechs Feldspieler und zwei Torhüter den Weg nach Thüringen angetreten hatten. Auch vor dem neuerlichen Aufeinandertreffen sind die Korschenbroicher von Personalsorgen geplagt. Neben den schon länger verletzten Florian Korte, Robin Doetsch und Sebastian Bartmann droht mit Markus Breuer ein weiterer Spieler auszufallen. Breuer musste unter der Woche krank das Bett hüten, sein Einsatz am Samstag ist stark gefährdet. Dennis Marquardt, der mit einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung zu kämpfen hat, kämpft derweil um sein Comeback – ihm läuft jedoch die Zeit davon: „Ich werde intensiv in der Praxis Mechelinck behandelt. Wir versuchen alles, damit ich am Samstag auflaufen kann. In den letzten Tagen konnte ich allerdings überhaupt nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Eine Prognose für Samstag möchte ich daher nicht abgeben.“
Den kommenden Gegner schätzt er als „vom Spielerpotential her individuell deutlich besser besetzt, als wir“ ein, woraus er den logischen Schluss ableitet, „dass wir als Team funktionieren müssen. Wir haben nur eine Chance, wenn wir über das kämpferische Element und den Einsatz kommen.“ Sein Trainer sieht die Dinge ähnlich: „Eisenach ist eine sehr starke Mannschaft. Deutlich besser, als es die Tabellensituation wiedergibt. Sie hatten auch Probleme mit mehreren Ausfällen und mussten ein kleines Tief durchschreiten, aus dem sie sich aber nicht zuletzt mit dem Sieg gegen Nordhorn am Mittwoch wieder heraus gekämpft haben.“
Als Knackpunkt hat Voß die Eisenacher Defensive ausgemacht: „Wenn sie in der Deckung konsequent arbeiten, dann wird das für uns ein richtig schwerer Brocken. Andererseits hatte der ThSV auch immer wieder Schwankungen in seinen Leistungen, gerade auswärts konnten sie nicht immer ihr volles Potential abrufen. Ich hoffe, dass meine Mannschaft genau da weitermachen kann, wo sie gegen Neuhausen am vergangenen Wochenenden aufgehört hat. Wir wollen mit Begeisterung spielen, um die Saison ordentlich zu Ende bringen zu können.“ Seiner Meinung nach „hat es das Team einfach verdient, da unten raus zu kommen.“ Und damit das gelingt, sollen am Samstag die Punkte 17 & 18 eingefahren werden. „Gerade in eigener Halle wollen wir natürlich als Sieger vom Platz gehen. Ich bin sehr optimistisch und freue mich auf das Spiel“, so Voß.
Florian Korte im Interview: "Die Mannschaft geht ihren Weg!"
In dieser Saison hat das Verletzungspech beim TVK mächtig zugeschlagen. Etliche Spieler fielen zum Teil wochen- und monatelang aus. Florian Korte zog sich im Januar einen Kreuzbandriss zu und wird diese Saison nicht mehr zum Einsatz kommen. Die TVK-Presseabteilung sprach mit dem Rückraumshooter.
Florian, wie ist dein Gesundheitszustand?
„Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Nach anfänglich sehr schmerzhaften Tagen bin ich mittlerweile schmerzfrei und in der Lage mein Rehaprogramm durchzuziehen.“
Wie sieht Dein Tagesablauf aus?
„Im Prinzip investiere ich für den Sport mehr Zeit als vor der Verletzung. Der Tag in der Reha beginnt meist am Vormittag. Mit Behandlung, Physiotherapie und Krafttraining verbringe ich täglich rund fünf Stunden in einer Reha-Einrichtung in Köln. Auf die gleiche Art und Weise ist dort auch mein Mitspieler Mathias Deppisch fit gemacht worden.“
Wie haben sich Deine Mitspieler in den letzten Wochen mit dem verbliebenen Rumpfkader aus Deiner Sicht geschlagen?
„Den verbliebenen Jungs kann ich nur gratulieren! Am Wochenende dachte ich, der Liveticker sei nicht in Ordnung… Der Sieg in Neuhausen spricht wirklich für sich! Unabhängig vom Verletzungspech finde ich den Umgang mit der wirtschaftlichen Situation bemerkenswert. Die Mannschaft geht ihren Weg, das ist wirklich klasse!“
Wie sieht es mit Deiner persönlichen Zukunft aus?
„Für mich ist es derzeit wichtig gesund zu werden und mein Knie wieder wettkampftauglich herzurichten. Natürlich ist mein Ziel, im Sommer wieder Handball zu spielen. Bei welchem Verein, kann ich noch nicht sagen. Ich bin gespannt, welche Entwicklung sich in Korschenbroich abzeichnen wird und wie die genauen Voraussetzungen in der kommenden Saison sein werden.“
HANDBALLWOCHE befasst sich mit Situation im Rheinland
Die HANDBALLWOCHE, Europas größte Handball-Zeitschrift, hat die jüngsten Ereignisse im Rheinland zum Thema der Woche gemacht.
Es wird deutlich, dass der TVK im Gegensatz zu den Clubs aus Dormagen und Düsseldorf als einziger seinen Namen behält und die 2. Liga mittelfristig wieder anstrebt. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann bezieht in einem Interview klare Stellung und fordert dazu auf, den Fall des TVK von den anderen Vereinen abzugrenzen: "Der TVK hat einen völlig legitimen, korrekten und verantwortungsvollen Weg bestritten." An den Verantwortlichen der anderen Bundesligisten aus der Region lässt Bohmann kein gutes Haar. Der DHC habe in Bezug auf Spieler, Angehörige und Mitarbeiter unverantwortlich agiert. Die Lage in Düsseldorf sei "verfahren" und Produkt von jahrelangem defizitärem Wirtschaften.
Entscheidung gefallen: Voß kehrt in die Heimat zurück
Christian Voß und der TV Korschenbroich gehen getrennte Wege. Diese Entscheidung hat der 41 Jahre alte Cheftrainer des TVK nach intensiven Gesprächen mit den Korschenbroicher Verantwortlichen gefällt. Ausschlaggebend für seinen Entschluss waren letztlich persönliche Gründe.
„Sehr traurig“ sei er, so Geschäftsführer Dr. Peter Irmen zu der Entscheidung: „Ich glaube jeder hier hat gemerkt, dass wir mit Christian Voß hervorragend ausgekommen sind. Mit seiner sehr offenen und sympathischen Art hat er die Herzen der Menschen hier am Niederrhein im Sturm erobert. Auch fachlich ist er über jeden Zweifel erhaben, was nicht zuletzt unsere sportlichen Ergebnisse, sondern vor allem auch die Rückmeldungen aus der Mannschaft gezeigt haben.“ Aus diesen Gründen hätte man die Zusammenarbeit mit dem Nordlicht von TVK-Seite aus liebend gerne fortgeführt. Doch genau die Tatsache, dass Voß in Norddeutschland aufgewachsen ist und dort seinen Lebensmittelpunkt sieht, hat sich nun als Hindernis für eine Fortführung der sehr erfolgreichen Zusammenarbeit herausgestellt.
„Ich habe einfach festgestellt, dass meine Heimat der hohe Norden ist. Dort habe ich meine Wurzeln, dort fühle ich mich Zuhause und dort habe ich meinen Lebensmittelpunkt“, erläutert Voß die Gedanken, die er sich während der Entscheidungsfindung gemacht hat: „Ich fühle mich in Korschenbroich sehr wohl und bin unendlich dankbar für die warme Aufnahme durch die Mannschaft, das Umfeld und nicht zuletzt Peter Irmen und Kai Faltin. Ich habe sehr viele Menschen kennen gelernt, die ich in mein Herz geschlossen habe und die mir das Gefühl von einem „Zuhause“ gegeben haben. Deswegen ist mir die Entscheidung auch unendlich schwer gefallen.“ Weiterhin möchte der Arzt verdeutlichen, „dass für meine Entscheidung ausschließlich persönliche Gründe den Ausschlag gegeben haben. Mir war von Anfang an klar, dass auch ein Abstieg in die 3. Liga absolut im Bereich des Möglichen lag.“
Selbst der Entschluss zum freiwilligen Rückzug mit allen damit verbundenen Konsequenzen habe ihn in seiner Entscheidung nicht beeinflusst: „Ich möchte klarstellen, dass für mich meine Zeit in Korschenbroich vollkommen rund ist. Ich hege niemanden gegenüber Zorn, ganz im Gegenteil, ich empfinde tiefe Dankbarkeit gegenüber den Verantwortlichen für die Chance in der zweiten Handball-Bundesliga als Trainer tätig sein zu dürfen und für die Chance mit einer tollen Mannschaft eine solch herausfordernde Aufgabe angehen zu können. Meine Emotionen, gerade auch beim Auswärtsspiel in Bad Schwartau, sind für mich unvergesslich und werden mich von heute an jeden Tag begleiten. Und auch nach Bekanntgabe des freiwilligen Rückzugs sind wir unbeirrt unseren gemeinsamen Weg weitergegangen. Gerade die Art und Weise unseres letzten Sieges in Neuhausen verdeutlicht diese positive Zusammenarbeit.“
Weder Voß, noch Irmen oder der Sportliche Leiter Kai Faltin hegen Zweifel daran, dass Trainer und Mannschaft die Saison allen schwierigen äußeren Bedingungen zum Trotz sauber zu Ende führen werden. „Unabhängig von der verhältnismäßig kurzen Zeit der gemeinsamen Zusammenarbeit besteht von meiner Seite aus eine große emotionale Bindung zur Mannschaft“, so Voß. „Ich bin stolz darauf, was das Team bislang geleistet hat und hätte liebend gerne mit jedem Einzelnen auch über die Saison hinaus weitergearbeitet. Dass das jetzt leider nicht der Fall ist, ändert nichts daran, dass ich hier beim TVK eine sehr schöne und überaus intensive Zeit hatte, mit vielen tollen Erlebnissen, die ich mit Sicherheit niemals vergessen werde. Es war mir eine große Ehre, mit den Jungs zusammenzuarbeiten und es war mir eine große Ehre beim TVK als Trainer arbeiten zu können.“
Dass zu diesen Erlebnissen vielleicht sogar eines Tages noch weitere hinzukommen werden, möchten weder Voß noch Irmen ausdrücklich ausschließen: „Christian weiß, dass das schöne Sprichwort 'Man sieht sich immer zwei Mal im Leben' auf ihn in besonderem Maße zutrifft. Wir werden auch in Zukunft den Kontakt halten. Die Tür hier beim TVK steht für ihn jederzeit offen“, macht Peter Irmen keinen Hehl aus der großen Wertschätzung für den am Saisonende scheidenden Korschenbroicher Übungsleiter. Und auch der schließt eine Rückkehr nicht aus: „Ich sage ganz bewusst, dass für den Moment der Schritt zurück in die Heimat der richtige für mich ist. Wie das in einem Jahr oder zu einem späteren Zeitpunkt aussieht, vermag ich jetzt nicht zu sagen. Vielleicht komme ich irgendwann wieder zurück und frage dann beim TVK an, ob nicht ein Job für mich frei ist – in welcher Konstellation auch immer. Ich habe mich hier zu jeder Zeit sehr wohl gefühlt, alle Menschen, denen ich begegnet bin, waren sehr positiv und herzlich.“
Durch die nun getroffene Entscheidung ist klar, dass es beim TV Korschenbroich in der nächsten Saison nicht nur eine Veränderung der Spielklasse, sondern auch auf der Trainerbank geben wird. Hinter den Kulissen wird nun intensiv an einer Nachfolgelösung gearbeitet. „Dass Christian uns am Saisonende verlässt, finde ich persönlich unheimlich schade“, kommentiert der Sportliche Leiter Kai Faltin und fährt fort: „Wir hätten die Zusammenarbeit von unserer Seite aus sehr gerne fortgeführt. Leider haben bei Christian private Gründe den Ausschlag gegeben. Wir bedauern dies wirklich sehr und wünschen ihm für seine private und handballerische Zukunft alles Gute.“ Völlig überraschend kam die Entscheidung für Faltin aber nicht: „Wir standen in den letzten Tagen und Wochen in intensivem Austausch. Christian hat dabei durchaus eine Tendenz durchblicken lassen. Das war von ihm dem Verein gegenüber sehr offen und fair und hat uns die Möglichkeit gegeben, den Markt zu sondieren. Daher bin ich auch guter Dinge, dass wir zeitnah einen neuen Cheftrainer für die kommende Spielzeit unter Vertrag nehmen werden. Für uns hat die personelle Planung der kommenden Drittligasaison derzeit absolute Priorität. Bei den anstehenden Personalentscheidungen soll natürlich auch der neue Trainer seine Wünsche und Ideen einbringen können.“
Für eine faustdicke Überraschung hat der TV Korschenbroich in der 2. Handball-Bundesliga gesorgt. Durch das 28:25 (15:8) beim TV Neuhausen fuhr der TVK am Samstagabend den ersten Auswärtssieg der Saison ein. Ausschlaggebend war laut Trainer Christian Voß, dass seine Truppe „unfassbar abgezockt“ aufgetreten sei.
Auf den Ausfall von Dennis Marquardt reagierte Voß, indem er Mathias Fuchs an die Seite von Marcel Görden in den Innenblock beorderte. Am taktischen Rahmenkonzept änderte sich dadurch nichts, der TVK agierte auch in Neuhausen mit einer 6:0-Formation. Die Gastgeber spielten ihrerseits ihre bewährte 3-2-1-Formation, auf die der Korschenbroicher Übungsleiter seine Schützlinge aber hervorragend eingestellt hatte.
Der TVK startete richtig gut in die Partie. Maßgeblichen Anteil daran, dass es nach nur sechs gespielten Minuten schon 5:1 für die Korschenbroicher stand, hatte Keeper Sven Bartmann, der vier der fünf ersten Würfe der Neuhäuser Spieler abwehrte. Weil die Gäste vom Niederrhein auch in der Folge nicht von ihrer spielerischen Linie abwichen, sich genauestens an die Vorgaben ihres Trainers hielten und geduldig, aber mit der nötigen Konsequenz immer wieder gute Chancen herausspielten, wuchs der Vorsprung stetig weiter an. In der 19. Minute erzielte Markus Breuer das 11:4 für seine Mannschaft, und auch beim Seitenwechsel lag der TVK noch mit sieben Toren Differenz in Führung (15:8).
Darüber, dass der TVN im zweiten Durchgang noch einmal alles in die Waagschale werfen würde, gab es laut TVK-Coach Christian Voß keine Zweifel. Und der 41-jährige Handballehrer sollte mit seiner Prognose richtig liegen. Angetrieben vom enthusiastischen Neuhäuser Publikum kämpften die Gastgeber verzweifelt darum, das Ruder noch herum zu reißen. Weil gleichzeitig aber auch die TVK-Akteure kühlen Kopf behielten und sich nicht verunsichern ließen, schmolz der Vorsprung nur langsam.
Nach einer Dreiviertelstunde markierte Marcel Schiller per 7m das 17:19 aus Sicht der Gastgeber. TVK-Spiemacher Simon Breuer übernahm Verantwortung und antwortete mit einem Doppelschlag zum 17:21 (48.). Jedoch sollten die Hausherren noch einmal verkürzen können. Nur zwei Minuten später war der Abstand erstmals seit der dritten Spielminute wieder auf ein Tor geschrumpft, nur noch mit 21:20 lagen die Korschenbroicher in Führung. Glücklicherweise fiel der drohende Ausgleich aber nicht. Anders, als in früheren Spielen, ließen sich Breuer & Co durch den drohenden Rückschlag nicht aus dem Gleichgewicht bringen, griffen ihrerseits wieder an und lagen fünf Minuten vor dem Ende fast schon vorentscheidend mit 26:21 wieder in Führung. Als Marcel Görden in der 57. Minute in Überzahl vom Siebenmeterpunkt das 27:23 markierte, wurde auch dem Letzten aus dem Korschenbroicher Tross klar, was an diesem Samstagabend in der Hofbühlhalle geschehen war: Der TV Korschenbroich sicherte sich durch das 28:25 über den haushohen Favoriten den allerersten Auswärtssieg der laufenden Spielzeit und rutscht dadurch mindestens auf den 17. Tabellenplatz. Abhängig vom Ergebnis des HCE Rostock im Heimspiel gegen Bittenfeld am Sonntag könnte der TVK sogar zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit die Abstiegsregion verlassen.
Die nächste Partie in der 2. Handball-Bundesliga steht für den TV Korschenbroich am kommenden Samstag an. Dann ist um 19.30 Uhr der ThSV Eisenach Gast in der Waldsporthalle.
„Der Schlüssel zum Sieg war heute, dass meine Mannschaft unfassbar abgezockt aufgetreten ist. Zudem sind wir mit der 3-2-1-Abwehr von Neuhausen sehr gut klar gekommen und haben die richtig gut ausgespielt. Unser Rückzugsverhalten stimmte und auch die Abwehr stand gut. Marcel Görden und Mathias Fuchs haben das im Innenblock hervorragend gelöst, Sven Bartmann hat heute richtig stark gehalten. In der ersten Halbzeit haben wir verdientermaßen nur acht Gegentreffer kassiert. Im Angriff haben wir sehr ruhig und bedacht, aber dann auch mit der nötigen Konsequenz unsere Möglichkeiten herausgespielt. Natürlich wurde das Spiel in der 2. Halbzeit noch einmal knapp, es war klar, dass Neuhausen sich noch einmal aufbäumen würde. Im Vergleich zu früheren Spielen ist die Mannschaft heute aber auch in der Phase sehr stabil geblieben.
Die Jungs haben sich endlich mal belohnt für eine super Leistung. Das ist unheimlich wichtig für das gesamte Team. Meine Mannschaft hat heute so souverän agiert, das der TV Neuhausen zunächst gar nicht realisiert hat, was da gerade passiert. Neuhausen kam überhaupt nicht richtig in Schwung, wurde nicht heiß und fand auch nicht zu der kämpferischen Einstellung, die sie sonst auszeichnet. Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir uns hier heute präsentiert haben.“
Mathias Deppisch
„Taktisch ist bei uns heute von der ersten Minute an alles super aufgegangen. Wir haben im Angriff sehr geduldig gespielt, hervorragend auf unsere Chancen gewartet und unglaublich clever agiert. Über die gesamte Spieldauer haben wir eine eigentlich unfassbare Disziplin an den Tag gelegt. Jeder hat sich bis ins kleinste Detail an die Vorgaben gehalten. Den Ausfall von Dennis Marquardt haben wir im Innenblock mit Mathias Fuchs kompensiert. Mathias und Marcel Görden haben sehr gut zusammengespielt und das wirklich ganz toll gelöst. Außerdem hatten wir mit Sven Bartmann auch noch einen richtig starken Torhüter dahinter.
Ich freue mich riesig, dass wir endlich unseren ersten Auswärtssieg einfahren konnten. Vor dem Spiel hat mit Sicherheit niemand daran gedacht, dass das heute passieren würde, was das ganze nur noch schöner macht. Wenn man das ein bisschen an Namen festmachen möchte, dann war das, was Sven Bartmann mit seinen Paraden in der ersten Halbzeit für uns war, in der zweiten Halbzeit Simon Breuer, der in den entscheidenden Phasen Verantwortung übernommen und gute Entscheidungen getroffen hat.
Die Stimmung in der Halle war richtig gut. Auch während der Phasen, in denen Neuhausen deutlich zurück lag, wurde hier jeder Treffer frenetisch gefeiert, es war mächtig laut. Die Zuschauer sind extrem abgegangen. So Spiele machen einfach nur Spaß und das war heute schon eine außergewöhnliche Partie.“
Dieses oft und gerne zitierte Sprichwort ist derzeit für den TVK außer Kraft gesetzt. Nach den schweren Aufgaben in Essen und daheim gegen Minden wartet am kommenden Samstag (20 Uhr, Hofbühlhalle) der dritte Gegner aus den Top 4 auf die Korschenbroicher – und das gerade einmal binnen acht Tagen.
TVK-Coach Christian Voß hatte schon vor Wochenfrist als Parole ausgegeben, dass seine Spieler für diese drei Partien „die Zähne zusammenbeißen“ und „nicht in Verzweiflung geraten“ sollten. Danach sieht es derzeit auch nicht aus. Obwohl beide Spiele deutlich verloren gingen, hat sich der TVK weder deklassieren, noch vorführen lassen – ein Punktgewinn war wohlgemerkt ebenso weit entfernt. An diesem Umstand würde Kreisläufer Marcel Görden zusammen mit seinen Mannschaftskameraden gerne etwas ändern: „Unser Ehrgeiz ist riesig groß. Niemand hat Lust, innerhalb von rund einer Woche drei Spiele mit deutlichem Abstand zu verlieren. Natürlich ist uns klar, dass auch die Partie in Neuhausen eine ganz schwere Aufgabe wird, aber wir sind tierisch heiß darauf, die beiden hohen Niederlagen wegzustecken und uns mal wieder von einer anderen Seite zu zeigen.“
Dass die Ambitionen des TV Neuhausen in eine gänzlich andere Richtung gehen, als die auf Korschenbroicher Seite, wird nicht nur bei einem Blick auf die aktuelle Tabellensituation deutlich. Mit dem TVK tritt der aktuell 19. des Klassements beim 4. an. Den 14 Pluspunkten auf Korschenbroicher Seite stehen satte 30 beim TVN gegenüber, was Punktgleichheit mit dem an Position drei – und damit auf dem letzten Aufstiegsrang – liegenden HC Erlangen bedeutet. Die Hoffnungen im Ermstal, bald in der 1. Bundesliga antreten zu dürfen, erhalten folglich reichlich Nahrung. Untermauert werden die Amibitionen in Neuhausen auch durch eine Meldung vom vergangenen Donnerstag: Der ehemalige Juniorennationalspieler Alexander Becker kommt zur neuen Saison aus Friesenheim und verstärkt den TVN. Und das, obwohl diverse Erstligisten um die Dienste des 20-Jährigen gebuhlt hatten. Schon vor der laufenden Saison hatte man sich am Fuß der Schwäbischen Alb dazu entschieden, den Kader qualitativ aufzuwerten und u.a. Thomas Bauer, seines Zeichens Österreichs Nationalkeeper und ehemaliger Korschenbroicher unter Vertrag genommen.
Ob TVK-Coach Christian Voß am Samstag wieder auf die Dienste von Dennis Marquardt zählen kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch fraglich. Marquardt hatte aufgrund einer Oberschenkelzerrung, die er sich beim Auftritt in Essen zugezogen hatte, am Mittwoch die Partie gegen Minden vorzeitig beendet. Ansonsten stehen außer den Langzeitverletzten Korte, Doetsch und Sebastian Bartmann alle Akteure zur Verfügung. Unabhängig von personellen Engpässen hat Marcel Görden für sich und seine Teamkollegen eine klare Aufgabenstellung definiert: „Ich bin immer noch der festen Überzeugung, dass wir auch mit unserem aktuellen Kader in der Lage sind, in dieser Liga gegen jedes Team zu bestehen – nur müssen wir das irgendwann auch mal beweisen und zeigen, dass wir das auch wirklich wollen.“
Dass es für den TV Korschenbroich am Mittwochabend wenig zu holen geben würde, das war allen Beteiligten und auch dem Korschenbroicher Publikum schon vor dem Anpfiff der Begegnung mit Spitzenreiter GWD Minden klar. Doch dass sich der TVK beim 24:34 (8:15) Über mehr als die Hälfte der Spieldauer gegen des Starensemble mit Erstligaambitionen wirklich gut präsentierte , das überraschte dann wohl doch den einen oder anderen Anwesenden in der Korschenbroicher Waldsporthalle.
Das zweite Spiel der insgesamt dreiteiligen Hammerwoche des TVK ist vom Ergebnis her völlig erwartungsgemäß verlaufen. Ein Blick auf den Spielfilm zeigt jedoch, dass sich der haushohe Favorit aus Minden phasenweise richtig schwer tat gegen den Underdog. Zwar lagen die Gäste aus Ostwestfalen nach rund sechs Spielminuten bereits mit 4:1 in Führung, leisteten sich im Anschluss aber eine rund siebenminütige Torflaute, die der TVK nutzte, um auf 3:4 (12.) zu verkürzen. Den erneuten 3 Tore-Rückstand beim 3:6 (18.) revidierten die Gastgeber nach ihrer stärksten Phase mit dem 7:6 (22.) durch Steffen Fischer – die erste und einzige TVK-Führung an diesem Abend.
Bis zu diesem Zeitpunkt war es besonders die Defensive, die das Hand.Ball.Herz.-Team stark machte. Nicht von ungefähr endete die Korschenbroicher Drangphase quasi zeitgleich mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Dennis Marquardt. Der blonde Hüne hatte bis dahin im Innenblock unwahrscheinlich geackert und die Abwehr auch insgesamt zusammengehalten. Zudem agierte er im Angriff als Kreisläufer und sorgte für reichlich Wirbel in der GWD-Hintermannschaft. Die Oberschenkelzerrung, mit der Marquardt in die Partie gegangen war, machte eine weitere Spielteilnahme aber unmöglich.
In den verbliebenen acht Minuten bis zum Seitenwechsel ließ Minden dann kurz aufblitzen, zu was diese Mannschaft im Stande ist. Mit 9:1 entschieden Dalibor Doder & Co diesen kleinen Spielabschnitt für sich, der schwedische Internationale steuerte selbst vier Treffer bei und erbrachte einmal mehr den Beweis, dass die 2. Bundesliga mitnichten sein Maßstab ist. Vorentscheidend lag der TVK zur Pause mit 8:15 im Hintertreffen.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs machte Minden dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. TVK-Coach Christian Voß sah sich das Schauspiel noch eine Weile von der Seitenlinie aus an, ehe er beim Stand von 12:22 (44.) die grüne Karte zückte und sein Team mit einer überaus energischen Ansprache wachrüttelte. Dadurch verhinderte der Korschenbroicher Übungsleiter wahrscheinlich ein drohendes Debakel, denn den Rest der Partie bestritten seine Schützlinge deutlich konzentrierter und hielten den Abstand zumindest relativ konstant. Schließlich ertönte beim Stand von 24:34 die Schlusssirene und GWD Minden konnte sich mit den Punkten 36 & 37 im Gepäck auf den Heimweg machen.
Für den TVK geht es am kommenden Samstag in der 2. Bundesliga weiter. Um 20 Uhr trifft das Team in der Hofbühlhalle auf den TV Neuhausen.
„Ich könnte natürlich jetzt erzählen, dass Minden einen fünf Mal so großen Etat hat wie wir, dass Minden über etliche Spieler verfügt, die ein ganz anderes Niveau haben als unsere Spieler, ich könnte von meinem knappen Kader oder von Dennis Marquardts Verletzung sprechen. Aber am Ende bleibt übrig, dass man jedes Spiel gewinnen will, ganz egal, wer da kommt und ich finde, das haben wir 20 Minuten lang sensationell gemacht. Warum wir dann leider nach der 7:6-Führung wieder einen kurzen Aussetzer haben - dafür gibt es wahrscheinlich auch wieder 1 Million Gründe.
Im Grunde genommen gilt – und ich hoffe, dass haben auch alle gesehen – dass die Mannschaft immer wieder will. Sie ist auch heute wieder mit 100%iger Motivation ins Spiel gegangen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Wenn man dann gegen eine Mannschaft wie Minden spielt, die hervorragend in der Deckung steht und man dadurch immer wieder Gegenstöße kassiert, dann ist es schwierig, diese 100%ige Motivation, die man haben müsste, zu halten. Manchmal geht dann der eine, letzte Prozentpunkt weg und eine Mannschaft wie Minden bestraft so etwas sofort.
Man darf dabei auch einen Herrn Doder nicht vergessen, der dann mal drei-vier Würfe auspackt, so jemanden haben wir einfach nicht. Ich persönlich finde, dass wir in der zweiten Halbzeit, ungefähr ab Minute 40, wieder zurück im Spiel gewesen sind, gekämpft haben und dem Publikum das gezeigt haben, was wir ihm schuldig sind. Von daher bin ich mit insgesamt 40 Minuten zufrieden. Die 20 Minuten dazwischen sind so gewesen, wie sie gewesen sind, ich kann sie jetzt nicht mehr ändern, aber da müssen wir ran, damit wir in solchen Situationen noch etwas stabiler bleiben.“
Marcel Görden
„Egal gegen wen – wenn man mit zehn Toren verliert, kann man einfach nicht zufrieden sein, das muss unser Anspruch sein. Vom Spielverlauf her war das alles sehr ärgerlich. In der 22. Minute liegen wir noch mit 7:6 in Führung, aber dann kommt ein kleiner Bruch in unser Spiel. Ehrlicherweise muss man dazu sagen, dass Minden in der Phase einen ordentlichen Zahn zugelegt hat mit Doder auf der Mitte. Der ist in dieser Liga einfach ein absoluter Ausnahmespieler.
Uns sind ein bisschen die Kräfte geschwunden, der verletzungsbedingte Ausfall von Dennis Marquardt ist auch ein wichtiger Faktor gewesen. Trotz alledem müssen wir gucken, dass wir nicht mit acht Toren Differenz in die Halbzeit gehen, sondern das in dieser Phase einfach cleverer runter spielen, um uns dann in der Pause neu einzustellen. So war die Hypothek für die zweite Halbzeit viel zu groß.
In der zweiten Halbzeit haben wir es leider nicht geschafft, Minden noch einmal richtig in Verlegenheit zu bringen. Im Angriff haben wir zu überhastet gespielt, die Deckung war zu unruhig und wir haben zu viele leichte Tore kassiert. Dementsprechend geht das Ergebnis vollkommen in Ordnung, die Art und Weise ist aber sehr ärgerlich.“
Großkampftag in der 2. Handball-Bundesliga. Wenn am kommenden Mittwoch der 24. Spieltag steigt, sind alle 20 Zweitligisten nahezu parallel im Einsatz. Der TVK bekommt es mit dem Spitzenteam der Liga zu tun. GWD Minden ist um 20 Uhr in der Waldsporthalle zu Gast. Die Partie wird vom Sponsor of the day AOK Rheinland/Hamburg präsentiert.
Auf den TVK wartet in der 2. Handball-Bundesliga der nächste richtig dicke Brocken. Nach dem Spiel in Essen (inzw. 2.) und vor der Reise nach Neuhausen (4.) kommt mit dem Tabellenersten GWD Minden die Ausnahmemannschaft der Liga nach Korschenbroich. Christian Voß gibt sich im Vorfeld der Partie gegen Minden keinen großen Illusionen hin, zeigt seinen Spielern stattdessen eine realistische Marschroute auf: „Wir müssen in dieser Woche einfach die Zähne zusammen beißen und diese drei Spiele hinter uns bringen, ohne dabei in Verzweiflung auszubrechen. Anschließend werden wir uns neu sortieren und weiter unseren bisherigen Weg gehen.“ Natürlich sei man weit davon entfernt, irgendein Spiel schon vor Abpfiff abzuschenken, „wir werden auch am Mittwoch alles in die Waagschale werfen“, so Voß, „aber man muss sich auch einen realistischen Blick bewahren.“
Spaß haben, Gas geben – das will Voß von seinen Schützlingen sehen, wenn sie gegen den Aufstiegsfavoriten Nummer eins antreten. „Ich halte wenig davon, die Mannschaft in so einer Situation bis aufs Äußerste zu pushen. Wenn am Mittwoch alles normal läuft, dann haben wir einfach keine Chance, etwas aus dem Spiel mitzunehmen“, verdeutlicht Voß seine Einschätzung, ergänzt zudem: „Die Frage des Abstiegskampfes wird nicht in den Spielen gegen die Spitzenmannschaften entschieden, sondern gegen die Teams, die weiter unten im Klassement stehen.“ Während Marcel Görden aller Voraussicht nach wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein wird, droht mit Dennis Marquardt ein anderer, ebenso schwer zu ersetzender TVK-Akteur auszufallen. Aus dem Essen-Spiel war der Korschenbroicher Abwehrchef mit einer Oberschenkelverletzung hervorgegangen, ob ein Einsatz möglich ist, wird sich erst kurzfristig entscheiden. „Vor allem schnelle Bewegungen bereiten mir doch einige Probleme“, so Marquardt.
An die deutliche 23:35-Niederlage aus dem Hinspiel erinnert er sich zwar noch gut, „aber uns dafür am Mittwoch zu revanchieren wird mehr als schwer. Man kann es nur immer wiederholen: Mit dem Spielermaterial und den finanziellen Möglichkeiten gehört Minden einfach nicht in die 2. Liga.“ Eine Minimalchance sieht er darin, dass die GWD-Akteure die Aufgabe in Korschenbroich vielleicht unterschätzten könnten: „In Anbetracht der Umstände könnte das eventuell passieren. Immerhin kommen sie als Tabellenführer zum 18., der darüber hinaus bereits seinen freiwilligen Rückzug erklärt hat. Möglicherweise fehlen da bei dem einen oder anderen Spieler ein paar Prozentpunkte.“
Unabhängig davon könne der TVK am Mittwochabend „unabhängig vom Ergebnis nur gewinnen“, so Marquardt. „Wenn wir das Spiel verlieren, dann war das hinterher für jeden zu erwarten – und alles andere können wir als Erfolg für uns verbuchen.“ Neben dem Handball steht am Mittwoch noch ein weiterer Aspekt im Fokus: Die AOK Rheinland/Hamburg, Sponsor of the day für die Partie gegen Minden, möchte die Aufmerksamkeit des Korschenbroicher Handballpublikums auf das Thema Organspende lenken.
Mit reichlich eigener Fanunterstützung ist der TVK am Freitagabend in Essen angetreten. Neben einem gecharterten Bus hatten sich auch etliche Korschenbroicher auf eigene Faust auf den Weg ins Ruhrgebiet gemacht. Leider konnten sich die Schützlinge von Trainer Christian Voß bei ihrem Anhang nicht mit einem entsprechenden Ergebnis bedanken.
Während der Ausfall von Marcel Görden, der krankheitsbedingt nur sporadisch im zweiten Durchgang zum Einsatz kam, bereits im Vorfeld bekannt war, musste TVK-Coach Christian Voß noch vor dem Anpfiff einen weiteren Ausfall hinnehmen. Torhüter Sven Bartmann meldete sich ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen bei seinem Trainer ab. Früh im Spiel kristallisierte sich heraus, dass die Zuschauer in der Halle am Hallo keinen handballerischen Leckerbissen zu erwarten hatten. Beide Teams mühten sich redlich, den Gegner in der Anzahl der Fehlwürfe und der technischen Fehler zu übertrumpfen. Knüppeldick kam es für den TVK dann auch noch in der 13. Minute beim Stand von 3:6 aus Korschenbroicher Sicht. Pasqual Tovornik, bis zu diesem Zeitpunkt immerhin für zwei der drei TVK-Treffer verantwortlich, wurde von den Unparteiischen Philipp Dinges und Daniel Kirsch des Feldes verwiesen. Vorangegangen war ein Foul des ehemaligen Esseners an Ole Rahmel, der von Tovornik im Gegenstoß getroffen wurde.
Im zweiten Abschnitte der ersten Halbzeit passierte dann das, was TVK-Coach Christian Voß schon vor der Partie prognostiziert hatte: Die Gastgeber gingen dazu über, ihre Chancen mit höchster Konsequenz ausnutzen. Entweder über schnelle Gegenstöße oder – häufiger – mit geduldig erarbeiteten Wurfmöglichkeiten aus dem gebundenen Angriff heraus erzielten die Essener Tor um Tor. Weil der TVK seinerseits nur höchst selten erfolgreich abschließen konnte, zog der TUSEM immer weiter davon. Beim 10:5 in der 24. Minute betrug der Abstand erstmals fünf Treffer, bis zum Halbzeitpfiff wuchs er sogar auf neun Tore an. Die Seiten gewechselt wurden beim 15:6 aus Essener Sicht.
Im zweiten Durchgang berappelte das TVK-Team sich glücklicherweise wieder und leistete den Essenern Gegenwehr. Zudem steigerte sich Keeper Oliver Mayer im Korschenbroicher Gehäuse und entschied das Duell mit seinem Gegenüber Jan Kulhanek – anders als noch in Durchgang eins – für sich. Zwar konnte der Rückstand nicht nennenswert verkürzt werden, doch die totale Demontage, die nach dem Verlauf der ersten Halbzeit auch im Bereich des Möglichen gelegen hätte, wurde so verhindert.
Letztlich unterlag der TVK in Essen mit 22:30. Ein Ergebnis, das nicht zuletzt mit einem Blick auf die unterschiedlichen Zielsetzungen der beiden Vereine relativiert wird. Während TUSEM sich berechtigte Hoffnungen auf die Rückkehr in die Erste Liga macht, geht es für den TV Korschenbroich unabhängig von allen äußeren Umständen einzig und allein darum, sich im sportlichen Kampf um den Klassenerhalt zu behaupten. Dass die Frage über den Abstieg nicht in den Duellen mit den Spitzenteams der Liga entschieden wird, ist keine neue Erkenntnis. Ein ähnliche gelagertes Duell wartet auf den TVK am kommenden Spieltag. Schon am Mittwoch steht das Heimspiel gegen den Ligaprimus GWD Minden auf dem Programm. Anwurf der Partie ist um 20 Uhr.
„Das Spiel ging eigentlich gar nicht so schlecht los. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir mit Marcel Görden auf einen ganz wichtigen Spieler verzichten mussten. Leider kommt es dann aber Mitte der ersten Halbzeit zu einer Phase, in der Essen unfassbar kompakt in der Abwehr steht und uns im Prinzip überhaupt keine Möglichkeiten lässt. Die Würfe, die dann noch aus dem Rückraum kamen, wurden reihenweise von Jan Kulhanek gehalten. So konnte TUSEM deutlich davon ziehen. Fünfzehn Tore in der ersten Halbzeit zu kassieren ist noch im Rahmen, gleichzeitig aber nur sechs zu erzielen, ist natürlich viel zu wenig. Ich finde aber, dass man insgesamt realistisch bleiben muss und keine Katastrophe aus diesem Spiel machen darf. Die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit die richtige Antwort gegeben.
Der Sieg geht für Essen selbstverständlich in Ordnung. Es ist uns nicht gelungen, das nötige Tempo zu entwickeln, zudem fehlten Alternativen von der Bank. Das war heute für mich das erste Spiel als TVK-Trainer, in dem die Mannschaft wirklich an ihre Grenzen gestoßen ist. Bislang war es immer so, dass wir gut mitgespielt haben und die Spiele dementsprechend knapp gestalten konnten. Heute muss man ehrlicherweise zugeben, dass wir phasenweise wirklich chancenlos waren. Aber das ist eben im Handball manchmal so und wie gesagt auch keine Katastrophe, wenn man bedenkt, dass wir heute ohne Leute wie Florian Korte und im Prinzip auch Marcel Görden beim Vierten der Tabelle gespielt haben. Natürlich ist die Niederlage trotzdem bitter und wir hätten das Spiel hier liebend gerne anders gestaltet.“
Kai Faltin
„Leider Gottes war die Messe schon in der ersten Halbzeit gelesen. Im Angriff sind wir viel zu harmlos aufgetreten und auch in der Abwehr haben wir bei weitem nicht so zugepackt, wie man es eigentlich tun müsste. Die Aktion, die zur roten Karte gegen Pasqual Tovornik geführt hat, war sicherlich unglücklich. Die Entscheidung ist aber auf jeden Fall vertretbar. Ich denke nicht, dass das der Knackpunkt in dieser Partie war. Insgesamt wirkte es so, als fehle der Mannschaft von der ersten Minute an der rechte Glaube hier etwas holen zu können. Das mag vielleicht auch den äußeren Umständen geschuldet sein. Möglicherweise hat sich die Entscheidung, in der nächsten Saison drittklassig anzutreten, inzwischen bei dem einen oder anderen erst richtig gesetzt. Das soll aber mit Sicherheit kein Freifahrtschein sein.
Positiv stimmt mich, dass wir uns in der zweiten Halbzeit dann doch ganz ordentlich präsentiert haben. Ansonsten hätte das Spiel hier auch noch ganz anders ausgehen können. Jetzt gilt es das Spiel abzuhaken und nach vorne zu schauen, damit uns wieder das gelingt, was in den vergangenen beiden Partien so gut geklappt hat: Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln um den sportlichen Klassenerhalt kämpfen.“
Pasqual Tovornik
„Eigentlich sind wir recht ordentlich in die Partie gestartet, konnten den Abstand zu Beginn noch recht knapp halten. Mitte der ersten Halbzeit stellen wir dann aber leider das Torewerfen völlig ein. Jan Kulhanek im Essener Tor hat natürlich auch überragend gehalten, dennoch haben wir selbst beste Gelegenheiten ungenutzt gelassen. So konnte TUSEM bis zur Pause deutlich davon ziehen und das Spiel war im Prinzip da schon entschieden. Man kann uns sicherlich den Vorwurf machen, dass wir in der ersten Halbzeit sehr unkonzentriert gespielt haben. Man muss aber auch berücksichtigen, dass Essen eine exzellente Heimmannschaft ist, die sowas dann gnadenlos ausnutzt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann nach meinem Empfinden gut dagegen gehalten und das Ergebnis hier noch erträglich gestaltet. Im Prinzip war es nur eine Phase von zehn, maximal fünfzehn Minuten, die uns hier letztlich ins Hintertreffen gebracht haben.
Ich persönlich habe mir die Rückkehr nach Essen sicher anders vorgestellt. Ich war super drauf, konnte direkt zwei Mal treffen und kassiere dann für eine extrem unglückliche Aktion die rote Karte. Die kann man aber sicherlich so geben, ohne jede Frage.
Was uns als Mannschaft heute riesig gefreut hat war der enorme Zuspruch der eigenen Fans. Da sind heute richtig viele aus Korschenbroich mitgekommen und haben uns toll unterstützt. Das hat uns allein ein richtig gutes Gefühl gegeben. Ich finde es großartig, dass die Fans trotz der schwierigen Situation immer noch zu uns stehen und uns weiterhin unterstützen. Und ich bin mir sicher, dass wir ihnen das in anderen Spielen noch entsprechend zurückzahlen können.“
„Die Mannschaft hat im Moment einfach richtig Bock auf Handball“, sagt TVK-Coach Christian Voß vor dem Westderby bei TUSEM Essen (Freitag, 19.30 Uhr). Dieser Umstand ist es, der den 41-Jährigen frohen Mutes die rund 60 Km bis ins Ruhrgebiet fahren lässt.
Auch mögliche drohende Rückschläge treiben dem TVK-Coach den Optimismus nicht aus. Dass die nächsten Tage für ihn und seine Truppe hart werden können, dessen ist sich Voß aber durchaus bewusst. Binnen acht Tagen treffen die Korschenbroicher auf drei der auf den ersten vier Plätzen liegenden Teams. Nach dem Auswärtsspiel in Essen kommt Minden in die Waldsporthalle (07.03., 20 Uhr) bevor es dann auf die Reise nach Neuhausen geht (10.03., 20 Uhr). Im schlimmsten Fall geht der TVK mit 0:6 Punkten aus dieser Hammerwoche hervor.
Um das zu verhindern, fordert Voß für den Freitag eine konzentrierte Leistung seiner Schützlinge ein: „Wir müssen unbedingt das Tempo hochhalten gegen Essen.“ Die Grundlage dafür habe man in einer guten Trainingswoche gelegt. „Wir haben uns so weit vorbereitet, wie es geht und warten jetzt mal ab, was am Freitag kommt. Ich rechne allerdings mit keinen großen Überraschungen. Essen spielt einen grundsoliden Handball. Was auffällt ist die extreme Konsequenz, mit der das Team zu Werke geht. Dadurch haben sie eine gute Abwehr und im Angriff eine sehr gute Ausbeute. Wir müssen verhindern, dass sie zu vielen Toren kommen“, so Voß. Die logische Konsequenz des unspektakulären, aber effektiven Essener Spiels sei die gute Tabellensituation. 28 Pluspunkte hat das von Maik Handschke trainierte Team bislang eingefahren, liegt damit gleichauf mit dem 3. Erlangen und ist mittendrin im Aufstiegskampf.
Gleichwohl anders lautet die Zielsetzung auf Korschenbroicher Seite. Hier will man mit aller Kraft den sportlichen Abstieg vermeiden, braucht dafür dringend jeden Zähler. Für dieses Ziel setzt sich derzeit nicht nur die Mannschaft mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ein, auch die Fans tragen ihren Teil dazu bei. Für die Partie in der Halle am Hallo charterten sie eigens einen Fanbus, wollen ihr Team am Freitagabend zusätzlich nach vorne pushen. „Ich weiß zwar, dass meine Jungs auch so alles geben würden, aber wenn sich durch unsere Fans am Freitagabend noch eine richtige Derbyatmosphäre entwickeln würde, dann gibt das mit Sicherheit noch mal einen richtigen Kick und macht noch mehr Spaß, als ohnehin schon“, freut sich Christian Voß über die Unterstützung.
Möglicherweise verzichten muss er am 23. Spieltag auf seinen Kreisläufer Marcel Görden. Der 24-Jährige musste am Donnerstag mit dem Training pausieren, hat leichtes Fieber. „Ich weiß, dass Marcel auf jeden Fall spielen möchte, wir werden aber nichts riskieren und alle nötige Vorsicht walten lassen“, freut sich Voß einerseits über die Einsatzfreude des Rechtshänders, macht aber gleichzeitig auch klar, nur unter den entsprechenden Voraussetzungen auf Görden zurückgreifen zu wollen.
Bis zum nächsten Spiel in der 2. Bundesliga bleibt Simon Breuer & Co nach der Partie am Freitagabend nur wenig Zeit zum Verschnaufen. Am ungewohnten Mittwochstermin kommt mit GWD Minden der aktuelle Tabellenführer in die Waldsporthalle. Anwurf der Begegnung ist um 20.00 Uhr.
Der TV Korschenbroich hat am Freitagabend mit einem 33:30 (19:16) im Heimspiel gegen den 1. VfL Potsdam eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga ein gehöriges Wörtchen mit reden will. Den Grundstein legten die Hausherren dabei in der ersten Halbzeit, als sie aus einer extrem sicheren Deckung heraus reihenweise Gegenstöße laufen konnten. Mathias Deppisch feierte nach langer Verletzungspause ein gelungenes Comeback und steuerte fünf Treffer zum Sieg bei.
Die Schützlinge von TVK-Coach Christian Voß starteten richtig gut in die Partie. Nach sieben gespielten Minuten lagen sie mit 4:1 in Führung, hatten dies vor allem ihrer sicheren Abwehr und Sven Bartmann im Tor zu verdanken, der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Paraden zeigen konnte. Weil aber in den folgenden Minuten im Angriff die klare Linie verloren ging, glichen die Gäste aus Brandenburg zum 4:4 aus, (11.) und lagen kurz darauf sogar zweimal in Führung (4:5, 5:6, 12.). Der TVK erholte sich jedoch schnell von seinem kleinen Durchhänger und spielte anschließend wie entfesselt.
Nach 22 Spielminuten feierte Mathias Deppisch sein Comeback auf der Rechtsaußenposition und hatte keine 60 Sekunden bereits seine ersten beiden Treffer auf dem Konto, gleichbedeutend mit dem 14:9 für den TVK. Besonders über Gegenstöße kamen die Hausherren in dieser Phase zum Torerfolg. Grundlage dafür war die sattelfeste 6:0-Abwehr, hinter der Sven Bartmann zwar nicht mehr die überragende Quote aus den Anfangsminuten aufweisen konnte, aber insbesondere von den Außenpositionen nur schwer zu überwinden war. Eine kleine Premiere feierte Björn Marquardt Sekunden vor dem Halbzeitpfiff. Sein Treffer zum 19:13 Pausenstand bedeutete für ihn das erste Tor im TVK-Dress.
Zur zweiten Halbzeit überraschten die Potsdamer ihre Gastgeber mit einer stark mannbezogenen 4:2-Abwehrformation, die den TVK vor einige Probleme stellte. Dies schlug sich mit zunehmender Spieldauer auch im Ergebnis wieder. Mehrfach verkürzten die Gäste den Vorsprung des TVK auf drei Treffer. In die Gefahr, den Ausgleich zu kassieren, sollten die Korschenbroicher aber nicht geraten, denn immer dann, wenn die Gefahr drohte, dass das Spiel kippen könnte, setzte das Hand.Ball.Herz.-Team durch schnell ausgespielte Gegenstöße und die konsequente schnelle Mitte die notwendigen Akzente, um den alten Abstand wieder herzustellen. Letztlich setzte sich der TVK hoch verdient mit 33:30 durch und sicherte sich damit die Punkte 13 & 14, die ihn in der Tabelle auf Rang 18 klettern lassen. Am kommenden Freitag trifft der TVK um 19.30 Uhr in der Halle Am Hallo auf TUSEM Essen.
„Ich war sehr zufrieden mit dem Start, wir waren sehr gut auf den Gegner eingestellt. Wir wussten, wie Potsdam wirft, kannten alle Spielzüge. Dann gehen wir folgerichtig auch mit 4:1 in Führung und es ist im Prinzip alles super. Leider fangen wir dann aber an vorne die Bälle wegzuwerfen, was total ärgerlich war, denn sowas nimmt uns die Chance, so ein Spiel auch mal deutlicher für uns zu gestalten. Nach dem 8:7 finden wir glücklicherweise wieder zu unserem Spiel und agieren dann genau so, wie wir es müssen. Mit einer konsequenten Deckung, sehr gutem Gegenstoßspiel und gutem Rückzugsverhalten.
In der zweiten Halbzeit lassen wir uns durch die 4:2-Deckung leider aus der Ruhe bringen. Wir werden unsicher und suchen zu schnell die Entscheidung. In der Situation sind wir nicht so geschickt genug, um den Ball länger im Angriff zu halten, sauber unsere Sachen zu spielen und weiter unser stares Gegenstoßspiel zu fahren. Dann hätten wir den Angriff gegen diese Deckungsformation fast gar nicht gebraucht. Somit haben sich die Jungs selber die Chance genommen, so ein Spiel mal wirklich deutlich zu gewinnen. Am Ende müssen wir dann noch einmal kämpfen, was aber auch völlig okay ist, wenn man berücksichtigt, dass das heute ein wirkliches Kellerduell war.
Über das Comeback von Tissy freue ich mich riesig. Wie der eine oder andere vielleicht weiß, habe ich ihn bereits in der Jugend trainiert und dass sich das noch einmal so ergeben würde, mit ihm zusammen zu arbeiten, das ist für mich persönlich schon ein wirklich tolles Erlebnis. Es ist wirklich schön, dass er nach seiner langen Verletzungspause gleich so gut eingeschlagen hat. Ich fand aber auch, dass Philipp Liesebach bis zu seiner Auswechslung sehr gut gespielt hat. In meinen Augen ist es zwischen den beiden völlig offen.
Sven Bartmann hat super gehalten, dabei aber natürlich auch von der guten Abwehr profitiert. Seine Leistung war heute eine hervorragende Basis für unser Gegenstoßspiel. An Sven mag ich besonders seinen wahnsinnigen Willen. Er hat in den letzten Wochen eine enorme Leistungssteigerung hinter sich, was für mich für ihn persönlich wirklich sehr freut.“
Mathias Deppisch
„Nachdem ich jetzt shcon wieder länger mit der Mannschaft trainiert habe, war es natürlich nicht mehr völlig neu für mich, den Handball aufs Tor zu werfen. Neu war aber sicherllich der emotionale Aspekt. Die Vorbereitung aufs Spiel mit den altgedienten Ritualen, die nach langer Zeit mal wieder präsent waren und dass ich selber wusste 'Ok, jetzt geht es endlich wieder los', das waren die Dinge, die eher neu waren. Dass ich dann so gut ins Spiel reingekommen bin freut mich natürlich, beim Handball ist das aber auch immer ein bisschen dem Zufall geschuldet. Vor dem ersten Tor bekomme ich zum Beispiel ein super Anspiel von Simon Breuer, insofern müsste ich mich dann eher bei Simon bedanken, dass ich so schnell das erste Tor werfen konnte.“
Björn Marquardt
„Wir sind gut gestartet, waren schnell auf drei Tore weg und hatten dann leider wieder unseren Hänger, haben die Führung schnell wieder abgegeben. Wirklich gut war aber, dass wir uns dieses mal sehr schnell wieder gefangen haben. Wir sind nicht groß in Rückstand geraten, sondern haben uns dann selber wieder aus der wirklich hervorragenden Deckung einen guten Vorsprung erarbeitet.
In der zweiten Halbzeit hatten wir Probleme mit der 4:2-Deckung von Potsdam, sind aber nicht so eingebrochen, dass man Angst um den Spielausgang haben musste.“
Wenn der 20. auf den 18. trifft, dann kann man wohl wahrlich von einem Kellerduell sprechen, das am Freitag um 20 Uhr in der Korschenbroicher Waldsporthalle angepfiffen wird. Der TVK trifft auf den 1. VfL Potsdam – und darf dabei erstmals wieder auf die Dienste von Rechtsaußen Mathias Deppisch zurückgreifen.
„Ich bin heilfroh, dass meine Leidenszeit jetzt endlich vorbei ist“, so der 32-Jährige. Gerade einmal vier Spiele konnte der Linkshänder in dieser Saison bislang für den TVK bestreiten, sein letztes am 24. September gegen TUSEM Essen. Somit fiel Deppisch mit seiner Knieverletzung fast genau eine Halbserie aus. Kein Wunder, dass er auf sein Comeback brennt: „Das war leider eine ziemlich langwierige Geschichte. Aber jetzt habe ich seit einiger Zeit keine Probleme mehr, konnte voll trainieren und freue mich wahnsinnig auf meinen ersten Einsatz. Umso schöner, dass der gleich in einem Heimspiel ist. Das gibt nochmal ein paar Prozentpunkte mehr Motivation.“
„Total genervt“ seien er und seine Mannschaftskollegen davon, auf dem letzten Tabellenplatz zu stehen. „Das wollen wir ändern – und zwar schon am Freitag“, gibt der Alterspräsident im Korschenbroicher Kader eine klare Marschroute vor. Mit einem Sieg über den Gast aus Brandenburg würde man unabhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz um mindestens einen Platz in der Tabelle nach oben klettern.
Auch TVK-Coach Christian Voß „kotzt es mächtig an, dass wir ganz unten stehen“. Dass er durch die Rückkehr von Mathias Deppisch über eine weitere personelle Alternative verfügt, freut Voß natürlich sehr. Gleichzeitig erwartet er aber auch keine Wunderdinge vom Wiedergenesenen: „Mathias braucht jetzt erst einmal Zeit, um die Sicherheit wiederzufinden. Wichtig ist, dass er sich gut fühlt und auch keine Angst hat, das Knie voll zu belasten.“ Nicht zuletzt aufgrund der guten Leistungen sowohl am vergangenen Wochenende beim TV Emsdetten sondern auch in den gemeinsamen Trainingseinheiten rechnet sich Voß gegen Potsdam etwas aus: „Im Spiel gegen Emsdetten haben wir alle gemerkt, dass es für uns völlig unerheblich ist, was drumherum mit dem wirtschaftlich erzwungenen Abstieg alles passiert. Wir wollen einfach gut spielen und schnellstmöglich da unten aus dem Tabellenkeller raus – und damit am besten schon mit einem Sieg am Freitag anfangen.“
"Handball beim TVK bleibt attraktiv" - Kai Faltin im Interview
Herr Faltin, vor wenigen Tagen haben der Aufsichtsrat zusammen mit der Geschäftsführung entschieden, den Lizenzantrag für die 2. Bundesliga zurückzuziehen. Haben Sie den ersten Schock verdaut?
„Ein Schock war es für mich nicht. Ich war ja selbst bei der Entscheidungsfindung zugegen, bin aber nicht in den von Ihnen genannten Gremien vertreten. Man muss Verständnis dafür haben, dass die Entscheidung so getroffen wurde, wenn gleich ich persönlich natürlich unmittelbar im Anschluss sehr enttäuscht war. Es darf jedoch nicht vergessen werden: die Entscheidung kommt von Personen, die jahrelang dafür gesorgt haben, dass wir hier überhaupt Bundesliga-Handball präsentiert haben. Außerdem ist aus rechtlicher Sicht zu bedenken, dass die Verantwortung für den wirtschaftlichen Träger einzig bei Geschäftsführung und Aufsichtsrat liegt. Demzufolge ist die Entscheidung aus sportlicher Sicht sicher nicht leicht, aus wirtschaftlicher aber richtig.“
Wie fielen die Reaktionen aus dem Umfeld aus?
„Da war ich ehrlich gesagt überrascht. Wir haben viel Zustimmung für die Entscheidung bekommen. Sicherlich gab es auch einige kritische Töne aus dem Umfeld, dennoch haben viele Menschen mitbekommen, wie es bei manch anderen Vereinen abläuft: mit Insolvenzen, ständig wechselnden Vereinsnamen oder dem „Verschachern“ von Spielern. Hinzu kommt, dass wir täglich von Staatsverschuldungen hören und überall ein verantwortungsvolles Wirtschaften fordern.
So weit ich es abschätzen kann, sind unsere Sponsoren, die wir am Dienstagabend in einer persönlichen Info genau wie die Mannschaft direkt informiert haben, ebenso wie unsere Zuschauer zunächst enttäuscht, im Endeffekt jedoch froh darüber, dass wir diesen harten, aber ehrlichen und konsequenten Weg gehen. Es ist paradox: Es ist fast schon ein Art Aufbruchstimmung zu verspüren.“
Wie haben die Spieler auf die Nachricht reagiert?
„Natürlich war es eine schwere Situation, mit der sicherlich keiner der Spieler so rechnen konnte. Mir, aber auch Geschäftsführer Dr. Peter Irmen, ist das Überbringen der schlechten Nachricht sehr schwer gefallen. Und es gab natürlich einige kritische Nachfragen, die ich absolut nachvollziehen kann. Aber insgesamt überwog auch die Einsicht bei den Spielern, dass wir den richtigen Weg gehen. Einige von ihnen mussten bei früheren Vereinen auch schon die Erfahrung machen, dass sie mitten in der Saison hängen gelassen wurden, weil dem Verein das Geld ausgegangen war. Das passiert bei uns nicht und das ist heutzutage sicher viel wert. Unabhängig von der aktuellen Entwicklung hatte keiner unserer Spieler einen Vertrag über diese Saison hinaus. Es ist also auch nicht so, dass wir hier gemachte Zusagen zurücknehmen müssen.“
Wie geht es weiter mit dem TVK?
„Wir werden diese Saison sauber beenden, d. h. bis zum 30.06. unseren Verpflichtungen jedem Spieler gegenüber nachkommen. Auch in sportlicher Hinsicht wird die Mannschaft bis zum letzten Spieltag alles geben. Damit haben die Jungs am Wochenende in Emsdetten schon angefangen. Das Ziel lautet nach wie vor, den sportlichen Abstieg zu verhindern. Darüber hinaus werden wir weiterhin für Spitzenhandball am Niederrhein stehen und für Spieler wie Sponsoren eine attraktive und interessante Adresse im Handball bleiben, fernab von Skandalen. Allerdings erst einmal in der 3. Liga, die aber nicht zuletzt auf Grund der vielen Derbys ebenfalls sehr attraktiv werden wird. Auch, wenn in Sachen Auf- und Abstiegen noch viele Entscheidungen ausstehen, werden in jedem Fall etliche ehemalige Bundesligisten in der 3. Liga antreten.
Was den TVK anbelangt haben wir schon jetzt einen Etat abgesichert, der für 3.Liga-Verhältnisse recht ordentlich sein wird und mit dem man definitiv gut arbeiten kann. Die Rahmenbedingungen wie z.B. tägliches Training, optimale medizinische Betreuung usw. wollen wir erhalten, z. T. weiter ausbauen und perspektivisch das Thema Bundesliga-Handball nie aus den Augen verlieren.“
Wie sehen die personellen Planungen aus?
„Wir waren natürlich schon vor der Entscheidung in Gesprächen mit unseren Spielern. Allerdings waren die Verhandlungen dahingehend schwierig, da wir aufgrund unserer Tabellensituation kaum die Spielklasse für die kommende Saison vorhersagen konnten. Das ist jetzt anders und – das ist das Positive an der Entscheidung – jetzt haben wir dahingehend absolute Planungssicherheit. Klar, wir müssen die Personalkosten insgesamt senken. Aber wir wollen auch in der neuen Saison eine attraktive Mannschaft präsentieren und ich bin guter Dinge, dass uns dies auch gelingen wird.“
Geht das vielleicht etwas konkreter?
„Nein, in diesem Moment kann ich noch keine Personalien nennen. Ich weiß, jeder erwartet jetzt, dass ich mit Spieler X oder Y eine Vertragsverlängerung bekannt gebe. Aber auch hier fahren wir einen konsequenten und seriösen Weg: Wir geben so etwas erst bekannt, wenn die Tinte unter dem Vertrag getrocknet ist. Ich rechne aber schon in den nächsten beiden Wochen mit den ersten Unterschriften. Ziel ist es natürlich, so viele unserer Stammspieler wie möglich zu halten. Zudem werden wir junge Talente einbauen, die bei uns in einem familiären Umfeld und mit guten Trainingsbedingungen an höhere Aufgaben herangeführt werden sollen. Da sind und bleiben wir mit Sicherheit eine gute Anlaufstelle. Bemerkenswert finde ich, dass bereits Spieler aus unserem aktuellen Kader auf uns zugekommen sind und uns von sich aus gesagt haben, dass sie gerne bei uns bleiben würden und auch zu finanziellen Einbußen bereit wären. Das zeigt mir einmal mehr, dass wir hier eine wohl überdurchschnittliche Identifikation unserer Spieler mit dem Verein haben und dass das Handballspielen beim TVK weiterhin eine attraktive Sache ist – auch in der 3. Liga.“
Wie lauten die sportlichen Ziele für die Zukunft?
„Unser Fernziel ist eindeutig die Rückkehr in die Bundesliga. Darauf liegt unser Fokus und auf dieses Ziel wollen wir hinarbeiten. Allerdings müssen hierzu neben den sportlichen vor allem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfüllt sein. Mit einer neuen, größeren Halle wäre das sicherlich einfacher zu bewerkstelligen. Dort hätten wir die Möglichkeit, potentiellen Sponsoren ganz andere Vermarktungsmöglichkeiten zu bieten, als das jetzt der Fall ist. Natürlich lassen wir auch ansonsten nichts unversucht, um den Etat entsprechend so zu erhöhen, dass es wirtschaftlich nachhaltig möglich ist 2. Liga spielen zu können. Selbstverständlich würden wir unter gegebenen Umständen auch mit der Waldsporthalle noch einmal in der 2. Liga antreten, sollten die sonstigen, sprich wirtschaftlichen, Gegebenheiten stimmen.
Die Spielstätte ist in allen Konzepten sämtlicher Bundesligisten ein wesentlicher Baustein. Ich bin mir auch sicher, dass es uns gelingen würde bei entsprechender Kapazität unseren Zuschauerschnitt dem der Liga anzugleichen, der derzeit bei knapp 1.400 Besuchern pro Partie liegt.
Sportlich ist es mein Ziel, eine entwicklungsfähige Mannschaft aufzubauen, die in der Lage sein soll, in zwei Jahren um die Meisterschaft in der 3. Liga mitzuspielen.“
Zwar musste sich der TV Korschenbroich am Samstagabend in der Emshalle dem heimischen TV Emsdetten mit 29:33 (18:17) geschlagen geben, mit der Leistung seiner Schützlinge konnte Trainer Christian Voß aber mehr als zufrieden sein.
Fast 55 Minuten hatte das Hand.Ball.Herz.-Team dem favorisierten Gastgeber Paroli geboten. Bis in die 55. Spielminute war der Ausgang der Partie des 21. Spieltages völlig offen. Dann musste Dennis Marquardt, der bis dahin einmal mehr die Korschenbroicher Abwehr zusammengehalten hatte, für zwei Minuten auf die Strafbank. Emsdetten nutzte die Überzahlsituation eiskalt aus und zog innerhalb von 150 Sekunden von 27:26 auf 31:27 vorentscheidend davon.
Mit dem, was sein Team bis dahin auf die Platte gebracht hatte, war Trainer Christian Voß nach Spielende sehr zufrieden. Der vielleicht befürchtete Einbruch nach dem unter der Woche verkündeten Rückzug aus Liga 2 blieb aus. Den ersten Durchgang konnte der sogar TVK knapp für sich entscheiden – und das, obwohl das taktische Konzept kurz vor dem Anpfiff noch einmal umgeworfen werden musste. Eigentlich hatte man sich im Korschenbroicher Lager dazu entschieden, Emsdettens isländischen Spielmacher Fridgeirsson mit einer 5:1-Abwehrvariante aus dem Spiel zu nehmen, doch der 24-Jährige konnte verletzungsbedingt gar nicht mitwirken. Kurzfristig stellte TVK-Coach Christian Voß seine taktisch um und ließ nun Torjähger Elvir Selmanovic die Sonderbewachung angedeihen. Emsdetten revanchierte sich mit der gleichen Behandlung für TVK-Kapitän Simon Breuer.
Weil aber dennoch beide Teams zu guten Chancen kamen und diese auch oft genug nutzten, entwickelte sich ein munteres und torreiches Spiel. Beim 18:17 aus Korschenbroicher Sicht wurden die Seiten gewechselt. Zu Beginn der zweiten Halbzeit konnte sich der TVK sogar kurzzeit auf 20:17 (32.) absetzen, die Hausherren glichen jedoch schnell wieder aus (20:20, 37.). Brachte mit Oliver Mayer im ersten Durchgang noch der TVK-Keeper die bessere Leistung, hatte in den zweiten dreißig Minuten der Emsdettener Feshchanka mehr gehaltene Bälle auf seinem Konto. Doch bis in die Schlussphase konnte sich keine der beiden Seite absetzen. Erst in den letzten fünf Minuten sorgte Emsdetten dann für die Entscheidung.
Ein Sonderlob ihres Trainers verdiente sich in Person von Steffen Fischer und Philipp Liesebach die rechte Angriffsseite des TVK. Zusammen zeichneten die beiden für 12 der 29 TVK-Treffer verantwortlich, was einer Quote von über 40% entspricht. In der kommenden Woche trifft der TVK auf den 1. VfL Potsdam. Anwurf der Partie am Freitagabend in der Korschenbroicher Waldsporthalle ist um 20.00 Uhr. Völlig unabhängig von allen äußeren Vorzeichen haben sich Spieler des Hand.Ball.Herz.-Teams eines vorgenommen: Einen Heimsieg.
„Das war ein sehr positiver Auftritt meiner Mannschaft. Besonders die erste Halbzeit war wirklich super. Die Jungs haben sehr motiviert gespielt. Besonders gut hat mir heute unsere rechte Seite mit Steffen Fischer und Philipp Liesebach gefallen, die beide eine starke Leistung abgerufen haben. In der zweiten Halbzeit habe ich uns dann nach dem sehr guten Start nicht mehr so stark gesehen, insgesamt war die Leistung aber immer noch gut. Am Ende verlieren wir hier sicherlich ein bis zwei Tore zu hoch. Ob für uns heute mehr drin gewesen wäre, vermag ich nicht zu sagen. Unter dem Strich steht eine positive Leistung und das ist es, was zählt. Die Mannschaft hat gelebt, es gab keinen Einbruch und die fehlende Spannung konnte wir durch eine gewisse Lockerheit und Unverkrampftheit ersetzen.“
Dennis Marquardt
„Wir haben heute Moral bewiesen und in gewisser Weise eine Trotzreaktion gezeigt. Man konnte auch heute sehen, dass wir sportlich absolut in diese Liga gehören. Es ist uns einmal mehr gelungen, einen der Großen zu ärgern und uns hier sehr teuer zu verkaufen. Am Ende gehen uns vielleicht die Kräfte ein bisschen flöten, Emsdetten verfügt natürlich aber auch über extrem viel Qualität und enorme Erfahrung, die dann vielleicht auch den Ausschlag gegeben hat.“
Markus Breuer
„Wir haben einmal mehr alles gegeben und sind nur an Kleinigkeiten gescheitert. Am Ende hat es leider nicht ganz gepasst, weil wir in den entscheidenden Situationen einen Ticken unaufmerksam waren. Insgesamt haben wir in der zweiten Halbzeit leider nicht ganz so geduldig gespielt, wie wir es noch im ersten Durchgang gemacht haben. Emsdetten hat das clever ausgenutzt, das Tempo gut verschleppt und dabei aber jeden unserer Fehler gnadenlos ausgenutzt. Insgesamt war es wichtig, dass wir Moral gezeigt und uns nicht aufgegeben haben.“
Philipp Liesebach
„Die Partie war die ganze Zeit über sehr ausgeglichen. Wir gehen mit einem Tor Führung in die Halbzeitpause, ziehen dann sogar noch auf drei Treffer weg und müssen dann leider einen kleinen Einschnitt hinnehmen, vergeben einige gute Chancen und nehmen unglückliche Würfe. Danach ist das Spiel erneut ausgeglichen, es geht hin und her. In der Schlussphase kassieren wir leider eine Zeitstrafe und Emsdetten nutzt das eiskalt aus und zieht entscheidend davon. Wir haben heute gekämpft wie die Verrückten, die Einstellung war top. Das Lob vom Trainer freut mich natürlich sehr. Steffen und ich können mit unserer Leistung heute sicherlich zufrieden sein. Für mich persönlich war es sehr schön, mal 60 Minuten in der 2. Bundesliga durchspielen zu dürfen. Nachdem meine ersten Würfe gleich im Tor gelandet sind, hatte ich auch das entsprechende Selbstvertrauen und es lief einfach gut. Jetzt wollen wir gegen Potsdam natürlich nachlegen und nach Möglichkeit den Heimsieg holen.“
Wenn der TVK am kommenden Samstag beim TV Emsdetten antritt (19.15 Uhr, Emshalle), dann kann laut Trainer Christian Voß so ziemlich alles passieren. Sowohl die Leistung des eigenen Teams, als auch die des Gegners sei im Voraus sehr schwer einzuschätzen.
Die Gründe für den extrem großen Spielraum in Prognose des möglichen Ausgangs der Begegnung des 21. Spieltages sind vielfältig. Auf TVK-Seite steht die Mannschaft natürlich noch ganz unter dem Eindruck des Mitte der Woche angekündigten Rückzugs in die 3. Liga. „Das führt sicherlich dazu, dass vielleicht ein paar Prozentpunkte fehlen. Wir haben jetzt einfach nicht mehr den unbedingten Druck im Abstiegskampf“, macht sich TVK-Trainer Christian Voß keine Illusionen, dass die Situation für sein Team schwierig ist. „Für die fehlende Spannung gewinnt man aber auch Gelassenheit hinzu und die kann in den entscheidenden Situationen ebenfalls den Unterschied ausmachen“, zieht der Übungsleiter gleichzeitig aber auch etwas positives aus der Lage in Korschenbroich. Mannschaftsintern habe man sich darauf geeinigt, die Saison sportlich auf jeden Fall positiv beenden zu wollen. „Die Jungs spielen nicht zuletzt auch aus Spaß am Handball“ - und der kann schließlich auch unabhängig von den Rahmenbedingungen vorhanden sein.
Als besonders empfindet Voß natürlich auch den Zeitpunkt, zu dem bereits Klarheit über die Zukunftsperspektive herrscht: „Es wäre ja nichts unübliches, wenn man fünf oder sechs Wochen vor Saisonende Klarheit hätte. Jetzt haben wir aber noch einige Monate vor der Brust und insgesamt noch 18 Spiele zu bestreiten. Ich kann mir vorstellen, dass die Mannschaft in dieser langen Zeit auch mal in ein Loch fallen könnte. Dann liegt es an mir, die richtigen Zeichen zu setzen und Leistung einzufordern.“ Das Team habe sich schließlich deutlich dafür ausgesprochen, die Restsaison genauso ernsthaft anzugehen, wie die bisherigen Aufgaben, was natürlich auch ein ausführliches Gegnerstudium mit einschließt. Bei dem ist Christian Voß vor allem aufgefallen, dass der TV Emsdetten vor allem über einen durchschlagskräftigen Rückraum verfügt. „Insgesamt hat Emsdetten schon eine sehr starke Mannschaft mit vielen guten Spielern. Mitunter scheinen sie aber nicht mit der letzten Entschlossenheit zu Werke zu gehen“, so Voß. Ausdruck dieser Leistungsschwankungen ist der 7. Tabellenplatz des eigentlichen Aufstiegsanwärters.
Personell hat sich die Situation in Korschenbroich noch einmal verschärft. Zwar ist Mathias Deppisch inzwischen wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, die Partie in Emsdetten kommt aber definitiv noch zu früh für den Rechtsaußen. Christoph Piske wurde nach seiner Disqualifikation aus der vergangenen Partie gegen Erlangen gesperrt. Zwar hatten die Unparteiischen Jörg Berning und Hendrik Thiemann den Linkshänder zunächst lediglich vom Platz gestellt, im Nachhinein ließen sie Piske dann doch eine Disqualifikation mit Bericht angedeihen, da sie sein Foul an Christoph Nienhaus als grob unsportlich und gesundheitsgefährdend werteten. Eine Einschätzung, der man insbesondere unter Berücksichtigung der sonstigen Regelauslegungen des Gespanns nicht unbedingt folgen muss.
Unter dem Strich möchte sich die TVK-Truppe im ersten von insgesamt 18 Spielen auf ihrer „Bundesligaabschiedstour“ so gut wie möglich verkaufen. Dass man gegen die Gastgeber aus dem Emsland mithalten kann, bewiesen Simon Breuer & Co im Hinspiel, das denkbar knapp mit 29:28 an den TVE ging.
Einstimmig haben Geschäftsführung und Gesellschafter der TVK Handball GmbH & Co. KG entschieden, den Antrag auf die Erteilung einer Lizenz für die 2. Handball-Bundesliga in der Saison 2012/2013 zurückzuziehen und in der nächsten Saison in der 3. Liga anzutreten. „Nach den tollen und insgesamt sehr erfolgreichen letzten Jahren ist uns diese Entscheidung sehr schwer gefallen“, erklärt Heijo Hauser, der Aufsichtsratsvorsitzende.
„Trotz unserer tollen Zuschauer und unserer zuverlässigen Sponsoren konnten wir in den letzten Jahren unseren Etat immer wieder nur durch Zuschüsse unserer Mäzene sichern. Auf Dauer lässt sich dieser für alle Beteiligten unbefriedigende Zustand nicht fortführen. Für die neue eingleisige 2. Liga bietet diese Finanzierungspraxis keine nachhaltige Perspektive“, so Hauser weiter.
Aus sportlicher Sicht ist dies für die Fans, das Team und den Trainer natürlich eine enttäuschende Nachricht. „Eine schmerzliche Entscheidung für uns alle, die jeder für sich verdauen muss. Ich bin mir aber sicher, dass unser Team trotzdem alles versuchen wird, um sportlich den Abstieg zu verhindern. Wir hoffen, dass unsere Fans uns dabei unterstützen werden “ wünscht sich Kai Faltin, der Sportliche Leiter des TVK.
In den letzten Jahren wurde mit enormem Einsatz versucht, die solide finanzielle Basis weiter auszubauen. Insbesondere konnte man eine große Anzahl von Sponsoren für das Hand-Ball-Herz Team vom Niederrhein begeistern. „Der zentrale Schwachpunkt ist die fehlende Halle, die uns nicht nur mehr Zuschauereinnahmen, sondern auch ganz andere Möglichkeiten im Sponsoring bieten würde“ stellt Geschäftsführer Dr. Peter Irmen fest.
„Mit unserer Schulsporthalle haben wir in der Bundesliga langfristig keine Chance“. Mehrere Initiativen mit privaten bzw. gewerblichen Investoren zum Bau einer neuen Halle blieben ohne Unterstützung aus dem politischen Raum Makulatur.
Doch jedem Ende wohnt ein Anfang inne. „Diese Entscheidung bedeutet nicht das Ende des Spitzen-Handballs in Korschenbroich“ stellt Dr. Peter Irmen fest. „Wir werden uns in der 3. Liga finanziell konsolidieren und insbesondere die Pläne der Stadt Mönchengladbach für den Neubau einer Multifunktionshalle sehr intensiv verfolgen“. Wichtigste Komponente der Konsolidierung in den nächsten Jahren wird aber der Versuch sein, die zukünftige Finanzierung eines Teams auf eine weitere Säule zu stellen. Gerd Bennewirtz, geschäftsführender Gründungsgesellschafter des Hauptsponsors sjb und Mitglied im TVK Aufsichtsrat erläutert: „Wir werden in enger Abstimmung mit allen Verantwortlichen im Verein sowie im Kreise der Gesellschafter und in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat Fonds zur privaten Kapitalanlage für die handballbegeisterten Korschenbroicher sondieren. Hierbei wird den Investoren angeboten, ihren Ertrag von 4-7% oder auch Teile der Ausschüttung, je nach Investorenwunsch dem TVK zur Verfügung zu stellen. Das investierte Kapital bleibt dabei immer im Eigentum der begeisterten Handballinvestoren.“
Zur Situation in der derzeitigen Saison erläutert Heijo Hauser: „Wir werden die laufende Saison sowohl sportlich als auch finanziell ganz sauber beenden. Wir distanzieren uns damit auch ganz bewusst von dem leidigen Insolvenztheater in anderen Handballvereinen. Geschäftsführung und Gesellschafter bleiben damit bei ihrer klaren und ehrlichen Linie: wir bleiben niemandem etwas schuldig, aber was zukünftig nicht geht, wird nicht gemacht“.
Der TVK ist sicher, dass Fans und Sponsoren diese klare Linie mittragen. Und wenn in einigen Jahren eine bundesliga-taugliche Halle zur Verfügung steht, wird es mit einer breiteren finanziellen Basis einen erneuten Anlauf in Richtung Bundesliga geben. Versprochen.
Mit 21:24 (8:13) musste sich der TV Korschenbroich am Samstagabend im Heimspiel gegen den HC Erlangen geschlagen geben. Grund für die Heimpleite war vor allem die miserable Chancenverwertung der Hausherren, die bei etwas besserer Ausbeute gegen den Vierten der Tabelle durchaus auch hätten punkten können.
Vor der Minuskulisse von nur 482 Zuschauern startete der TVK furios. 4:0 lag die Voß-Truppe nach fünf gespielten Minuten in Front, Simon Breuer und Dennis Marquardt hatten jeweils einen Doppelpack geschnürt und aus einer sicheren Defensive heraus für die frühe Führung gesorgt. Verteidigen konnten die Korschenbroicher diesen Vorsprung aber nur bis zur 10. Minute. Das 6:2 durch abermals Breuer bedeutete den letzten 4-Tore-Vorsprung für das Heimteam. In der Folge legten die Gäste aus Franken, die sich den Luxus leisteten per Flieger anzureisen, einen Gang zu und verkürzten Tor um Tor. Ein Umstand, der zumindest für TVK-Coach Christian Voß wenig überraschend war: „Erlangen braucht einen gewisse Betriebstemperatur, die Mannschaft lebt vor allem vom Kampf.“
Diesen Kampf lieferten das Team von Frank Bergemann dem TVK dann auch. Bis zur Pause sollten dem Hand.Ball.Herz.-Team nur noch zwei Tore gelingen, der HCE fand seinerseits immer mehr Gefallen am Torewerfen. Nach der ersten Erlanger Führung (7:8) nahm Voß in Minute 20 seine Auszeit – und erlebte anschließend die schächste Phase seines Teams in dieser Partie, die sich letztlich auch als vorentscheidend herausstellen sollte. HCE-Coach Bergemann nutzte das Timeout seines Trainerkollegen nämlich, um seiner Truppe eine neue Deckungsvariante anzuordnen, die insbesondere die Kreise von TVK-Spiemacher Simon Breuer massiv einengte. Mit dieser – zugegeben nicht mehr wirklich neuen Maßnahme – kam man auf Korschenbroicher Seite nicht zurecht. Für zu wenig Entlastung sorgten die Akteure auf den anderen Positionen, die wenigen guten Chancen wurden reihenweise vergeben. Logische Konsequenz war der Halbzeitstand von 8:13.
Dem deutlichen Rückstand liefen Breuer & Co im zweiten Durchgang hinterher. Mehrfach verkürzten sie den Abstand auf drei Treffer, näher kamen sie aber nicht mehr heran. Entweder brachte der stark aufspielende Andreas Bayerschmidt im Erlanger Tor Fuß, Hand oder ein sonstiges Körperteil an den Ball, oder aber die TVK-Würfe fanden erst gar nicht das Gehäuse der Gäste. Fünf vergebene Siebenmeter bei insgesamt acht Versuchen sprechen eine deutliche Sprache. Auch aus dem Feld erreichte kein Akteur eine annähernd normale Quote. Zudem sah Christoph Piske nach 35 Minuten die rote Karte und war von da an zum Zuschauen verdammt. Zugutehalten muss man dem Korschenbroicher Team die einmal mehr ordentliche Abwehrleistung. Auf den Ausfall von Florian Korte im Innenblock hat man sich inzwischen eingestellt, wie schon gegen Hamm zeigten Marcel Görden und Dennis Marquardt hier eine ansprechende Leistung. Letztlich konnten sich die Gäste aus Franken über einen 24:21-Erfolg freuen.
Für den TVK geht es weiter mit einem Auswärtsspiel beim TV Emsdetten. Die Trauben in der Emshalle hängen naturgemäß sehr hoch, gerade angesichts der weiter angespannten Personallage des Korschenbroicher Teams. Anwurf der Begegnung am kommenden Samstag (18.02.) ist um 19.15 Uhr.
Noch ein bisschen weiter in der Zukunft liegt das Gastspiel des TVK bei TUSEM Essen. Am 2. März ist das Hand.Ball.Herz.-Team zu Gast in der Halle am Hallo. Zu dieser Partie soll wieder ein Fanbus starten. Anmeldungen werden unter der Mailadresse Helga-Stephan.Engels@t-online.de entgegen genommen. Je nach Auslastung kostet die Fahrt zwischen 8 und 13 Euro. Die Eintrittskarten werden ebenfalls besorgt, müssen jedoch extra bezahlt werden. Anmeldeschluss ist der 24.02., der Tag des Heimspiels gegen Potsdam. Bei dieser Gelegenheit ist auch die persönliche Anmeldung in der Halle möglich.
„Uns konnte nichts besseres passieren, als das Korschenbroich letzte Woche gegen Hamm gewonnen hat. Dadurch wussten wir, was uns hier heute erwartet. Ich bedanke mich auch bei der Vereinsführung, die uns ermöglicht hat das Spiel so professionell anzugehen und erstmalig hierher zu fliegen. Das zeigt auch den Respekt, den wir gegenüber dem Gegner aufgebracht haben. Ins Spiel selber sind wir gar nicht reingekommen. Wir standen in der Abwehr, als wenn wir Fünf-Kilo-Kugeln an den Füßen hatten und haben überhaupt keine Bindung zum Korschenboicher Angriffsspiel bekommen. Simon Breuer hat seine Räume genutzt und sehr erfolgreich abgeschlossen, obwohl wir uns intensiv darauf vorbereitet haben.
Ab der Mitte der ersten Halbzeit stand die Abwehr dann kompakter, Andreas Bayerschmidt hat uns in kritischen Phasen geholfen und vorne haben wir angefangen immer intensiver zu spielen. Die zweite Halbzeit war ein bisschen ein Spiel ohne Grenzen, wir mussten ständig auf Überzahl- und Unterzahlsituationen reagieren, aber wir haben kühlen Kopf bewahrt und schlussendlich verdient die Punkte mitgenommen.“
Christian Voß
„Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, was allerdings auch gegen Erlangen nicht so überraschend ist. Wenn man sich die Videos anguckt sieht man, dass das hin und wieder mal passiert. Die Erlanger Mannschaft ist eine, die vom Kampf lebt, sie braucht eine gewisse Betriebstemperatur. Solange sie diese nicht hat, ist sie um Nummern schlechter. Es war klar, dass sie irgendwann kommen würden. Was uns dann passiert ist, ist etwas was uns nicht hätte passieren dürfen. Wir haben die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit sehr kopflos gespielt und haben die Quittung in Form von Gegenstößen und Ähnlichem bekommen. Das ist für mich ehrlich gesagt die Spielentscheidung. Gegen eine Mannschaft wie Erlangen kann man das schwer aufholen. Wenn man dann auch noch Pech hat, dass es in jeder Situation, in der man den Schritt ran machen kann nicht läuft, dann kommt man halt auch nicht näher heran. Dazu ist Erlangen zu stark.
Ich möchte aber ganz klar sagen, dass wir meiner Überzeugung nach, auch wenn es nicht attraktiv anzusehen war, trotzdem ein gutes Spiel gemacht haben. Mit Erlangen kam eine Mannschaft zu uns, die Tabellenvierter ist und zurecht da oben steht, wirklich gut spielt und auch zurecht gewonnen hat. Aber das ist eine starke Mannschaft und ich finde, wir haben alles raus geholt was wir können und es gibt keinen Vorwurf an die Mannschaft. Ganz im Gegenteil bin ich auch heute wieder stolz auf die Mannschaft. Klar muss sich die Mannschaft die zehn Minuten vor der Halbzeit ankreiden lassen, da haben wir den Kopf verloren im Angriff und in der Deckung und das hat für mich das Spiel entschieden.“
Christoph Piske
„Wir hatten definitiv die Chance, heute etwas zu erreichen und haben ja auch einen super Start hingelegt, mit einer aggressiven Deckung, die Bälle geholt hat, die vorne dann mit richtig Tempo und viel Dampf auch verwandelt wurden. Logischerweise hat Erlangen dann aber irgendwann nachgezogen, ist ebenfalls besser ins Spiel gekommen. Wir hatten so unsere Probleme mit der Härte der Deckung und dadurch hat sich dann auch unsere heutige Quote abgezeichnet. Wir haben gegen Andreas Bayerschmidt, der natürlich auch ein sehr guter Torhüter ist, viel zu viele Bälle verschossen, seien es Dinge wie Siebenmeter, die einfach sichere Tore für uns sein müssen oder auch andere gute Chancen. Im zweiten Abschnitt der ersten Halbzeit fehlte dann auch das nötige Tempo, was uns in unseren Möglichkeiten dann noch einmal begrenzt hat.
Es gibt manchmal Spiele, in denen fast alles daneben geht und keiner seine Normalform abrufen kann. Das hat sicherlich keine tiefer gehenden Gründe, sondern passiert nun mal. Positive anmerken muss man nach der heutigen Partie meiner Meinung nach die Abwehr, die über weite Strecken gut stand. Daraus haben wir dann nur kein Kapital schlagen können.“
Markus Breuer
„Wir haben heute im Prinzip alles gegeben, was ging. Unter der Woche hatten wir natürlich mit einigen Problemen zu kämpfen. Das soll aber nicht als Ausrede herhalten. Wir haben alles in die Waagschale geworfen und sind dann an Andreas Bayerschmidt, der wirklich sehr stark gehalten hat, aber auch an uns selber und unserer Chancenverwertung gescheitert.
Um in dieser Liga bestehen zu können, muss man Woche für Woche eine optimale Leistung abrufen. Letzte Woche gegen Hamm ist uns das gelungen, da haben alle Mannschaftsteile super funktioniert - und heute war das eben nicht so. Das soll kein Vorwurf an Einzelne sein. Wir werfen derzeit alles rein, was geht und müssen dann halt in jedem Spiel schauen, was bei raus kommt. Unser Kader ist nunmal stark dezimiert und mehr können wir nicht machen.
Beispielhaft ist dafür sicherlich auch die Situation, als Simon Breuer Mitte der ersten Halbzeit durch eine offensive Deckungsvariante quasi aus dem Spiel genommen wurde. Wenn das geschieht, müssen natürlich die anderen Positionen für Entlastung sorgen und Druck auf die Abwehr ausüben. In der Vorwoche hat das sehr gut funktioniert, dieses Mal leider nicht. Gegen eine so starke Abwehr wie die Erlanger, die sehr kompakt standen und einen guten Torhüter dahinter hatten, muss man dann auch mal zu einfachen Toren kommen, auch die haben uns heute leider gefehlt. Im Gegensatz zum Gegner mussten wir uns jeden unserer Treffer hart erarbeiten.“
Zur Hälfte ist sie absolviert, die erste eingleisige Spielzeit der 2. Handballbundesliga. Mit 12:26 Punkten bei einem Torverhältnis von -23 hat der TV Korschenbroich die Hinrunde auf Platz 17 abgeschlossen und sich angesichts von einem Punkt Differenz auf den ersten Nichtabstiegsplatz alle Chancen im Kampf um den Klassenverbleib gewahrt. Am kommenden Samstag (19.30 Uhr, Waldsporthalle) startet für das Hand.Ball.Herz.-Team mit der Partie gegen den HC Erlangen die Rückrunde der Saison 2011/2012.
Das bisherige Handballjahr 2012 war für die Korschenbroicher gelinde gesagt eine Achterbahnfahrt. Auf eine bis zur Verletzung von Florian Korte hervorragende Wintervorbereitung folgte die knappe Niederlage beim direkten Konkurrenten aus Rostock und am vergangenen Wochenende dann der sensationelle Heimsieg über den ASV Hamm-Westfalen. TVK-Coach Christian Voß lässt sich von diesen Auf und Abs in seiner Arbeit mit seiner (Rumpf-)Truppe nicht beirren: „Man muss die letzten Wochen realistisch betrachten. In Rostock hat uns die frühe Verletzung von Dennis Marquardt um den möglichen Sieg gebracht. Am vergangenen Wochenende hat er einmal mehr bewiesen, wie wichtig er für das Team ist. Nicht nur in der Abwehr, sondern in unserer derzeitigen Lage auch auf der halblinken Rückraumposition. Insgesamt war die Partie gegen Hamm fast ein 100%-Spiel, wir haben auf sehr sehr hohem Niveau agiert. Das muss unser Ziel sein, auch wenn uns das mit Sicherheit nicht immer gelingen wird.“
Mit dem Hamm-Spiel beschäftigen sich aber weder Mannschaft noch Trainer. „Unser Fokus liegt immer auf dem nächsten Spiel“, so Voß. Und in diesem nächsten Spiel wartet mit dem HC Erlangen der aktuelle Tabellenvierte auf den TVK. Das Hinspiel verloren die Korschenbroicher mit 22:23 (11:11), es war eines der vielen engen Spiele, die das Hand.Ball.Herz.-Team nicht für sich entscheiden konnte. Das soll am kommenden Samstag anders werden. „Erlangen hat eine schnelle, gute Mannschaft, die ohne überragende Einzelspieler auskommt und über das Kollektiv stark ist. Von der Spielanlage her ähnelt uns der HCE sehr. Ich rechne mit einem interessanten und attraktiven Handballspiel“, macht Trainer Christian Voß dem Korschenbroicher Publikum den Besuch der Partie am Samstagabend schmackhaft. Für seine eigene Mannschaft hat Voß eine relativ einfache Marschroute parat: „Die Einstellung muss stimmen, wir brauchen eine gute Chancenverwertung, eine sichere Deckung, die den Gegnern zu Fehlern zwingt und gute Torhüter.“ Dass die TVK-Spieler in der Lage sind, diese grundlegenden Handballtugenden abzurufen, stellten sie ja unlängst im Duell mit dem ASV Hamm unter Beweis.
Für das kommende Heimspiel steht dem Korschenbroicher Übungsleiter das gleiche Personal zur Verfügung wie vor Wochenfrist. Erwartungsgemäß wird keiner der Langzeitverletzten in den Kader zurückkehren. Die beiden Nachwuchskräfte Sebastian Bartmann und Philipp Liesebach, am letzten Wochenende noch per Doppelspielrecht in der Ober- bzw. Verbandsliga unterwegs, fallen inzwischen ebenfalls verletzt aus. Bartmann zog sich eine Sprunggelenksverletzung zu, Liesebach laboriert an einem Muskelfaserriss. Weil unter der Woche auch noch Markus Breuer (Ferse), Oliver Mayer und Christoph Piske (beide erkrankt) nur eingeschränkt am Trainingsbetrieb teilnehmen konnten, war es mitunter sehr leer in der Waldsporthalle. Umso glücklicher war Christian Voß daher über die Kooperationsbereitschaft der 2. Herrenmannschaft um Spielertrainer Bodo Leckelt, die zwei Einheiten gemeinsam mit dem Bundesligateam abhielten: „Für ein sinnvolles Training muss ich einfach Situationen mit sechs gegen sechs Spielern haben. Aufgrund unserer derzeitigen personellen Situation ist das aber nicht möglich. Ich möchte mich auch auf diesem Wege noch einmal herzlich bei Bodo Leckelt und seinen Jungs bedanken, die uns wirklich sehr weitergeholfen haben.“
Der TVK hat für DIE Sensation am letzten Spieltag der Hinrunde 2011/2012 gesorgt: Nach einer furiosen Leistung gewann das Team von Trainer Christian Voß mit 33:29 (17:17) gegen den Erstliga-Absteiger ASV Hamm. Bester Werfer war Simon Breuer mit 10 Toren.
Es war ganz sicher kein Understatement der Korschenbroicher Verantwortlichen, sich vor dem Spiel gegen den ASV Hamm-Westfalen selbst als „krasser Außenseiter“ zu bezeichnen. Dass bei den Gästen mit Hynek und Pomeranz zwei Spieler ausfielen – geschenkt, denn in dem breiten Kader des letztjährigen Erstligisten tummelte sich immer noch die geballte Erfahrung.
Der TVK hingegen musste vor dem Spiel – wieder einmal – mit neuen Hiobsbotschaften klarkommen. Sebastian Bartmann hat sich eine schwere Verletzung am Sprunggelenk zugezogen und gesellt sich zu den Langzeitverletzten Mathias Deppisch, Florian Korte und Robin Doetsch. Phillipp Liesebach war mit dem Hülser SV aktiv. Hinzu kam, dass Simon Breuer grippegeschwächt ins Spiel ging. Somit reduzierte sich der Kader auf gerade einmal acht (!) Feldspieler, die im Vollbesitz ihrer Kräfte waren.
Aber wie sagte TVK-Trainer Christian Voß vor dem Spiel: „Wir müssen Lösungen finden, spielerisch und mental.“Gesagt, getan: Der TVK begann mit einer doppelten Manndeckung. Eine Maßnahme, „mir der wir gerechnet hatten“, so Hamms Trainer Kay Rothenpieler. Und dennoch: Gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Korschenbroicher gelang es den Gästen nur vereinzelt, spielerisch zum Erfolg zu kommen. Der TVK erholte sich auch von kleineren Rückständen (7:9, 13:16) und glich durch Markus Breuer, der aus spitzem Winkel gekonnt vollstreckte, zur Pause aus.
Weitere taktische Maßnahmen griffen: Um Simon Breuers Kräfte zu schonen, wurde dieser nur im Angriff eingesetzt. Mit zehn Toren war er wieder einmal bester Werfer seines Teams. „Ich hätte nicht gedacht, dass er so lange durchhält. Hut ab“, zollte Voß seinem Regisseur Respekt.
Und mental waren die TVK-Akteure sowieso voll auf der Höhe. Von Beginn an demonstrierte das Team den unbedingten Willen zum Sieg. „Korschenbroich wollte den Sieg mehr als wir“, gab Rothenpieler später zu.
Im zweiten Durchgang fiel die Entscheidung in der 56. Minute, als der TVK nach Treffern von Marcel Görden und zwei Mal Simon Breuer erstmals auf drei Tore (29:26) enteilte. Die Waldsporthalle stand Kopf und wieder einmal bewiesen die Korschenbroicher, dass mit Moral und Kampfgeist ein übermächtig erscheinender Gegner zu besiegen ist – wenn denn alles stimmt. Und darin waren sich die Beobachter einig: Aus TVK-Sicht war es ein Tag nahe am Optimum.
Die Message des Spiels muss daher lauten: Der Klassenerhalt ist ein realistisches Ziel, keine Träumerei. Es lohnt sich, sich für den TVK zu engagieren, denn bei vollem Einsatz entsteht für alle Beteiligten ein Mehrwert. Das gilt für Spieler und Trainer, aber auch für das Umfeld, welches weiterhin Spitzenhandball am Niederrhein etablieren will – am liebsten in der 2.Liga.
Christian Voß: „Ich bin überglücklich, dass wir gewonnen haben. Ich musste die Mannschaft nicht zusätzlich motivieren, dass haben die Jungs überwiegend alleine hinekommen. Ich habe bei meinem Amtsantritt drei Schlagworte kreiert, die unserer Spiel beschreiben sollen: Kampf, Wille, Intelligenz. Ich denke, diese Eigenschaften hat man heute gesehen. Der Sieg ist insofern unglaublich wichtig, als dass heute alle gesehen haben, dass wir mithalten können, selbst gegen ein Team wie Hamm. Das stimmt uns wieder optimistisch, wennglich man sagen muss, dass heute fast alles geklappt hat.“
Kay Rothenpieler: „Der Sieg für Korschenbroich geht in Ordnung. Wir haben mit einer offensiven Abwehr gerechnet, weil klar war, dass Korschenbroich etwas Besonderes gegen uns probieren würde. Obwohl wir uns im Training darauf vorbereitet haben, haben wir uns zuviel im Eins-Eins verzettelt. Im Endeffekt hat Korschenbroich den Sieg mehr gewollt. Wir haben zwar einen großen Kader, aber der nützt mit auch nichts, wenn ein Großteil seine Leistung nicht abruft. Mit der hohen Anzahl an technischen Fehlern kann man kein Spiel gewinnen, schon gar nicht auswärts.“
Marcel Görden: „Ich habe am Freitag nach dem Abschlusstraining an alle appelliert, dass wir alles aus uns rausholen müssen. Genauso ist es gekommen – es war eine echte Energieleistung von uns.“
Markus Breuer: „Jeder von uns muss in der jetzigen Situation ein Stück mehr Verantwortung übernehmen. Dann kann selbst gegen einen Gegner wie Hamm bestehen.“
Florian Korte: „Ich habe meine Operation gut überstanden, wenngleich die ersten Tage schon schmerzintensiv waren. Aber das gehört wohl dazu. Ich bin aber bestens versorgt und werde in Kürze mit der Reha beginnen. Glückwunsch an die Jungs – ich habe vor dem Spiel extra noch eine Motivations-Email an die Mannschaft geschrieben. Ich glaube, das mache ich jetzt immer…“
Der TV Korschenbroich tritt an diesem Samstag (19.30 Uhr, Waldsporthalle) gegen Erstliga-Absteiger ASV Hamm-Westfalen an. Das Team um Kapitän Simon Breuer geht nicht nur wegen der Tabellenkonstellation als krasser Außenseiter in das Spiel.
Obwohl im ersten Spiel nach der schweren Verletzung von Florian Korte mit Dennis Marquardt der einzige Spieler im TVK-Kader, der Korte annähernd ersetzen kann, früh ausfiel, war man nahe dran an einem Auswärtspunkt in Rostock. Doch die Ostdeutschen verfügten über mehr und vor allem routiniertere Alternativen.
„Das Spiel ist abgehakt. Wir müssen weiterhin daran arbeiten, unsere personelle Situation zu akzeptieren und Lösungen zu erarbeiten. Das meine ich nicht nur spielerisch, sondern vor allem mental“, so TVK-Trainer Christian Voß.
Als Tabellenletzter wird es für den TVK in den kommenden Wochen darum gehen, den Abstand zum rettenden Ufer nicht größer werden zu lassen. „Die Vereinsführung hat klar artikuliert, dass alles für den Klassenerhalt getan wird. Das finde ich gut so und unterstütze diese Vorhaben zu 100%. Was uns als Mannschaft überhaupt nicht hilft, ist, wenn über uns in der Zeitung steht, wir seien am Boden. Dafür habe ich kein Verständnis, weil es inhaltlich Quatsch ist – es sind weiterhin zwei Punkten Abstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Auch uns als Mannschaft wird damit etwas unterstellt, was die Stimmungslage nicht wiedergibt: Wir werden kämpfen bis zum Umfallen, das hat uns immer ausgezeichnet und wird auch so bleiben“, so der nach wie vor verletzte Rechtsaußen Mathias Deppisch.
Wer auf dessen Poisition auflaufen wird, ist indes noch unklar: Robin Doetsch ist weiterhin verletzt und Phillip Liesebach muss absprachgemäß für seinen Stammverein Hülser SV auflaufen.
Die Aufgabe am kommenden Samstag hat es in sich, wenn der TVK als Letzter auf den Tabellen-Neunten trifft: Der ASV Hamm Westfalen hat sich nach schwachem Start (5:13 Punkte) in der Liga etabliert. Mannschaften wie Potsdam, Eisenach oder der letzten TVK-Gegner Empor Rostock wurden nach dem Trainerwechsel (Rothenpieler für Machulla, der aber weiterhin als Spieler aktiv ist) mit über zehn Toren Differenz geschlagen, darüber hinaus Liga-Primus GWD Minden (auswärts!) mit sechs Toren abgefertigt.
„Hamm ist uns von den Einzelspielern klar überlegen, das ist keine Frage. Die tragenden Säulen aus der 1. Liga wurden gehalten bzw. während der Saison zurückgeholt. Damit meine ich das Torhütergespann oder die Rückraumspieler Pomeranz, Machulla und Lammers“, urteilt Voß. „Aber Bange machen gilt nicht. Wir werden alles geben – ob das für Punkte reicht, werden wir sehen.“
Erstes Heimspiel für den TVK nach der EM-Pause: Am Samstag (19.30 Uhr, Waldsporthalle) kommt mit dem ASV Hamm-Westfalen ein Team, das im letzten Jahr noch in Liga 1 mitmischte.
„Natürlich sind wir in diesem Spiel krasser Außenseiter. Mit der Leistung der letzten Spiele wird Hamm aus meiner Sicht noch ins Aufstiegsrennen eingreifen. Ein Punktverlust beim Tabellenletzten ist da sicher nicht eingeplant“, urteilt Kai Faltin, sportlicher Leiter beim TVK.
Bezüglich der personellen Situation kann Faltin keine Neuigkeiten vermelden: „Wir werden am Samstag definitiv weiterhin ohne Florian Korte, Mathias Deppisch und Robin Doetsch spielen müssen. Ich hoffe sehr, dass Dennis Marquardt wieder fit sein wird. Die Verpflichtung eines externen Spielers hat sich bis zum heutigen Tag nicht realisieren lassen.“
Gerade aufgrund dieser Umstände hoffen die TVK-Verantwortlichen mehr denn je auf große Unterstützung seitens der Zuschauer. „Auch wenn die Nationalmannschaft die Erwartungen nicht erfüllt hat, ist der Handball nach der EM in aller Munde. Davon wollen wir profitieren, schließlich haben wir erst gegen Hamm und dann eine Woche später gegen Erlangen zwei Heimspiele in Folge“, so Faltin.
Der TV Korschenbroich hat sein erstes Pflichtspiel im Jahre 2012 verloren. Bei Empor Rostock verlor das Team vom Niederrhein mit 31:32 (15:14). Somit rutscht der TVK auf den 20. und letzten Tabellenplatz.
Der TVK ging sehr gut vorbereitet und voller Elan ins Spiel. Auf die Verletzung von Florian Korte hatte TVK-Coach Christian Voß reagiert, ließ mit einer 5:1-Abwehr spielen und brachte im Angriff Dennis Marquardt im linken Rückraum. Eine Formation, die in der Anfangsphase sehr gut harmonierte, aber bereits in der 9. Minute keinen Bestand mehr hatte.
Dennis Marquardt erzielte einen schönen Treffer zum 5:4 für den TVK, wurde aber durch einen Rostocker Abwehrspieler übel aus der Luft geholt und landete mehr als unsanft auf dem Hallenboden der schmucken Scandlines Arena. Die Konsequenz: Rote Karte für den Rostocker „Übeltäter“, aber nur zwei Minuten numerische Unterzahl für die Gastgeber. Der TVK hingegen musste fortan auf seinen Abwehrchef verzichten und hatte auch im Angriff eine Option weniger.
Dennoch gelang es dem TVK-Team, zur Halbzeit mit einem Tor in Führung zu gehen. Probleme bereite vor allem Gabor Langhans, der in den ersten 30 Minuten sieben Mal traf. Da nützte es wenig, dass man den starken tschechischen Individualisten Michal Bruna an die Kette legte.
Im zweiten Durchgang führte Rostock in der 46. Minute erstmals mit vier Toren (25:21), Voß reagierte mit einer Auszeit und ordnete eine neue Deckungsformation an. Doch der Ausgleich wollte trotz großer Moral nicht mehr gelingen.
Unter dem Stich wieder einmal eine knappe Niederlage – doch die Leistung nahezu aller eingesetzten Akteure dürfte den Optimismus im Korschenbroicher Lager aufrechterhalten. Rostock verfügte über eindeutig mehr Alternativen, die am Ende ausschlaggebend waren.
TVK-Trainer Christian Voß: „Wir sind nach diesem Spiel alle sicher enttäuscht. Individuell haben wir z.T. gute Leistungen gebracht. Unzufrieden war ich mit dem Ballvortrag in der 2. und 3. Welle. Es war schwierig für uns, eine kompakte Deckungsformation zu finden.“
Am kommenden Samstag (19.30 Uhr, Waldsporthalle) trifft der TVK auf den Erstliga-Absteiger ASV Hamm-Westfalen. Die Langzeitverletzten Florian Korte und Mathias Deppisch sowie Robin Doetsch werden dabei wohl weiterhin zum Zuschauen verdammt sein. Ob Dennis Marquardt bis dahin wieder fit sein wird, bleibt abzuwarten.
Der TV Korschenbroich tritt am kommenden Samstag beim HC Empor Rostock (19.30 Uhr) an. Neuzugang Steffen Fischer wird dann erstmals für den TVK auflaufen.
Das Nachholspiel aus dem Dezember 2011 ist das Duell zweier Tabellennachbarn: Rostock und der TVK belegen den letzten bzw. vorletzten Tabellenplatz der 2. Bundesliga und kämpfen um den Klassenerhalt. Nur das bessere Torverhältnis lässt die Korschenbroicher einen Rang besser dastehen.
Die Mannschaft aus Mecklenburg-Vorpommern verfügt über eine lange Historie: So war Empor die erfolgreichste Pokalmannschaft der DDR. Nach dem achten Meistertitel, den die Mannschaft 1978 holte, brach für sie auch international eine sehr erfolgreiche Zeit an, die mit dem Europapokalfinale endete. Das Endspiel um die Europameisterschaft für Vereinsmannschaften 1982 gegen Honved Budapest in der Sport- und Kongresshalle Rostock mit über 4 000 Zuschauern war ein dramatisches Spiel, das den Rostocker Handballern den größten Triumph in der Vereinsgeschichte einbrachte.
Auch heute verfügt Rostock über eine schlagkräftige Truppe, weiß u.a. den tschechischen Nationalspieler Michal Bruna oder den international erprobten Griechen Vyron Papadopoulos in seinen Reihen. Bei diesem Kader und einer Etatgröße von etwa 800 000 Euro dürfte der letzte Platz sicher eine kleine Überraschung in der eingleisigen 2. Liga darstellen. Gegen den TV Korschenbroich steht die Mannschaft von Trainer Norbert Henke, der seit Ende November im Amt ist, also unter Zugzwang.
Von einem Abstiegsendspiel will Trainer Christian Voß aber nichts wissen: „Wir haben 21 Spieler vor der Brust. Wichtig ist, dass wir gut in das Jahr 2012 starten und die Spielphilosophie, die die Mannschaft und ich gemeinsam erarbeitet haben, in einem Pflichtspiel umsetzen.“
Verzichten muss Voß wie in den letzten Monaten des abgelaufenen Jahres auf Mathias Deppisch. Mit Robin Doetsch fehlt ein weiterer Linkshänder. Nur gut, dass Neuzugang Steffen Fischer spielberechtigt sein wird. „Ich erwarte natürlich keine Wunderdinge von ihm. Aber er wird seine Einsatzzeiten bekommen“, so Voß.
Kai Faltin, sportlicher Leiter beim TVK, ist grundsätzlich optimistisch, was die zweite Saisonhälfte angeht: „Wir haben unter Christian Voß bislang eine ausgeglichene Bilanz. Der Trend geht also in die richtige Richtung und findet in 2012 hoffentlich seine Fortsetzung. Die Verletzung von Florian Korte trifft uns aber sehr.“
Positiv bewertet Faltin die Tatsache, dass das Team - dank des zusätzlichen Engagements eines Sponsors - einen Zwischenstopp mit Übernachtung einlegen wird. „Das ist ein grundsätzlich ein positives Zeichen, zeigt aber, mit welchen knappen Mitteln wir arbeiten. Man muss sich ja nur mal den Etat von Rostock angucken. Wir sind darauf angewiesen, dass wir weiterhin Unterstützung aus der Region erhalten. Das gilt kurzfristig, da es selbstredend Überlegungen gibt, auf die Verletzung von Florian Korte zu reagieren. Aber auch für die nächste Saison wünschen wir uns Planungssicherheit.“
Der TV Korschenbroich hat Steffen Fischer verpflichtet. Der 21-jährige Linkshänder spielt auf der rechten Rückraumposition und kommt vom Dessau-Rosslauer HV.
„Wir sind sehr froh, die Verpflichtung von Steffen Fischer bekannt geben zu können“, kommentierte Kai Faltin, sportlicher Leiter beim TVK. Fischer weilte Anfang Januar für ein mehrtägiges Probetraining in Korschenbroich. Beide Seiten, Verein und Spieler, fanden auf Anhieb Gefallen aneinander. Dennoch mussten erst einige wichtige vertragsrelevante Dinge geklärt werden.
„Bevor nicht alle Vertragsdetails geklärt sind und die beidseitige Unterschrift erfolgt ist, geben wir keine Verpflichtung bekannt. Das wäre unseriös“, so Faltin.
Fischer unterschrieb am gestrigen Abend einen Vertrag bis Saisonende und freut sich auf seine Aufgabe: „Ich möchte helfen, dass der TVK die Klasse hält. Mannschaft, Trainer und Umfeld machen auf mich einen sehr sympathischen Eindruck.“
Trainer Christian Voß heißt seinen Neuzugang willkommen: „Steffen ist auf und neben dem Spielfeld ein intelligenter Junge. Ich möchte ihn weiterentwickeln und bin der Überzeugung, dass er dazu beitragen wird, dass wir unser Spiel weiter stabilisieren. Da uns mit Mathias Deppisch und Robin Doetsch zwei Linkshänder ausfallen, ist es wichtig für uns, dass wir auf der rechten Seite eine weitere Option haben.“
Fischer stammt gebürtig aus Hessen, wechselte aber bereits mit 16 Jahren in das Jugend-Internat des VfL Gummersbach. Im Herrenbereich folgten zwei Jahren in Dessau, sowohl in der 2. als auch in der 3. Liga. Der 1,97 m große Linkshänder gilt als abwehr- und spielstark. Zu seinen Erfolgen in der noch jungen Karriere gehörte eine Einladung zur Juniorennationalmannschaft. Fischer wird erstmals am kommenden Samstag (19.30 Uhr) beim Spiel in Rostock für den TVK auflaufen.
Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt: Florian Korte hat sich das Kreuzband gerissen sowie eine Verletzung am Meniskus zugezogen. Damit fällt der wurfgewaltige Rückraumspieler für den Rest der Saison aus.
Wie die Untersuchungen am gestrigen Montag ergeben haben, hat sich Florian Korte eine schwere Knieverletzung im Trainingsspiel gegen den DHC Rheinland zugezogen. Korte gehörte in der Hinserie zu den absoluten Leistungsträgern beim TVK; der 25-Jährige erzielte 87 Tore und spielte im Innenblock eine wichtige Rolle.
„Das ist ganz bitter für uns, aber natürlich auch für Florian selbst. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nach Bekanntwerden der Diagnose ziemlich unter Schock stand“, so Trainer Christian Voß. „Aber wir müssen schnell konstruktiv werden und Lösungen finden.“
Auch Kai Faltin, sportlicher Leiter beim TVK, schlägt in die gleiche Kerbe: „Die Verletzung trifft uns sehr hart. Die Mannschaft, der Trainer, aber auch das Umfeld müssen sich überlegen, wie wir nun reagieren. Wir werden an der Strategie festhalten, alles zu tun, was uns im Abstiegskampf hilft.“
Korte wird Anfang nächster Woche operiert. „Es ist wahrscheinlich der ungünstigste Zeitpunkt für eine solche Verletzung. Aber das Leben geht weiter und ich bin sicher, dass ich schnell wieder auf die Beine kommen werde", so Korte.
Der TV Korschenbroich hat in einem Testspiel gegen Ligakonkurrenten DHC Rheinland mit 26:30 (12:14) verloren. Beste Werfer auf Korschenbroicher Seite war Simon Breuer mit sechs Treffern. Am kommenden Samstag (19.30 Uhr) absolviert der TVK in Rostock sein erstes Pflichtspiel des Jahres 2012.
TVK-Coach Christian Voß musste eine Woche vor dem Abstiegsduell bei Empor Rostock ohne etatmäßigen Rechtsaußen auskommen; Philipp Liesebach war mit dem Hülser SV aktiv und zu dem Langzeitverletzten Mathias Deppisch kam mit Robin Doetsch ein weiterer Ausfall hinzu.
Beide Teams testeten verschiedene Formationen, wobei der TVK auch offensive Abwehrvarianten ausprobierte. „Hier habe ich Licht und Schatten gesehen“, resümierte Voß, dessen Team gegen Mitte der zweiten Halbzeit zeitweise mit einem Tor führte. „Das Ergebnis war völlig zweitrangig“, so Voß.
Größere Sorgenfalten bereitete dem Korschenbroicher Coach eher das verletzungsbedingte Ausscheiden von Florian Korte. Der wurfgewaltige Rückraumspieler war in der Schlussphase in der Luft geschubst worden und hatte sich beim Landen das Knie lädiert. Eine genauere Untersuchung steht noch aus.
„Ich muss ehrlich sagen, dass ich etwas unter Schock stand. Wir können nur hoffen, dass es nichts Ernstes ist. Einen weiteren Ausfall, noch dazu eines solch wichtigen Rückraumspielers, können wir kaum kompensieren“, sagte Voß. Nicht nur Voß monierte so manche Aktion, die unter Leitung eines völlig überforderten Schiedsrichtergespanns nicht selten die Grenze der Fairness überschritt.
Die TVK-Tore erzielten:
Tovornik (4), Breuer, S. (6), Marquardt, B. (2), Korte (4), Piske (5), Görden (4/2), Breuer, M. (1)
Nach der kurzen Winterpause wird beim TV Korschenbroich, dem Handball-Bundesligisten vom Niederrhein, wieder mit Hochdruck gearbeitet. Spieler, Trainer und das Funktionärsteam wollen für eine erfolgreiche Rückrunde, an deren Ende der Klassenerhalt stehen soll, sorgen. Die TVK-Presseabteilung berichtet über die Ereignisse der letzten 14 Tage und den Fahrplan bis zum ersten Meisterschaftsspiel (28.1.2012 in Rostock).
So bat Trainer Christian Voß seine Mannschaft bereits am 4. Januar wieder zum Training. Bis auf den Langzeitverletzten Mathias Deppisch war der gesamte Kader einsatzbereit – also auch Björn Marquardt, dessen Wadenbeinfraktur verheilt ist. „Ich mache noch parallel Einheiten bei unserer physiotherapeutischer Abteilung, freue mich aber, wieder mit der Mannschaft trainieren zu können“, so Marquardt.
Voß, unter dem der TVK eine ausgeglichene Punktebilanz verzeichnen konnte, setzte die Schwerpunkte im athletischen Bereich. Aber auch den Umgang mit dem Ball haben Breuer & Co. nicht verlernt: Bei einem internen Mini-Turnier wurden Oberligist Neusser HV und Drittligist Bayer Uerdingen souverän besiegt.
„Das sah schon sehr ordentlich aus, auch wenn in der 2.Liga ein anderer Wind weht. Die Gegner waren kein Zufall. Wir haben die Spiele zum Anlass genommen haben, den Dialog mit seriösen Vereinen aus der Region zu führen“, so Geschäftsführer Dr. Peter Irmen.
Wie angekündigt ist der TVK auf der Suche nach einem neuen Spieler für die noch ausstehenden 21 Spiele der Saison 2011/2012. Mehrere Spieler wurden bereits intensiv getestet, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es natürlich schwierig, vor allem weil in der Regel alle Spieler gültige Verträge haben. Aber wir sind guten Mutes“, so der sportliche Leiter Kai Faltin, der mit Hilfe aus den eigenen Reihen nicht nur Kontakte zu Spielern aus der Region, sondern auch quer durch Europa herstellte. „Ich habe diesbezüglich unzählige Telefonate geführt, Mails geschrieben oder Flüge organisiert. Das waren Aktivitäten, die es in der Vergangenheit bei uns in dieser Form nicht gegeben hat“, so Faltin, der noch einmal klar herausstellt: „Wir tun alles dafür, dass wir die Klasse halten. Diese Einstellung wünschen wir uns von allen Beteiligten!“
Das war auch der Tenor beim ersten Sponsorentreffen des neuen Jahres. In den Räumlichkeiten von Team-Sponsor KVV trafen sich die Partner sowie Geschäftsführung und Management des TVK. Informationen aus erster Hand durch Trainer Christian Voß, aber auch angeregte Diskussionen rund um den Handball machten die Veranstaltung in gemütlicher Atmosphäre zu einem interessanten Abend.
Vor allem der Austausch über die jüngsten Ereignisse in der Region zeigte, dass alle Anwesenden fest zu ihrer Verbundenheit mit dem Verein und dessen Philosophie stehen. Danach wurden die kurzfristigen Ziele und zukünftigen Perspektiven eingehend erläutert. „Wir sehen unsere Sponsoren als Partner. Deshalb lassen wir sie bei solchen Treffen natürlich daran teilhaben, wie wir uns die gemeinsame Zukunft vorstellen“, so Kai Faltin, der sich über den Besuch der Kooperationspartner des Neusser HV und des TV Lobberich freute.
In naher Zukunft steht das immens wichtige Spiel beim Tabellenletzten Empor Rostock (28.1.2012) an. Erfreulich, dass es erneut gelungen ist, dank eines Sponsors einen Tag vorher anreisen zu können. „Die Kosten waren hierfür im Etat eigentlich nicht vorgesehen. Aber nicht nur unser Spiel in Bad Schwartau, wo wir einen Punkt holen konnten, hat gezeigt, dass es für eine professionelle Vorbereitung unabdingbar ist, ausgeruht in so ein Spiel zu gehen“, bedankt sich Faltin.
Am kommenden Samstag (19.30 Uhr, Waldsporthalle) testet der TVK gegen Ligakonkurrent DHC Rheinland.
Kai Faltin bezieht Stellung zur Spielgemeinschaft DDHC Rheinland
Am vergangenen Dienstag hatten die HSG Düsseldorf und der DHC Rheinland zu einer gemeinsamen Pressekonferenz in das Swissotel Düsseldorf / Neuss geladen. Auf dieser Pressekonferenz gaben die beiden Ligakonkurrenten des TVK bekannt, ab der Saison 2012/2013 eine Spielgemeinschaft unter dem Namen DDHC Rheinland in der 2. Bundesliga an den Start bringen zu wollen.
Im Zuge dieser Pressekonferenz wurden auch einige Aussagen mit Blickrichtung zum dritten Bundesligisten der Region, dem TV Korschenbroich, getroffen. Über Wortlaut und Inhalt dieser Aussagen zeigten sich die Verantwortlichen der TVK Handball GmbH & Co. KG am darauffolgenden Tag nicht sehr erfreut. In ihren Augen wurde die Rolle des TVK in diesem Konstrukt falsch wiedergegeben. Kai Faltin, Managing Director und Sportlicher Leiter des Hand.Ball.Herz.-Teams bezieht im Gespräch mit der TVK-Presseabteilung Stellung.
Kai, am gestrigen Dienstag haben die HSG Düsseldorf und der DHC Rheinland die Gründung einer Spielgemeinschaft zur neuen Saison bekannt gegeben. Wurdest Du von dieser Nachricht ebenso überrascht wie die meisten der Handballfans in unserer Region?
„Dem war zweifelsohne so. Im Vorfeld der gestrigen PK hat es keinerlei Gespräche zwischen Verantwortlichen von HSG, DHC und TVK gegeben. Leider wurde in diesem Pressegespräch der Eindruck vermittelt, auch wir vom TV Korschenbroich stünden in engem Kontakt zu den Verantwortlichen dieser neuen Spielgemeinschaft, ja man könnte sogar aufgrund der dort getätigten Aussagen annehmen, dass wir ebenfalls die Absicht haben, mit dem TVK in dieses Konstrukt einzutreten.“
Dem ist also nicht so?
„Definitiv nicht. Es hat und es wird auch in absehbarer Zeit keine Überlegungen geben, mit dem Bundesligateam des TV Korschenbroich Teil einer Spielgemeinschaft mit unseren Nachbarn aus Düsseldorf und Dormagen zu werden.“
Der DDHC Rheinland wird seine Heimspiele abwechselnd in Düsseldorf und in Dormagen antreten, langfristig ist eine neue Halle im Neusser Raum geplant, für die auch der TV Korschenbroich als Mieter ins Gespräch gebracht wurde. Wie sehen Eure Überlegungen in diese Richtung aus?
„Auch dieser Schritt spielt in unseren Überlegungen überhaupt keine Rolle. Wir als TVK sehen unsere sportliche und geographische Heimat im Großraum Korschenbroich/Mönchengladbach. Was eine neue Spielstätte anbelangt, die wir für eine langfristige Etablierung der Handballbundesliga mit dem TVK für unabdingbar halten, so liegt unser Fokus immer noch mehrheitlich auf einer Lösung im Mönchengladbacher Nordpark. Unser Slogan war und ist 'Hand.Ball.Herz. am Niederrhein'. Diesem Motto fühlen wir uns verpflichtet und wollen es mit Leben erfüllen. Dies impliziert auch, dass wir uns dem hier ansässigen Handballverband Niederrhein angehörig fühlen und definitiv nicht dem HV Mittelrhein, in dem wohl der DDHC verortet sein wird.“
Welche Konsequenzen wird dieser Zusammenschluss der beiden großen Nachbarvereine des TVK in wirtschaftlicher und sportlicher Hinsicht haben?
„Da muss man erst einmal die Entwicklung der kommenden Wochen und Monate abwarten. Wenn ich die Aussagen der Verantwortlichen richtig im Kopf habe, sollen ja eventuell schon in der noch laufenden Saison Spieler zwischen beiden Trägervereinen ausgetauscht werden, um eine möglichst schlagkräftige Mannschaft zu bilden. Dies hätte zweifellos auch Auswirkungen auf die sportlichen Resultate. Und auf der wirtschaftlichen Seite hoffe ich, dass die lokalen und regionalen Unternehmen sowie die Politik am Niederrhein unseren seit Jahren bewährten Weg einer seriösen Finanzpolitik unterstützen werden.“
Ein erfolgreiches, aufregendes und anstrengendes Handballjahr neigt sich dem Ende entgegen. In der nun beginnenden Liga-Pause zur Europameisterschaft in Serbien, vom 15. bis 29. Januar, bedeutet dies für unsere Jungs abschalten und Kraft tanken.
Los geht es für uns wieder am Sa. 28. Januar in Rostock, ehe dann am Sa. 04. Februar erstmals wieder die Waldsporthalle gegen Erstliga-Absteiger Hamm-Westfalen brodeln wird.
Bis dahin wünschen all unseren TVK-Freunden und Fans eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein frohes und erfolgreiches Jahr 2012!
Halten Sie uns auch weiterhin die Treue und unterstützen Sie die Mannschaftauch in 2012 ebenso lautstark und emotional wie in diesem Jahr. Vor allem wünschen wir Ihnen auch im kommenden Jahr viel Spaß beim TV Korschenbroich in der 2. Handball Bundesliga mit zahlreichen spanndenen und erfolgreichen Bundesligaspielen unseres Teams.
Genießen Sie nochmals das packende und erfolgreiche Lokalderby gegen Düsseldorf mit einer stimmungsvollen und emotionalen Waldsporthalle, hier bei uns im TVK-Player.
Denken Sie doch auch nochmal an unser Facebook-Projekt 1.000 mit tollen Preisen (1 x TVK-Fanschal, 1 x 2 Eintrittskarten für ein Heimspiel, Hauptpreis: 1 exklusives VIP-Ticket zum Heimspiel gegen GWD Minden am 07. März 2012 - alles nach dem Erreichen der 1.000er Marke) und begeistern Sie Ihre Freunde ebenfalls Fans des TVK zu werden - "gefällt mir" - facebook.com/TVKorschenbroich
Ein ganz besonderer Dank gilt unseren vielen ehrenamtlichen Helfern, die vor allem unsere Heimspiel in der Waldsporthalle, mit sehr viel Fleiß und Vorbereitungszeit, zum Teil hinter den Kulissen agierend, zu einem Gesamt-Familienerlebnis werden lassen. Jeder Einzelen leistet dabei seinen Beitrag zum Gesamtkonzept "Bundesliga Handball am Niederrhein beim TVK", das sonst so nicht möglich wäre.
Herzlichen Dank,
Ihr und Euer TVK - Hand. Ball. Herz.-TEAM vom Niederrhein!
Zum Jahresabschluss konnte der TV Korschenbroich durch einen 30:28 (14:15) – Heimsieg gegen die HSG Düsseldorf zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einfahren. 655 Zuschauer erlebten dabei in der Waldsporthalle keinen handballerischen Leckerbissen, aber eine TVK-Truppe, die aufopferungsvoll kämpfte und am Ende das Parkett verdientermaßen als Sieger verließ.
Gegenüber den letzten Spielen musste TVK-Coach Christian Voß seine Truppe leicht umbauen. Für den erkrankten Mathias Fuchs durfte Pasqual Tovornik im rechten Rückraum beginnen, zudem rückte Sven Bartmann für Oliver Mayer ins Tor. Leider unverändert blieb die schwache Anfangsphase der Korschenbroicher. Schwache Abschlüsse und leichte Fehler erlaubten den Gästen aus der Landeshauptstadt schnell in Führung zu gehen. Über 1:3 (5.) und 2:5 (6.) lag der TVK nach nur neun gespielten Minuten mit 3:8 hinten, was Trainer Christian Voß dazu veranlasste, seine Auszeit zu nehmen.
Mit neuen taktischen Anweisungen im Gepäck fand dann auch endlich der TVK ins Spiel. Zwar konnte die HSG ihren Vorsprung zunächst noch fünf weitere Minuten behaupten (5:10, 15.), dann aber legten die Hausherren so richtig los. Eine 6:0-Serie binnen 6 1/2 Minuten bescherte die erste Korschenbroicher Führung in dieser Partie durch den starken Dennis Marquardt (11:10, 21.). Bis zum Pausenpfiff der Unparteiischen Christoph Maier und Michael Kilp lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, nennenswerte Vorteile konnte sich keine Seite erarbeiten. Beim Seitenwechsel lag die HSG mit 15:14 knapp in Führung.
Ansehnlicher wurde es in Durchgang zwei. Gestützt auf einen stärker werdenden Sven Bartmann zwischen den Pfosten, der einige gute Düsseldorfer Versuche entschärfen konnte, nahm das Korschenbroicher Spiel insgesamt an Fahrt auf. Nach einigen Minuten schlug sich dies auch im Ergebnis nieder. Dem Ausgleich zum 18:18 durch Benjamin Göller in der 39. Minute ließen Marcel Görden und Robin Doetsch zwei weitere Treffer zum 20:18 (41.) folgen. Kontinuierlich setzte sich der TVK in dieser Phase immer weiter ab. Einer weiteren Parade von Sven Bartmann ließ Dennis Marquardt aus dem Gegenstoß heraus das 22:19 (43.) folgen – die Hausherren lagen erstmals an diesem Abend mit drei Treffern in Führung.
Weitere vier Minuten später betrug die sogar fünf Tore. Florian Korte nutzte einen Fehlpass der Düsseldorfer gnadenlos aus und nutzte die sich ihm bietende Chance zum 25:20 (46.). Und die muntere TVK-Show hätte durchaus noch weiter gehen können, ja wenn nicht sogar müssen. Zum Leidwesen aller, die es mit den in weiß spielenden Gastgebern hielten schlichen sich aber wieder alte Verhaltensmuster bei Simon Breuer & Co ein, die nach der schwachen Anfangsphase eigentlich abgelegt schienen.
Auf freundliche Einladung der Korschenbroicher hin witterte die beinahe schon geschlagene HSG noch einmal Morgenluft und holte Tor um Tor auf. Zweimal gelang dem ehemaligen Europapokalsieger um den Ex-Nationalspieler Hegemann der Anschlusstreffer. Doch weder beim 27:26 (54.) durch den Ex-BHC'ler Quade, noch beim 29:28 vierzig Sekunden vor dem Schlusspfiff durch Hegemann selber fiel der wankende TVK. Stattdessen bewies Kapitän Simon Breuer einmal mehr Nervenstärke, spazierte dreißig Sekunden vor dem Schlusspfiff in unnachahmlicher Manier durch die Düsseldorfer Abwehr und netzte zum 30:28 ein. Dass die beiden letzten Gäste-Versuche im Korschenbroicher Block hängen blieben und Keeper Sven Bartmann einen in der Schlusssekunde verhängten Siebenmeter von Ernir Arnarson parierte, ging im allgemeinen Jubel fast unter.
Durch den wichtigen Sieg im Derby wahrt der TVK zum Jahresende den Anschluss an die Nicht-Abstiegsränge. Auf die derzeit an 16 platzierte TSG Ludwigshafen-Friesenheim beträgt der Rückstand nur zwei Pluspunkte bei deutlich besserem Torverhältnis zu Gunsten der Korschenbroicher. Es besteht im TVK-Lager also berechtigte Hoffnung, dass der für 2012 fest vorgenommene Klassenerhalt noch realisiert werden kann. Zunächst stehen für Breuer & Co aber einige freie Tage über die Weihnachten an, ehe Christian Voß dann zur intensiven Wintervorbereitung bittet. Das nächste Meisterschaftsspiel bestreitet das Hand.Ball.Herz.-Team am 28.01. beim HC Empor Rostock, eine Woche später ist der ASV Hamm-Westfalen Gast in der Waldsporthalle.
„Wir haben einen grandiosen Start hingelegt und mit 10:5 in Führung gelegen. Unser Plan mit einer aggressiven Abwehr und schnellen Spiel ist aufgegangen. Leider war es dann so, dass wir diese fünf Tore zu schnell aus der Hand geben. Korschenbroich kommt wieder durch ihre Stärke in der 1. und 2. Welle zurück ins Spiel. Das hat schon wehgetan, weil wir einfach so leichtsinnig mit dem Ball umgegangen sind. In der zweiten Halbzeit ging es hin und her, ehe Korschenbroich sich dann absetzen konnte mit 25:20. Nichtsdestotrotz kämpfen wir uns ins Spiel zurück und es war schön zu sehen, dass die Jungs sich solche Mühe gegeben haben.“
Christian Voß
„Natürlich bin ich sehr glücklich und freue mich über den Sieg. Ich bin froh, dass heute nicht wieder ein Tag ist, an dem ich den Gegner beglückwünschen muss. Das war relativ frustrierend in Bittenfeld letzte Woche, weil wir relativ gut gespielt haben und am Ende wieder ohne Punkte da standen. Das ist heute anders und das ist gut. Ich habe noch viel Arbeit für uns gesehen. Es ist zum wiederholten Male so, dass wir ins Spiel reinkommen, gut spielen am Anfang und trotzdem zurück liegen. Das war das dritte Mal in Folge so und da muss man sich ganz klar überlegen, woran das liegt. Was passiert da mit der Mannschaft, warum muss ich da zum dritten oder vierten Mal eine Auszeit nehmen, damit die Mannschaft zurückkommt? Von daher ist da schon viel Arbeit. Und das zweite, wo noch viel Arbeit ist: Wir führen 25:20 und mit ein bisschen mehr Willen und Konsequenz sind wir dann eigentlich in der Lage, Düsseldorf sozusagen den Todesstoß zu geben und tun es aber nicht. Da muss ich mich auch fragen, warum wir das nicht tun und Düsseldorf zurück ins Spiel kommen lassen. Das sind Dinge, mit denen ich mich mit der Mannschaft in der Vorbereitung intensiv auseinander setzen will.“
Dennis Marquardt
„Ich denke, wir müssen mit den beiden Punkten aus dem Derby erstmal zufrieden sein. Man hat gesehen, dass bei uns längst nicht alles rund läuft. Mittlerweile ist es bei uns hauptsächlich harter Kampf, um jeden Zentimeter, um jedes Tor. Das hat nichts mehr mit schönem Handball zu tun, sondern ist Abstiegskampf pur. Da muss jeder für jeden kämpfen und so holt man dann auch die Punkte.
In der zweiten Halbzeit fehlt uns die Killermentalität. Wenn man gegen einen Gegner mit fünf Toren Abstand führt, dann muss man noch ein oder zwei Tore drauflegen und kann das andere Team so dann auch brechen. Wenn wir dann aber innerhalb von nur einer Minute zwei Gegentreffer zulassen, kommt der Gegner wieder ran und so auch zurück ins Spiel. Daran müssen wir noch arbeiten, damit wir in so einer Situation den Sack auch zumachen können. Wir spielen ja in der Phase guten Handball, stehen in der Abwehr ordentlich und machen nach vorne Tempo. Das muss über 60 Minuten der Fall sein, damit wir nicht wie heute am Ende wieder um den Sieg zittern müssen. Dass wir jetzt ein paar Tage durchatmen können, haben wir uns verdient. Wir verfügen nur über einen sehr dünnen Kader und müssen gucken, dass wir mit unseren Kräften gut haushalten. In der nächsten Zeit kann jeder ein wenig an den Grundlagen arbeiten, damit wir dann im Januar gut in die zweite Vorbereitung starten.“
Der TV Korschenbroich verabschiedet sich mit einem richtigen Kracher aus dem Handballjahr 2011. Weil die Partie gegen den HC Empor Rostock auf Ende Januar verlegt wurde, stellt das Lokalderby gegen die HSG Düsseldorf die letzte Partie für das Hand.Ball.Herz.-Team vor der EM-Pause dar. Anwurf der extrem bedeutsamen Partie ist am kommenden Mittwoch um 20 Uhr in der Korschenbroicher Waldsporthalle.
Bedeutsam ist die Auseinandersetzung mit den Landeshauptstädtern besonders deshalb, weil derzeit beide Teams in der Abstiegszone rangieren. Der gastgebende TVK belegt mit 8:24 Punkten den 20. - also letzten – Tabellenplatz. Die HSG hat nur drei Punkte mehr eingefahren und rangiert auf Platz 17. Trainer Christian Voß bleibt nur sehr wenig Zeit, um seine Truppe optimal auf die Partie vorzubereiten. Am Sonntag in den frühen Morgenstunden kehrte der TVK-Tross aus Bittenfeld zurück. Doch anstatt des sonst üblichen trainingsfreien Tages hatten Simon Breuer & Co einen Pflichttermin auf dem Programm: In der Asia-Therme in Kleinenbroich betrieben die Korschenbroicher Handballer zwei Stunden lang aktive Regeneration, um am Montag dann mit noch einmal aufgeladenen Kraftreserven die Vorbereitung für das 'Endspiel' gegen Düsseldorf aufzunehmen.
Trainer Christian Voß hat seinen Schützlingen eine klare Marschroute gesetzt: „Wir werden an Mittwoch genau die gleiche Leistung auf die Platte bringen, wie am vergangenen Samstag in Bittenfeld. Anders als der TVB hat die HSG nicht die Möglichkeit so viel durch zu wechseln. Wir bewegen uns von der Physis her auf Augenhöhe mit den Düsseldorfern.“ Eine besondere Rolle kommt erneut dem Publikum in der vielzitierten 'Waldsporthölle' zu. Schon die Atmosphäre beim vergangenen Derby gegen den DHC Rheinland hatte den (immer noch) neuen Übungsleiter begeistert, für das Spiel am Mittwochabend erhofft er sich einen ähnlich stimmungsvollen Rahmen, der seine Spieler zu Höchstleistungen stimulieren soll.
Im Fokus liegt derzeit natürlich ganz klar das Duell mit der HSG, dennoch richtet Voß den Blick auch schon auf die Zeit nach Mittwoch. 5 ½ Wochen sind es vom Abpfiff des Heimspiels gegen Düsseldorf bis zur nächsten Zweitligabegegnung des TVK in Rostock. Zeit, die er nutzen möchte, um die Mannschaft intensiv auf den Abstiegskampf vorzubereiten. „Nach dem Spiel am Mittwoch werden wir alle erst einmal ordentlich durchpusten. Danach geht es darum, die Mannschaft in die Verfassung zu bringen, die wichtig ist. Ich glaube, dass unsere Probleme derzeit vor allem im physischen Bereich liegen. In Bittenfeld war deutlich zu sehen, dass wir im letzten Spielabschnitt nicht mehr in der Lage waren, noch einmal etwas zuzulegen. Wir müssen aber von der ersten bis zur letzten Minute unser Tempospiel durchziehen können.“
Einige Tage werden die TVK-Handballer aber über Weihnachten sicherlich frei bekommen. Auf die Frage, ob er sich denn für den Mittwoch ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk auf den Wunschzettel geschrieben habe, antwortet Voß augenzwinkernd: „Klar habe ich das – einen Sieg!“
Regeneration stand gestern auf dem Plan. Nachdem zunächst ein lockeres Auslaufen absolviert wurde, kehrte der TVK-Tross zur Regeneration in die ASIA-Therme in Kleinenbroich ein.
Auch um ordentlich Kraft für das wichtige Lokalderby gegen Düsseldorf am Mittwoch 20 Uhr zu sammeln. "Es ist wichtig, dass die Jungs den Kopf frei bekommen. Unsere Konzentration liegt nun voll und ganz auf einem doppelten Punktgewinn gegen Düsseldorf", so der sportliche Leiter Kai Faltin.
Weil am Ende die Kraft fehlte, musste der TVK sich am Samstagabend ohne Punkte auf die Heimreise von Bittenfeld nach Korschenbroich machen. Mit 32:30 (14:15) hatte der gastgebende TVB das Hand.Ball.Herz.-Team besiegt.
„Das war wieder so ein Spiel, in dem es am Ende um Millimeter ging“, so TVK-Coach Christian Voß nach der Partie. „Ich habe keinen Bock mehr auf solche Spiele – und die Jungs haben das auch nicht.“ Mit intensiver Arbeit will er die physischen Voraussetzungen seine Akteure stärken, damit so etwas wie am Samstag in der Gemeindehalle nicht mehr passiert.
Dort hatte sich der TVK nämlich über beinahe 60 Minuten seinem Gegner gleichwertig präsentiert – aber eben nur beinahe 60 Minuten. Anders als in früheren Partien waren Simon Breuer & Co von der ersten Sekunde an hellwach, „in Tore konnten wir das aber leider nicht umsetzen“, so Voß. Drei tolle Paraden lieferte TVK-Keeper Oliver Mayer in den ersten Spielminuten ab, weil seinen Teamkollegen gleichzeitig aber im Angriff das nötige Wurfglück abging, dauerte es 3:30 Minuten bis Simon Breuer seine Farben mit 1:0 in Führung brachte. In der Folge nutzten beide Mannschaften ihre Chancen konsequenter und es entwickelte sich ein munteres und temporeiches Spiel. Bis zur 15. Minute konnte sich keine Seite absetzen, 7:7 lautete der Spielstand. Erst in den folgenden Minuten erspielten sich die Hausherren einen leichten Vorteil, zogen durch zwei Schweikardt-Treffer und einen verwandelten Siebenmeter von Gunnarsson auf 10:7 (19.) davon.
„Bis zum Ende der ersten Halbzeit sind wir aber wieder gut ran gekommen, die knappe Führung zur Pause war durchaus verdient“, fasste Korschenbroichs Trainer Christian Voß die Schlussphase des ersten Durchgangs zusammen. 15:14 führte der TVK beim Seitenwechsel. In der zweiten Spielhälfte wogte die Partie hin und her. Immer wieder legte der TVB einen Treffer vor, genauso oft glich der TVK aber auch wieder aus. Für den im zweiten Durchgang glücklos agierenden Oliver Mayer brachte Voß Sven Bartmann ins TVK-Tor (35.), der ebenso wie Mayer zu Beginn des Spiels gleich mit einigen gehaltenen Bällen glänzen konnte. Weil aber auf der Gegenseite Sdunek und Lorger mindestens genauso gut hielten, wie die TVK-Keeper, war die Partie in der 57. Spielminute immer noch völlig offen.
Die dritte Zeitstrafe gegen Dennis Marquardt (56:56) beraubte den TVK seines zentralen Abwehrspielers, Arnor Gunnarsson verwandelte den fälligen Strafwurf zum 29:28 aus Sicht der Gastgeber. Im Gegenzug scheiterte Florian Korte an Sdunek im TVB-Tor. „Ich will Florian da keinen Vorwurf machen, leider waren aber seine beiden Fehlwürfe am Ende spielentscheidend“, bewertete Voß im Nachgang die folgenschwere Szene in der 58. Minute. Denn weil erneut Jürgen Schweikardt es auf der Gegenseite besser machte und zum 30:28 (59.) traf hatten die Bittenfelder alle Trümpfe in der Hand. Erneut scheiterte Korte bei eigener Überzahl (Zeitstrafe Gunnarsson bei noch zu spielenden 1:30 Minuten) an Sdunek und Schweikardt konnte mit seinem siebten und letzten Treffer zum 31:28 (60.) für die Entscheidung sorgen.
„Obwohl wir als Mannschaft eine gute Leistung bringen, stehen wir letztlich ohne Punkte da. Das ist schon sehr ärgerlich“, ließ Christian Voß die Enttäuschung auf Seiten des TVK durchklingen. „Am Ende ist uns ein bisschen die Puste ausgegangen. Vielleicht hätte man bei den an und für sich guten Wurfsituationen von Florian Korte auch auf Foul entscheiden können. Insgesamt hatte Bittenfeld mehr Möglichkeiten zu wechseln, ohne dadurch einen Bruch im Spiel zu haben. Das hat heute den Ausschlag gegeben.“
Für den TVK bleibt nun noch das Lokalduell gegen die HSG Düsseldorf am kommenden Mittwoch, bevor der verdiente Weihnachtsurlaub ansteht. Anwurf der Begegnung in der Korschenbroicher Waldsporthalle ist um 20.00 Uhr. Karten sind noch bis einschließlich Dienstag im Vorverkauf sowie am Mittwoch an der Abendkasse erhältlich.
„Das war wieder so ein Spiel, in dem es am Ende um Millimeter ging. Ich habe keinen Bock mehr auf solche Spiele – und die Jungs haben das auch nicht. Anders, als z.B. gegen Dormagen waren wir heute von Beginn an hellwach und sind gut ins Spiel reingekommen. In Tore konnten wir das aber leider nicht umsetzen. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase konnte der TVB sich leicht absetzen. Bis zum Ende der ersten Halbzeit sind wir aber wieder gut ran gekommen, die knappe Führung zur Pause war durchaus verdient.
In der zweiten Halbzeit ging es hin und her. Eigentlich lief bei uns alles bestens, dann ging uns aber gegen Ende ein bisschen die Puste aus, wir konnten nicht mehr viel zulegen. Obwohl wir als Mannschaft eine gute Leistung bringen, stehen wir letztlich ohne Punkte da.
Ich will Florian Korte keinen Vorwurf machen, aber leider waren aber beiden Fehlwürfe am Ende spielentscheidend. Vielleicht hätte man bei den an und für sich guten Wurfsituationen auch auf Foul entscheiden können. Insgesamt hatte Bittenfeld besonders im Rückraum mehr Möglichkeiten zu wechseln, ohne dadurch einen Bruch im Spiel zu haben. Das hat heute den Ausschlag gegeben.
Jetzt geht es für uns darum, dass wir am Mittwoch gegen Düsseldorf genau die gleiche Leistung auf die Platte bringen, wie heute. In eigener Halle mit unserem Publikum in Rücken ist die Situation dann noch einmal eine ganz andere.“
Am kommenden Samstag steht für den TV Korschenbroich das letzte Auswärtsspiel des Jahres 2011 an. Die Reise führt die Schützlinge von Trainer Christian Voß zum TV Bittenfeld. Anwurf der Partie in der Gemeindehalle ist um 19.30 Uhr.
In dieser Spielzeit hat sich der TVK in fremden Hallen nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Ein magerer Pluspunkt steht derzeit auf der Habenseite, errungen vor 14 Tagen beim VfL Bad Schwartau. Entsprechend deutlich fiel die Zielvorgabe von Christian Voß nach dem verlorenen Derby gegen den DHC Rheinland aus: „Das ist die Mannschaft, die aus den nächsten beiden Spielen vier Punkte holen wird“, hatte der Korschenbroicher Coach noch in der Waldsporthalle verkündet. Den Worten ihres Trainers wollen Simon Breuer & Co am Samstag Taten folgen lassen. Bis auf die beiden Langzeitverletzten Mathias Deppisch und Bjön Marquardt, die beide ihre Rückkehr ins Mannschaftstraining für den Jahresbeginn angepeilt haben, sind alle Akteure fit und fahren mit ins Ländle.
Das Spiel beim TV Bittenfeld ist das vierte für den TVK unter der Regie von Voß. Seit rund drei Wochen ist der Mediziner der neue Übungsleiter des Hand.Ball.Herz.-Teams. Eine verhältnismäßig kurze Zeit, die dem 41-Jährigen nach eigenem Bekunden aber deutlich länger vorkommt. Allmählich haben sich Trainer und Mannschaft aneinander gewöhnt und Voß wagt erste Aussagen über die Leistungsfähigkeit seiner Truppe im Gesamtkontext der eingleisigen Spielklasse: „Von Tag zu Tag wird mir eines immer klarer – wenn wir konsequent zusammen stehen, kämpfen und arbeiten, dann können wir bis auf 1-2 Mannschaften gegen jeden Gegner in dieser Liga bestehen. Das mag vielleicht wie eine leere Plattitüde klingen, ist aber meine feste Überzeugung. Wir müssen nur dahin kommen uns im Kopf und von der Physis her zu stabilisieren.“ Somit rechnet sich Voß auch für das Gastspiel beim TVB Chancen aus: „Wie jedes Spiel ist auch das in Bittenfeld eine wichtige und schwierige Partie. Ich möchte das Ganze aber nicht zu sehr hochstilisieren.“ Den Blick auf die Tabelle hat Christian Voß seinem Team wohl nicht verboten, wichtiger ist ihm persönlich jedoch, dass seine Mannschaft mit freiem Kopf und ohne zusätzlichen Druck aufspielt.
Das wird umso schwieriger, trifft man doch in Bittenfeld auf eine der heimstärksten Zweitligamannschaften der letzten Jahre. Die Stärken – und sicherlich auch die Schwächen – des kommenden Gegners hat Voß im Video akribisch analysiert: „Den TV Bittenfeld zeichnet vor allem der sehr variable Rückraum aus. Hier verfügen sie über eine ganze Reihe von Spielern, die sich regelmäßig und ohne Qualitätsverlust abwechseln können. Von daher ist es natürlich schwierig, sich auf einzelne Varianten einzustellen. Auch der isländische Rechtsaußen Gunnarsson ist extrem torgefährlich.“ Am Ende seien es wahrscheinlich wieder Kleinigkeiten, die über Sieg und Niederlage entscheiden würden. Kleinigkeiten wie die, die am vergangenen Wochenende dafür gesorgt hatten, dass sich der TVK im Rhein-Kreis Derby dem DHC Rheinland mit 33:36 geschlagen geben musste. „Aus dem Spiel gegen Dormagen haben wir als Lehre gezogen, dass wir von der ersten Sekunde an präsenter sein müssen. Wir brauchen den entscheidenden Tick mehr Aufmerksamkeit vom Anwurf weg.“
Wenn der TVK am Sonntag in den Morgenstunden in heimische Gefilden zurückkehrt, dann bleibt nur noch wenig Zeit, um sich auf das letzte Spiel des Jahres vorzubereiten. Schon am kommenden Mittwoch gastiert um 20 Uhr die HSG Düsseldorf in der Korschenbroicher Waldsporthalle und bietet dem TVK dadurch die Möglichkeit, sich mit einem echten Handballkracher aus 2011 zu verabschieden.
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Am Samstagabend stieg in der Korschenbroicher Waldsporthalle das Derby zwischen dem heimischen TVK und dem DHC Rheinland. Mit Spannung war die Partie um die Vorherrschaft im Rhein-Kreis Neuss erwartet worden. Wohl kaum einer der 655 Zuschauer ging nach dem 33:36 (15:21) enttäuscht nach Hause, hatten sich beide Teams doch einen packenden Fight geliefert und reichlich Werbung für ihren Sport betrieben.
Dabei hatte die Begegnung für den gastgebenden TVK alles andere als gut begonnen. Gerade einmal einen Treffer konnten Simon Breuer & Co in den ersten zehn Spielminuten erzielen. Der DHC traf seinerseits sechsfach ins Korschenbroicher Gehäuse. Für die Flaute im TVK-Angriff waren neben einigen schlechten Abschlüssen auch die guten Paraden des Dormagener Keepers Jendrik Meyer verantwortlich. TVK-Coach Christian Voß zog nach dem Treffer von Dennis Szczesny zum 1:6 die Notbremse und ordnete sein Team in seiner Auszeit komplett neu. Die Umstellungen zeigten Wirkung und innerhalb von drei Minuten sorgten Marcel Görden, Benjamin Göller und Florian Korte für das 4:6 aus Sicht der Hausherren.
Weil sich aber auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit der Korschenbroicher Deckungsverbund nicht stabilisierte und beide TVK-Keeper hinter der löchrigen Abwehr kaum einmal eine Hand an die gut geworfenen Dormagener Bälle bekamen, zog der DHC wieder davon. Insbesondere Konitz Holmgeirsson und Zdrahala konnten im Rückraum fast nach Belieben schalten und walten. Logische Konsequenz waren sechs Tore Vorsprung für den DHC in der 23. Spielminute (15:9), die das Ratka-Team auch in die Pause mitnehmen konnte. 16:21 lautete der Halbzeitstand, der
Für den zweiten Durchgang hatten sich die TVK-Akteure einiges vorgenommen. Präsentierte sich in Halbzeit eins die DHC-Abwehr noch um Längen aggressiver und entschlossener, stand die Korschenbroicher Defensive ihr in den zweiten 30 Minuten in nichts mehr nach. Dies machte sich auch im Ergebnis bemerkbar. Durch konsequentes Tempospiel verkürzten die TVK-Spieler den Abstand zum Lokalrivalen auf drei Treffer (22:25, 45.).
In einer packenden Schlussphase versuchten die Voß-Schützlinge alles, um den Vorsprung gänzlich zu egalisieren, scheiterten dabei aber zu oft an sich selber oder dem überragenden DHC-Keeper Meyer. Erst in der 57. Minute verkürzte Marcel Görden per Gegenstoß, bei dem er auch noch durch Holmgeirsson von hinten gestoßen wurde, zum 30:32. Der Isländer in Diensten des DHC kassierte für seine Aktion eine Zweiminutenstrafe. Aus der numerischen Überlegenheit konnten die Korschenbroicher Spieler jedoch keinen Vorteil ziehen. Konitz traf mit seinem sechsten Tor im nur achten Versuch zum 30:33. Den erneuten Anschluss durch Göller (31:33, 58.) konterte Kübler mit dem 31:34. Immer noch blieb dem TVK knapp eine Minute Spielzeit in Überzahl, passend zum Spielverlauf scheiterten Simon Breuer und Florian Korte aber an Jendrik Meyer im DHC-Tor.
Für die Entscheidung sorgte letztlich Bartosz Konitz, der beste Torschütze des DHC Rheinland erzielte 55 Sekunden vor Ende der Begegnung das 32:35 und löste damit bei seinen Teamkollegen und den mitgereisten Anhängern wilde Jubelstürme aus. Letztlich musste sich der TVK dem Nachbarn aufgrund der schlechten Abwehrleistung im ersten Durchgang mit 33:36 geschlagen geben.
„Ich freue mich über den Sieg, das ist für mich das Wichtigste. Und ich freue mich für David Breuer, der vor dem Spiel innerlich ein bisschen gezittert hat, aber er hat das Spiel mit Freude gewonnen und die Mannschaft hat alles dafür getan. Wir hatten im November eine schwierige Phase und vor dem Spiel wieder mit Andrej Peto einen Ausfall zu verkraften. Den mussten wir kurzfristig kompensieren. Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, in der wir konsequent unsere Taktik umgesetzt und unsere Stärken ausgespielt haben. Das war eine unsere besten Halbzeiten bislang. In der zweiten Halbzeit kam ein stärkeres Korschenbroich zum Tragen. Durch schnelles Spiel und die Gefährlichkeit hier in eigener Halle. Dann hat man sehr schnell gemerkt, wie eng es werden kann. Wir haben in der wichtigen Phase einen guten Torhüter gehabt und immer wieder wichtige Tore machen können. Letztendlich haben wir über 60 Minuten immer geführt und das Spiel ist verdient an uns gegangen. Wir sind sehr froh darüber, weil wir wussten, wie schwer es ist, hier zu gewinnen und wir großen Respekt vor der Mannschaft hatten. Von der Seite kann ich Korschenbroich auch zur zweiten Halbzeit gratulieren. Mit der Einstellung und der Richtung bin ich guter Dinge, dass der TVK sein Klassenziel erreichen wird.“
Christian Voß
„Das war heute eine super Atmosphäre heute und hat sehr viel Spaß gemacht. In der ersten Halbzeit haben wir leider nicht das gemacht, was wir eigentlich machen wollten. Wir wollten von vornherein sportlich aggressiv auftreten und keinen Zentimeter unserer Halle hergeben. Das ist uns leider nicht gelungen. Wir, und damit meine ich die Mannschaft und mich, müssen uns überlegen, warum wir nicht so aktiv waren. In der zweiten Halbzeit haben wir dann alles versucht, gekämpft bis zum Letzten und gespielt bis zum Letzten. Wir haben unser Tempo gebracht und in der Abwehr gearbeitet. Von jeder Position, ob auf der Bank oder in der Mannschaft alles versucht und das ist genau das, was ich sehen möchte, denn nur so haben wir eine Chance auf den Klassenerhalt. Leider hat es am Ende nicht ganz gereicht. Das ist einfach manchmal so und damit muss man leben lernen. Für mich ist wichtig, dass ich die Mannschaft in der zweiten Halbzeit so gesehen habe, wie ich sie gesehen habe. Das ist die Mannschaft, die den Klassenerhalt schaffen wird und das ist die Mannschaft, die in den nächsten beiden Spielen vier Punkte holen wird.“
Mathias Fuchs
„Wir kommen ganz schlecht in das Spiel rein. Dormagen deckt sehr aggressiv und wir im Prinzip gar nicht. Dann liegen wir schnell mit 1:6 hinten und laufen dem Vorsprung die ganze Zeit hinterher. 21 Gegentore in der ersten Halbzeit sind zu viel. Man muss dabei auch noch berücksichtigen, dass Dormagen bist auf vielleicht ein oder zwei Treffer überhaupt keine Gegenstöße gelaufen ist. 19 oder 20 Gegentore aus dem Positionsangriff sind zu viel, da konnten wir unsere Torhüter nicht unterstützen. In der zweiten Halbzeit kämpfen wir uns ran, haben aber leider nicht die Chance, auf ein Tor zu verkürzen. Wir haben gut Tempo gemacht, die Abwehr stand besser. Unter dem Strich kann man sagen, dass wir die ersten zehn Minuten verschlafen haben und Jendrik Meyer überragend hält. Das was wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben muss unser Maßstab sein. Das müssen wir jetzt in den nächsten beiden Spielen über 60 Minuten zeigen und nicht nur über eine Halbzeit.“
Florian Korte
„Ausschlaggebend dafür, dass wir heute verloren haben, war die Tatsache, dass Dormagen wesentlich besser ins Spiel kommt als wir. Wir müssen uns eingestehen, dass die DHC-Spieler eine ganze Ecke aggressiver in die Partie gegangen sind und mannschaftlich geschlossen etwas mehr zur Sache gehen. Dann vergeben wir noch einige freie Versuche und bekommen eigentlich über die gesamte erste Halbzeit unsere Deckung nicht richtig zum Stehen. Dadurch kommt der hohe Rückstand zur Pause zu Stande. Der hat uns am Ende das Genick gebrochen. In der zweiten Halbzeit gehen wir deutlich aggressiver zu Werke, stabilisieren uns in der Deckung und holen den Vosprung auf. Letztlich reicht es aber nicht ganz, um das Spiel hier zu kippen.“
Was sagen Simon und David Breuer zum morgigen Lokalderby und unser Trainer Christian Voß? - Jetzt im TVK-PLayer die Interviews von der Pressekonferenz dieser Woche.
Wenn der TVK am kommenden Samstag um 19.30 Uhr auf den DHC Rheinland trifft, dann erwartet die Zuschauer in der Korschenbroicher Waldsporthalle wohl das facettenreichste Spiel der Saison.
Es ist die Partie mit der kürzesten Anreise für das Gastteam (33 Km), das Duell der beiden Bundesligateams aus dem Rhein-Kreis Neuss, das Aufeinandertreffen der beiden Brüder David (DHC) und Simon (TVK) Breuer und nicht zuletzt auch die Begegnung, die von den TVK-Verantwortlichen zum Hand.Ball.Herz.-Tag ausgerufen wurde. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf die Auseinandersetzung des in der bereinigten Tabelle mit zehn Pluspunkten auf Platz 16 rangierenden DHCs mit dem gastgebenden TVK (18., 8 Punkte). „Die Rahmenbedingungen für das Spiel gegen Dormagen sind ideal. Wir werden eine proppenvolle Halle haben mit de entsprechenden Stimmung, können dadurch einem sehr breiten Publikum am Hand.Ball.Herz.-Tag unsere Anliegen nahebringen und auch sportlich hat die Partie sicher ihren Reiz“, sagt Kai Faltin, Sportlicher Leiter beim TVK.
Traditionell wird dem TVK-Partner kidsvision an diesem Tag besondere Aufmerksamkeit zuteil. Während der Korschenbroicher Verein auf seine aktuellen Hilfsprojekte aufmerksam machen kann, wird auch der Erlös aus der Ebay-Auktion des TVK überreicht, bei der laut Faltin eine „nette Summe“ zusammengekommen ist. Ebenfalls im Mittelpunkt steht am Samstag der 'Sponsor of the Day', die AOK Rheinland/Hamburg. Besonders über die Themen Organspende und Knochenmarktypisierung werden die Besucher in und vor der Waldsporthalle informiert.
Der passende Rahmen für ein interessantes Bundesligaspiel ist also gegeben, wobei für Kai Faltin die Rollenverteilung eindeutig geregelt ist: „Dormagen ist klar der Favorit. Wenn man sich die einzelnen Positionen anguckt, dann ist der DHC dort stärker besetzt als wir es sind. Wollen wir in dem Spiel etwas holen – und das wollen wir natürlich immer – dann müssen wir ruhig und besonnen agieren und möglichst wenig Fehler produzieren. Ich stimme Dormagens Trainer Richard Ratka zu, wenn er sagt, dass dieses Spiel nicht durch Schönspielerei sondern nur mit Kampf und Wille entschieden werden kann.“ Insgesamt freue er sich auf einen schönen Handballabend.
Den erhofft sich wohl auch TVK-Coach Christian Voß. Nach seinem Auftaktsieg gegen Friesenheim, der Heimkehr nach Lübeck mit dem Punktgewinn beim VfL Bad Schwartau erwartet ihn in seinem dritten Spiel als Trainer des TV Korschenbroich gleich das nächste Highlight: „Derbys sind immer etwas besonderes. Bei vielen meiner Jungs bestehen enge Beziehungen nach Dormagen. Ich rechne am Samstag mit einer tollen Stimmung in der vollen Waldsporthalle.“ Sportlich will er mit seiner Mannschaft an die bisher gezeigten Leistungen anknüpfen: „Genauso, wie wir es letzten Samstag in Schwartau getan haben, will ich auch im Spiel gegen Dormagen, dass wir über höchsten Einsatzwillen und Kampf unsere Leistung zementieren und aus einer guten Deckung heraus mit Tempo und Begeisterung nach vorne spielen.“ Für die gute Deckungsleistung, die Voß fordert, ist vor allem der Einsatz von Dennis Marquardt wichtig. Hinter dessen Einsatz und dem von Rechtsaußen Robin Doetsch stehen aber noch ein Fragezeichen, da beide unter der Woche angeschlagen auf das Training verzichten mussten und sich erst kurzfristig entscheiden wird, ob sie spielen können.
TVK-Fans aufgepasst: Kartenkontingent noch verfügbar
Zum Hand.Ball.Herz.-Tag und Derbyspiel gegen den DHC Rheinland am kommenden Samstag, 10. Dezember, Anwurf 19:30 Uhr sind noch Karten verfügbar, berichtet Armin Kloeters, der den Kartenvorverkauf des TVK leitet. Dennoch rät Kloeters jedem Handball-Interessierten und vor allem unseren TVK-Fans sich schnellstmöglich eine Karte zu sichern.
Dazu bietet sich an auch direkt facebook-Fan des TVK zu werden und dadurch automatisch am Gewinnspiel des Projekts 1.000 teilzunehmen. Alles was zu machen ist, ist auf den "Gefällt mir" Button zu klicken und/oder weitere Deiner Freunde einzuladen. Be part of us: www.facebook.com/TVKorschenbroich
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Im siebten Anlauf hat der TV Korschenbroich am Samstagabend endlich den ersten Auswärtspunkt der Saison eingefahren. Gleichzeitig blieb das Hand.Ball.Herz.-Team durch das 31:31 (13:15) beim VfL Bad Schwartau erstmals in zwei aufeinanderfolgenden Spielen ungeschlagen. „Das gibt uns den nötigen Schub für das Derby gegen Dormagen“, so der Sportliche Leiter Kai Faltin.
Begonnen hatte die Partie dabei aber so gar nicht nach dem Geschmack von TVK-Coach Christian Voß, nach nur drei Minuten lagen die Korschenbroicher mit 0:3 hinten. „Die ersten drei Treffer fallen aus genau den Situationen, die wir im Vorfeld besprochen hatten“, ärgerte sich der 41-Jährige nach Spielschluss, „da kommt dir natürlich der Gedanke, dass das hier in die völlig falsche Richtung laufen könnte.“ Tat es dann aber glücklicherweise doch nicht. Mit einer Manndeckung für VfL-Spielmacher Matthias Hinrichsen reagierte Voß auf den Schwartauer Offensivdrang.
Die Maßnahme fruchtete und bis zur 12. Minute konnte sein Team zum 6:6 ausgleichen. Und im zweiten Abschnitt des ersten Durchgangs übernahm dann der TVK das Kommando. Die vorher genau abgestimmte 6:0-Abwehr stand gut und ermöglichte somit Marcel Görden mit dem 9:8 (17.) die erste Korschenbroicher Führung zu erzielen. Überhaupt war der 23-Jährige überragender Akteur des ersten Abschnitts, er allein trug acht Treffer zur 15:13-Halbzeitführung des TVK bei.
Nach der ersten Führung durch Görden erhöhten seine Teamkollegen die ohnehin schon hohe Schlagzahl noch einmal deutlich, verpassten es aber sich weiter als bis auf drei Treffer abzusetzen (13:10, 25.). „Eine Führung zur Pause mit vier oder fünf Toren Differenz wäre gerecht gewesen“, haderte Christian Voß mit dem Verlauf der ersten 30 Minuten. So bekamen die Gastgeber in Durchgang zwei schnell die Gelegenheit, den Vorsprung wieder auf einen Treffer zu verkürzen und in der 36. Minute durch ihren besten Schützen Toni Podpolinski zum 16:16 auszugleichen. In der Folge wechselte die Führung mehrfach, keine Mannschaft konnte sich absetzen.
Dem wurfgewaltigen, aber auch spielstarken Schwartauer Rückraum begegnete TVK-Coach Voß mit wechselnden Manndeckungen auf Hinrichsen und Schult, der VfL revanchierte sich mit der inzwischen fast schon obligatorischen Einzelbewachung für Korschenbroichs Spielmacher Simon Breuer, auf die sich der TVK aber von Spiel zu Spiel immer besser einstellt. „Die Manndeckung gegen Simon war heute kein Faktor. Das Team hat darauf sehr gut reagiert und ist stabil geblieben. Mathias Fuchs hat in dieser Phase Verantwortung im rechten Rückraum übernommen, für sehr viel Druck gesorgt und auch zwei wichtige Treffer erzielt“, zeigte sich Voß mit den Fortschritten seiner Truppe sehr zufrieden.
Der letzte Korschenbroicher Treffer fiel schon zwei Minuten vor dem Ende, Florian Korte besorgte das 31:30, kassierte kurz darauf aber auch eine Zweiminutenstrafe. Bad Schwartaus Dennis Tretow glich eine Minute vor dem Ende aus, weitere Tore gelangen keinem der beiden Teams. Aufgrund des engen Spielverlaufs in der zweiten Halbzeit konnten beide Seiten mit dem Punktgewinn gut leben. Für den TVK steht am nächsten Spieltag eines der Saisonhighlights auf dem Programm. Am 10. Dezember kommt um 19.30 Uhr der DHC Rheinland in die Waldsporthalle, zudem wird an diesem Datum auch der Hand.Ball.Herz.-Tag steigen.
„Wir waren heute optimal vorbereitet. Sowohl, was die Anfahrt anging, als auch in Bezug auf die Trainingswoche. Die ersten drei Treffer fallen aus genau den Situationen, die wir im Vorfeld besprochen hatten, da kommt dir natürlich der Gedanke, dass das hier in die völlig falsche Richtung laufen könnte. Nach der Manndeckung für Matthias Hinrichsen und der anschließenden Rückkehr zur 6:0 stand unsere Deckung dann aber so, wie im Vorfeld besprochen. Im zweiten Teil der ersten Halbzeit sind wir deutlich die spielbestimmende Mannschaft und vier oder fünf Tore Differenz zur Pause wären verdient gewesen. Weil das Spiel in der zweiten Halbzeit aber so ausgeglichen war, möchte ich nicht beurteilen, ob das jetzt ein Punktgewinn oder -verlust war.
Für mich ist klar, dass Bad Schwartau nicht dort unten in die Tabelle gehört, wo sie derzeit stehen und ich bin mir sicher, dass sie über kurz oder lang da auch wieder heraus kommen werden. Aufgrund dieser Tatsache können wir mit unserer Leistung und dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Der Empfang hier war wunderbar. Es hat riesig Spaß gemacht, hier her zu kommen. Familie, Freunde, Bekannte und alte Weggefährten von mir waren da und auch die Schwartauer, sei es Spieler oder Offizielle, haben mich alle sehr nett in Empfang genommen.
Jetzt freue ich mich auf das Derby in der nächsten Woche gegen Dormagen. Den DHC sehe ich gegen uns in einer leichten Favoritenrolle, weil die individuelle Klasse der Spieler vielleicht etwas höher ist. Wir wollen aber als Team stark agieren und über das Kollektiv gemeinsam mit der Halle im Rücken etwas bewegen. Ich sehe durchaus die Chance, dass wir aus dem Spiel etwas mitnehmen. Wir werden uns in jedem Fall genauso optimal vorbereiten, wie wir das in der vergangenen Woche getan haben.“
Kai Faltin
„Die Mannschaft hat heute gekämpft, gekämpft, gekämpft. Das war Abstiegskampf pur. In so einer Situation hat man natürlich nicht immer das glückliche Händchen und macht auch mal dumme Fehler, aber das war heute unser erster Auswärtspunkt und darauf können wir wunderbar aufbauen. Natürlich hätten wir vielleicht auch die Möglichkeit gehabt, zwei Punkte mitzunehmen, aber am Ende entscheiden halt Kleinigkeiten das Spiel.
Obwohl wir unheimlich schlecht aus den Startlöchern kommen und schnell 0:3 hinten liegen, fangen wir uns relativ zügig und ab der 10. Minute beginnt das Spiel zu kippen. Bis zur Pause setzen wir uns ein bisschen ab, servieren dann aber leider Bad Schwartau zwei-drei gute Chancen quasi auf dem Silbertablett, lassen vorne gleichzeitig Gelegenheiten liegen. Wenn wir da konsequenter spielen, gehen wir mit einem deutlicheren Vorsprung in die Kabine. Nach der Pause gleicht Bad Schwartau schnell aus, das Spiel geht hin und her. Die Manndeckung auf Schult und Hinrichsen hat für reichlich Verwirrung gesorgt, gleichzeitig lösen wir die Deckung auf Simon Breuer sehr gut. Leider bekommen wir Podpolinski mit seinen Schlagwürfen nicht in den Griff. Unter dem Strich können wir mit unserem ersten Auswärtspunkt aber gut leben. Das gibt uns den nötigen Schub für das Derby gegen Dormagen.
Ein besonderer Dank gilt unseren Sponsoren, die uns ermöglicht haben, erstmals in dieser Saison am Vortag anzureisen. Wir konnten dadurch wirklich unter bundesligatauglichen Bedingungen antreten.“
Robin Doetsch
„Das war heute ein gutes Spiel von uns. Vielleicht hätten wir auch gewinnen können, aber aufgrund der engen zweiten Halbzeit geht das so schon in Ordnung. Zur Pause hätten wir deutlicher führen müssen und nach dem Seitenwechsel ist es natürlich sehr ärgerlich, dass wir so schnell den Ausgleich kassieren. So blieb das Spiel bis zum Ende sehr eng. Wir sind aber froh, aus einem sehr knappen Spiel einen Punkt mitnehmen zu können und das auch noch auswärts. Für die Psyche ist das enorm wichtig. Wir haben jetzt zweimal hintereinander nicht verloren und endlich unter Beweis gestellt, dass wir auch in fremden Hallen bestehen können.
Ein wichtiger Faktor war mit Sicherheit auch die entspannte Anreise. Der Ablauf war ja fast so, wie er sonst bei den Heimspielen ist. So waren wir eigentlich von der ersten Minute an auf der Platte und nicht gedanklich noch halb im Bus. Es wäre natürlich schön, wenn wir das in Zukunft noch einmal so wiederholen könnten.“
Seit einer Woche ist Christian Voß der neue Trainer des Korschenbroicher Bundesligateams. Vor dem wichtigen Auswärtsspiel beim VfL Bad Schwartau am kommenden Samstag ( 19 Uhr, Hansehalle Lübeck) gibt er im Interview mit der TVK-Presseabteilung Einblicke in seine bisherige berufliche und handballerische Karriere und beschreibt, wie er sich den zukünftigen Weg des Hand.Ball.Herz.-Teams vorstellt.
Christian, du bist jetzt genau eine Woche in Korschenbroich, wie fällt dein erstes Zwischenfazit aus?
„Nun, zunächst muss ich sagen, dass die Aufgabe hier in Korschenbroich im Moment ungeheuer anstrengend ist. Es gibt unheimlich viel zu organisieren und zu tun, dummerweise habe ich mir auch noch eine Erkältung eingefangen, die meinen gesteckten Zeitplan durcheinander gewirbelt hat. Aber ich bin guter Dinge, dass sich die Abläufe hier bald normalisieren und ich etwas durch schnaufen kann. Ansonsten ist es so, dass ich mich schon nach der kurzen Zeit unglaublich heimisch fühle. Ich kriege permanent positive Rückmeldungen für meine Arbeit, das freut mich extrem. Den Jungs scheint mein Training zu gefallen, sie fühlen sich gut belastet. Und auch mit dem Ergebnis von letztem Samstag kann ich natürlich zufrieden sein.“
Bislang lag der Fokus sehr auf dem Sportlichen, bring doch bitte den Leserinnen und Lesern den Menschen Christian Voß etwas näher.
„Ich wurde am 07.07.1970 in Berlin geboren. Weil mein Vater, der wie ich Mediziner ist, eine Stelle an der Uni Lübeck angenommen hat, bin ich in der schönen Hansestadt aufgewachsen. Nach dem Abitur und dem Ableisten meines Wehrdienstes habe ich zunächst eine Banklehre absolviert. Anschließend habe ich ein BWL-Studium aufgenommen mit dem Ziel, in die Unternehmensberatung zu gehen. Nachdem ich mein Vordiplom in der Tasche hatte ist mir aufgefallen, dass ich in der Bibliothek immer häufiger bei den Medizinbüchern stehen geblieben bin und mich die Medizin allgemein sehr stark interessiert hat. Schließlich habe ich mich dazu entschlossen, das Medizinstudium aufzunehmen, was sicher keine leichte Entscheidung war.
Seit Anfang 2006 habe ich als Arzt gearbeitet. Das ist ein sehr schöner Beruf, der mir auch sehr viel Spaß bereitet. Mein mittelfristiges Ziel ist es, die Medizin mit der BWL zu kombinieren.“
Das klingt ja schon mal sehr interessant. Wie sieht denn dein handballerischer Werdegang aus?
„Als Handballtrainer angefangen habe ich 1991. Auslöser war der gemeinsame Besuch eines Handballspiels meines Bruders mit meiner Mutter. Ich habe mich während des Spiels fürchterlich über den Trainer der Mannschaft aufgeregt, in der mein Bruder gespielt hat. Meine Mutter hat damals zu mir gesagt, dass ich nicht nur meckern, sondern es selber besser machen soll. Da war mein Ehrgeiz geweckt und ich habe selber angefangen, Handballteams zu coachen. Im Laufe der Jahre bin ich persönlich und handballerisch gewachsen. 1996/97 hat man mir schließlich angeboten, Landesauswahltrainer in Schleswig-Holstein zu werden. Das habe ich insgesamt fünf Jahre gemacht. In dieser Zeit hat mich der damalige DHB-Jugendtrainer Klaus Langhoff sehr stark gefördert und schließlich auch zum DHB-Stützpunkttrainer gemacht. 2000 bin ich zum Ratzeburger SV gekommen, den ich innerhalb der sechs Jahre, die ich dort war, aus der Bezirksliga bis in die Oberliga geführt habe. Leider war man 2006 nicht bereit, den Schritt hin zum etwas professionelleren Handball zu gehen und die dafür finanziell nötigen Mittel aufzubringen. Daher war mein Weg dort auch dann zu Ende.“
Anschließend bist du in die Regionalliga gegangen zum VfL Bad Schwartau, diesjähriger Ligakonkurrent des TVK und unser nächster Gegner. Wie war deine Zeit bei diesem Traditionsverein?
„Beim VfL hat man mich als Co-Trainer für das Regionalligateam engagiert, angepeiltes Ziel war die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Nach ungefähr einem halben Jahr gab es Probleme zwischen der Mannschaft und dem Trainer, man war insgesamt sehr unzufrieden. Schließlich habe ich den Hauptjob übernommen und am Ende der Saison sind wir Tabellenzweiter geworden. Für die folgende Spielzeit hatte ich eine mündliche Zusage seitens des Vereins. Ich habe das Team auf die Saison vorbereitet und auch den Kader zusammengestellt. Dann wurde Thomas Knorr frei und als Spieler und Co-Trainer verpflichtet. Diese Gelegenheit musste der VfL einfach ergreifen. Thomas ist so ein heimatverbundener Mensch und natürlich auch eine echte Handballpersönlichkeit, von ihm konnte der Verein in vielen Bereichen extrem profitieren. Weil wir aber beide Ambitionen hatten, als verantwortlicher Trainer zu arbeiten, mussten wir einen Kompromiss finden. Wir beide haben uns zusammen gesetzt und am Ende des Gespräches habe ich dann den Entschluss gefasst, den VfL zu verlassen. Ich hege aber keinerlei Groll gegen Bad Schwartau oder die Verantwortlichen.“
Jeder Trainer hat eine bestimmte Idee, was für einen Handball er spielen lassen möchte. Worauf kommt es dir besonders an?
„Grundlage ist für mich immer, dass meine Mannschaft verschiedene Abwehrformationen beherrscht. Mit einem variablen Abwehrspiel kann man den Verlauf einer jeden Partie beeinflussen. Jede Formation hat sicherlich ihre Stärken und Schwächen, aber häufig hat der Gegner Probleme, sich kurzfristig bei einer Systemumstellung anzupassen. Aus einer guten Abwehr heraus leitet sich für mich automatisch ein schnelles und attraktives Tempospiel ab. Dafür ist hohe Präzision und eine genaue Organisation notwendig. Im Angriff sind mir allgemein einfache Auslösehandlungen wichtig, die zu einem variablen Kleingruppenspiel führen.“
Dein zweites Spiel mit dem TVK führt dich gleich an deine alte Wirkungsstätte nach Lübeck. Am Samstag treffen wir dort auf den VfL Bad Schwartau. Mit was für einem Gefühl trittst du die Reise an?
„Wie bereits erwähnt gibt es bei mir in Bezug auf das Umfeld und die Spieler keine negativen Emotionen. Die meisten Leute beim VfL kenne ich lange und gut, ich würde sogar sagen, dass ich zu sehr vielen eine freundschaftliche Basis habe. Für mich als eingesessenen Lübecker ist es eine tolle Sache mit meiner neuen Mannschaft gleich in meine Heimatstadt zurückzukehren. Es überwiegt die totale Freude. Im Prinzip gibt es nichts besseres, ich habe richtig Lust auf das Spiel. Vor allem habe ich Lust darauf, dort zu gewinnen. Es stellt sich nicht die Frage, ob ich dem VfL besonders verbunden bin oder nicht. Wir werden unser Bestes geben und ich habe auf nichts mehr Bock, als am Samstagabend die Hansehalle als Sieger zu verlassen.“
Du kennst die Mannschaft unseres kommenden Gegners gut, was zeichnet den VfL aus?
„Viele der Spieler kenne ich schon seit Jahren und habe sie in verschiedenen Auswahlmannschaften betreut. Die größte Stärke des VfL ist die individuelle Klasse der Spieler. Podpolinski und Schult sind zwei hervorragende Rückraumspieler und nur schwer zu stoppen. Dennis Tretow, der seit Jahren in den Torschützenlisten immer weit oben zu finden ist, und auch Dombrowski sind starke Außenspieler. Am Kreis verfügt der VfL mit Martin Zeschke über einen sehr guten Mann, den ich auch schon sehr lange kenne. Für das kreative Element ist Spielmacher Matthias Hinrichsen zuständig, der das Spiel sehr gut leitet und seine Nebenleute in Szene setzen kann. Insgesamt hat Bad Schwartau eine ungeheure Offensivpower. Wenn die einmal ins Laufen kommen, dann stoppt man die nicht mehr.“
Was muss man tun, um das zu verhindern?
„Man muss zunächst verhindern, dass sie in Schwung kommen. Das geht nur, wenn man von der ersten Minute dagegen hält. Die Mannschaft ist derzeit verunsichert, das drückt auch der Tabellenstand aus. Wir müssen versuchen, diese Verunsicherung auszunutzen und die Spieler ans Nachdenken zu bringen. Dann haben wir eine Chancen, dort etwas mitzunehmen. Klar ist aber auch, dass der größere Druck eindeutig beim VfL liegt. In dieser ausgeglichenen Liga ist es unfassbar wichtig, seine Heimspiele zu gewinnen. Natürlich fahren wir aber auch hoch, weil wir dort gewinnen wollen.“
Wie sieht die Vorbereitung für das Spiel aus? Sind alle Spieler an Bord?
„Bislang sind außer den beiden Langzeitverletzten Mathias Deppisch und Björn Marquardt alle dabei. Ich gehe davon aus, dass sich daran bis Samstag auch nichts ändern wird. Die Vorbereitung läuft klar dahin, dass wir weiter an den Dingen arbeiten, die schon gegen Friesenheim in Ansätzen gut gelungen sind. Das heißt natürlich, dass wir das Tempospiel forcieren wollen. Außerdem müssen wir Lösungen gegen die Manndeckung auf Simon Breuer finden. Da bin ich aber sehr guter Dinge, dass uns das gelingen wird.“
Mit Spannung erwarteten am Samstagabend 640 Zuschauer in der Korschenbroicher Waldsporthalle die Premiere des neuen TVK-Coachs Christian Voß. Nach nur zwei Trainingseinheiten mit der Mannschaft stand für den 41-Jährigen mit der Partie gegen den Erstligaabsteiger TSG Ludwigshafen-Friesenheim gleich ein starker Gegner auf dem Programm. Umso größer war letztlich die Freude über den verdienten 32:28 (16:11) Heimsieg.
Beide Teams leisteten sich zu Beginn der Partie einige Fehlwürfe und auch spielerisch lief weder beim TVK, noch bei der TSG viel zusammen. Logische Konsequenz waren magere fünf Treffer binnen der ersten zehn Minuten, Dennis Marquardt, Marcel Görden und Florian Korte trrafen für Korschenbroich, Christian Klimek und Felix Kossler für Friesenheim. Nach diesen ersten zehn Minuten lösten aber beide Mannschaften die Handbremsen und es entwickelte sich ein temporeiches und unterhaltsames Spiel. Nur fünf Zeigerumdrehungen später hatte sich die Anzahl der erzielten Treffer verdoppelt und es stand 5:5. TVK-Coach Christian Voß zog sein erstes Ass aus dem Ärmel und beorderte sein Team aus der bis dahin praktizierten 6:0-Abwehr in eine offensivere 5:1-Variante mit Marcel Görden als vorgezogenem Aktivposten.
Die Umstellung zeigte schnell Wirkung und drei Minuten genügten den Hausherren, um auf 11:5 davonzuziehen. Auch eine zwischenzeitliche Auszeit von Gästetrainer Thomas König bewirkte wenig. Erst, als er TVK-Spielmacher Simon Breuer ab der 24. Minute in Manndeckung nehmen ließ, geriet der Korschenbroicher Angriffswirbel ins Stocken. Bis dahin hatte Breuer bereits sechs Treffer zum Zwischenstand von 13:7 beigetragen. Bis zum Pausenpfiff trafen beide Seiten abwechselnd munter weiter und gingen schließlich mit 16:11 in die Kabinen.
Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der fünf Tore Rückstand seines Teams hatte TSG-Coach König seinen Spielern in der Pause nur wenig mitzuteilen. Sehr früh standen die Friesenheimer Akteure schon wieder auf dem Feld und warteten auf Breuer & Co. Korschenbroichs Trainer Christian Voß nutzte seinerseits die volle Dauer der Halbzeitpause aus, um seine Mannen mit genauen taktischen Instruktionen für Durchgang zwei auszustatten. Die wurden zunächst auch exzellent umgesetzt. Über 18:13 (34.) und 20:15 (39.) hatte die Führung weiterhin Bestand. Insbesondere Mathias Fuchs und Florian Korte sprangen für den weiterhin eng gedeckten Breuer in die Bresche. Schließlich sahen sich die Gäste aus der Pfalz gezwungen, auch Florian Korte unter Sonderbewachung zu stellen.
Der beiden besten Torschützen mehr oder weniger beraubt, ging im TVK-Angriff nicht mehr viel zusammen. Weil aber die Abwehr – wie über die gesamte Spieldauer – hervorragend stand und verbissen um jeden Ball gekämpft wurde, schrumpfte der Vorsprung nur sehr langsam. In der 47. Minute verkürzten die Friesenheimer auf 22:21 aus Sicht der Gastgeber, doch die Chance zum Ausgleich wurde leichtfertig vergeben. Stattdessen war es wieder an den Korschenbroichern, die Kontrolle über das Spielgeschehen zu übernehmen. Mathias Fuchs, Benjamin Göller und Philipp Liesebach mit seinem ersten Treffer im TVK-Trikot sorgten für das fast schon vorentscheidende 26:22. Letzte Zweifel räumte dann erneut Liesebach aus, der mit seinem zweiten Tor im zweiten Versuch zum 31:27 (59.) traf und in der Waldsporthalle alle Dämme brechen ließ.
Am nächsten Spieltag geht für den TVK die Reise in den hohen Norden. In der Lübecker Hansehalle kommt es am Samstag um 19.00 Uhr zum Aufeinandertreffen mit dem unmittelbaren Tabellennachbarn VfL Bad Schwartau. Im Kampf um den Klassenerhalt ein eminent wichtiges Spiel und nicht zuletzt aufgrund der persönlichen Vergangenheit von TVK-Coach Christian Voß ein höchst interessanter Vergleich.
„Was uns im Endeffekt gefehlt hat, waren fünf Spieler. Der Kader hat bis auf fünf Minuten in der ersten Halbzeit, wo wir den Gegner zu gegenstoßtoren eingeladen haben und Korschenbroich davongezogen ist, ordentlich gespielt. In der letzten Konsequenz sind die Spieler noch nicht so weit, um dann, wenn es drauf ankommt, die richtigen Entscheidungen zu treffen und das Tor zu machen. In der zweiten Halbzeit sind wir noch einmal herangekommen und dann ist es eigentlich eine typische Szene, die uns das Genick bricht. Wir laufen einen Gegenstoß 2 gegen 1 wo dann einer meiner Spieler den Ball nicht fängt, zu schnell ist, übermotiviert ist und anstatt den Ausgleich zu erzielen liegt Korschenbroich wieder mit zwei Toren vorn, wenig später mit vier und das Spiel ist zehn Minuten vor dem Ende entschieden.“
Christian Voß (Trainer TV Korschenbroich)
„Besser geht’s gar nicht. Genauso habe ich es mir gewünscht. Bis auf die, in der ich geheiratet habe, war das die stressigste Woche meines Lebens. Ich bin am Donnerstagabend hier angekommen und war eigentlich fertig.
Die Zusammenarbeit mit Simon war echt super. Es ist nicht zu leisten, am Donnerstag hier anzukommen und dann alles zu machen, was man normal vor einem Spiel auch machen würde. Das hat wirklich gut geklappt. Er hat mich toll unterstützt. Jeder hat mich herzlich willkommen geheißen, das finde ich außergewöhnlich. Schon nach der kurzen Zeit fühle ich mich hier in Korschenbroich sehr wohl und hoffe, dass wir einige Zeit zusammen arbeiten werden.
Im Videostudium hatten wir gesehen, dass Friesenheim viel über das Kreuzen kommt und dann oft über die Mitte abschließt. Daher hatten wir uns vorgenommen zunächst zu schauen, wie wir mit der 6:0-Abwehr zurecht kommen und wenn die nicht gut läuft wollten wir auf eine 5:1-Formation wechseln. Das haben wir dann auch Mitte der ersten Hälfte gemacht und in dieser Phase fällt der TSG nichts mehr ein, wir ziehen bis auf sechs Tore davon. Dann kommt noch ein gutes Gegenstoßspiel von uns dazu und auch sonst lief es vorne ganz gut.
Natürlich kam auch heute wieder die zu erwartende Manndeckung auf Simon Breuer und später auch auf Florian Korte. Man hat gesehen, dass wir damit Schwierigkeiten haben. Das wird eine der Hauptaufgaben der nächsten Wochen sein, uns darauf vorzubereiten und die entsprechenden Lösungen parat zu haben.“
Florian Korte (TV Korschenbroich)
„Ob das der Durchbruch gewesen ist, weiß ich nicht. Es war jedenfalls ein ganz wichtiger Heimsieg für uns. Wir hatten eine intensive Woche hinter uns und waren uns bewusst, dass wir die zweite Punkte zuhause dringend brauchen um den Anschluss zu wahren. Das ist uns gelungen. Wir müssen alle Verantwortung übernehmen und es ist wichtig, dass jeder Spieler Torgefahr ausstrahlt. Das war zum Glück heute so. Vor allen Dingen auch, als Simon und ich in Manndeckung genommen wurden. Besonders erwähnen möchte ich da Philipp Liesebach, der aus der Verbandsliga kommt und dann hier die zwei entscheidenden Tore macht in einer wichtigen Phase. Das schweißt uns zusammen und so soll es weitergehen.“
Philipp Liesebach (TV Korschenbroich)
„Ich hatte vor meinen beiden Toren richtig viel Angst. Als ich die Pässe bekommen habe wusste ich natürlich, dass das ganz wichtige Treffer werden könnten und war dementsprechend angespannt. Die Erleichterung, als dann beide Bälle ins Tor gegangen sind war riesengroß. Das war für mich sehr emotional.
Die ersten Einheiten unter dem neuen Trainer waren sehr intensiv. Er hat viel mit uns geredet, ist ein sehr sympathischer Typ und passt hervorragend zur Mannschaft.“
Wenn am kommenden Samstag (19.30 Uhr) der TVK in der heimischen Waldsporthalle auf die TSG Ludwigshafen-Friesenheim trifft, dann ist das nicht nur das Duell des aktuellen Tabellen-20. gegen den 12., sondern auch die Premiere für den neuen Mann auf der Korschenbroicher Bank: Christian Voß feiert am 13. Spieltag der Saison 2011/2012 sein Debüt als TVK-Coach.
Wunderdinge erwartet Geschäftsführer Dr. Peter Irmen dabei vom neuen Übungsleiter im Heimspiel gegen Friesenheim keine: „Christian hat gerade einmal zwei Trainingseinheiten Zeit, um der Mannschaft seine Vorstellungen zu vermitteln. Natürlich kann man daher am Samstag noch keine signifikante Veränderung in unserem Spiel erwarten. Vielleicht reicht die Zeit aber aus, um gemeinsam mit dem Team die eine oder andere Überraschung ins Repertoire aufzunehmen. Dadurch hat auch unser Gegner weniger Möglichkeit, uns auszurechnen.“ Ähnlich klingt die Antwort von Voß selber auf die Frage, was er sich denn für sein erstes Spiel als Korschenbroicher Trainer vorgenommen hat: „Ich möchte so schnell wie möglich die Dinge, die schon gut funktionieren kombinieren mit einigen Sachen, die ich mitbringe. Im Wesentlichen geht es erst einmal darum, eine gute und stabile Deckung hinzustellen und daraus dann mit hohem Tempo nach vorne zu spielen. Dazu gehören für mich vor allem eine gute Organisation der 1. und 2. Welle und auch das Spiel mit der schnellen Mitte.“
Den kommenden Gegner Friesenheim hat er sich intensiv auf Video angesehen. „Die Dinge, die ich da beobachten konnte, habe ich dann mit Simon Breuer besprochen. Er ist als Kapitän sowieso, aber auch aufgrund der Tatsache, dass er natürlich viel tiefer in der Materie drin ist, als ich es zum jetzigen Zeitpunkt sein kann, ein ganz wichtiger Ansprechpartner innerhalb der Mannschaft für mich.“ Breuer wusste seinem neuen Trainer auch zu berichten, dass die Mannschaft trotz der schwierigen Situation unverändert gut im Training mitzieht. Der TVK-Kapitän hatte bis einschließlich Mittwoch wie schon im Vorfeld der Partie in Bietigheim gemeinsam mit seinem verletzten Kollegen Mathias Deppisch die Verantwortung für Training und Spielvorbereitung. Neben Deppisch fällt definitiv weiterhin Björn Marquardt (Wadenbeinbruch) aus. Eventuell muss Christoph Piske (Rückenprobleme) erneut zuschauen.
Voß ist auch nicht verborgen geblieben, dass der TVK im Kampf um den Klassenerhalt nichts dringender braucht als Punkte: „Ich gehe davon aus, dass unsere Konkurrenz, allen voran Bad Schwartau, weiterhin punkten wird. Von daher wäre es natürlich sehr schön, wenn es mit zwei Punkten zu meinem Einstand klappen würde. Prinzipiell spreche ich aber nicht gerne davon, dass ein Spiel gewonnen werden muss – wir wollen die Partie gegen Friesenheim für uns entscheiden.“
Trainersuche erfolgreich beendet: Christian Voß übernimmt
Der TV Korschenbroich hat einen neuen Trainer verpflichtet: Christian Voß übernimmt den Handball-Zweitligisten, der derzeit auf dem 20. und somit letzten Rang der Tabelle steht.
„Wir freuen uns sehr, eine Persönlichkeit wie Christian Voß für uns gewinnen zu können. Ich stehe mit ihm seit Jahren in lockerem Kontakt. Nach der Trennung von Jörn Ilper habe ich diesen Kontakt intensiviert und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass dieser Trainer der Mannschaft helfen kann“, so Geschäftsführer Dr. Peter Irmen.
Voß, 41 Jahre jung, bislang wohnhaft in Lübeck, genießt vor allem in Norddeutschland einen ausgezeichneten Ruf, gilt als anerkannter Fachmann und ist profunder Kenner der Nordteams der 2. Bundesliga. Der A-Lizenz Trainer war als DHB-Stützpunkttrainer tätig, trainierte darüber hinaus Jungenmannschaften bis zur höchsten Spielklasse und Herrenteams bis zur Regionalliga – pikanterweise war Voß Vorgänger des vor kurzem beim VfL Bad Schwartau entlassenen Thomas Knorr. Zuletzt hatte Voß, der über erfolgreich abgeschlossene Studiengänge in BWL und Medizin verfügt, seiner beruflichen Karriere Vorrang eingeräumt.
„Ich bin mir im Klaren, dass die Ausgangssituation schwer ist. Aber ich möchte zusammen mit meiner neuen Mannschaft, die ich in den letzten Jahren regelmäßig live – zuletzt beim Spiel in Bietigheim – beobachtet habe, diese Herausforderung annehmen“, so Voß, der seine Zelte im Norden mit sofortiger Wirkung abbricht und in der hiesigen Region als Arzt tätig sein wird. „Natürlich sind damit für mich gravierende berufliche und private Konsequenzen verbunden, aber die nehme ich auf mich, weil mich die Aufgabe beim TVK extrem reizt und ich mit einer hohen Motivation an diese herangehen werde.“
„Ich mache keinen Hehl daraus, dass wir eine ganze Reihe von Kandidaten auf der Liste hatten und letztlich auch das Gesamtpaket stimmen musste. Für Christian Voß spricht neben seiner fachlichen Qualifikation, dass er das nötige 100%-ige Engagement und die absolute Leidenschaft für diese zugegeben schwierige Aufgabe mitbringt. Aus Gesprächen mit der Mannschaft waren das ganz entscheidende Kriterien für den neuen Trainer. Ich persönlich glaube zudem, dass seine natürliche Autorität und Ausstrahlung bei der Mannschaft ankommen und er schnell Zugang zu dieser finden wird“, so Marketing-Manager Kai Faltin, der nach dem Rücktritt von Dr. Klaus Hintzen als kommissarischer sportlicher Leiter in die Entscheidungsfindung maßgeblich eingebunden war.
Am Donnerstag wird Voß erstmals das Mannschaftstraining leiten und am Samstag (19.30 Uhr, Waldsporthalle) im Heimspiel gegen die TSG Friesenheim seine Premiere auf der Bank des Hand.Ball.Herz. – Teams feiern.
Voß und die Geschäftsführung einigten sich auf eine Vertragslaufzeit bis zum 30.06.2012, wobei von beiden Seiten eine längerfristige Zusammenarbeit bekundet und in Aussicht gestellt wurde.
Es war das erwartet unterhaltsame Spiel in der Sporthalle am Viadukt in Bietigheim, allerdings ohne das gute Ende für den TVK. Letztlich mussten sich die Korschenbroicher der gastgebenden SG mit 34:37 (16:20) geschlagen geben. Marcel Görden erzielte 13 Treffer für sein Team, Simon Breuer wurde auf der abschließenden Pressekonferenz zum „Spieler des Spiels“ ernannt.
Der verletzte Rechtsaußen Mathias Deppisch, der gemeinsam mit Simon Breuer für die Partie in Bietigheim die Betreuung des Teams übernahm, hatte vor dem Spiel noch gefordert, an die guten und temporeichen Auftritte aus den vergangenen Begegnungen mit der SG anzuknüpfen. Das ist dem Hand.Ball.Herz.-Team phasenweise gelungen, ein Halbzeitstand von 16:20 aus Sicht der Gäste und ein 18:17, das für den zweiten Durchgang zu Buche stand, sind Indizien für eine extrem schnelle und auch torreiche Begegnung. Dass dennoch nichts Zählbares für das Team vom Niederrhein heraussprang, lag im Wesentlichen an zwei kurzen Schwächephasen.
Die erste leisteten sich die Korschenbroicher relativ zu Beginn der Partie. Nach einem ausgeglichenen Beginn und dem 2:2 in der dritten Spielminute nutzten die Bietigheimer einige Unkonzentriertheiten im TVK-Angriff um bis zur zehnten Minute auf 10:5 davon zu ziehen. Dann fingen sich die Gäste wieder und gestalteten die Begegnung bis zum Pausenpfiff ausgeglichen. Über das 7:11 (14.), 11:15 (19.) und schließlich 16:20 zur Halbzeit blieb der Abstand zur SG BBM konstant bei vier Treffern – weil auch die TVK-Keeper keinen Sahnetag erwischten und nur wenige Bälle parieren konnten.
Durchgang zwei begann, wie der erste aufgehört hatte. In einem munteren Spiel fielen viele Treffer, der Abstand blieb aber zunächst der alte. 19:23 (34.) und 20:24 (40.) sind zwei Zwischenstände einer ausgeglichenen Partie. Zwei weitere Minuten später konnten Breuer & Co sogar auf 24:26 verkürzen. Näher sollten sie aber nicht mehr herankommen. In der 49. Minute war die alte 4-Tore-Differenz wieder hergestellt, 25:29 war der Spielstand da aus Gästesicht. Dann präsentierte sich der TVK sieben Minuten lang völlig von der Rolle. Im Angriff scheiterten die Korschenbroicher entweder am Torgehäuse oder dem erstarkten SG-Keeper Milos Hacko, die Abwehr präsentierte sich mehr als löchrig. Konsequenz war das 37:28 der Bietigheimer in der 56. Minute. Die Entscheidung im Aufeinandertreffen der beiden Teams war gefallen. Umso höher ist die Energieleistung zu bewerten, die die TVK-Akteure noch einmal in den letzten vier Minuten vollbrachten. Mit einer 6:0 Serie sorgten sie für den Endstand von 37:34 zu Gunsten der Hausherren. „Hut ab vor dieser kämpferischen Leistung“, resümierte Interimscoach Mathias Deppisch nach Spielende. „Wir konnten hier mit erhobenem Haupt vom Spielfeld gehen“, kommentierte Florian Korte. Bis auf den verletzten Christoph Piske (Rückenbeschwerden) und Björn Marquardt (Wadenbeinbruch) kamen am Samstagabend alle Akteure zum Einsatz. Neben Marcel Görden (13/6 Treffer) und Florian Korte (7) überzeugte auf TVK-Seite vor allem Spielmacher Simon Breuer, der nicht nur wegen seiner sieben Tore zum „Spieler des Spiels“ ernannt wurde.
Bedingt durch die Ergebnisse der Konkurrenz ist der TVK in der Tabelle auf den letzten Platz abgerutscht. Der Abstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz (16.) beträgt jetzt vier Punkte. Das nächste Spiel bestreitet der TVK am kommenden Samstag (26.11.) um 19.30 Uhr in der heimischen Waldsporthalle. Gegner ist dann die TSG Ludwigshafen-Friesenheim um den Ex-Korschenbroicher Andrej Kogut.
„Insgesamt war das heute von der gesamtem Spielausrichtung her eine Leistung, die dem entsprict, was uns in den letzten Jahren ausgemacht hat. Leider hat es dennoch nicht für einen Sieg gereicht. Grund hierfür war die Tatsache, dass wir im Abwehr/Torwart-Verband nicht stabil genug agiert haben. 20 Gegentore schon im ersten Durchgang sind definitiv zu viel. Positiv war allerdings, dass wir deutlich häufiger ins schnelle Umschalten gekommen sind und die reine Anzahl unserer Angriffe deutlich erhöhen konnten.
Nachdem wir in der zweiten Halbzeit zwischenzeitlich nah dran waren, kommt es leider zu einigen unglücklichen Abschlüssen, Milos Hacko kann einige Bälle parieren. Die Gegenstöße, die wir uns dann fangen, sorgen dafür, dass wir schnell deutlich hinten liegen, zudem bekommen wir noch eine unnötige Zeitstrafe. Die SG Bietigheim nutzt das natürlich gnadenlos aus. Vom kämpferischen her war das heute eine super Leistung, besonders toll fand ich, wie sich die Jungs am Ende noch einmal reingehangen haben.
Auch, wenn das nicht meine erste Erfahrung als Trainer war, so habe ich doch heute erneut gemerkt, was für eine komplexe und umfassende Aufgabe das ist. Die wichtigsten Komponenten sind Engagement und Erfahrung. Das Engagement war sicherlich da, die nötige Erfahrung natürlich überhaupt nicht. Für mich war das ein einmaliger – und hoffentlich letztmaliger – Gastauftritt, der einzig aus der Not heraus geboren war. Simon und ich haben uns bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen, weil wir uns beide sehr stark mit dem Verein identifizieren und wir in der aktuellen Lage helfen wollten. Natürlich können wir auch gemeinsam keinen richtigen Trainer ersetzen, die Aufgabe ist viel schwieriger, als man das vielleicht von Außen beurteilen würde.“
Florian Korte „Wir hatten uns für das Spiel in Bietigheim viel vorgenommen, waren alle extrem motiviert. Leider hat in der ersten Halbzeit die Deckung nicht gut genug gestanden, weshalb wir mit einem Rückstand in die Pause gehen mussten. In der zweiten Halbzeit sind wir dann noch einmal dran, leisten uns dann jedoch eine Schwächephase, an deren Ende wir mit neun Treffern hinten liegen. Grund hierfür war zum Einen die Manndeckung auf Simon Breuer, was für uns immer eine gewisse Schwächung ist. Andererseits waren wir darauf aber eingestellt und haben das dann recht schnell auch ordentlich gelöst. Leider hält Hacko im SG-Tor dann einige Bälle, wir schließen teilweise auch zu schnell ab. In dieser Liga kassierst du dann automatisch 3-4 Gegenstöße und liegst sehr schnell uneinholbar hinten. Am Ende können wir aber aufgrund der Schlussphase mit erhobenem Haupt vom Spielfeld gehen.
Wir sind jetzt alle gespannt, was in der nächsten Woche in Sachen Trainerposten passiert. Davon unabhängig bin ich mir aber sicher, dass wir motiviert in die Trainingswoche gehen werden, dort vernünftig arbeiten und uns gut auf Friesenheim vorbereiten. Ohne überheblich klingen zu wollen, müssen wir da eindeutig auf Sieg spielen. Alles andere drumherum zählt erst einmal nicht. Wir brauchen dringend Punkte, damit der Abstand zu den anderen Teams nicht zu groß wird. Ein Lob möchte ich noch Simon Breuer und Mathias Deppisch aussprechen, die aus einer sehr schwierigen Situation das Beste gemacht haben.“
Kai Faltin
„Wir kommen leider nicht gut ins Spiel. Die Abwehr steht nicht wirklich gut und unsere Torhüter bekommen kaum einen Ball zu fassen. Den Abstand können wir dann in der ersten Halbzeit nicht mehr verkürzen. In der zweiten Halbzeit geht die Partie mit munterem Tempo weiter, bis wir uns die unnötige Schwächephase leisten und deutlich ins Hintertreffen geraten. Kompliment für die kämpferische Leistung und auch spielerisch sah das teilweise ganz ordentlich aus.
Simon Breuer und Mathias Deppisch haben sich als gute Interimslösung präsentiert. Die beiden haben die Mannschaft unter der Woche und während des Spiels gut betreut. Wir arbeiten natürlich dennoch weiterhin an einer Lösung in Sachen Trainerposten und sind zuversichtlich, diese bis zum kommenden Heimspiel gegen Friesenheim gefunden zu haben. Bis dahin bleibt es bei der derzeitigen Konstellation mit Breuer/Deppisch.“
Geschäftsführer Dr. Peter Irmen steht in der Verantwortung. Nach dem Rücktritt von Dr. Klaus Hintzen ruht die gesamte Last, den TVK in der 2. Handballbundesliga zurück in die Erfolgsspur zu bringen, auf seinen Schultern. Im Interview äußert er sich zu den Ereignissen der letzten Tage.
Herr Dr. Irmen, was sind aktuell die drängendsten Aufgaben?
„Nun, aktuell hat natürlich die Suche nach einem neuen Trainer absolute Priorität. Darüber dürfen wir aber natürlich auch das Tagesgeschäft nicht vernachlässigen. Die Frist für die Abgabe der Lizenzierungsunterlagen naht und auch sonst gibt es einiges zu tun.“
Sie haben es bereits angesprochen, der TVK hat Anfang der Woche die Beurlaubung von Trainer Jörn Ilper vollzogen, wie ist es zu dieser Entscheidung gekommen?
„Wir können mit der aktuellen sportlichen Situation nicht zufrieden sein. Mit nur fünf Punkten aus elf Spielen belegen wir inzwischen den letzten Tabellenplatz. Von unseren sechs Heimspielen konnten wir nur zwei gewinnen, eines unentschieden gestalten. Auswärts sind wir noch gänzlich ohne Punktgewinn. Mitte Oktober haben wir das deutliche Ziel formuliert, aus den letzten vier Spielen – davon waren drei Heimspiele - 6:2 Punkte zu holen. Dieses Ziel wurde verfehlt. Natürlich trägt Jörn nicht die alleinige Schuld an den Ergebnissen, ohne jede Frage war auch eine Menge Pech dabei und wir hatten phasenweise extreme Verletzungssorgen. Unter dem Strich muss er sich aber als Trainer einer Bundesligamannschaft in erster Linie an Ergebnissen messen lassen und die waren leider so, dass ich unser Saisonziel Klassenerhalt in Gefahr gesehen habe.“
Wann ist der Entschluss zur Trennung gefallen? Wann haben Sie Jörn Ilper und die Mannschaft von Ihrer Entscheidung in Kenntnis gesetzt?
„Das Schlüsselerlebnis war sicherlich das Spiel gegen Leipzig vom vergangenen Wochenende. Bei allem Respekt vor unserem Gegner hätten wir dieses Spiel niemals verlieren dürfen. Die Mannschaft ist über weite Strecken sehr dominant aufgetreten, hatte den Gegner gut im Griff. Und trotzdem verlieren wir die Partie am Ende noch. Über das gesamte Wochenende habe ich mir dann viele Gedanken gemacht und auch mit einigen Leuten Gespräche geführt. Letztlich ist Sonntagabend in mir der Entschluss gereift, dass eine Trennung unumgänglich ist. Unser Aufsichtsratsvorsitzender Heijo Hauser war der gleichen Ansicht.“
Welche Meinung hat Ihr Partner in der Geschäftsführung, Dr. Klaus Hintzen, vertreten?
„Klaus Hintzen hätte lieber noch bis zum Jahreswechsel gewartet und die Situation erst dann bewertet. Damit konnte ich mich nicht anfreunden und letztlich hat er dann den Entschluss gefasst, seinen ohnehin für das Jahresende angekündigten Rücktritt mit sofortiger Wirkung zu vollziehen. Das war am Montagabend. Ab diesem Moment stand ich als alleiniger Geschäftsführer in der Verantwortung und habe Jörn Ilper auch umgehend meine Entscheidung mitgeteilt.“
Warum war Ihnen eine sofortige Entscheidung so wichtig?
„In unserer ersten Zweitligasaison 2007/2008 steckten wir in einer ähnlichen Lage. Damals haben wir aber sehr lange am Trainer Olaf Mast festgehalten. Am Ende der Saison fehlte uns bei deutlich besserem Torverhältnis ein einziger Punkt auf den Relegationsplatz. Wir mussten uns zu Recht von vielen Leuten fragen lassen, warum wir nicht eher Konsequenzen aus dem miserablen Saisonstart gezogen hatten, die Aufholjagd unter Trainer Khalid Khan startete platt gesagt einen einzigen Spieltag zu spät. Ich für meinen Teil habe meine Lehren aus der Vergangenheit gezogen.“
Wie kommen Sie mit der Suche nach einem neuen Trainer voran?
„Die Suche nach einem Nachfolger für Jörn Ilper gestaltet sich erwartungsgemäß schwerig. Unsere finanziellen Mittel sind unverändert begrenzt, der Markt für Handballtrainer ist gleichzeitig auch nicht übermäßig groß. Nachdem wir am Dienstag Öffentlichkeit und Mannschaft über die Trennung von Jörn informiert haben, haben wir uns direkt intensiv mit dieser Personalie befasst. In den vergangenen Tagen haben wir einige interessante Gespräche geführt, können aber noch nichts Konkretes vermelden. Ich bin aber guter Dinge, dass zum Heimspiel gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim ein neuer Trainer auf der Bank Platz nehmen wird.“
Durch den Rücktritt von Dr. Klaus Hintzen ist auch die Position des zweiten Geschäftsführers und sportlichen Leiters vakant. Gibt es hier schon einen Nachfolger zu benennen?
„Kommissarisch wird sich Marketing-Manager Kai Faltin um diese Belange kümmern. Seitdem Klaus Hintzen im August seinen Rücktritt zum Jahresende bekannt gegeben hatte, war Kai mein Wunschkandidakt für die Neubesetzung dieses Postens. Jetzt hat er sich zumindest schon einmal bereit erklärt, diese Rolle vorübergehend zu übernehmen. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn er sich diese Tätigkeit auch langfristig vorstellen könnte.“
TVK will in Bietigheim an vergangene Leistungen anknüpfen
Ohne Trainer, aber mit einem klaren Ziel geht für den TVK am Samstag die Reise nach Baden-Württemberg. „Wir fahren hin, um etwas mitzunehmen“, so Kapitän Simon Breuer. Um 20 Uhr treten die Korschenbroicher in der Sporthalle am Viadukt gegen die SG BBM Bietigheim an.
Interessantes offenbart die Statistik zu den bisherigen Aufeinandertreffen der beiden Teams in der 2. Bundesliga. Sechs Mal traten die beiden Mannschaften gegeneinander an, die Bilanz dabei ist mehr als ausgeglichen, zweimal gewann der TVK, zweimal die SG und die beiden anderen Spielen endeten unentschieden. Bemerkenswert: Nur ein einziges Spiel konnte das Heimteam für sich entscheiden – der TVK siegte im Oktober des letzten Jahres 36:33 in der Waldsporthalle. „Das waren immer tolle Spiele gegen die SG“, erinnert sich der verletzte Rechtsaußen Mathias Deppisch. Gemeinsam mit Kapitän Simon Breuer, der Inhaber der Trainer B-Lizenz ist, hat der Linkshänder die Vorbereitung auf das nächste Spiel des TVK übernommen. Und auch am Samstagabend wird Deppisch das Coaching von der Bank übernehmen. „Simon hatte auch schon in den vergangenen Wochen und Monaten erheblichen Einfluss auf die Spielvorbereitung, angesichts der neuen Konstellation wird er diesen Part zumindest vorübergehend ausbauen. Ich werde versuchen, das Team am Samstag von der Bank aus zu betreuen. Das wird natürlich in enger Absprache mit den Teamkollegen geschehen, denn in erster Linie bin ich immer noch Mitspieler.“
Der 32-Jährige kann so etwas Positives aus seiner Verletzungspause ziehen: „Von Außen sieht man sicherlich einige Dinge besser, als vom Spielfeld aus. Man hat das Spiel in seiner Gesamtheit besser im Blick. Ich werde aber auf gar keinen Fall in irgendeiner Art und Weise autoritär auftreten oder so.“ Zur Verfügung stehen werden dem Gespann Breuer/Deppisch dabei voraussichtlich nicht alle Akteure. Weiterhin verletzt ist Björn Marquardt, darüber hinaus klagte Christoph Piske unter der Woche über Rückenbeschwerden, Rechtsaußen Robin Doetsch hatte erneut Schwierigkeiten mit dem lädierten Bein. Soweit wiederhergestellt, dass er zumindest als Spieler auf der Bank Platz nehmen wird, ist Markus Breuer. Der Linksaußen ist zwar noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte, die Schulterverletzung ist aber soweit abgeklungen, dass einem Einsatz in Bietigheim nichts im Wege stünde.
Natürlich steht das Spiel massiv unter dem Einfluss der Beurlaubung von Trainer Jörn Ilper Anfang dieser Woche, mit diesem Thema will sich Kapitän Simon Breuer aber nicht weiter befassen: „Die Entscheidung wurde von der Geschäftsführung getroffen. Es fällt als Spieler nicht in unser Aufgabengebiet, uns damit zu befassen oder das zu bewerten. Unsere Aufgabe wird es sein, am Samstag ein ordentliches Spiel abzuliefern.“ Das gibt auch Mathias Deppisch als Vorgabe für den Auftritt in der Sporthalle am Viadukt aus: „Wir möchten an die tollen Spiele gegen Bietigheim anknüpfen. Die beiden Mannschaften kennen sich sehr gut und haben immer richtig gute Spiele abgeliefert. Vom Stil und der Spielgestaltung wollen wir an diese vergangenen Partien anknüpfen, denn bislang haben wir dort immer sehr gut ausgesehen. Wir werden mit offenem Visier mutig nach vorne spielen.“
Auch tabellarisch ist das Aufeinandertreffen der beiden Vereine durchaus interessant. Mit neun Pluspunkten belegt die SG BBM Bietigheim derzeit Rang 14, gehört also zu den direkten Konkurrenten des TVK im Kampf um den Klassenverbleib. Bei einem Sieg würde der Abstand von derzeit vier Punkten halbiert werden, bei einer Niederlage müssten die Korschenbroicher womöglich bis zum rettenden Ufer (Platz 16, derzeit TV Bittenfeld mit 7 Punkten) ein wenig abreißen lassen. Nach dem Gastspiel in Baden-Württemberg steht am darauffolgenden Wochenende die Heimpartie gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim an. Dann gibt es Wiedersehen mit dem Ex-Korschenbroicher Andrej Kogut.
Die TVK Handball GmbH & Co. KG hat sich entschieden, den Trainer der Bundesliga-Mannschaft des TV Korschenbroich, Jörn Ilper, zu beurlauben. Diese Entscheidung wurde Jörn Ilper durch Geschäftsführer Dr. Peter Irmen mitgeteilt.
Jörn Ilper war 2007 zum TV Korschenbroich gewechselt. Der ehemalige Erstliga-Spieler besetzte vier Jahre die Kreisläuferposition und hatte maßgeblichen Anteil am sportlichen Erfolg der letzten Jahre.
Zu Beginn der Saison 2011/2012 hatte Ilper das Traineramt übernommen. In bislang elf gespielten Begegnungen gelangen erst zwei Siege. Die Geschäftsführung hatte sich gemeinsam mit dem Trainer auf eine angestrebte Bilanz von 6:2 Punkten aus den vergangenen vier Spielen, davon drei in der heimischen Waldsporthalle, verständigt. Nach der jüngsten, wiederum knappen Niederlage gegen den SC DHfK Leipzig standen lediglich 3:5 Punkte zu Buche, und das gemeinsame Zwischenziel wurde nicht erreicht.
Hierdurch, aber auch aufgrund anderer sich abzeichnenden Tendenzen, sehen die Verantwortlichen das erklärte Saisonziel, den Klassenerhalt in der eingleisigen 2. Bundesliga, ausdrücklich in Gefahr. Wer die Nachfolge für Ilper antritt, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Ilper ist nach Thomas Knorr (VfL Bad Schwartau) und Maik Machulla (ASV Hamm-Westfalen) bereits der dritte Trainer der 2. Bundesliga, der vorzeitig aus seinem Amt ausscheidet.
Im Rahmen der Entlassung von Jörn Ilper hat der Geschäftsführer und Sportliche Leiter Dr. Klaus Hintzen sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Dr. Klaus Hintzen hatte bereits vor Monaten intern erklärt, dass er zum Jahreswechsel ausscheiden werde.
„Ich bedanke mich bei Jörn Ilper und meinem sehr guten Freund Dr. Klaus Hintzen für ihre geleistete Arbeit. Nach Absprache mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Heijo Hauser sind wir zur Überzeugung gekommen, nichts unversucht lassen zu wollen, den Klassenerhalt mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu erreichen“, so Dr. Peter Irmen, der gemeinsam mit Hauser und Marketing-Manager Kai Faltin die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Handball-Bundesligisten am Niederrhein stellen wird. „Wir haben hier über viele Jahre sehr viel Herzblut und Arbeit in unser Projekt gesteckt. Das wird auch weiterhin die Prämisse bleiben“, so Irmen.
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Dr. Peter Irmen ergriff am Freitagabend nach der 26:27 (14:9)-Niederlage des TVK gegen den SC DHfK Leipzig in der Korschenbroicher Waldsporthalle das Mikrofon, wenige Minuten zuvor hatte den TVK-Geschäftsführer die traurige Nachricht vom Unfalltod des Schiedsrichtergespanns Bernd und Reiner Methe ereilt: „Das Spiel, das wir heute Abend erlebt haben, ist jetzt völlig uninteressant. Die Zwillingsbrüder Bernd und Reiner Methe sind auf dem Weg zum Spiel Balingen gegen Magdeburg tödlich verunglückt.“
Auf die obligatorische Pressekonferenz nach Spielende verzichteten die Verantwortlichen des TVK, machten stattdessen deutlich, wie geschockt sie von der unfassbar traurigen Nachricht waren. „In diesem Augenblick rückt alles andere in den Hintergrund. Ich spreche sicherlich im Namen aller Spieler, Fans und Verantwortlichen des TVK wenn ich sage, dass unsere Gedanken bei den Familien und Freunden der beiden Verstorbenen sind“, so Irmen weiter. Die beiden bekannten und beliebten Unparteiischen waren auf dem Weg zur Erstligabegegnung HBW Balingen-Weilstetten gegen den SC Magdeburg aus bislang noch ungeklärter Ursache mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidiert und verstarben noch an der Unfallstelle.
Während nach Spielende vor allem die tragische Nachricht beherrschendes Thema in der ausverkauften Waldsporthalle war, erlebten die 699 Zuschauer zuvor ein Handballspiel, an dessen Ende lange Zeit ein doppelter Punktgewinn für die Hausherren zu stehen schien. Hatten zu Beginn noch die Gäste aus Sachsen leicht die Nase vorn und sich beim 3:6 (10.) und 5:8 (13.) mit drei Toren abgesetzt, sorgte eine taktische Umstellung dafür, dass die Leipziger zwischen der 14. und 30. Spielminute nur zu einem einzigen Torerfolg kamen. Der auch offensiv starke Mathias Fuchs bekam von seinem Coach Jörn Ilper den Sonderauftrag, Leipzigs Philipp Seitle in Manndeckung zu nehmen. Das 1,80m große Kraftpaket hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon vier seiner insgesamt sechs Treffer erzielt und auf der Spielmacherposition klug die Fäden gezogen. Weil Seitles Kreise durch Fuchs aber effektiv gestört wurden, nutzte Simon Breuer in der 19. Minute zunächst die Gelegenheit zum Ausgleich (8:8) bevor Mathias Fuchs zwei Minuten später sein Team mit 10:9 in Führung brachte.
Überraschend war sicherlich, dass Trainer Jörn Ilper mit Dennis Marquardt einen Rechtshänder auf die rechte Position im Rückraum beorderte, Fuchs (Mitte) und Simon Breuer (Links) agierten neben ihm. Auf den Außenpositionen liefen Benjamin Göller (links) und Robin Doetsch (rechts) auf. Am Kreis stand Marcel Görden seinen Mann und im Tor bekam Oliver Mayer einige Bälle zu fassen. Verzichten musste Ilper neben den verletzten Mathias Deppisch und Björn Marquardt auch auf den gesperrten Florian Korte, dessen Fehlen deutlich zu spüren war. Markus Breuer saß nach überstandener Schulterverletzung zumindest wieder auf der Bank. Bis zum Pausenpfiff erspielten sich die Hausherren eine 14:9-Führung und auch der zweite Durchgang begann vielversprechend. Zwar gelang es den Gästen schnell auf 14:11 zu verkürzen, danach pendelte sich der Vorsprung aber bei zwei bis drei Toren zugunsten des TVK ein. 18:15 (39.), 20:17 (45.) und 23:20 (52.) lauteten die Zwischenstände. Souverän kontrollierten die Korschenbroicher das Spielgeschehen, hatten auf alle Versuche der Leipziger eine passende Antwort und ließen sich auch dadurch nicht beirren, dass Philipp Seitle in der 37. Minute mit zwei schnellen Gegenstößen zum 16:15 verkürzte.
Probleme bekamen die Gastgeber erst, als sich SC-Trainer Uwe Jungandreas in den letzten knapp zehn Minuten ebenfalls für eine Abwehrvariante mit Manndeckung entschied und Simon Breuer quasi komplett aus dem Spiel nahm. Nur schwer erspielte sich der TVK weitere Chancen und leistete sich darüber hinaus einige eklatante individuelle Fehler. Logische Konsequenz war der Ausgleich zum 24:24 in der 56. Spielminute. Weil dann Simon Breuer nach drei zuvor sicher verwandelten Strafwürfen vom Siebenmeterpunkt aus nur die Unterkante der Querlatte traf und Leipzigs Ole Dietzmann im Gegenzug mit dem 24:25 (58.) die erste Gästeführung seit mehr als einer halben Stunde besorgte, bog der TVK in den letzten Spielminuten auf die Verliererstraße ein. Robin Doetschs Ausgleich zum 26:26 50 Sekunden vor dem Ende war gleichbedeutend mit dem letzten Treffer der Korschenbroicher. Weil Rene Wagner zehn Sekunden vor Schluss noch einmal für sein Team traf und Christoph Piske einen Freiwurf Sekundenbruchteile vor der Sirene über das Tor feuerte musste sich der TV Korschenbroich dem SC DHfK Leipzig letztlich mit 26:27 geschlagen geben. Eine Niederlage, die ebenso unnötig wie bitter ist und dem TVK um wichtige Punkte im Abstiegskampf bringt.
„Das ist ein Spiel, das wir nicht verlieren dürfen. Dafür, dass das doch passiert ist, gibt es in meinen Augen drei Gründe. Der erste Grund ist, dass Dennis Marquardt nach rund 40 Minuten von selber wechseln kommt, weil er durch ist. Ich habe dann niemanden, der das hinten spielen kann und muss selber draufgehen. Das hat heute für mich überhaupt nicht funktioniert, ich bekomme zudem noch zwei Minuten, wir müssen wieder in Unterzahl agieren. Zweitens der Siebenmeter von Simon Breuer bei 24:24, der wirklich gut geworfen ist, aber mit viel Pech nicht reingeht und schließlich der Gegenstoßpass von Robin Doetsch, der so nie gespielt werden darf. Das sind genau die Dinge die dazu führen, dass man ein Spiel am Ende aus der Hand gibt.
Auf die taktische Maßgabe, Simon auf Mann zu nehmen, waren wir vorbereitet. Wenn Simon nicht im Spiel ist haben wir keinen Spieler, der über diesen riesen Abwehrblock schießen kann. Leipzig hat defensiv 5:1 gespielt und ihre starken Abwehrspieler auf die freie Seite gestellt. Dann ist es für jede Mannschaft, die vom Kader her so aufgestellt ist wie wir, schwierig da ein Tor zu erzielen. Wir wussten, dass das kommt und haben das in meinen Augen ganz gut gelöst. Sehr viele Sachen sind aber unglücklich gelaufen. Flo Korte hat uns natürlich auch gefehlt. Er hätte beispielsweise über diesen Block drüber schießen können. Flo wäre ein großer Spieler gewesen, der für Druck aus dem Rückraum gesorgt hätte.“
Simon Breuer
„Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, lagen zur Pause hoch verdient in Führung. Den Rückstand von 5:8 drehen wir zu einem 14:9 zur Halbzeit. Hinten war das sehr ordentlich und vorne haben wir solide gespielt und geduldig auf unsere Chancen gewartet. In der zweiten Halbzeit verteidigen wir deutlich schlechter, entscheidend ist aber, dass wir vorne gegen die Manndeckung aus dem Spiel heraus keine Lösung haben. Wenn, dann ging nach vorne nur noch etwas über den Kampf und das war zu wenig, um dauerhaft Tore zu erzielen.“
Robin Doetsch
„Zunächst möchte ich mein Beileid an alle Angehörigen und Freunde von Bernd und Reiner Methe ausdrücken. Ich denke, das ist eine unfassbar schlimme Nachricht und das Spiel steht jetzt null im Vordergrund. Es fällt schwer, jetzt noch ans Spiel zu denken.
Es ist uns ziemlich schwer gefallen mit der Manndeckung auf Simon, wir konnten unser Konzept überhaupt nicht mehr durchbringen. Zusätzlich waren wir sehr unkonzentriert. Da nehme ich meine Fehlpass als erstes heraus, der einfach katastrophal ist. Damit leite ich das Ganze eigentlich ein. Dann leisten wir uns weiterhin Dummheiten und das Spiel geht den Bach runter.“
Am Freitagabend (20 Uhr) kommt es zum ersten Aufeinandertreffen des TVK mit dem SC DHfK Leipzig. Die Sachsen sind in dieser Saison der einzige Aufsteiger in der eingleisigen 2. Bundesliga. Als Meister der Staffel Ost gelang der Sprung in die zweithöchste Deutsche Spielklasse. Dieser Schritt war keineswegs ein Zufallsprodukt, sondern vielmehr von langer Hand vorbereitet. So sitzt mit dem gebürtigen Leipziger Stefan Kretzschmar eines der Gesichter des Deutschen Handballs im Aufsichtsrat.
In den Augen von TVK-Coach Jörn Ilper hat der SC ungefähr so viel mit einem typischen Aufsteiger zu tun, wie die Korschenbroicher Boltenbrauerei mit Kölsch. „Im Prinzip spielen wir nicht gegen Leipzig, sondern gegen Concordia Delitzsch. Und die waren über Jahre in der Spitzengruppe der 2. Liga.“ Was der Korschenbroicher Übungsleiter damit meint wird deutlich, wenn man einen Blick auf die Kaderliste der Sachsen wirft: 19 Spieler umfasst das Bundesligateam, elf waren davon auch schon für Delitzsch am Ball, sammelten teilweise jahrelang Erfahrung im Bundesligahandball. Auch Trainer Uwe Jungandreas und sein Co Sven Strübin waren schon für Concordia aktiv. Möglich wurde der massive Wechsel von ehemaligen Delitzschern nach Leipzig durch die Insolvenz des SV Concordia im Jahr 2010.
Insofern hält sich im Korschenbroicher Lager auch die Überraschung ob des guten Saisonstarts der Leipziger in Grenzen. Mit 11:9 Punkten rangiert der SC auf Platz 7, legte in seinen vergangenen drei Spielen eine 6:0-Serie hin. Verzichten muss Trainer Jörn Ilper in der extrem wichtigen Partie gegen den 'Aufsteiger' SC DHfK Leipzig auf die Langzeitverletzten Markus Breuer, Mathias Deppisch und Björn Marquardt. Zudem wurde Florian Korte nach seiner unglücklichen Disqualifikation mit Bericht aus dem letzten Heimspiel gegen Saarlouis für ein Spiel gesperrt. Wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff hatte der Halblinke des TVK einen Freiwurfpfiff der Unparteiischen zugunsten der Gäste aus dem Saarland überhört und zu einem Gegenstoß auf das Tor der HGS angesetzt. Die Schiedsrichter Florian Gerhard und Tobias Küsters werteten die Szene gemäß Regel 8:10 c) als 'besonders grob unsportliches Verhalten'. "Wenn der Ball in der letzten Spielminute nicht im Spiel ist und ein Spieler oder Offizieller die Wurfausführung des Gegners verzögert oder behindert und damit der gegnerischen Mannschaft die Chance genommen wird, in eine Torwurfsituation zu kommen oder eine klare Torgelegenheit zu erreichen, gilt dieses Vergehen als besonders grob unsportlich. Dies gilt für jegliche Art der Wurfverhinderung (z.B. Vergehen mit begrenztem körperlichen Einsatz, Pass abfangen, stören der Ballannahme, Ball nicht freigeben)", lautet die Regel im vollen Wortlaut.
Florian Korte war nach der Partie todunglücklich: "Ich habe den Pfiff der Schiedsrichter schlicht nicht gehört und wollte wenige Sekunden vor dem Ende noch einmal die Gelegenheit zu einem Gegenstoß nutzen. Während der fraglichen Szene wurde ich zudem auch noch von einem Gegenspieler, der offenbar ebenfalls keinen Pfiff vernommen hatte, bedrängt. Es war mit Sicherheit nicht meine Absicht auf unsportliche Art und Weise eine Entscheidung des Spiels herbeizuführen. Ich ärgere mich wahnsinnig, dass ich wegen so einer blöden Szene jetzt das Spiel gegen Leipzig verpasse. Ich bin mir aber sicher, dass die Jungs das auch ohne mich schaffen." Die Verantwortlichen des TVK hatten sich angesichts der strittigen Szene durch einen entsprechenden Eintrag im Berichtsbogen einen Einspruch vorbehalten, entschieden sich aber letztlich nach Rücksprache mit dem Spielleiter der HBL, Uwe Stemberg, dafür von dieser Möglichkeit keinen Gebraucht zu machen. "Herr Stemberg hat mir im persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass ein Einspruch gegen Florians Sperre keine Aussicht auf Erfolg hätte. Daher haben wir auf den Einspruch verzichtet, das Geld, das dafür fällig geworden wäre, können wir sinnvoller verwenden. Jetzt müssen wir in den sauren Apfel beißen und das Spiel am Freitag ohne Florian bestreiten - ich kann mir gut vorstellen, dass diese unglückliche Situation die Mannschaft noch enger zusammenschweißen wird und die Jungs gegen Leipzig bis zur letzten Sekunde kämpfen werden."
In einem extrem spannenden Spiel gegen die HG Saarlouis konnte sich der TV Korschenbroich am Samstagabend über einen Punktgewinn freuen. 31:31 (14:14) lautete das Endergebnis einer sicherlich nicht hochklassigen Partie, die die TVK-Spieler aber trotz mehrmaligen Rückstands nie verloren gegeben hatten. Am Ende sorgten Neuzugang Benjamin Göller und Torhüter Sven Bartmann dafür, dass zumindest ein Punkt am Niederrhein blieb.
Der TV Korschenbroich erwischte den besseren Start in die Begegnung des 10. Spieltages. Vom Anwurf weg stellte die Abwehr mit dem gut aufgelegten Oliver Mayer dahinter die Gäste aus dem Saarland vor große Probleme. Nach sechs gespielten Minuten lagen die Gastgeber bereits mit 4:1 in Führung. Dann aber riss der Faden des Korschenbroicher Spiels und die HGS konnte den Vorsprung schnell egalisieren (5:5, 11.). In den verbliebenen 20 Minuten bis zur Pause entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, der es aber keinem der beiden Teams gestattete, sich nennenswert abzusetzen. Mehrfach wechselte die Führung, unter dem Strich stand ein Halbzeitstand von 14:14 zu Buche.
Bemerkenswert vielleicht, dass sich das TVK-Team extrem ausgeglichen präsentierte. Spielmacher Simon Breuer, Florian Korte, Dennis Marquardt und Marcel Görden waren je dreifach erfolgreich, Mathias Fuchs steuerte zwei weitere Treffer hinzu. Dadurch fiel auch nicht weiter ins Gewicht, dass Breuer nicht an seine Glanzleistungen der letzten Wochen anknüpfen konnte. Zudem parierte Oliver Mayer sieben Bälle. Benjamin Göller feierte im ersten Durchgang ein eher unauffälliges Heimdebüt, sollte aber zu einem späteren Zeitpunkt noch in den Fokus rücken.
Den Anfang der zweiten Halbzeit dominierten die Saarländer. Mit einer 5:1- Serie zogen sie binnen der ersten fünfeinhalb Minuten auf 15:19 aus TVK-Sicht davon, Korschenbroichs Trainer Jörn Ilper sah sich früh gezwungen, seine Auszeit zu nehmen. Diese zeigte leicht verzögert auch Wirkung. Bis zur 40. Minute hatte der deutliche Rückstand für den TVK noch Bestand (18:22), dann aber holten die Korschenbroicher Tor um Tor auf. In der 48. Minute markierte Simon Breuer mit dem 25:25 den Ausgleich. Die Weichen für eine packende Schlussphase waren gestellt.
Weil Oliver Mayer gegen Ende der Partie nur noch selten eine Hand an das kugelrunde Spielgerät bekam, wechselte sein Trainer Jörn Ilper ihn in der 53. Minute für Sven Bartmann aus. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Hausherren knapp mit 27:29 hinten. In seiner ersten Aktion parierte Bartmann dann auch einen Siebenmeter von Saarlouis Grgic. Durch Treffer von Florian Korte und Dennis Marquardt für den TVK sowie Andre Lohrbach für die HGS stand es kurz darauf 29:30 (56.). Weil Mathias Fuchs dann eine Zeitstrafe kassierte, mussten die Gastgeber zwei der letzten vier Minuten in Unterzahl agieren. Daniel Fontaine nutzte den sich bietenden Platz zum 29:31. Mit einem unfassbaren Tor von Linksaußen besorgte Marcel Görden das 30:31 (57.). Sich in der Luft um 180° drehend schleuderte er den Ball mit einem Rückhandwurf in die Maschen. Die Waldsporthalle explodierte förmlich.
Im folgenden Angriff konnte Korschenbroichs Keeper Sven Bartmann zunächst einen Wurf von Saarlouis Daniel Fontaine parieren. Die erste Möglichkeit zum Ausgleich ließ Pasqual Tovornik noch liegen. Danach war es wieder Fontaine, der diesmal aber mit seinem Wurf im Korschenbroicher Block hängen blieb. Den Gegenstoß verwandelte Neuzugang Benjamin Göller bei seiner Heimpremiere sicher und besorgte somit in der 60. Minute das 31:31. Weil die TVK-Abwehr in den letzten 25 Sekunden exzellent stand und keinen gefährlichen Wurfversuch mehr zuließ war es ein Freiwurf drei Sekunden vor dem Ende, der den Gästen aus dem Saarland letztmalig die Gelegenheit bot, beide Punkte aus der Waldsporthalle zu entführen. Erneut war es Fontaine, auf dessen Schultern die Verantwortung lag. Den Korschenbroicher Block konnte er mit einer Finte noch überwinden, dann fand er aber einmal mehr in Sven Bartmann seinen Meister. Den freien Wurf parierte der 24-Jährige und avancierte damit zum Matchwinner.
Für den TVK geht es nun bereits am kommenden Freitag mit dem nächsten Heimspiel weiter. Gegner ist dann der SC DHfK Leipzig. Anwurf der Partie ist um 20.00 Uhr.
„Hier in Korschenbroich spielen wir immer gerne, das ist immer ein tolles Erlebnis. Wir haben heute wieder ein Spiel erlebt, das wir 40 Minuten kontrolliert haben. Den einen Punkt haben wir mehr als verdient. Ich gratuliere aber auch der Mannschaft von Korschenbroich, die sich den Punkt toll erkämpft hat. Es bleibt natürlich ein leichter Nachgeschmack, weil wir das Spiel mit etwas mehr Geduld auch hätten gewinnen können. Aber mit dem einen Punkt sind wir auch zufrieden. Zum Schluss hatten wir drei Szenen in denen wir auf drei Tore davon ziehen können. Der Korschenbroicher Torhüter hat da aber toll gehalten, den Siebenmeter aber auch die Aktion vorher. Wir wissen, dass es in Korschenbroich sehr schwer ist zu gewinnen und sind daher mit dem Punkt zufrieden.“
Jörn Ilper (Trainer TV Korschenbroich)
„Wenn es auch nicht ein überzeugendes und tolles Handballspiel war, dann doch ein sehr spannendes. 31:31 am Ende, wobei beide Mannschaften zufrieden sein können mit der Punkteteilung. Für uns ist ganz wichtig, dass es uns gelungen ist, ein enges Spiel zumindest teilweise positiv zu gestalten. Wir haben sehr viele enge Spiele verloren und deswegen ist es psychologisch ganz wichtig auch mal einen Punkt mitzunehmen gegen eine Mannschaft von Saarlouis die mit einer sehr hohen individuellen Klasse und einer sehr ruhigen und cleveren Spielweise uns schon vor arge Aufgaben gestellt hat. Taktisch war es ein sehr anspruchsvolles Spiel. Am Ende muss man sagen, dass meine Junges aufopferungsvoll gekämpft und verdient einen Punkt mitgenommen haben.
Benjamin Göller (TV Korschenbroich)
„Ich finde, dass wir über die kämpferische Leistung einen Punkt gewonnen haben. Das Spiel an sich war leider nicht sehr gut. Beide Seiten haben viele Fehler gemacht. Wir wussten vorher, dass wenn wir mehr als 30 Tore werfen, Grgic & Co das auch können und hatten uns daher fest vorgenommen ein Tor mehr zu werfen als Saarlouis. Das ist uns zwar leider nicht gelungen, aber mit dem Unentschieden können wir auch leben. Die Atmosphäre war super, das hat mir heute sehr gut gefallen. Wir haben viel gekämpft und das hat die Halle gemerkt und uns sehr gut unterstützt. Ich bin heilfroh über den Punktgewinn, dass ich das Tor vorne gemacht habe, wir danach keinen Treffer mehr kassiert haben und Sven den Ball entschärft hat. Das war sehr wichtig und damit haben wir sicher auch Aufschwung für das nächste Spiel, das sehr schwierig wird. Vielleicht haben wir heute den Bann gebrochen, anstatt mit einem Tor zu verlieren konnten wir zeigen, dass wir auch unentschieden spielen können und die Nerven haben. Vielleicht reicht es dann sogar um beim nächsten Mal mit einem Tor zu gewinnen.“
Sven Bartmann (TV Korschenbroich)
„In unserer Situation muss man sagen, dass wir heute einen Punkt gewonnen haben. Dem Spielverlauf nach ist es vielleicht ein bisschen ärgerlich, dass es so knapp geworden ist. Wir haben gut begonnen, lagen fünf Minuten schon 4:1 in Führung, Oli hat sehr gut gehalten. Dann haben sich aber leider Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen und das hat uns im Endeffekt das Genick gebrochen. Was man uns aber heute zugute halten muss ist, dass wir nie aufgegeben haben. Wir haben immer weiter Gas gegeben und haben versucht dran zu bleiben. In der zweiten Halbzeit geraten wir sehr schnell mit vier Toren in Rückstand. Da hatte ich kurz das Gefühl, dass es das dann leider schon wieder war. Diesmal war es aber anders als in den letzten Spielen. Wir konnten durch Kampf, wichtige Treffer und weniger Fehler den Rückstand wieder wettmachen und haben den Punkt in Korschenbroich gehalten. In der letzten Szene hatte ich einfach mal das Glück, den entscheidenden Ball zu halten. Das war aber auch nur möglich, weil Benjamin Göller zuvor den Gegenstoß super verwandelt hat, den hat er ohne Schnörkel einfach nur reingemacht. So hatte ich dann am Ende überhaupt erst die Gelegenheit, den Ball zu parieren.“
Gleich zweimal binnen sieben Tagen tritt der TV Korschenbroich vor eigenem Publikum in der 2. Bundesliga an. Am kommenden Samstag (19.30 Uhr) gastiert die HG Saarlouis am Niederrhein, am darauffolgenden Freitag (20.00 Uhr) begrüßen die TVK-Fans Aufsteiger SC DHfK Leipzig in der Waldsporthalle.
Dr. Klaus Hintzen spricht von einer „Chance“, Kai Faltin sieht die Partien gegen Saarlouis und Leipzig „fast schon als Pflichtaufgabe“ und Dr. Peter Irmen freut sich „auf zwei spannende Heimspiele mit dem hoffentlich besseren Ende für uns“. Die Führungsriege des TVK blickt gespannt auf die beiden anstehenden Heimpartien in der Korschenbroicher Waldsport'hölle'. Alle drei fordern eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, den die Korschenbroicher gerade in eigener Halle gezeigt haben. Zwei der drei letzten Heimspiele, nämlich die Partien gegen Essen und Schwerin konnte der TVK gewinnen. Damit auch am Samstag gegen die Gäste aus dem Saarland etwas Zählbares herausspringt, kommt es laut Trainer Jörn Ilper vor allem darauf an, „die eigenen Stärken richtig einzusetzen“. Der Korschenbroicher Übungsleiter rechnet mit einer „sehr interessanten Partie. Gegen Saarlouis sind in der Vergangenheit immer viele Tore gefallen, das waren tolle Spiele.“ Die Zahlen geben Ilper recht: Viermal kreuzten der TVK und die HGS in der 2. Bundesliga bislang die Klingen, die Bilanz ist dabei mit jeweils zwei Siegen ausgeglichen. Errechnet man den Durchschnitt der erzielten Treffer, ergibt sich dabei ein 37:36 für Korschenbroich. Ein Ergebnis, mit dem man am Niederrhein sicherlich gut leben könnte.
Trainer und Verantwortliche sind sich darüber einig, dass mit der HG Saarlouis eine Mannschaft in die Waldsporthalle kommt, die vom Leistungsvermögen her eher dem Niveau des TVK entspricht, als es beispielsweise der letzte Gegner HSG Nordhorn-Lingen tut. „Für mich zählt Nordhorn unabhängig vom Saisonverlauf immer noch zu den Top-5 der Liga. Saarlouis entspricht da schon eher unserem Leistungsniveau. Allerdings kommen die nach ihrem tollen Saisonstart sicherlich mit reichlich Selbstvertrauen und dem Anspruch, hier zu gewinnen, nach Korschenbroich“, so Ilper. Geschäftsführer Klaus Hintzen teilt die Ansicht seines Chef-Trainers, hofft aber darauf, dass es dem Team gelingt an die gute (Heim-)Leistungen anzuknüpfen: „Wenn die Mannschaft so spielt, wie sie es bislang in eigener Halle getan hat, wir unsere tollen Zuschauer im Rücken haben, dann bin ich überzeugt davon, dass wir gemeinsam einen Sieg gegen Saarlouis schaffen können.“ Kurzfristige personelle Verstärkungen wird es dafür aber nicht geben: „Wir sind weiterhin auf der Suche nach einem Akteur, der uns sofort weiterhilft und in unseren gesteckten Rahmen passt. Bislang konnten wir aber noch keinen Spieler verpflichten, einen Schnellschuss wird es aber auch nicht geben“, bittet Hintzen Fans und Medien um Geduld.
Derweil hat sich die Führungsspitze Anfang der Woche zu einem offenen Gespräch mit dem Mannschaftsrat zusammengesetzt: „Wir haben uns über die aktuelle Lage und den bisherigen Saisonverlauf ausgetauscht“, so Dr. Peter Irmen. „Dabei wurden auch einige Dinge angesprochen, die wir in Zukunft anders handhaben wollen und die hoffentlich dazu beitragen, dass wir unser Saisonziel Klassenerhalt erreichen.“ Konkrete Inhalte des Gesprächs werden aber laut Irmen nicht nach außen getragen: „Wir arbeiten die Situation intern auf und ziehen daraus unsere Schlüsse. Alles andere wäre kontraproduktiv.“ Kai Faltin betont vor allem, „dass wir der Ansicht sind, über die nötige Qualität zu verfügen, um in der Liga zu bleiben“. Darin sei man sich auch mit den Spielern einig gewesen. „Seit dem ersten Spieltag lautet unsere Zielsetzung Klassenerhalt. Dass dies schwer werden würde, war uns im Voraus schon klar. Ich bin mir aber sicher, dass wir die dafür nötigen Punkte noch einfahren werden – und gegen Saarlouis am kommenden Samstag wollen wir damit gleich weitermachen.“
Große Beteiligung für kidsvision - eine Zwischenbilanz
Kurzes Feedback zur aktuellen Charity-Aktion des TVK, zur Trikotversteigerung auf ebay:
Mittlerweile ist gut die Hälfte der Trikots für den guten Zweck versteigert. Wie begehrt die TVK-Spielertrikots sind, zeigen einige der Versteigerungen, die für weit mehr als 65,- Euro versteigert wurden! "Es freut uns sehr, dass die Akzeptanz und die Bereitschaft sich an dieser Aktion für kidsvison zu beteiligen auf eine breite Resonanz trifft. Wir wünschen uns natürlich, dass es so weiter geht und wir am 10.12. zu unserem Hand. Ball. Herz.-TAG eine stolze Summe an kidsvision übergeben können", zieht Kai Faltin eine freudige Zwischenbilanz.
Wem der Erlös zugute kommt, weiss Reinhard Kraemer, Vorstand von kidsvision germany e.V. auch schon: „Aktuell wollen wir Joline-Skye (2 1/2 Jahre) unterstützen, hierbei ist eine Delphintherapie eine Hoffnung für die Familie, einen Fortschritt in der Entwicklung des Kindes herbeizuführen.“ Und als wenn das noch nicht Grund genug wäre, um kräftig auf die Trikots zu bieten, legt der TVK zu jedem ersteigerten Jersey noch eine Stehplatzkarte für ein Bundesligaheimspiel nach Wahl dazu.
Jedes Gebot hilft!
Mit einem Klick auf das Bild direkt zu: 3, 2, 1 ... meins!
Der TV Korschenbroich musste sich am Sonntagabend der HSG Nordhorn-Lingen mit 30:37 (11:22) geschlagen geben. 1.270 Zuschauer, darunter zahlreiche TVK-Anhänger, sahen eine Korschenbroicher Mannschaft, die sich im ersten Durchgang einen fünfzehnminütigen Durchhänger leistete und damit die Chance auf einen Punktgewinn schon früh im Spiel zunichte machte.
Die entscheidende Phase des Spiels waren die rund fünfzehn Minuten zwischen dem 9:11 (15.) von Florian Korte und dem 11:22 (30.) durch Nordhorns Jens Wiese. Bis zu Kortes Treffer hatten sich die Gäste im Nordhorner Euregium absolut gleichwertig präsentiert, fast schien es als seien die Spieler der HSG davon überrascht, dass der TVK das hohe Tempo, das sie vorlegten, ohne Kompromisse mitgehen konnte. Dann aber kam ein Bruch ins Korschenbroicher Spiel, den sich kurz nach dem Abpfiff noch niemand so recht erklären konnte.
Die Gastgeber ließen in der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs nur zwei Gegentore zu, erzielten ihrerseits satte elf und legten so den Grundstein für ihren vierten Saisonsieg, Während HSG-Keeper Björn Buhrmester immer besser ins Spiel fand und sich einige Male auszeichnen konnte, bekamen Oliver Mayer und Sven Bartmann auf der gegenüberliegenden Seite kaum einen Finger an den Ball, wurden regelmäßig von ihren Vorderleuten im Stich gelassen. Fast schon symptomatisch eine Szene aus der 28. Minute: Nach einem missglückten TVK-Angriff kämpfen Simon Breuer und Marcel Görden mit einem Gegenspieler am Nordhorner Kreis um den Abpraller und stoßen dabei unglücklich mit den Köpfen zusammen. Während der HSG-Spieler als der lachende Dritte in der Situation den schnellen Gegenstoß einleiten konnte, blieben Görden und Breuer angeschlagen liegen. Der TVK-Spielmacher zog sich in dieser Situation noch einen Cut an der Augenbraue zu.
Nach einer sehr kurzen Halbzeitansprache schickte Trainer Jörn Ilper seine Spieler zeitig wieder auf die Platte, gab ihnen aber den Auftrag mit auf den Weg, die zweiten 30 Minuten positiver zu gestalten. Das taten seine Schützlinge dann auch und verhinderten ein mögliches Debakel in der Grafschaft. Beide Trainer wechselten munter durch und gewährten allen ihren Akteuren Einsatzzeiten. So kam beim TVK Philipp Liesebach zu seinem zweiten Bundesligaeinsatz, Benjamin Göller feierte sein Debüt und führte sich gleich mit einem sehenswerten Treffer von der Außenposition ein. Am Kreis durfte sich Sebastian Bartmann präsentieren und wusste in einigen Aktionen durchaus zu überzeugen. Letztlich konnten am Spielausgang aber keine Zweifel mehr bestehen. Mit einer verdienten Niederlage im Gepäck, aber einer angesichts des Spielverlaufs noch akzeptablen Tordifferenz, machte sich der TVK-Tross auf in die rund 200 Kilometer entfernte Heimat und erwartet nun am kommenden Samstag um 19.30 Uhr die HG Saarlouis zum nächsten Zweitligaspiel in der Korschenbroicher Waldsporthalle.
„Eigentlich sind wir gut ins Spiel gekommen, Nordhorn war überrascht, dass wir das Tempo mitgehen konnten. Nach dem 9:11 schaffen wir es nicht mehr unser Spiel weiter zu spielen und machen die Sachen, die wir vorher richtig gemacht haben, plötzlich falsch. Unsere Schwächephase war einfach zu lang als dass wir da noch eine Chance gehabt hätten das anders zu gestalten. Obwohl wir in der zweiten Halbzeit noch einmal herangekommen sind,war die Differenz einfach zu groß, als dass wir Nordhorn noch einmal in Verlegenheit hätten bringen können. Unsere Aufgabe für die zweite Halbzeit war, dass wir diese gewinnen und uns nicht so einen Einbruch wie in Minden leisten. Zumindest das ist uns ja dann gelungen.“
Jörn Ilper
„Wir sind heute ins offene Messer gelaufen. Nordhorn hatte das dritte Spiel diese Woche, deswegen wollten wir Gas geben. Das gelingt uns eine Viertelstunde lang auch sehr gut, dann geraten wir in doppelte Unterzahl, spielennicht mehr geduldig und treffen die falschen Entscheidungen. Wir spielen absolut nicht mehr wie eine Auswärtsmannschaft. Nordhorn konnte seine Stärken ausspielen und über die schnelle Mitte und die zweite Welle einfache Tore erzielen. Dazu kommt noch, dass die Rückraumspieler der HSG im Gegensatz zu den letzten Wochen einfach alles getroffen haben. In der Pause habe ich meiner Mannschaft klar gemacht, dass wir so nicht auftreten können. Wir lassen Nordhorn binnen einer Viertelstunde neun Tore davonziehen. Das ist nicht nur der Klasse von Nordhron geschuldet, sondern auch unserer mangelnden Erfahrung. So war klar, dass wir im zweiten Durchgang keine Chance mehr haben würden, das Spiel anders zu gestalten. Wir wollten uns aber auch angesichts der vielen mitgereisten Fans hier nicht vorführen lassen und konnten das Ergebnis ja dann auch noch erträglich gestalten.“
Am kommenden Sonntag werden sich zwei Busse auf den Weg von Korschenbroich ins knapp 200 Kilometer entfernte Nordhorn aufmachen. Einmal der Mannschaftsbus des TVK, den erstmals auch Neuzugang Benjamin Göller besteigen wird und dann noch ein vollbesetzter Fanbus, den engagierte Korschenbroicher Anhänger in Eigenregie organisiert haben.
„Das ist natürlich zusätzliche Motivation für uns“, drückt TVK-Coach Jörn Ilper seine Freude über die Unterstützung der TVK-Fans bei einem der „drei schwersten Auswärtsspiele der Saison“ aus. „Ich werde meiner Mannschaft das auf jeden Fall noch einmal explizit sagen, sofern die Jungs das noch nicht selber mitbekommen haben. Wenn so viele Menschen ihren Sonntag für uns opfern, dann müssen wir das mit einer entsprechenden Leistung honorieren.“ Reichlich Unterstützung werden seine Schützlinge auch brauchen, wenn sie am Sonntag um 17.00 Uhr im Euregium etwas Zählbares mitnehmen wollen. Zwar hat die HSG Nordhorn-Lingen die letzten vier Ligaspiele verloren, zuvor aber in eigener Halle Aufstiegsaspirant GWD Minden mit 29:28 geschlagen. Und für die Niederlage gegen TUSEM Essen vom vergangenen Wochenende (25:26) revanchierten sich die Grafschafter am Mittwochabend mit einem 27:26-Erfolg in der dritten Runde des DHB-Pokals.
Daher will sich Ilper auch nicht von den bloßen Ergebnissen täuschen lassen: „Das ist wahrscheinlich der denkbar schlechteste Moment, um nach Nordhorn zu fahren. Die HSG wird mit ihren letzten Ergebnissen in der Liga nicht zufrieden sein und wird daher alles daran setzen, um gegen uns zu punkten. Auch, wenn wir zuletzt einen Aufwärtstrend zu verzeichnen haben, heißt das noch lange nicht, dass wir dort etwas holen müssen. Wir haben uns intensiv auf das Spiel vorbereitet und kennen das Team ja auch bereits ein bisschen aus den beiden Spielen in der Vorbereitung.“
Personell wird sich die Lage beim TVK am 9. Spieltag noch ein bisschen weiter entspannen. Inzwischen liegt die Spielberechtigung für Linksaußen Benjamin Göller vor, der also nach der verhinderten Premiere im Heimspiel gegen Schwerin erstmals zum Einsatz kommen wird. Weiterhin nicht spielfähig sind Markus Breuer, Mathias Deppisch und Björn Marquardt. „Allerdings macht Robin Doetsch jeden Tag weitere Fortschritte. Schon gegen Schwerin war zu sehen, wie er mit jeder Situation sicherer wurde. Dieser Eindruck hat sich auch unter der Woche im Training bestätigt“, so Ilper. Den Schlüssel für einen Erfolg sieht er neben einer eigenen guten Abwehrleistung darin, die extrem stabile HSG-Abwehr ins Wanken zu bringen: „Nordhorn verfügt über eine exzellente 6:0-Abwehr. Die ist sehr groß, sehr stark und hervorragend eingespielt. Zudem steht dahinter mit Buhrmester ein fantastischer Torhüter. Da müssen wir erst mal durchkommen.“
Große Erleichterung in Korschenbroich: Durch das 33:28 (17:15) gegen den SV Post Schwerin am 8. Spieltag der Saison 2011/2012 sicherte sich der TVK nach zuvor sechs Niederlagen aus sieben Partien endlich die Punkte drei und vier. Simon Breuer war einmal mehr bester Akteur auf Seiten der Hausherren – nicht nur, aber auch wegen seiner neun Tore.
Ohne Neuzugang Benjamin Göller, dessen Spielberechtigung nicht rechtzeitig vorlag, dafür aber erneut mit Trainer Jörn Ilper in Doppelfunktion und dem neuen Rechtsaußen Philipp Liesebach trat der TV Korschenbroich am Samstagabend zum Heimspiel gegen den SV Post Schwerin an. Nach der mageren Ausbeute von zwei Punkten aus den ersten sieben Partien standen die Mannen um Spielmacher und Kapitän Simon Breuer schon vor Anpfiff mächtig unter Druck. Immerhin waren durch die Rückkehr von Dennis Marquardt und Robin Doetsch und die Neuverpflichtung von Liesebach wieder ein Dutzend Akteure auf dem Spielberichtsbogen vermerkt.
Die ersten Minuten der Partie gingen die TVK-Akteure noch etwas verhalten an, spätestens aber nachdem Florian Korte nach vier gespielten Minuten bei angezeigtem Zeitspiel wuchtig zum 1:1 Ausgleich einnetzte, lösten die Gastgeber die Handbremse. Trainer Jörn Ilper verordnete seiner Mannschaft eine offene Manndeckung und überraschte mit dieser Umstellung – wie noch mehrmals an diesem erfolgreichen Abend – die Gäste aus Schwerin. Hatten die Post-Spieler in den ersten Minuten noch leichte Vorteile auf ihrer Seite, drehten Christoph Piske (2) und Simon Breuer das Spiel von 4:5 (11.) auf 7:6 (13.) für ihre Farben.
In dieser Phase des Spiels hätten die Hausherren ihre Führung durchaus ausbauen können, der starke Gästekeeper Wetzel und einige leichtfertig weggegebene Bälle verhinderten dies aber. Weil aber auf der Gegenseite auch Oliver Mayer einmal mehr ein ordentliches Spiel ablieferte, blieb die Partie ausgeglichen (12:12, 21.). Direkt im Anschluss an den Ausgleich durch Schwerins besten Schützen Murawski (7 Tore) folgte dann eine der Schlüsselszenen der Partie. Obwohl der TVK nach einer Zeitstrafe gegen Pasqual Tovornik (20:25) in Unterzahl agieren musste, gelangen Florian Korte und Simon Breuer die Treffer zum 13:12 bzw. 14:12. Sichtlich entnervt nahm Gästetrainer Christian Prokop kurz darauf seine Auszeit.
Bis zum Pausenpfiff der beiden guten Unparteiischen Philipp Dinges und Daniel Kirch wahrte sich der TVK trotz des zwischenzeitlichen erneuten Ausgleichs (14:14, 27.) einen knappen Vorsprung. Marcel Görden erzielte als letzte Aktion der ersten Hälfte vom Siebenmeterpunkt aus den Halbzeitstand von 17:15.
Im zweiten Durchgang präsentierte Jörn Ilper eine weitere offensivere Deckungsvariante, die den SV Post vor sichtliche Probleme stellte. Insbesondere die Kreise des baumlangen Halblinken Thormann wurden effektiv eingeschränkt. Weil auf der anderen Seite die TVK-Angreifer ihre Chancen jetzt konsequenter nutzten als noch im ersten Abschnitt, zogen die Gastgeber allmählich davon. Vom 20:17 (35.) über 22:19 (39.) bis hin zum 24:20 (43.) wuchs der Vorsprung langsam an. Als sich Mathias Fuchs in der 45. Minute ein Herz fasste und den Ball hart bedrängt zum 25:20 in die Maschen schleuderte, gab er damit der aufkeimenden Hoffnung unter den knapp 600 Zuschauern in der Waldsporthalle weitere Nahrung. Bis aus der – berechtigten – Hoffnung auf den zweiten Heimsieg Gewissheit werden konnte, sollten noch einige Zeigerumdrehungen notwendig sein.
Zehn Minuten vor dem Ende der Partie musste Schwerins Riediger beim Stand von 26:22 nach seiner dritten Zeitstrafe vorzeitig unter die Dusche. Wie wichtig der Hüne bis dahin für das Abwehrspiel der Gäste war, wurde in den folgenden Angriffen deutlich. Mit einer kleinen 3:0-Serie stellten Florian Korte, Simon Breuer und Dennis Marquardt die Weichen auf Sieg (29:22, 54.). Die letzten Minuten waren dann nur noch Freude pur. Simon Breuer, Korschenbroichs bester Akteur an diesem Abend, erzielte mit dem 33:26 60 Sekunden vor Schluss per Kempatrick den letzten TVK-Treffer.
„Glückwunsch an Korschenbroich zu den zwei verdienten Punkten. Wir wussten im Vorfeld, dass der Tabellenplatz nicht ausschlaggebend ist für die Leistungsstärke des TV Korschenbroich. Trotz allem haben wir eine Erfolgsserie von 7:1 Punkten hingelegt und haben uns berechtigte Hoffnungen gemacht, dass wenn wir aus einer stabilen Deckung heraus unser Angriffsspiel aufziehen und gleichzeitig das schnelle Tempospiel des TVK unterbinden können, wir dem Spiel unseren Stempel aufdrücken können. Das hat zu Beginn auch sehr gut funktioniert, wir haben 4:2 geführt. Dann haben wir aber unerklärlich viele technische Fehler produziert. Im gesamten Spiel waren es 14, gegen Leipzig schaffen wir in 60 Minuten 6-7 gegen eine offensive 3-2-1-Abwehr. Aber heute war das Problem, dass wenn wir technische Fehler machen, wir sofort das Gegentor bekommen. Nach der Führung fällt dann schnell der Ausgleich und wir laufen dem Spiel hinterher. Simon Breuer kriegen wir nicht in den Griff, er kann sehr viel Druck auf unsere Abwehr ausüben. Insgesamt geht der Sieg für den TVK aufgrund unserer vielen technischen Fehler und unserer Wurfquote im zweiten Durchgang in Ordnung.“
Jörn Ilper (Trainer TV Korschenbroich)
„Mir fällt insofern ein Stein vom Herzen, weil meine Mannschaft heute extrem wenige technische Fehler gemacht hat. Das ist in dieser Saison der Schlüssel zum Sieg. Ich bin zufrieden mit dem Spielverlauf, aber nicht besonders euphorisch. Es war in dieser Woche wichtig, dass Dennis Marquardt zurückgekehrt ist und wir mit Philipp Liesebach jemanden dazu bekommen haben, der auch die Position des Rechtsaußens spielen kann. Wir müssen insgesamt sehr variabel sein. So haben wir heute auch mehrere verschiedene Deckungssysteme gespielt und die auch alle sicher beherrscht. Dadurch haben wir Schwerin zu Fehlern gezwungen, so dass deren Fehlerquote am Ende höher war als unsere und wir das Spiel gewinnen.
Dadurch, dass wir so viele verschiedene Torschützen haben, sind wir nicht auszurechnen. In dem Moment, wo die gegnerische Abwehr sich auf Simon konzentriert, fängt Flo an zu treffen, dann kommt Pasqual ins Spiel und trifft ebenfalls. Das ist genau das, was wir brauchen. Ich erwarte von meinen Spielern, dass sie kurzfristig Deckungsänderungen annehmen können und ich nicht für jede Umstellung eine Auszeit nehmen muss und das hat heute schon sehr gut funktioniert.“
Florian Korte (TV Korschenbroich)
„Wir haben vor dem Spiel, wie auch vor dem Spiel gegen TUSEM Essen, wieder ein Stück weit mit dem Rücken zur Wand gestanden. Die Umstände, dass es dazu kommt, sind sicherlich etwas unglücklich. Umso erfreulicher ist es, dass wir es heute geschafft haben, in eigener Halle souverän aufzutreten und Schwerin auch in dieser Höhe verdient zu schlagen. Die Sicherheit, so wenig technische Fehler und Fehlwürfe zu machen wie heute, die können wir uns nur unter der Woche im Training holen. Am Wochenende können wir dadurch dann ein Stück weit befreiter aufspielen und müssen nicht in jeder Aktion darüber nachdenken, ob das, was wir gerade tun so richtig ist oder nicht.“
Simon Breuer (TV Korschenbroich)
„Wir sind natürlich froh. Wenn wir heute verloren hätten, wäre es schon langsam höchste Eisenbahn geworden. Man hat dann zwar immer noch genug Spiele, aber es wird eben nicht besser. Von daher war der Sieg heute sehr wichtig. Genauso wichtig sind aber auch die nächsten Spiele, weil wir nunmal ein paar Niederlagen mehr als Siege haben. Wir haben noch viel zu tun. Wir haben – wenn man das Spiel in Minden mal ausklammert - jetzt vier Spiele gemacht, die deutlich besser waren, als die ersten drei Partien. Es geht langsam, aber stetig nach vorne. Wir machen immer weniger Fehler und spielen besser zusammen. Wenn wir heute unsere zahlreichen Chancen nutzen, hätten wir uns schon frühzeitig deutlich absetzen müssen.
In der nächsten Woche geht es nach Nordhorn, was sicher sehr schwierig ist. Auf der anderen Seite sieht man an den Ergebnissen, dass in dieser Liga in jeder Woche etwas möglich ist. Die Ergebnisse sind fast alle knapp und es ist so, wie es auch alle sagen, man hat kein Spiel sicher gewonnen. Gegen Nordhorn haben wir in der Vorbereitung ein sehr gutes Spiel gemacht und hoch gewonnen und dann ein sehr schlechtes Spiel hoch verloren. Das zeigt im Prinzip auch 'guter Tag – gute Chance, schlechter Tag – keine Chance.' Wir haben sicherlich etwas nachzuholen, weil wir schon zwei Heimspiele verloren haben.“
Dem TV Korschenbroich ist es geglückt, vor dem wichtigen Heimspiel gegen den SV Post Schwerin (Samstag, 19.30 Uhr) zwei Neuzugänge zu verpflichten. Philipp Liesebach und Benjamin Göller verstärken den verletzungsbedingt zuletzt stark dezimierten Kader des Bundesligisten. Trainer Jörn Ilper ist froh, vor dem „Endspiel“ gegen Schwerin über weitere personelle Optionen zu verfügen.
Mit 2:12 Punkten belegt der TVK in der aktuellen Tabelle der 2. Bundesliga den 19. Platz. Angesichts dieser Bilanz verwundert es wenig, wenn Trainer Jörn Ilper dem Aufeinandertreffen mit dem SV Post Schwerin am 8. Spieltag „Endspielcharakter“ attestiert. Gegen die Mannschaft aus dem Nordosten der Republik, die mit einer ausgeglichenen Bilanz von 7:7 Punkten im Mittelfeld der Tabelle rangiert, stehen die Korschenbroicher mächtig unter Zugzwang. „Ich bin mir sicher, dass wir gegen Schwerin punkten können“, macht Ilper deutlich, „nicht, weil ich den Gegner gering schätze, sondern weil ich sehe, was mein Team jeden Tag leistet – und das ist beeindruckend. Wenn ich mir in Bezug auf meine Mannschaft unsicher gewesen wäre, dann hätte spätestens die Partie in Eisenach diese Unsicherheiten weggewischt. Das war nicht nur eine sportliche, sondern auch eine charakterliche Glanzleistung, eine absolute Demonstration von Einsatz und Wille.“
Schon nach dem Spiel vom vergangenen Wochenende hatte der Korschenbroicher Trainer deutlich gemacht, dass ein Sieg in der Wartburgstadt mehr als verdient gewesen wäre. Ausschlaggebend für die beeindruckende Leistung seiner Truppe, die bekanntlich nur mit sieben Feldspielern – Ilper selber eingeschlossen – angetreten war, sei die überragende Fitness gewesen. „Wir waren fitter als Eisenach. Diese Fitness müssen wir uns unbedingt bewahren, dafür trainieren wir noch mehr im körperlichen Bereich als früher. Gleichzeitig arbeiten wir in den derzeitig sehr langen Trainingseinheiten daran, unsere Abläufe zu optimieren. Wir müssen die Unsicherheiten aus unserem Spiel herausbekommen, um den positiven Trend fortführen zu können“, so Ilper.
Den nächsten Nachweis über die Früchte ihrer harten Trainingsarbeit können Simon Breuer & Co dann schon am Samstag im Heimspiel gegen den SV Post Schwerin erbringen, einen Gegner, den ihr Trainer wie folgt beschreibt: „Schwerin ist ein Verein mit großer Tradition, der in dieser Saison über eine routinierte Mannschaft verfügt. Das Schweriner Spiel ist von Kraft geprägt. Die Spieler sind alle relativ groß und verfügen dementsprechend auch über einiges an Gewicht, das sie durchaus erfolgreich einzusetzen wissen. Zudem hat Schwerin mit Christian Prokop einen sehr schlauen Trainer, der sich sicherlich auch gegen uns wieder etwas besonderes einfallen lassen wird.“ Gleichzeitig macht Ilper aber auch deutlich, dass dies alles nur „Randerscheinungen“ seien: „Wir müssen unser Spiel machen und aufbauend auf einem guten Paket aus Torhüter und Abwehr schnell nach vorne spielen. Wir werden vor allem viele einfache Tore brauchen.“
Vielleicht nehmen sich die TVK-Akteure angesichts ihrer aktuellen Lage auch ein Beispiel am kommenden Gegner. Nach drei Niederlagen zum Auftakt gewannen die Schweriner ihre letzten drei Heimspiele und holten auch beim Gastspiel in Saarlouis einen Punkt. Dabei mithelfen können vielleicht auch zwei Spieler, die zuletzt noch verletzungsbedingt zum Zuschauen verdammt waren. Dennis Marquardt trainiert seit Mitte dieser Woche wieder mit und bei Robin Doetsch soll ein Belastungstest am Donnerstag zeigen, ob der Linkshänder wieder einsatzbereit ist. Unabhängig davon hat sich der TVK aber personell noch einmal verstärkt. Mit Philipp Liesebach und Benjamin Göller stoßen zwei Außenspieler neu zum Kader hinzu. Liesebach kommt vom Verbandsligisten Hülser SV - bei dem er auch weiterhin vorrangig aktiv sein wird – und erhält ein Doppelspielrecht für die 2. Bundesliga. „Philipp ist ein sehr talentierter und fleißiger Rechtsaußen“, weiß Ilper zu berichten. Vor allem das „sehr schlaue Wurfverhalten“ habe ihn vom 20-jährigen Linkshänder überzeugt. In dieser Saison bislang vereinslos war Benjamin Göller. Der 24 Jahre alte Sportstudent hatte in puncto Handball eigentlich etwas kürzer treten wollen und sein Engagement beim VfL Eintracht Hagen, für den er noch in der letzten Saison in der 3. Liga auf Torejagd ging, nach nur einem Jahr beendet. Zuvor war er u.a. mit dem Leichlinger TV in der 2. Bundesliga aktiv. Über ihn sagt Jörn Ilper: „Benjamin Göller ist ein klassischer Linksaußen, der trotz seines noch recht jungen Alters schon über eine enorme Erfahrung verfügt und bereits etliche Spiele absolviert hat. Ihn zeichnet vor allem seine Schnelligkeit und Explosivität aus. Er ist absolut energiegeladen.“ Göller hat sich zunächst bis Jahresende an den TVK gebunden.
TVK liefert in Eisenach beeindruckende Leistung ab
Alles gegeben, bis zum Ende gekämpft. Doch am Ende standen sie wieder mit leeren Händen da. Der TV Korschenbroich hat sein Spiel beim ThSV Eisenach mit 27:30 (14:15) verloren. TVK-Trainer Jörn Ilper war nach der Partie in der Werner-Aßmann-Halle voll des Lobes für seine Spieler: „Aufopferungsvoll gespielt, überragend gekämpft, unser bestes Saisonspiel“.
Wie hoch die Leistung seiner Schützlinge tatsächlich zu bewerten ist, das wird erst klar, wenn man die Vorzeichen des Aufeinandertreffens mit dem thüringischen Traditionsverein betrachtet. Ohne die beiden Marquardt-Brüder, Robin Doetsch, Markus Breuer, Mathias Deppisch und Sebastian Bartmann war der TVK in Eisenach angetreten. Die Mannschaft stellte sich somit fast von alleine auf. Christoph Piske (rechts) und Marcel Görden (links) bekleideten die Flügel, Simon Breuer, Mathias Fuchs und Pasqual Tovornik (von links nach rechts) bildeten den Rückraum und der etatmäßige Halblinke Florian Korte rückte an den Kreis. Zwischen den Torpfosten stand Oliver Mayer. Auf der Auswechselbank saß mit Sven Bartmann noch ein weiterer Torhüter und Trainer Jörn Ilper, der seine Handballschuhe noch einmal aus dem Schrank geholt und sich ein Trikot übergestreift hatte.
Wenn es angesichts der bislang mageren Punktausbeute des TVK noch zusätzlicher Motivation bedurft hätte, lieferten die Eisenacher mit der unverständlicherweise abgelehnten Bitte um Spielverlegung den TVK-Akteuren einen weiteren Grund, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln um den ersten Auswärtssieg der Saison zu kämpfen. Und auch wenn die Mittel, zumindest was das verfügbare Personal anging, beschränkt waren, so lieferten Simon Breuer & Co doch eine beeindruckende Leistung ab.
Vom Anwurf weg präsentierten sie sich dem in Bestbesetzung angetretenen ThSV ebenbürtig, übernahmen in der 8. Minute sogar die Führung (4:3, Tovornik). Zwar drehte Eisenach in Person von Nick Heinemann das Spiel wieder (7:8, 17.), verbissen kämpfte der TVK aber darum, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Weiter als bis auf zwei Treffer zogen die Hausherren nicht davon, mit dem Pausenpfiff erzielte Marcel Görden vom Siebenmeterpunkt sogar wieder den Anschlusstreffer zum 14:15 aus TVK-Sicht.
Den Beginn der zweiten Halbzeit prägten vor allem die beiden Torhüter. Hatte Radek Musil im Eisenacher Gehäuse in Durchgang eins noch bei der Anzahl der Paraden im Duell mit Oliver Mayer die Nase vorn gehabt, bestätigte der Keeper des TVK in der zweiten Halbzeit, seine bestechende Form aus den letzten Partien. Auf jede Parade Musils folgte unmittelbar eine von Mayer, das Spiel wogte hin und her. Weil aber Oli Mayer mit zunehmender Spieldauer das Duell der beiden Torhüter mehr und mehr für sich entschied, gelang es seinen Vorderleuten den zwischenzeitlichen Vorsprung von drei Treffern (18:15, 37.) bis zur 42. Minute zu egalisieren (20:20, Fuchs).
Eine gute Viertelstunde vor dem Ende war der Ausgang der Begegnung wieder völlig offen, auch weil die Gastgeber sich während der gesamten Partie gegen die gute 4:2-Abwehr des TVK sehr schwer taten und sich im Angriff vor allem auf ihren Linksaußen Adrian Wöhler verlassen mussten (13 Treffer). Marcel Gördens Siebenmetertor zum 24:23 (49.) ließ Spieler und Fans des ThSV mächtig um die wahrscheinlich als leicht zu holenden eingestuften Punkte zittern. Simon Breuer (25:23, 51.) erhöhte den Puls bei Adalsteinn Eyolfsson weiter. Zwei schnelle Treffer in Serie von Benjamin Trautvetter sorgten dann aber für einen erneut ausgeglichenen Spielstand (25:25, 52.) und ein erneuter Doppelschlag durch Adrian Wöhler brachte den TVK wenig später auf die Verliererstraße (26:27, 57.). Zwar gelang Christoph Piske noch einmal der Ausgleich (27:27, 57.), weil dies aber der letzte Korschenbroicher Treffer an diesem Abend blieb, die Thüringer aber noch drei Mal erfolgreich waren, musste sich der TV Korschenbroich letztlich mit 27:30 geschlagen geben.
Betrachtet man nur die nackten Zahlen, mag der 7. Spieltag der Saison 2011/2012 für den TVK nur eine weitere knappe Niederlage mit sich gebracht haben. Bei genauerem Hinsehen aber wird deutlich, wie hoch der Mannschaft dieses Ergebnis anzurechnen ist. Bis auf zwei kleine Ausnahmen – Sven Bartmann kam für zwei Siebenmeter ins Tor, Trainer Jörn Ilper ersetzte für zwei Angriffe Pasqual Tovornik, der dazu angehalten wurde, sein blutbeflecktes Trikot zu wechseln – spielte der TVK über 60 Minuten mit den gleichen sieben Spielern, ohne dabei an Tempo oder Durchsetzungsvermögen zu verlieren. Variable Positionswechsel im Angriff und eine hervorragend eingestellte Deckungsformation mit dem erneut starken Oliver Mayer dahinter bereiteten den gastgebenden Eisenachern aber mehr Kopfzerbrechen, als ihnen lieb sein konnte.
Dennoch bleibt der Punktezähler für den TVK auch nach sieben absolvierten Partien bei nur zweien auf der Habenseite stehen, weshalb Trainer Jörn Ilper dem Spiel gegen den SV Post Schwerin (Samstag, 22.10., 19.30) in der heimischen Waldsporthalle „Endspielcharakter“ beimisst.
„Wir hätten heute einen Sieg verdient gehabt, haben den aber nicht bekommen. Das war unser bestes Saisonspiel. Die Mannschaft hat aufopferungsvoll gespielt und bis zum Ende überragend gekämpft. Die 4:2-Deckung war ein wichtiges Mittel, mit dem Eisenach über die komplette Spielzeit nicht zurecht gekommen ist. Man hat heute gesehen, dass die Spieler alle unglaublich fit sind, weil wir über 60 Minuten nicht nachgelassen haben. Nochmal: Wir hätten heute einfach den Sieg verdient und es ist ungerecht, dass wir hier nicht gewinnen. Jetzt hat das Spiel gegen Schwerin am kommenden Samstag absoluten Endspielcharakter. Wir müssen auch in der Partie so eine Leistung wie heute abrufen. Das müssen wir ab jetzt immer tun, mehr können wir nicht machen. Wir werden kämpfen und warten. Ich bin mir zu 100% sicher, dass wir die Klasse halten werden, weil ich mit dieser Mannschaft so ein unwahrscheinlich gutes Gefühl habe.“
Das Verletzungspech bleibt dem TVK in dieser Saison treu. Für die Partie gegen den ThSV Eisenach (Samstag, 19.30 Uhr) fallen neben den beiden schon länger verletzten Markus Breuer und Mathias Deppisch auch Björn Marquardt und Robin Doetsch aus. Einer Spielverlegung stimmten die Gastgeber aus Thüringen aber nicht zu, was TVK-Coach Jörn Ilper nicht nachvollziehen kann.
„Ich finde nicht, dass die Eisenacher sich in dieser Angelegenheit besonders sportlich verhalten haben. Insbesondere wenn man die Situation aus dem letzten Jahr berücksichtigt“, so der Korschenbroicher Übungsleiter. Zur Erinnerung: Im März diesen Jahres war beim letzten Gastspiel des TVK in der Werner-Aßmann-Halle ein Zuschauer mit Herzversagen zusammengebrochen. Ohne zu zögern stimmten die TVK-Verantwortlichen damals dem Spielabbruch zu, obwohl die Regularien dies nicht zwingend vorsehen. Natürlich ist die damalige Situation nur bedingt mit der vor der Partie am kommenden Samstag vergleichbar, dennoch hätte sich Jörn Ilper eine andere Entscheidung der Wartburgstädter gewünscht. „Jetzt fahren wir eben mit neun Spielern nach Eisenach, neben den vier verletzten steht auch Sebastian Bartmann nicht zur Verfügung. Die Situation möchte ich aber nicht als Ausrede benutzen. Das sind schlicht die Fakten.“
Darüber, ob seine Spieler die Partie schon vor Anpfiff ab geschenkt haben, macht sich der ehemalige Erstligaspieler keine Gedanken: „Die Jungs, die dabei sind, sind alle gute Handballspieler. Wir werden in Eisenach sehr engagiert auftreten und eine solide Leistung abliefern. Eisenach ist sehr heimstark und ohne jede Frage Favorit in diesem Spiel. Wir testen einfach mal wieder, was gegen eine gute Mannschaft so geht.“
Wie lange der TVK auf die verletzten Spieler verzichten muss, ist noch unklar. Durch den Ausfall von Breuer, Deppisch, Marquardt und Doetsch sowie die Tatsache, dass Sebastian Bartmann bei seinem Stammverein Hamborn 07, der das Erstzugriffsrecht auf den Kreisläufer hat, spielen muss, ist der TVK-Kader von 14 Spielern zu Saisonbeginn auf aktuell neun Akteure zusammengeschrumpft. Einzig auf der Torhüterposition und im rechten Rückraum kann Trainer Jörn Ilper aus den Vollen schöpfen. Dennoch sieht er in der schwierigen Lage auch eine Chance: „In einer solchen Situation kann man Charakter zeigen – und das wird jeder einzelne Spieler tun, das ist es, was den Korschenbroicher Handball in den letzten Jahren ausgezeichnet hat.“
„Neuhausens Sieg geht klar in Ordnung“ musste TVK-Coach Jörn Ilper nach dem 27:31 (14:18) des TVK gegen den TV Neuhausen anerkennen. Zuvor boten sich seine Truppe und die von TVN-Trainer Markus Gaugisch zwar eine Partie auf Augenhöhe, die Punkte nahmen dann aber doch die Gäste mit in ihre württembergische Heimat. Die nicht unbedingt hochklassige Partie lebte vor allem vom phasenweise hohen Tempo und der enormen Einsatzbereitschaft beider Teams.
699 Zuschauer passen bei Handballspielen in die Korschenbroicher Waldsporthalle. Beim Spiel des TVK gegen den TV Neuhausen am Samstagabend hätten darüber hinaus einige weitere Handballfans Platz gefunden. Die hätten dann sogar Sitzplätze höchster Güte zur Verfügung gehabt, saßen doch neben Trainer Jörn Ilper nur vier Spieler auf der Korschenbroicher Bank. Markus Breuer (Schulter), Mathias Deppisch (Knie) und Sebastian Bartmann (Einsatz beim Stammverein) standen gar nicht zur Verfügung. Robin Doetsch (Wade) wäre wohl unter normalen Bedingungen ebenfalls nicht zum Einsatz gekommen, biss aber ganz im Dienste der Mannschaft auf die Zähne und hielt beinahe 60 Minuten durch. Belohnt wurde er für so viel Einsatz freilich nicht.
Dabei begann die Partie für die Gastgeber gar nicht einmal schlecht. Torhüter Oliver Mayer entschärfte die ersten drei Neuhausener Angriffe im Alleingang und legte damit den Grundstein für die 2:0-Führung seines Teams (5. Minute). Erst nach 4:32 Minuten gelang es Aleksandar Stevic den Korschenbroicher Keeper per Strafwurf zu überwinden. Aber auch die folgenden Minuten dominierten die Hausherren das Spiel. Es brauchte schon eine Zeitstrafe gegen Rechtsaußen Robin Doetsch nach zwölf gespielten Minuten, um dem TVN die Übernahme der Führung zu ermöglichen (5:6, 12.). Die war dann aber nur von kurzer Dauer, Christoph Piske und Dennis Marquardt sorgten für einen erneuten TVK-Vorsprung (7:6, 13.). In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit einigen technischen Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten. Keines der Teams war in der Lage, sich einen nennenswerten Vorteil zu erspielen. Das 12:13 (25.) aus Sicht der Gastgeber war die logische Konsequenz.
In den letzten Minuten vor dem Pausenpfiff der beiden Unparteiischen Sebastian Grobe und Adrian Kinzel profitierte Neuhausen dann von zwei leichten Fehlern des TVK und erzielte drei schnelle Tore in Folge und zog auf 12:16 davon. Diese kurze unkonzentrierte Phase der Korschenbroicher reichte den Gästen, um auch beim Seitenwechsel noch mit vier Treffern in Führung zu liegen. Der Halbzeitstand lautete 14:18.
Der zweite Durchgang wurde geprägt von den vehementen Versuchen der TVK-Spieler, den Vorsprung des TVN zu egalisieren, wie sich am Ende aber herausstellen sollte, war dieses Unterfangen vergebens. Zwar gelang es mehrfach Simon Breuer & Co mehrfach, auf drei Treffer Differenz zu verkürzen (16:19, 35.; 23:26, 49.) doch mehr war an ihnen an diesem Abend nicht vergönnt. Zwar sorgten die TVK-Keeper Oliver Mayer und Sven Bartmann mit ihren zusammen15 gehaltenen Bällen dafür, dass der Ex-Korschenbroicher Thomas Bauer im Neuhausener Gehäuse mit seinen ebenfalls 15 Paraden zu keinem Faktor werden konnte, aber weder ihnen, noch ihren Mannschaftskollegen gelangen in den entscheidenden Szenen die sogenannten 'Big Points', die einen Punktgewinn in die Nähe des Machbaren gerückt hätten. So blieb dem Korschenbroicher Publikum am Ende nur der aufmunternde Applaus für ihre Lieblinge, die zwar bis an die Schmerzgrenze – und teilweise darüber hinaus – gegangen waren, den TVN aber nicht an den Rande seiner ersten Saisonniederlage bringen konnten.
Am kommenden Samstag steht für den TV Korschenbroich nun das schwere Auswärtsspiel beim ThSV Eisenach auf dem Programm. Die Thüringer hatten vor dem aktuellen Spieltag ebenfalls nur zwei Pluspunkte auf ihrem Konto und stehen somit gleichermaßen unter Druck wie die Ilper-Schützlinge. Anwurf der Partie in der Werner-Aßmann-Halle ist um 19.30 Uhr.
„Wenn man gegen Korschenbroich spielt, dann weiß man immer, dass die Jungs unheimlich gut zustammenstehen und kämpfen bis zum Umfallen, deshalb kann man so ein Spiel nie abhaken. Unser Plus war heute, dass Jörn durch die beiden Verletzten noch einmal zwei Mann weniger im Kader und da kann man dann diesen Betrieb, diese aufwändige Spielweise, die beide Mannschaften gehen, einfach nicht über 60 Minuten auf dem Level halten. Das sehe ich heute als ausschlaggebend. Wir konnten das Tempo über 60 Minuten höher halten, weil wir mehr Wechselmöglichkeiten hatten.“
Jörn Ilper (Trainer TV Korschenbroich)
„Mir ist wichtig zu sagen, dass ich mit Einstellung und der Leistungsfähigtkeit der Mannschaft sehr zufrieden bin. Die Jungs haben alles gegeben was sie drin hatten und bis zum Ende gekämpft. Es ist definitiv so, dass meiner Meinung nach unser fachkundiges Publikum und ich auch sehen, dass mit der Personalstärke im Moment nicht mehr drin ist. Uns fehlen die beiden nominellen ersten Außen, was eine deutliche Schwächung war. Das hat man heute während des Spiels gesehen. Die letzten Bälle, die meiner Meinung nach ausschlaggebend dafür waren, dass wir heute verlieren, gehen über Außen weg, Thomas Bauer hält die. Das hat sicherlich mit Kraft zu tun, das hat damit zu tun, dass Robin Doetsch eigentlich verletzt ist und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hat und über die Schmerzen hinweg gegangen ist. Ihr habt alle gesehen, dass er von der ersten Minute an nicht richtig laufen konnte. Das ist dann halt das Ergebnis, wenn man mit neun Spielern spielen muss. Man hat am Ende einfach nicht mehr die Ruhe, Souveränität und Sicherheit, um die notwendigen Bälle zu verwerten. Neuhausen hatte das heute und insofern geht der Sieg klar in Ordnung.“
Robin Doetsch (TV Korschenbroich)
„Die Niederlage ist sehr ärgerlich. Ich fand uns nicht schlechter als Neuhausen. Wir machen aber vorne wieder unsere Chancen nicht rein und stellen in der ersten Halbzeit keine gute Deckung auf, bekommen da 18 Gegentreffer was ein bisschen zu viel ist. Trotzdem haben wir uns noch einmal herangekämpft. Die Verletzungen kann man nicht als Ausrede nehmen, es ist aber schon so, dass uns das natürlich in unseren Möglichkeiten einschränkt. Gerade Markus, weil er ja aus der Gegend dort unten kommt, hätte uns sehr geholfen und mit seinem Wissen über den Gegner gut getan. Natürlich wäre es auch besser gewesen, wenn ich mit Mathias Deppisch auch mal hätte tauschen können, aber wenn das eben nicht geht, muss man sich in solch einer Situation nun mal durchbeißen.“
Drittes Heimspiel, zweiter Sieg. So könnte die Zielsetzung für das nächste Spiel des TVK (Samstag, 19.30 Uhr) lauten. Einen doppelten Punktgewinn gegen die Mannschaft aus dem Ermstal gab es aber noch nie. Erschwerend kommt hinzu, dass die bewährte Flügelzange bestehend aus Mathias Deppisch und Markus Breuer wohl nicht zum Einsatz kommen wird.
An die Aufeinandertreffen mit dem TV Neuhausen, denkt TVK-Trainer Jörn Ilper gerne zurück: „Gegen Neuhausen gab es immer tolle Handballspiele – leider noch nie mit dem besseren Ende für uns. Ich finde es wird Zeit, dass sich das ändert.“ Die Statistik gibt dem Korschenbroicher Übungsleiter recht. Wenn die beiden Turnvereine aufeinandertreffen, dann sind zumindest Spannung und viele Tore garantiert. Die Partien in der Hofbühlhalle Neuhausen gingen mit 33:30 und 31:27 an die Gastgeber, die beiden Spiele in der Waldsporthalle endeten unentschieden (30:30, 31:31).
Damit sich daran am Samstag etwas ändert, musste zunächst die deutliche Niederlage von Montag aufgearbeitet werden. Der TVK unterlag mit 23:35 bei GWD Minden. Dass seine Mannschaft an dieser Niederlage nachhaltig zu knabbern hätte, daran glaubte Jörn Ilper aber nicht. Man habe sich mit dem Spiel noch einmal auseinandergesetzt und die richtigen Schlüsse gezogen. Kopfzerbrechen bereitete danach nur noch die Verletzung von Markus Breuer. Der Linksaußen zog sich in Minden eine schwere Schulterprellung zu, die ihn derzeit außer Gefecht setzt. Somit fällt wohl neben Mathias Deppisch (Knie) ein weiterer Außenspieler aus. Für ihren Trainer Jörn Ilper auch deshalb ein schwerwiegender Verlust, weil die beiden Akteure zu seinen erfahrenen Führungsspielern zählen.
Unabhängig davon ist allen Beteiligten klar, dass die Mindener nicht unbedingt der Maßstab ist, an dem sich der TVK messen lassen muss. Schon eher in diese Kategorie fällt mit Neuhausen der nächste Gegner in der starken 2. Liga. Dabei hätte die Saison für die beiden Teams nicht unterschiedlicher starten können. Während der TVK mit 2:8 Punkten den letzten Platz belegt, hat sich Neuhausen nach 7:1 Punkten zum Auftakt in den oberen Regionen festgesetzt und rangiert derzeit auf Rang drei.
Maßgeblichen Anteil am guten Rundenstart des TVN hat ein ehemaliger Korschenbroicher: Thomas Bauer wechselte zur neuen Saison vom Absteiger Frankfurt an die Erms. Der Österreicher hütete in der Spielzeit 2009/2010 das TVK-Gehäuse und denkt auch heute noch gerne an die Zeit am Niederrhein zurück: „Unter Trainer Khalid Khan habe ich hier sportlich und persönlich bisher den größten Schritt vorwärts gemacht.“ Nach wie vor habe er zu ehemaligen Weggefährten und Fans aus Korschenbroich guten Kontakt. Sogar seine in Österreich lebenden Eltern hätten während seiner Korschenbroicher Zeit einige Kontakte geknüpft und neue Freunde gefunden. „Ich finde das außergewöhnlich und besonders und das spricht für die besondere Mentalität der Menschen hier“, so Bauer. Er komme daher ausschließlich mit positiven Gefühlen zurück nach Korschenbroich. „Auch weil ich weiß, dass mir die Leute nicht böse sind, wenn ich versuche beide Punkte aus der Waldsporthölle mit nach Neuhausen zu nehmen“, ergänzt er augenzwinkernd.
Damit es dazu nicht kommt, will TVK-Trainer Jörn Ilper seine Mannschaft akribisch auf den Gegner einstellen. In seinen Augen führt das Erreichen des Saisonziels Klassenerhalt über die Heimspiele: „Wenn man in dieser Liga bestehen will, muss man vor allem in eigener Halle die Punkte holen.“ Dass der TVK dazu in der Lage ist, dessen ist sich auch der Ex-Korschenbroicher Bauer sicher: „Der TVK ist ein wenig unglücklich in die Runde gestartet, aber keiner weiß besser als ich, wozu die Mannschaft in eigener Halle fähig ist.“
Wer sich am Samstag schon vorab auf einen tollen Handballabend einstimmen will, dem sei der Tag der offenen Tür beim TVK-Gesundheitspartner vigozone-sports ans Herz gelegt. Von 11 – 16 Uhr wird anlässlich des einjährigen Bestehens der Einrichtung im Korschenbroicher Hannencenter einiges geboten. Ein DJ, Torwandschießen, Gewinnspiele und vieles mehr stehen für interessierte Besucher bereit. Als besonderes Highlight haben sich zwei Akteure aus dem Bundesligateam des TVK angekündigt. „Wir gratulieren unserem Gesundheitspartner natürlich ganz herzlich zum einjährigen Geburtstag und freuen uns sehr darüber, dass unsere Kooperation schon nach so kurzer Zeit Früchte trägt“, kommentiert Marketingmanager Kai Faltin.
Der TV Korschenbroich musste am Montagabend im Duell mit dem Ligaprimus GWD Minden eine deutlicher Niederlage hinnehmen. Vor 1.700 Zuschauern in der Mindener Kampa-Halle unterlagen die Ilper-Schützlinge mit 23:35 (10:21). Bester Schütze auf Seiten des TVK war dabei noch Rechtsaußen Robin Doetsch, der sechs Treffer erzielte. Bei den Gastgebern war Aljoscha Schmidt Schmidt neun Mal erfolgreich. Schwedens Nationalspieler Dalibor Doder, der wahrscheinlich prominenteste Akteur der 2. Liga, traf insgesamt vier Mal ins TVK-Gehäuse.
"Wir hatten überhaupt keine Chance“, resümierte TVK-Coach Jörn Ilper nach Spielende. Eine Aussage, die angesichts einer Niederlage mit 12 Toren Differenz wenig verwundert. Dabei sah er nicht einmal ein schlechtes Spiel seiner Mannschaft. Einzig der Torabschluss wurde seinen Schützlingen einmal mehr zum Verhängnis. „Beim 7:2 (8. Minute, Anm. d. Red.) hatten wir schon sechs freie Würfe vergeben“, so Ilper. Immer wieder scheiterten die TVK-Spieler am überragenden Mindener Keeper Persson.
Deshalb war eben dieses 2:7 aus TVK-Sicht quasi schon die Vorentscheidung. „Wir haben uns selber frühzeitig ins Hintertreffen gebracht und uns somit der Chance beraubt, das Spiel zumindest zeitweise offen zu gestalten“, fasste Rechtsaußen Mathias Deppisch zusammen, der die Partie nur als Offizieller von der Bank aus beobachten konnte. Seine Kniebeschwerden machten wie erwartet einen Einsatz in Minden unmöglich und sorgen wohl auch dafür, dass Deppisch im Heimspiel gegen Neuhausen am kommenden Samstag zum Zuschauen gezwungen ist. Glücklicherweise gehörte in Robin Doetsch sein Vertreter auf der Außenposition am Montag noch zu den Korschenbroicher Aktivposten und erzielte sechs Tore. Aber auch seine gute Leistung konnte am deutlichen Ausgang der Partie nichts ändern. Mit einem Zwischenstand von 21:10 aus Sicht der Gastgeber ging es in die Pause, im zweiten Durchgang lag Minden sogar mit bis zu 17 Toren in Führung (30:13, 43.), setzte sich am Ende dann auch in dieser Höhe verdient mit 35:23 durch.
Mit der Niederlage kann man im Korschenbroicher Lager aber trotz der mehr als deutlichen Tordifferenz gut leben und auch die Moral der Mannschaft hat durch die Pleite nicht gelitten. Schließlich sind es andere Mannschaften als der Aufstiegsaspirant mit dem Millionenetat, mit denen sich der TVK im Kampf um den Klassenerhalt messen muss. Negative Folgen wird wohl nur die Verletzung von Linksaußen Markus Breuer haben, der die Rückfahrt aus Westfalen mit lädierter Schulter antreten musste. Bewahrheiten sich die ersten Vermutungen, droht dem Schwabenpfeil eine mehrwöchige Zwangspause.
„Das Spiel war leider sehr schnell sehr eindeutig. Wir hatten überhaupt keine echte Chance. Das ist insofern schade, weil wir uns sehr gut vorbereitet und im Spiel selber auch die richtigen Lösungen gefunden haben. Wir sind immer wieder zu freien Würfen gekommen, dabei dann aber zu häufig am Mindener Torhüter gescheitert. Schon beim Stand von 7:2 hatten wir sechs frei Würfe vergeben und uns somit selber aus dem Rhythmus gespielt. Nach weniger als zehn Minuten hatten wir im Prinzip keine Möglichkeit mehr, das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Unsere Torhüter möchte ich von der Kritik ausnehmen, sie waren heute sehr vielen freien und unbedrängten Würfen ausgesetzt. Nachdem Minden einmal deutlich in Führung war, haben sie das erwartungsgemäß souverän durchgespielt. Insgesamt ist das aber eine Niederlage, die wir akzeptieren können und müssen. Gegen GWD haben wir nur eine Chance, wenn alle unsere Spieler am oberen Leistungsniveau spielen und das war heute nicht der Fall.“
„Wir waren heute chancenlos. Schon in der ersten Halbzeit war ein Klassenunterschied zu erkennen. Dazu muss man sicherlich aber auch sagen, dass beispielsweise ein Spieler wie Dalibor Doder in der 2. Liga wenig zu suchen hat. Wenn jemand bei der letzten Weltmeisterschaft im Allstar-Team stand, verwundert es nicht, dass da ein deutlicher Niveauunterschied zu uns 'Feierabend-Handballern' zu erkennen ist. Dabei haben wir gar nicht einmal so schlecht gespielt, sind aber dennoch sehr früh hoch in Rückstand geraten, weil wir zu viele freie Bälle nicht verwertet haben. So haben wir uns schon früh selbst ins Hintertreffen gebracht und uns um der Möglichkeit beraubt, das Spiel wenigstens eine Zeit lang offen zu gestalten.“
Der TV Korschenbroich ist mit einer Bilanz von 2:6 Punkten in die Zweitligasaison 2011/2012 gestartet. Den knappen Niederlagen gegen Erlangen, Emsdetten und Potsdam folgte am vergangenen Wochenende schließlich mit dem 31:29 im Derby gegen TUSEM Essen der erste Sieg. Im Gespräch mit der TVK-Presseabteilung zieht Trainer Jörn Ilper ein kleines Zwischenfazit und appelliert gleichzeitig an alle Beobachter des Korschenbroicher Handballs ihm und seiner Mannschaft weiterhin die nötige Zeit und Ruhe zu geben, um die Entwicklung als Team, aber auch jedes einzelnen Spielers, vorantreiben zu können.
Jörn, vier Spiele sind absolviert. In der bereinigten Tabelle belegt der TVK mit 2:6 Punkten den 16. Platz. Wie fällt dein Fazit nach den ersten vier Wochen Ligaalltag aus?
„Als Zwischenfazit muss man sagen, dass wir nach drei Spielen mit dem Rücken zur Wand standen. Wir hatten einen katastrophalen Saisonstart. Die ersten drei Spiele gingen alle denkbar knapp verloren und erst gegen TUSEM Essen, die für uns schon so etwas wie ein Angstgegner waren, haben wir eine Leistung gebracht, mit der man zufrieden sein kann.“
Wo siehst du derzeit noch die größten Problemzonen?
„Wir haben in vielen Bereichen noch offene Baustellen. Die Ballzirkulation ist bei weitem noch nicht so, wie wir sie gerne hätten. Auch die spielerische Linie ist noch nicht so stark ersichtlich, wie das vorgesehen ist. Mich überrascht das aber nicht besonders, weil wir einfach mit unserem zweiten Spielmacher David Breuer einen ganz wichtigen Spieler verloren haben, auf den unser Spiel in den letzten vier Jahren zugeschnitten war. Durch die neue Konstellation auf dem Feld entstehen Unsicherheiten. Die alten Abläufe sind nicht mehr in dem Maße zu präsentieren und wir müssen erst noch neue erarbeiten und verfestigen.“
Wie gehen die Spieler mit dieser schwierigen Situation um?
„Mit dem Einsatz meiner Spieler bin ich vollauf zufrieden. Sie opfern sich wirklich auf, wenngleich mich die gezeigten Leistungen nicht immer völlig glücklich machen. Klar ist aber, dass man dem Team Zeit geben und geduldig sein muss.“
Wenig Geduld zeigten teilweise die Vertreter der schreibenden Zunft. Wie gehst du, wie geht die Mannschaft mit den mitunter doch sehr negativen Kritiken um?
„Die Meldungen der vergangenen Wochen haben wir natürlich alle registriert. Und es ist definitiv auch so, dass die teilweise sehr negative Berichterstattung auch das Korschenbroicher Publikum erreicht hat. Das ist aber etwas, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Wenn man sich unsere Schlüsselpositionen anguckt, spielen wir doch mit sehr jungen Spielern. Auf den Halbpositionen sind wir mit Florian Korte, Björn Marquardt, Christoph Piske und Pasqual Tovornik im Schnitt so jung aufgestellt, wie wahrscheinlich die wenigsten Mannschaften der Liga. Das führt unweigerlich zu einem gewissen Mangel an Routine und vielleicht auch ein Stück weit zu fehlendem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Es ist im Sport aber nun mal von Zeit zu Zeit nötig, den Altersschnitt einer Mannschaft zu senken. Das ist ein völlig natürlicher Prozess, der niemals völlig reibungslos ablaufen kann. Was wir in unserer derzeitigen Situation am allermeisten brauchen ist Geduld. Wir sind kontinuierlich dabei uns zu verbessern.“
Unter anderem wurde mangelnde Kommunikation auf dem Spielfeld moniert. Würdest du diese Kritik teilen?
„Wir hatten definitiv ein Kommunikationsproblem. Das wurde dadurch hervorgerufen, dass David Breuer nicht mehr da ist und auch ich nicht mehr als Spieler auf dem Feld stehe. Somit hatten wir zwei vakante Positionen im hierarchischen System. Es dauert länger als acht Wochen, diese Strukturen im Mannschaftsgefüge neu aufzubauen. Das geht nur in Krisensituationen, wenn es Reibungspunkte gibt und kontrovers diskutiert werden kann. Hier sehe ich uns aber auf einem guten Weg. Die Mannschaft als solche verfügt über eine gute Mischung an Charakteren.“
Hat das Team in deinen Augen wirklich den Spaß am Handball verloren, wie zu lesen war?
„Handball macht immer am meisten Spaß, wenn man gewinnt. Hätten wir das Spiel in Erlangen und das Heimspiel gegen Emsdetten gewonnen, was definitiv möglich war, würde diese Frage gar nicht aufkommen. Es ist ohne jeden Zweifel so, dass unser Spielsystem sich aufgrund des neuen Personals verändern musste. Von den Ergebnissen dieser Veränderung bin ich 100% überzeugt. Unser Abwehr-Torwart-Paket ist so stark wie nie in den letzten Jahren. Das ist nicht zuletzt daran zu sehen, dass wir trotz der aktuell deutlich höheren Fehlerquote im Angriff weniger Tore kassieren, als es früher der Fall war. Wir hatten in keinem der vier Ligaspiele über 30 Gegentore.“
Worauf kommt es in der nächsten Zeit an, damit dem Sieg gegen Essen weitere folgen?
„Was wir am allerwenigsten gebrauchen können ist Verunsicherung. Weder von Seiten der Zuschauer, noch von Seiten des Vereins oder aus irgendeiner anderen Richtung.Ich bin froh, in einem Verein zu arbeiten, bei dem sich die Geschäftsführung aus konkreten sportlichen Belangen komplett heraushält. Nach meinem Dafürhalten ist nur so eine zielführende und vor allem erfolgreiche Trainertätigkeit möglich. Es wird in den nächsten Wochen von großer Bedeutung sein, dass wir in unserer Entwicklung nicht stagnieren. Ich bin mir sehr sicher, dass wir uns entwickelt haben. Damit meine ich mich, damit meine ich die Mannschaft und damit meine ich unser System. Wenn man sich die Liga anguckt, dann fällt auf, dass diese sehr ausgeglichen ist. Nur wenige Punkte trennen die oberen von den unteren Rängen. Das ist gleichbedeutend mit enormem Druck für jede Mannschaft. Insofern kann man den „Spaß-Aspekt“ nicht uneingeschränkt in den Vordergrund stellen. Wir spielen nicht nur zum Spaß Handball. Die eingleisige 2. Liga hat ein ganz anderes Niveau als die Spielklasse, in der wir noch letztes Jahr angetreten sind. Da waren 5-6 Mannschaften dabei, von denen man vorher eigentlich schon wusste, dass man gegen die nicht verlieren konnte. In dieser Saison ist es so, dass man jedes Spiel gewinnen aber auch genauso gut jedes Spiel verlieren kann. Das beinhaltet automatisch einen höheren Druck auf jeden Einzelnen. Wir müssen weiter lernen, mit diesem Druck umzugehen und unabhängig davon konsequent unser Leistungsvermögen abrufen. Für mich steht völlig außer Frage, dass die Mannschaft das Zeug dazu hat, dauerhaft in der Liga zu bestehen.“
Gibt es darüber hinaus Aspekte, die von großer Bedeutung sein werden?
„Nun zunächst möchte ich ganz allgemein etwas zur Situation hier sagen. Ich finde es sehr schade, dass wir in dem neuralgischen Handballdreieck Düsseldorf – Dormagen – Korschenbroich, in dem wir uns befinden, teilweise nur sehr wenig Rückendeckung von Seiten der berichtenden Journalisten bekommen. Es ist zum Beispiel eindeutig zu erkennen, dass Dormagen hier präferiert wird. Das ist prinzipiell in Ordnung, denn der DHC und vorher der TSV haben sich diese Stellung über Jahre erarbeitet. Ich finde aber auch, dass man die Kirche da im Dorf lassen muss. Wir hatten mitunter schon vor Saisonbeginn überhaupt keine Kreditlinie. Dabei muss man aber auch mal die Fakten ins Auge fassen. Wir gehen mit einem Etat in die Saison, der wahrscheinlich nicht einmal die Hälfte dessen ausmacht, mit dem der DHC in die Saison geht und die Mannschaft hat zwei Schlüsselspieler verloren und muss dadurch eine völlige Umstellung des Spielsystems bewältigen. Aber wir lassen uns davon nicht unterkriegen. Wichtig ist, dass die Zuschauer in Korschenbroich uns weiterhin unterstützen und dabei auch weiter ein bisschen mehr Toleranz für Fehler aufbringen. Natürlich waren wir statistisch gesehen in den letzten Jahren immer eine der Mannschaften mit den wenigsten persönlichen Fehlern, weil wir einfach sehr eingespielt waren und jeder wusste, was er zu tun hatte. Dieses System kann und wird es so nicht mehr geben und das entscheidende ist, dass wir uns entwickeln werden und das auch in Ruhe tun dürfen.“
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Aufgrund des verlängerten Wochenendes bestreitet der TV Korschenbroich erst am Montag seine Begegnung des 5. Spieltages. Gegner ist dann um 17 Uhr GWD Minden. Gespielt wird in der Mindener Kampa-Halle.
"Die Partie am Montag in Minden wird ohne jede Frage unser leichtestes Auswärtsspiel. GWD ist in dieser Saison Aufstiegsfavorit Nr. 1. Niemand wird auch nur das Geringste von uns erwarten. Vielleicht liegt aber darin gerade unsere größte Chance, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir uns in der Rolle des Underdogs mehr als wohl fühlen“, lässt Trainer Jörn Ilper keine Zweifel offen, wem am Montag die Rolle des Favoriten gebührt. Dass Ilpers Worte wenig Überraschungspotential haben, liegt nicht nur an der Tabellensituation. Mit 6:2 Punkten belegt GWD derzeit den 2. Tabellenplatz. Der TVK rangiert 14 Plätze tiefer auf Rang 16 und hat 2:6 Punkte. Auch ein Blick auf die finanziellen Möglichkeiten der beiden Teams macht klar, dass hier im Prinzip Handballwelten aufeinander prallen. Mit 2,4 Millionen Euro beziffern die GWD-Verantwortlichen um Horst Bredemeier ihren Saisonetat – eine Summe, von der man in Korschenbroich nicht einmal zu träumen wagt. Selbst die Summe der Etats der vier Zweitligaspielzeiten des TVK würde nicht ausreichen, um das diesjährige Volumen von GWD Minden aufzubieten.
Mit Zahlen beschäftigt man sich im Korschenbroicher Lager vor der Partie freilich eher weniger. Außer, sie betreffen die Trefferquoten der TVK-Schützen. Die waren nämlich in den ersten drei Saisonspielen ausschlaggebend für die drei Pleiten, die hingenommen werden mussten. Im Spiel gegen TUSEM Essen vom vergangenen Wochenende gelangen dann erstmals mehr als 30 Treffer. Prompt gab es mit dem 31:29-Erfolg die ersten beiden Meisterschaftspunkte zu feiern. Trainer Jörn Ilper will daher mit seiner Mannschaft an die guten Leistungen der Vorwoche anknüpfen und die begonnene Entwicklung vorantreiben: „Unabhängig vom Ergebnis ist es wichtig, dass wir unseren positiven Trend fortführen und einen weiteren Schritt in die richtige Richtung tun."
Leichte Kopfschmerzen bereiten ihm dabei jedoch zwei Personalien. Für das Spiel gegen Minden hat er leichte Probleme auf der rechten Angriffsseite. Robin Doetsch hat zwar seinen Nasenbeinbruch weitestgehend überstanden, in der vergangenen Woche zwickte es den Linkshänder aber in der Wade. Auch der andere Rechtsaußen des TVK, Mathias Deppisch, hat mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Er klagt über Beschwerden im rechten Knie, die eine Trainingsteilnahme diese Woche nicht zuließen. "Ich hoffe, gegen Minden dabei zu sein. Bei unserem Mannschaftsarzt Dr. Joachim Schier und unseren Physiotherapeuten von der Praxis Mechelinck fühle ich mich bestens aufgehoben", so Deppisch. Ob die beiden Linkshänder in Minden auflaufen können, ist derzeit noch nicht abzusehen. Für den Fall, dass beide nicht spielen können, muss Ilper seine Stammsieben umstellen. Im Spiel gegen Essen hatte beispielsweise Mathias Fuchs bewiesen, dass er durchaus auch auf der rechten Angriffsseite für Furore sorgen kann.
Mit 31:29 (16:16) hat der TV Korschenbroich am Samstagabend das packende Derby gegen TUSEM Essen gewonnen. Simon Breuer (13 Tore), Florian Korte (10 Tore) und Oliver Mayer (9/3 Paraden) waren am Ende vor 640 Zuschauern die Matchwinner.
„Breuer und Korte schlagen TUSEM“ könnte die Überschrift für einen Spielbericht zum Westderby zwischen Korschenbroich und Essen am vierten Spieltag der Zweitligasaison 2011/2012 lauten. Solch ein Titel würde aber bei weitem nicht der überragenden Mannschaftsleistung gerecht werden, die die Korschenbroicher Truppe gegen den dreimaligen Deutschen Meister abgerufen hat. In nahezu jeder Spielsituation präsentierten die Schützlinge von Trainer Jörn Ilper sich hellwach, kein einziger Ball wurde vorzeitig abgeschenkt. Weil aber auch die Gäste aus dem Ruhrgebiet keine schlechte Leistung boten, mussten die TVK-Fans bis in die letzte Spielminute hinein zittern, ehe die ersten beiden Punkte der Saison unter Dach und Fach waren.
Begonnen hatte die Partie recht ausgeglichen. Zwar konnten sich die Gastgeber zunächst auf 4:2 (7.) Minute absetzen, eine frühe Zeitstrafe gegen Dennis Marquardt gab dem TUSEM aber die Chance, nach 9 gespielten Minuten zum 5:5 auszugleichen. Anschließend vermochte keines der beiden Teams, sich nennenswert abzusetzen. 8:8 (15.) und 11:11 (20.) lauteten die Zwischenstände. Erst, als es schon in Richtung Halbzeitpause ging, setzten sich die Gastgeber noch einmal mit zwei Treffern ab (14:12, 24.), bis zum Pausenpfiff der Unparteiischen Berning/Thiemann war der Gleichstand mit 16:16 aber wieder hergestellt.
Auffällig waren im ersten Durchgang vor allem zwei Dinge: Im rechten Rückraum herrschte – anders als in den vorangegangenen Partien – Torflaute. Weder Pasqual Tovornik, noch Christoph Piske konnten sich in die Liste der Torschützen eintragen, Trainer Jörn Ilper beorderte schließlich Mathias Fuchs auf die halbrechte Position. Ganz anders hingegen agierte Florian Korte im linken Rückraum. Beeindruckend war seine Quote von sieben Treffern bei nur acht Versuchen.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit profitierten die TVK-Akteure von einigen Fehlern im Essener Spiel. Schnell setzten sie sich mit vier Toren ab (20:16, 34.). Drei Minuten später bauten sie die Führung sogar noch um einen Treffer aus, 22:17 lautete da der Spielstand. Hatten die Essener im ersten Durchgang in Person von Ole Rahmel noch sechs ihrer insgesamt sechzehn Treffer vom Siebenmeterpunkt erzielt, zeigte TVK-Keeper Oliver Mayer mit seiner Parade des Strafwurfes von Rahmel in Minute 39, dass es so nicht weitergehen sollte.
Insgesamt drei Mal traten die Gäste in Durchgang zwei an die Siebenmeterlinie – drei Mal entschied der gebürtige Neubrandenburger im Korschenbroicher Kasten das Duell für sich und trug dadurch seinen Teil dazu bei, dass die Hausherren die gesamte zweite Halbzeit über in Führung lagen. Einmal (25:19, 45.) sogar mit sechs Toren Abstand. Nur gegen Ende des Spiels konnten die Essener den Abstand noch einmal verkürzen. Doch auch in arger Bedrängnis behielten die TVK-Spieler kühlen Kopf und fanden immer eine Lösung. In der 59. Minute fiel dann schließlich die Entscheidung. Zunächst fasste Dennis Marquardt sich beim Stand von 29:27 und angezeigtem Zeitspiel ein Herz und traf unnachahmlich aus dem Rückraum, bevor dann Simon Breuer mit seinem 13. Treffer zum 31:28 die Waldsporthalle in ein Tollhaus verwandelte.
Somit holte der TV Korschenbroich im vierten Saisonspiel völlig verdient die ersten beiden Punkte. Ausschlaggebend dafür waren neben der beeindruckenden kämpferischen Leistung nicht zuletzt auch das Quäntchen Glück, das in den vorausgegangenen Partien noch gefehlt hatte - „dieses Glück haben wir uns in den letzten Wochen verdient“, resümierte Trainer Ilper nach Spielende.
„Korschenbroich hat verdient gewonnen. Die Niederlage ist einfach zu erklären, man weiß, dass in dieser Liga die Trauben auswärts sehr hoch hängen. Wir haben uns nicht blenden lassen von den 0:6 Punkten von Korschenbroich. In jedem Spiel hatten sie die Gelegenheit, zu gewinnen. Letztlich ist das Spiel durch Kleinigkeiten entschieden worden, weil wir auch nicht 60 Minuten so konzentriert gespielt haben, wie letzte Woche. Wir sind zu früh in die Anspiele an den Kreis gegangen, haben zu früh versucht aus dem Rückraum abzuschließen. Das hat Korschenbroich dann mit Gegenstößen bestraft.“
Jörn Ilper (Trainer TV Korschenbroich)
„Gewinnen macht mehr Spaß als verlieren. Das Spiel ist über Kleinigkeiten entschieden worden. Oliver Mayer hat in der zweiten Halbzeit sehr viel stärker gehalten als in der ersten Hälfte. Dann muss man sagen, dass wir uns glücklich durchgesetzt haben, dieses Glück haben wir uns in den letzten Wochen verdient. Wenn man mit zwei Toren gewinnt, dann kann das auch genauso gut anders herum ausgehen. Wir wollten dafür sorgen, dass wir nicht mehr mit dem Rücken zur Wand stehen, denn das standen wir definitiv. Das Wichtigste heute war, dass die Zuschauer in der Waldsporthalle sehen konnten, dass wir mit Leidenschaft als Mannschaft agieren und dann auch jeden Gegner schlagen können.“
Oliver Mayer (TV Korschenbroich)
„Wir waren heute als Mannschaft von der Einstellung her unglaublich positiv. Wir haben super gedeckt und vorne endlich mal unsere Tore gemacht. Jetzt bin ich super glücklich über den Sieg und über meine Leistung. Klar hätte ich gerne noch ein paar Bälle mehr gehalten, gerade von Außen. Wichtig ist aber, dass wir gewonnen haben. Wir haben unter 30 Gegentore kassiert und die Halle zum Kochen gebracht. Jeder hat für den anderen gekämpft und jetzt hoffen wir, dass es so weitergeht. Auch in Minden.“
Florian Korte (TV Korschenbroich)
„Heute war uns schon bewusst, dass wir ein Stück weit mit dem Rücken zur Wand stehen. Wir haben unter der Woche versucht, uns davon frei zu machen, haben Video geguckt und unsere Schlüsse daraus gezogen. Gegen Melsungen konnten wir uns phasenweise die Köpfe freigespielt und konnten so heute endlich mal von Beginn an mit Aggressivität zu Werke gehen. TUSEM war genau der richtige Gegner um vor eigenem Publikum einfach nur zu gewinnen – egal wie. Das Glück, das uns vielleicht zuletzt gefehlt hat, haben wir uns heute über die richtige Einstellung erarbeitet. Wir sind als geschlossene Mannschaft aufgetreten. Wenn man sieht, wie knapp es am Ende noch einmal wurde, weil wir uns nicht deutlich absetzen konnten, dann kommt es in solchen Situationen auf Kleinigkeiten an. Da haben wir es endlich mal geschafft, dass die zu unseren Gunsten ausschlagen.“
Am Samstag um 19.30 Uhr ist es so weit: Mit der Partie gegen TUSEM Essen steigt das erste von insgesamt drei Derbys in der Korschenbroicher Waldsporthalle. Die Verantwortlichen des TVK rechnen mit einem hohen Zuschaueraufkommen und raten daher dringend, den noch bis Freitagabend laufenden Vorverkauf in Anspruch zu nehmen.
In der vergangenen Spielzeit musste das Korschenbroicher Publikum auf das stets packende Duell gegen den dreimaligen Deutschen Meister verzichten, denn die Essener mussten in der damals noch geteilten 2. Liga in der Nordstaffel antreten. Somit datiert das letzte Aufeinandertreffen der beiden Westvereine in Korschenbroich vom 5. September 2009. Zum Auftakt der Spielzeit 2009/2010 warf damals Marcel Görden in letzter Sekunde den entscheidenden Treffer zum 29:28. Ähnlich knapp verliefen auch die drei bisherigen Ligaspiele des TVK in dieser Saison. Leider jedoch nie mit dem besseren Ende für die Korschenbroicher. „Wir haben natürlich an den bisherigen Ergebnissen selber Schuld, allerdings muss man auch festhalten, dass wir in keinem der Spiele auch nur einen Funken Glück hatten“, kommentiert Trainer Jörn Ilper den verpatzten Saisonstart.
Am Samstag rechnet er mit einer erneut schweren Aufgabe für seine Spieler: „Essen ist eine absolute Spitzenmannschaft, die im Prinzip keine Fehler macht. Das wird ein sehr schweres Heimspiel.“ Ganz besonders wird dieses Heimspiel wohl vor allem für einen Akteur aus dem TVK-Kader sein: Pasqual Tovornik wechselte vor der Saison vom TUSEM nach Korschenbroich. „Das Spiel am Samstag wird mit Sicherheit so etwas wie mein persönliches Highlight-Spiel. Ich bin in Essen groß geworden und habe viele Jahre dort gespielt.“ Zu seinen ehemaligen Mitspielern hält er zwar immer noch Kontakt „derzeit konzentriere ich mich aber absolut auf den TVK“, so der 2-Meter-Mann, der am Freitag seinen 22. Geburtstag feiert. Seinen aktuellen Mitspielern wird er sicherlich das eine oder andere über die Mannschaft der Essener verraten. „Die größte Stärke des TUSEM ist sicher die Abwehr. Die 6:0 funktioniert sehr gut und mit Jan Kulhanek steht dahinter auch noch ein sehr guter Torwart. Aber auch im Angriff spielen sie sehr diszipliniert.“
Dass der Saisonstart des TVK mit 0:6 Punkten alles andere als optimal verlaufen ist, ist kein Geheimnis. Gleichwohl verdeutlicht Tovornik, dass die Mannschaft sich der aktuellen Situation mehr als bewusst ist: „Den größten Druck machen wir uns selber. In jedem Spiel haben wir bislang gemerkt, dass mehr drin ist, wir waren eigentlich immer die bessere Mannschaft. Es scheitert bislang aber an Kleinigkeiten, die wir vorher sogar noch besprochen haben.“ Gegen Essen soll nach seinem bekunden jetzt aber der Schalter endgültig umgelegt werden. „Wir müssen mit 100% in jede Situation gehen und einfach unser Spiel spielen.“
Für ihn persönlich sind die ersten Wochen im TVK-Dress durchaus zufriedenstellend gelaufen. In seinen bisher fünf Pflichtspielen für das Hand.Ball.Herz.-Team war er 33 Mal erfolgreich, davon erzielte er 19 Treffer in der Liga. Gleichwohl relativiert er seine Leistung im Gesamtkontext: „Auf den ersten Blick könnte man sicherlich zufrieden sein. Es gibt aber ohne jeden Zweifel noch viel Potential nach oben, gerade im Zusammenspiel mit mit den Teamkollegen. Ich hoffe, dass ich auch weiterhin die Tore machen kann, dass gleichzeitig die Last aber auf mehrere Schultern verteilt wird.“
Die erneute Pokalsensation ist ausgeblieben. Am Mittwochabend musste sich der TVK in der 2. Runde des DHB-Pokals mit 28:32 (10:16) der MT Melsungen geschlagen geben. Florian Korte traf siebenfach bei der TVK-Niederlage, die auch deutlich höher hätte ausfallen können.
Foto: AL-Sportfoto
Trainer Jörn Ilper hatte seinen Spielern verordnet, sich gegen den favorisierten Erstligisten Selbstvertrauen zu erspielen. Das gelang vor den 300 Zuschauern in der Waldsporthalle aber nur phasenweise. Anders als vor vier Jahren, als es dem TVK überraschen gelang, die MT aus dem Pokalwettbewerb zu werfen, waren die Korschenbroicher diesmal weit von einer Sensation entfernt. Lediglich über die ersten zehn Minuten konnte das Spiel ausgeglichen gestaltet werden. Da führten die Hausherren durch Treffer von Markus Breuer, Pasqual Tovornik (2), Mathias Deppisch und Marcel Görden mit 5:4. Anschließend schaltete der Erstligist einen Gang hoch und drehte das Spiel binnen anderthalb Minuten auf 5:7.
Auch, weil Gäste-Keeper Per Sandström unter Beweis stellte, warum er in der vergangenen Spielzeit noch mit dem HSV Hamburg Deutscher Meister geworden ist. Der 30-Jährige parierte in seinen 45 Minuten Einsatzzeit 12 TVK-Würfe, darunter drei Siebenmeter. Bis zum Seitenwechsel zogen die Gäste auf 10:16 davon, an eine neuerliche Pokalsensation wollte da niemand mehr so recht glauben. Dieser Eindruck verstärkte sich auch zu Beginn der zweiten Halbzeit noch einmal. Anstatt den Vorsprung verkürzen zu können, mussten die Hausherren weiter abreißen lassen. 12:19 (35.), 18:26 (44.) und 21:30 (51.) lauteten die Zwischenstände einer einseitigen Partie, die erst dann wieder ausgeglichener gestaltet werden konnte, als MT-Trainer Michael Roth seiner zweiten Garde Einsatzzeiten gewährte. Die hatten die TVK-Spieler dann allerdings gut im Griff, während Trainer Jörn Ilper seinerseits auch alle seine Akteure aufs Spielfeld schickte.
Dass sich die Korschenbroicher Handballer dann am Ende einer Begegnung, die zu früh entschieden war um rechte Spannung aufkommen zu lassen, noch einmal herankämpften und die Partie mit nur vier Toren Differenz beendeten honorierten die Zuschauer mit stehenden Ovationen. Ob die Spieler die Vorgabe ihres Trainers, sich ohne den Druck aus den Meisterschaftsspielen frisches Selbstvertrauen zu erspielen, umsetzen konnten, wird sich schon am kommenden Samstag zeigen. Dann nämlich kommt TuSEM Essen zum West-Derby in die Korschenbroicher Waldsporthalle. Anwurf der Partie ist um 19.30 Uhr.
„Ich denke, wir haben das Spiel ernst genommen, was ganz wichtig war. Wir wussten, dass Korschenbroich in den letzten Jahren öfter Mal Pokalüberraschungen vollbracht hat. Wir haben uns intensiv und gut vorbereitet. Unser Ziel war es, bis zur Halbzeit deutlich zu führen Wir wollten uns den Luxus leisten, Leistungsträger schonen zu können und Spieler, die den Anschluss finden wollen, spielen lassen zu können. Das ist uns gelungen.“
Jörn Ilper (Trainer TV Korschenbroich)
„Ich bin nicht zufrieden. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir heute Abend ein Pokalfest feiern können. Das hat Melsungen nicht zugelassen, weil sie sehr professionell und sehr gut vorbereitet hier aufgetaucht sind. Das haben hier nicht alle Erstligisten geschafft in den letzten Jahren. Es war für uns gut zu sehen, was im Handball alles möglich ist. Melsungen hat präzise wie ein Uhrwerk die Systeme gespielt und immer Lösungen gefunden. Da fehlt bei uns einiges. Der Klassenunterschied war deutlich zu sehen. Ich habe in der Halbzeit gesagt, dass wir diese für uns gestalten wollten, wissend, dass die zweite Formation von Melsungen aufs Feld kommen würde und diese zweite Formation haben wir dann ganz gut gespielt. Damit bin ich zufrieden. Alles in allem haben wir kein Pokalfest erlebt und sind gegen einen überlegenen Gegner sehr sehr gut weggekommen mit nur vier Toren.“
Mathias Fuchs (TV Korschenbroich)
„Wir können mit unserer Leistung heute über weite Strecken nicht zufrieden sein. Wir haben nur sehr schwer ins Spiel gefunden. Das, was wir uns vorgenommen hatten, nämlich aggressiv zu Werke zu gehen, haben wir nicht auf die Platte bringen können. Deswegen war es für Melsungen relativ leicht, sich Mitte der ersten Hälfte abzusetzen. Ich kann verstehen, dass es vielleicht teilweise so gewirkt hat, als wenn wir gerade am Anfang ein wenig vor Ehrfurcht erstarrt sind. Erst, als wir in der zweiten Halbzeit einige gute Aktionen hatten, kam dann auch das Selbstbewusstsein. Ich würde aber nicht sagen, dass das etwas mit der Situation in der Liga zu tun hatte. Klar ist man vielleicht ein wenig verunsichert, aber gegen einen Erstligisten hat man im Pokal nichts zu verlieren.
Samstag gegen Essen wird das eine ganz andere Partie. Im Derby vor wahrscheinlich voller Halle müssen wir mit der nötigen Aggressivität zu Werke gehen weil wir schon dringend Punkte brauchen. Das ist ein Heimspiel und die müssen wir gewinnen.“
Wenn der TVK am kommenden Mittwoch um 20 Uhr gegen die MT Melsungen antritt, dann wird sich der eine oder andere Zuschauer in der Zeit zurückversetzt fühlen. Fast auf den Tag genau vor vier Jahren war der Erstligist schon einmal zu Gast in Korschenbroich.
Als frischgebackener Westdeutscher Meister und Neuling in der 2. Bundesliga empfing der TVK am 18. September 2007 die MT in der Waldsporthalle und schlug den Favoriten mit 35:34 nach Verlängerung. Seitdem ist viel geschehen im Handballdorf am Niederrhein. Dem Abstieg nach dem ersten Zweitligajahr folgte bekanntlich der sofortige Wiederaufstieg und in der vergangenen Saison die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga. Die Melsunger spielen seit ihrem Aufstieg im Jahr 2005 ununterbrochen in der Eliteklasse. Dennoch ist mit Savas Karipidis nur noch ein Akteur dabei, der schon im Jahr 2007 in Korschenbroich aufgelaufen ist. Beim TVK hingegen sind noch vier Spieler (Mathias Deppisch, Simon Breuer, Marcel Görden und Dennis Marquardt) von damals dabei, wenn man den inzwischen auf die Trainerbank gewechselten Jörn Ilper hinzunimmt sogar noch fünf.
Für Ilper ist das Pokalspiel gegen den deutlichen Favoriten der „größtmögliche Glücksfall“. Anders als in der Liga stehe sein Team gegen Melsungen überhaupt nicht in der Pflicht. „Wir können völlig frei von allen Sorgen Handball spielen und die Partie einfach genießen. Jeder kann sich Sicherheit holen und dann schauen wir mal, was am Ende dabei herauskommt“, so der TVK-Coach. Folglich lautet die Zielsetzung des 36-Jährigen mitnichten auf das Erreichen der 3. DHB-Pokalrunde, dennoch ruft er alle Handballfans dazu auf, am Mittwoch in die Waldsporthalle zu kommen: „Natürlich sollen alle Zuschauer kommen. Ich bin mir sicher, dass das ein tolles Spiel wird. Man tritt nie an, um zu verlieren. Wir werden versuchen, die Partie so lange wie möglich offen zu halten und dann wird man sehen, was passiert. Klar ist aber auch, dass wir als klassentiefere Mannschaft immer auf die Schwäche des Erstligisten hoffen müssen. Nur dann haben wir eine Chance.“
Nicht zum Einsatz kommen wird definitiv Robin Doetsch. Der Rechtsaußen musste sich nach seinem im Training erlittenen Nasenbruch in der vergangenen Woche einer Operation unterziehen. Die OP hat er gut überstanden, das Pokalspiel gegen Melsungen kommt aber definitiv noch zu früh für den Linkshänder. „Ob er am Wochenende gegen Essen spielen kann, müssen die Ärzte entscheiden“, macht sein Trainer deutlich, kein Risiko eingehen zu wollen. Ein anderer TVK-Spieler ist nach überstandener Verletzung wieder auf dem Weg zu alter Stärke. Kreisläufer Marcel Görden hatte länger mit einer Verletzung der Bauchmuskulatur zu kämpfen, schnupperte aber im letzten Ligaspiel gegen Potsdam schon wieder Bundesligaluft. Auch in der Pokalbegegnung am Mittwochabend wird Görden auflaufen können „er braucht aber noch Zeit, um seinen Rhythmus zu finden“, erwartet Ilper von seinem Nachfolger auf der Kreisposition keine Wunderdinge.
Wie bereits mehrfach angekündigt bietet der TVK für das Pokalspiel gegen die MT Melsungen deutlich reduzierte Tickets an. Diese sind sowohl im Vorverkauf als auch an der Abendkasse noch erhältlich.
"Nach drei Spielen 0:6 Punkte bei -4 Toren zu haben, ist die absolute Höchststrafe", kommentierte Trainer Jörn Ilper die Niederlage seines Teams am Freitagabend beim 1. VfL Potsdam. 308 Zuschauer erlebten in der Potsdamer Sporthalle die 25:27 (13:15) Niederlage der TVK-Truppe. Mehrfach kämpften sich die Ilper-Schützlinge dabei nach Rückstand wieder heran, hatten kurz vor dem Ende die Gelegenheit, zumindest einen Punkt aus Brandenburg mitzunehmen. Und doch blieben die Punkte letztlich in Potsdam, denn einmal mehr war es die mangelhafte Chancenverwertung, die letztlich die Entscheidung brachte.
Vom Start weg fehlte den TVK-Akteuren die Genauigkeit im Abschluss. Gleich die ersten drei Angriffe konnten nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Logische Konsequenz war die 5:1-Führung der Gastgeber nach neun gespielten Minuten. Aber Simon Breuer & Co wären nicht das Hand.Ball.Herz.-Team, wenn sie nicht in der Folge erneut größte Moral bewiesen und sich herangekämpft hätten. Mehrfach (5:6, 14.; 9:10, 19.; 12:13, 28.) betrug der Abstand nur ein einziges Tor. Und doch wollte der verdiente Ausgleich nicht fallen. Über die gesamte erste Halbzeit musste die Mannschaft somit einem Rückstand hinterher laufen. Weil sich aber Torhüter Oliver Mayer, wie auch schon in den vergangenen Spielen, einige Male auszeichnen konnte und auch die Abwehr vor ihm gut stand, gelang es den Potsdamern nicht, sich nennenswert abzusetzen. Der Halbzeitstand von 13:15 aus Sicht der Gäste ließ für den zweiten Durchgang daher noch auf ein glückliches Ende für den TVK hoffen.
Diese Hoffnung wurde zu Anfang der zweiten Halbzeit auch noch genährt. Pasqual Tovornik glich in der 35. Spielminute mit seinem vierten von insgesamt sieben Toren zum 17:17 erstmalig aus. Auf den TVK-Ausgleich folgte dann aber die wahrscheinlich stärkste Phase der Hausherren. Fünf Minuten reichten dem VfL um eine blitzsaubere 4:0-Serie hinzulegen und den TVK mit 21:17 erneut auf Abstand zu halten. Es passt in die Reihe knapper Niederlagen, die die Korschenbroicher in dieser Saison bislang hinnehmen mussten, dass sie trotz des neuerlichen Rückschlags noch einmal verkürzen konnten. Und es passt ebenso ins Bild, dass der Ball eine Minute vor dem Ende bei 25:26 aus TVK-Sicht „einfach weggeben wird“, wie Trainer Jörn Ilper nach Spielende bemängelte.
Folglich musste das Hand.Ball.Herz.-Team den weiten Heimweg ohne die beiden Punkte antreten, die bei konsequenterer Chancenverwertung aber durchaus mit an den Niederrhein hätten fahren können, wie Geschäftsführer Dr. Klaus Hintzen befand: „Es ist schon sehr bitter, wenn man mitansehen muss, dass wir an und für sich in der Lage sind den Gegner zu schlagen und es dann letztlich vom Kopf her doch nicht so funktioniert, wie es eigentlich sollte.“ Dennoch ist er sich aber sicher, dass das Team das Zeug hat, um in der eingleisigen 2. Bundesliga zu bestehen: „Die Mannschaft ist definitiv in der Lage, in dieser Liga mitzuhalten. Wir haben schließlich kein einziges Spiel hoch verloren. Im entscheidenden Moment fehlt bislang nur das letzte Stückchen.“
In der Liga geht es für den TV Korschenbroich jetzt am kommenden Samstag (19.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen TuSEM Essen weiter. Vorab tritt der TVK aber noch am Mittwoch in der 2. Runde des DHB-Pokals gegen den Erstligisten MT Melsungen an. Das Spiel wird um 20.00 Uhr in der Korschenbroicher Waldsporthalle angepfiffen. Tickets sind im Vorverkauf erhältlich.
„Den Ausschlag gegeben hat heute die mangelnde Chancenverwertung. Wir haben mehr als genug Chancen, um das Spiel hier zu gewinnen. Leider verwerten wir diese Chancen nicht. Unsere heutige Ausbeute hat sich einfach nicht in einem vernünftigen Rahmen bewegt. Zum Schluss haben wir sogar noch die Gelegenheit, den Ausgleich zu machen. Da wird der Ball dann einfach weggeben. Ein Sonderlob haben sich Oli Mayer und Björn Marquardt verdient, die ihre Sache sehr gut gemacht haben. Wir haben jetzt drei Spiele absolviert und trotz 0:6 Punkten eine Tordifferenz von gerade einmal -4. Das ist die absolute Höchststrafe. Wir müssen in den nächsten Tagen vor allem mental eine Menge arbeiten. Das haben die Spieler als Hausaufgabe auf bekommen und damit werden wir ab Montag intensiv beginnen.“
Dr. Klaus Hintzen
„Es ist schon sehr bitter, wenn man mitansehen muss, dass wir an und für sich in der Lage sind den Gegner zu schlagen und es dann letztlich vom Kopf her doch nicht so funktioniert, wie es eigentlich sollte.Die Mannschaft ist definitiv in der Lage, in dieser Liga mitzuhalten. Wir haben schließlich kein einziges Spiel hoch verloren. Im entscheidenden Moment fehlt bislang nur das letzte Stückchen.
Wenn du auswärts nur 27 Gegentreffer zulässt, hast du eigentlich gute Chancen, das Spiel zu gewinnen. Allerdings muss man auch anmerken, dass wir in den bisherigen drei Ligaspielen auch selber immer unter 30 Toren geblieben sind. Es liegt definitiv nicht an unserer Abwehr und den Torhütern, dass wir 0:6 Punkte haben. Unsere Probleme haben wir in der Chancenverwertung und dem intelligenten Angriffsspiel. Gerade im Rückraum hakt es noch ein wenig. Vielleicht hilft uns ja das Pokalspiel gegen Melsungen am Mittwoch. Da können wir ganz befreit und ohne jeden Druck aufspielen.“
Der 3. Spieltag der Saison 2011/2012 führt die Bundesligahandballer des TV Korschenbroich in die brandenburgische Landeshauptstadt. Am Freitagabend treffen die Ilper-Schützlinge um 19.30 Uhr auf den 1. VfL Potsdam. Um Überraschungen vorzubeugen haben sich Trainer und Mannschaft intensiv auf den unbekannten Gegner vorbereitet.
Die Stadt Potsdam hat touristisch sicherlich eine Menge zu bieten. Vor den Toren Berlins leben rund 150.000 Menschen zwischen dem Weltkulturerbe Schloss Sanssouci und den Filmstudios Babelsberg in der Universitätsstadt. Dafür werden die Akteure des Hand.Ball.Herz.-Teams aber am Freitag nach ihrer rund 550 Kilometer langen Anfahrt keine Augen haben. Ihre Konzentration gilt ganz dem Zweitligaspiel in der Sporthalle an der Heinrich-Mann-Allee. Nach zwei knappen Niederlage mit jeweils nur einem Tor Differenz zum Auftakt sollen beim 5. der Nordstaffel aus dem Vorjahr die ersten beiden Pluspunkte des Jahres eingefahren werden. „Wir fahren optimistisch nach Potsdam“, stellt daher auch Dennis Marquardt klar. „Wir wollen unsere guten Leistungen bestätigen und uns endlich selber für unsere Anstrengungen belohnen.“
Damit dieses ambitionierte Vorhaben auch in die Tat umgesetzt werden kann, hat sich Trainer Jörn Ilper intensiv mit dem VfL auseinandergesetzt. Mangels eigener Erfahrungswerte musste er dabei vor allem auf das Videostudium zurückgreifen. Anhand seiner Beobachtungen hat er sein Team dann ausführlich auf die erfahrene Truppe der Brandenburger vorbereitet. Der Fokus in der Vorbereitung auf das dritte Meisterschaftsspiel lag aber nicht auf dem Gegner allein. Auch die eigenen Leistungen wurden noch einmal eingehend analysiert: „Wir haben gute Chancen, in Potsdam etwas mitzunehmen, weil wir die Fehler aus den Spielen gegen Emsdetten und Erlangen aufgearbeitet haben. Die Fehler, die dort passiert sind, werden wir nicht mehr machen. Wichtig ist, dass wir konsequent in unserem System bleiben. Spielraum für Husarenritte gibt es nicht. Nur dann sind wir eine sehr gute Mannschaft“, so Trainer Ilper.
Verzichten muss er in der für nur 600 Zuschauer ausgelegten Sporthalle in Potsdam auf seinen Rechtsaußen Robin Doetsch. Der Linkshänder zog sich im Training einen Nasenbruch zu. Marcel Görden, der gegen Emsdetten wegen einer Verletzung der Bauchmuskulatur 60 Minuten auf der Bank sitzen musste, wird wohl wieder eingreifen können. Gleiches gilt glücklicherweise auch für Rückraumspieler Pasqual Tovornik. Der 2-Meter-Mann verbrachte zwar die Nacht nach dem letzten Zweitligaauftritt des TVK im Krankenhaus, hat aber keine schwerere Verletzung davongetragen.
Vorverkauf angelaufen // Bustour nach Nordhorn in Planung
Handball-Fans aufgepasst! Seit Montag läuft der Vorverkauf für das Heimspiel des TVK in der 2.DHB-Pokalrunde. Am Mittwoch, 21.09. um 20 Uhr ist Erstligist MT Melsungen zu Gast in der Waldsporthalle. Karten für das Spiel gibt es wie gewohnt bei Knepperges & Zimmer, Hindenburgstr. 4, 41352 Korschenbroich.
Wie bereits angekündigt, gelten für das Pokalspiel reduzierte Eintrittspreise:
Sitzplatz (freie Platzwahl in allen Blöcken!) : 10 €
Stehplatz Erwachsener: 7€
Stehplatz ermäßigt: 5€
Stehplatz Kind (6-11 J.): 3€
Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt wie gewohnt frei. Anspruch auf einen Sitzplatz besteht jedoch nicht. Ermäßigte Stehplatzkarten erhalten Jugendliche von 12-17 Jahren, Schüler, Studenten, Rentner und Schwerbehinderte. Entsprechende Nachweise sind vorzulegen.
Und wer schonmal in der Vorverkaufsstelle ist, der kann sich auch gleich mit Tickets für den nächsten Kracher in Korschenbroichs Handballtempel eindecken. Nur drei Tage nach der interessanten Auseinandersetzung mit der MT Melsungen wartet ein echter Derby-Kracher auf die TVK-Fans. Am Samstag, 24.09. ist m 19.30 TuSEM Essen Gegner des Hand.Ball.Herz.-Teams in der eingleisigen 2. Bundesliga.
Ein besonderes Angebot gibt es für die Fans, die ihr Team nicht nur bei den Heimspielen, sondern auch in fremden Hallen unterstützen wollen. Zum Auswärtsspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen (Sonntag, 30.10., 17 Uhr) soll ein Fanbus eingesetzt werden. Die Eckdaten für die Tour, die nur bei einer ausreichend großen Zahl Mitfahrer stattfinden wird, lauten wie folgt:
Abfahrt : 30.10.2011 ca.12:00 ab Korschenbroich Rückfahrt: 30.10.2011 ca.19:30-20:00
Preis 18er Bus : 23 € pro Person (bei Vollauslastung) Preis 27er Bus : 17 € pro Person (bei Vollauslastung)
Wer das Freitagsspiel des TVK noch einmal Revue passieren lassen möchte, der findet jetzt im TVK-Player einen Zusammenschnitt des Spiels sowie ein Video von der Pressekonferenz nach Spielende. Wie immer produziert von Watchsport .
In der Bildergalerie finden Sie einige Schnappschüsse. Die Fotos wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von AL-Sportfoto.
Aufatmen im Lager des TV Korschenbroich. Pasqual Tovornik konnte am Samstagmittag das Krankenhaus verlassen. Nachdem Tovornik am Freitagabend im Heimspiel gegen den TV Emsdetten während einer Angriffsaktion übel gefoult wurde und aus vollem Sprung unkontrolliert auf den Hallenboden knallte, geht es dem Neuzugang vom TuSEM Essen inzwischen wieder besser.
Unmittelbar nach dem Foul verlor der Korschenbroicher Rückraumakteur kurzzeitig das Bewusstsein und wurde von Mannschaftsarzt Dr. Joachim Schier und Physiotherapeut Michael Herfurtner lange auf dem Feld behandelt. Von dort ging es für ihn direkt in die Kabine, wo er weiter intensiv betreut wurde. Um kein Risiko einzugehen wurde unmittelbar nach Spielende zusätzlich ein Rettungswagen mitsamt Notarzt angefordert. Der entschied sich dann dafür, den Korschenbroicher für eine eingehendere Untersuchung ins Neusser Johanna-Etienne-Krankenhaus zu transportieren. Dort wurde noch am Abend eine Computerthomographie durchgeführt. Glücklicherweise lautete danach die Diagnose 'nur' Gehirnerschütterung. Die Nacht musste der TVK-Akteur zur Beobachtung dennoch im Krankenhaus verbringen. Da die Nacht ohne Zwischenfälle blieb, entließen die behandelnden Ärzte Tovornik am Samstag und sein Mannschaftskollege Dennis Marquardt holte ihn aus dem Krankenhaus ab.
650 Zuschauer erlebten am Freitag in der Waldsporthalle einen denkwürdigen Abend. Nach phasenweise überzeugendem Spiel musste sich der TVK schließlich mit 28:29 (13:13) dem Aufstiegsaspiranten aus Emsdetten geschlagen geben.
Die Stimmung bei Spielern und Verantwortlichen hätte nach Abpfiff wohl kaum mehr schlechter sein können. Nachdem schon in der Vorwoche in Erlangen ein Treffer am Ende über Sieg und Niederlage entschieden hatte, ging auch die zweite Partie der neuen Saison mit einem Tor Differenz verloren. Viel größere Sorgen bereitete aber der Zustand von Rückraumspieler Pasqual Tovornik. Emsdettens Wesseling hatte den 2-Meter-Mann so im vollen Sprung aus der Luft gestoßen, dass dieser heftig mit dem Kopf auf den Boden schlug und kurzzeitig das Bewusstsein verlor. Nach langer Behandlung auf dem Spielfeld konnte er selbiges nur gestützt von Physio und Mannschaftsarzt verlassen und wurde direkt zur weiteren Behandlung in den Kabinentrakt gebracht. Um jedoch auf Nummer sicher zu gehen wurde Tovornik nach Spielende zur weitergehenden Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Geschäftsführer Dr. Peter Irmen, seines Zeichens selber Arzt, gab jedoch Entwarnung: „Ich hatte Gelegenheit, kurz mit Pasqual zu sprechen. Er war wieder völlig bei Bewusstsein und ihm ging es den Umständen entsprechend gut. Es ist aber völlig richtig, ihn sicherheitshalber noch einmal gründlich im Krankenhaus durchchecken zu lassen.“
Früher an diesem Abend sah es für den TVK zunächst gar nicht schlecht aus. Torhüter Oliver Mayer konnte die ersten drei Emsdettener Angriffe gleich parieren. Weil aber auch sein Gegenüber Nils Babin gut ins Spiel kam, stand es nach zehn gespielten Minuten ausgeglichen 4:4. In der Folge erspielten sich die Hausherren einige Vorteile und zogen über 6:4 (12.) auf 8:5 (15.) leicht davon. TVE-Trainer Patrik Liljestrand nahm seine Auszeit und versuchte sein Team insbesondere auf den starken Korschenbroicher Rückraum, in dem Florian Korte und Pasqual Tovornik zu einfachen Treffern kamen, einzustellen. Dies gelang ihm jedoch nicht und der TVK baute seinen Vorsprung weiter auf 11:6 (20.) aus. Mit dem elften TVK-Treffer durch einen verwandelten Siebenmeter von Markus Breuer endete jedoch die gute Phase der Gastgeber im ersten Durchgang. Abspielfehler und unnötige Fehlwürfe gewährten dem TV Emsdetten reichlich Gelegenheit zu schnellen Gegenstößen. Innerhalb von nur fünf Minuten schmolz der Vorsprung des TVK von ehemals fünf Toren Differenz auf ein einziges zusammen (11:10, 25.). Bis zum Pausenpfiff der Unparteiischen Brodbeck / Reich war das Spiel wieder völlig ausgeglichen. Mit 13:13 ging es in die Kabinen. Dort ermahnte TVK-Coach Jörn Ilper nach eigenem Bekunden seine Spieler, sich weniger in Einzelaktionen zu verzetteln, sondern wieder zum Spielsystem zurückzufinden.
Das sollte ihnen in Durchgang zwei anfangs auch wieder gelingen. Fast schien es, als sei die zweite eine exakte Kopie der ersten Halbzeit. Nach ausgeglichenem Beginn (17:17, 37,) folgte eine erneut starke Phase des TVK, die ein zweites Mal die Führung mit fünf Toren Differenz einbrachte (22:17, 42.). Doch um die Duplizität der Ereignisse zu vervollständigen leisteten die Korschenbroicher Spieler dann erneut eine Phase mit schlechten Abschlüssen und unkonzentrierten Abspielen. Davon profitierte auch der eingewechselte Emsdettener Torhüter Vitali Feshchanka (ab 37.) der sich einige Male auszeichnen konnte. Folglich war der erneute Ausgleich zum 24:24 (Wesseling, 49.) nur die logische Konsequenz. Simon und Markus Breuer sowie Pasqual Tovornik trafen dann noch für den TVK, Boomhouwer, Kvalvik und Fridgeirsson für Emsdetten. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende war beim Stand von 27:27 alles für eine dramatische Schlussphase bereitet. Trauriger Höhepunkt war die bereits beschriebene Verletzung Tovorniks in der 59. Minute bei 27:28. Dass Christoph Piske 30 Sekunden vor dem Ende noch zum 28:28 ausglich und Janko Bozovic vom Siebenmeterpunkt mit seinem neunten Treffer den Endstand von 28:29 herstellte, war angesichts der bangen Minuten, die die Korschenbroicher Handballfans während der verletzungsbedingten Unterbrechung verlebten, fast nur noch Randnotiz.
„Wir haben 18 Minuten in der ersten Hälfte sehr stark gespielt, sind fünf Tore vorne. Den Vorsprung geben wir dann leider weg, weil in der Phase jeder der Held sein wollte und wir unser System verlassen haben. Dafür sind wir individuell nicht gut genug. Das habe ich in der Halbzeit auch gesagt. Wir mussten mit Energie aus der Pause kommen. In der zweiten Hälfte waren wir schon wieder fünf Tore vorne und fangen dann damit an, den Kreisläufer anzuspielen, obwohl der gar nicht frei ist und es für die Deckung einfach ist, den Ball wegzunehmen. Und dass Emsdetten Gegenstöße laufen kann, darin haben sie uns heute eine Lehrstunde erteilt.
Im Endeffekt bringen wir uns selber um den verdienten Lohn. Wir haben mindestens vier Bälle in der Hand und geben die einfach so wieder her. In Erlangen haben wir drei bis vier Chancen zu viel ausgelassen und heute waren es halt Pässe. Wir sind eine Mannschaft, die von Spiel zu Spiel besser wird. Wir waren heute besser als in Erlangen und wir werden in Potsdam besser sein als heute. Irgendwann haben wir dann unser Niveau erreicht.“
Florian Korte
„Die Niederlage heute ist doppelt enttäuschend, weil wir schon in Erlangen mit nur einem Tor verloren haben. Das ist natürlich sehr unglücklich, wenn wir in der letzten Minute das entscheidende Tor bekommen. Im Endeffekt war es am Schluss kein Handballspiel mehr. Das hatte nichts mehr mit Handball zu tun. Der Boden war unfassbar rutschig, der Ball war klitschnass. Wir konnten keine Aktion vernünftig setzen und keinen Pass sicher spielen. Meiner Meinung nach hatte Emsdetten am Ende einfach mehr Glück. So, wie das Spiel in der ersten Halbzeit gelaufen ist, müssen wir eigentlich deutlich gewinnen. Daher gibt es – unabhängig vom Boden und vom Ball – sicherlich auch einige Dinge, die wir selber verbockt haben.
Jetzt haben wir zweimal unglücklich mit einem Tor Unterschied verloren. Gerade, weil wir 0:4 Punkte haben, fahren wir in der nächsten Woche nach Potsdam und wollen dort gewinnen. Die vier Minuspunkte sind für uns absolut kein Beinbruch. Wir müssen dieses Jahr schließlich 38 Spiele absolvieren. Von daher bleiben wir ganz ruhig, arbeiten weiter und wollen in Potsdam etwas mitnehmen. Auch, wenn das eine weite Fahrt ist.“
Der TV Korschenbroich absolviert am kommenden Freitag (20 Uhr) sein erstes Heimspiel in der eingleisigen 2. Bundesliga. Gegner in der Waldsporthalle ist der TV Emsdetten. Am Montag startet der Vorverkauf für den Pokalknaller gegen die MT Melsungen.
Der 2. Spieltag der Saison 2011/2012 bringt für den TVK das erste Aufeinandertreffen mit einem Verein aus der ehemaligen Nordstaffel. Der TV Emsdetten qualifizierte sich dort in der vergangenen Spielzeit souverän als Tabellendritter für die neue eingleisige Liga. Dennoch sind die Mannschaften einander nicht völlig unbekannt, schließlich begegnete man sich in den vergangenen Jahren mehrfach in Vorbereitungsturnieren wie dem EWV-Cup des TV Weiden. Den konnte der TVE in diesem Jahr übrigens zum zweiten Mal in Folge gewinnen und stellte schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung unter Beweis, dass er definitiv zu den Vereinen mit Ambitionen in höheren Tabellenregionen gehört.
Entsprechend schwer ist die Aufgabe, die der TVK bei seiner Heimpremiere zu bewältigen hat. Das sieht auch Trainer Jörn Ilper so: „Das Heimspiel gegen Emsdetten ist ohne jede Frage eine sehr schwere Aufgabe. Für mich ist die Mannschaft, die in meinen Augen in der vergangenen Saison eigentlich Zweiter hätte werden müssen, einer der Top-Favoriten auf den Aufstieg. Der TVE verfügt über eine sehr starke Abwehr und gute Torhüter. Aber auch im Angriff ist einiges an Durchschlagskraft vorhanden.“ Was den Rückraum anbelangt, so ist die angesprochene Durchschlagskraft derzeit etwas eingeschränkt. Neben den beiden bereits verletzten Halbspielern Kurchev und Cordes hat sich in der Partie gegen die HSG Nordhorn-Lingen am vergangenen Wochenende auch noch Torjäger Elvir Selmanovic verletzt. Der Mittelmann wurde in der vergangenen Saison mit 281 Treffern Torschützenkönig der 2. Bundesliga Nord. Ob er am Freitag in Korschenbroich auflaufen kann, ist derzeit noch offen.
TVK-Coach Jörn Ilper kann seinerseits aus dem Vollen schöpfen und alle Akteure seines Kaders aufbieten. Gegen den laut Ilper „kompakten und erfahrenen“ Gegner will er mit seiner Mannschaft vor allem „Leidenschaft und Mut in die Waagschale werfen.“ Ziel sei es, die alte Heimstärke wiederaufleben zu lassen. „Wir wollen die Tendenz aus Erlangen fortsetzen und in eigener Halle nicht verlieren. Ich bin mir sicher, dass uns die Atmosphäre helfen wird. Wenn die Zuschauer sehen, dass wir unbedingt wollen und was wir dafür alles tun, dann bin ich mir sicher, dass der Funke überspringt und uns die Unterstützung von den Rängen noch stärker macht.“
Unterstützung braucht der TVK sicherlich auch in den kommenden Spielen. Daher hoffen die Verantwortlichen darauf, dass sich die Waldsporthalle nicht nur am Freitagabend füllen wird, sondern auch bei den beiden nächsten Heimauftritten. Am kommenden Montag startet für das Pokalspiel am 21.09. (Anwurf 20.00 Uhr) gegen die MT Melsungen und für den Derbykracher am 24.09. (Anwurf 19.30 Uhr) gegen TuSEM Essen der Vorverkauf. Für die Partie in der 2. Runde des DHB-Pokals hat sich Geschäftsführer Dr. Peter Irmen mit seinen Mitstreitern etwas besonderes ausgedacht: „Wir haben uns dazu entschlossen, für das Pokalspiel gegen Melsungen unseren Fans deutlich vergünstigte Tickets anzubieten. Die Waldsporthalle soll an diesem Mittwochabend richtig voll werden und wir wollen gemeinsam mit unseren Fans einen tollen Pokalkracher erleben.“
Für das Pokalspiel gegen Melsungen gelten daher folgende Eintrittspreise:
Sitzplatz (freie Platzwahl in allen Blöcken!) : 10 €
Stehplatz Erwachsener: 7€
Stehplatz ermäßigt: 5€
Stehplatz Kind (6-11 J.): 3€
Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt wie gewohnt frei. Anspruch auf einen Sitzplatz besteht jedoch nicht. Ermäßigte Stehplatzkarten erhalten Jugendliche von 12-17 Jahren, Schüler, Studenten, Rentner und Schwerbehinderte. Entsprechende Nachweise sind vorzulegen.
Mit nur einem Tor Differenz musste sich der TV Korschenbroich am Samstagabend beim HC Erlangen geschlagen geben. 23:22 gewannen die Gastgeber die spannende und bis zum Ende umkämpfte Partie. Zur Halbzeit hatte es noch 11:11 unentschieden gestanden. Trainer Jörn Ilper sah nach dem Spiel vor allem die ungleiche Chancenverwertung der beiden Teams als ausschlaggebend an.
Schon in der Vorsaison war das Aufeinandertreffen der beiden Ex-Südligisten in der Erlanger Karl-Heinz-Hiersemann-Halle eine enge Angelegenheit. Hatte damals noch der TVK mit zwei Treffern (22:20) die Nase vorne, musste er sich am ersten Spieltag der Saison 2011/2012 mit einem Tor Differenz geschlagen geben. „Erlangen hat seine Torchancen besser genutzt, wir haben einige entscheidende Treffer nicht gemacht“, brachte Ilper den entscheidenden Unterschied im Anschluss auf einen ziemlich einfachen Nenner. Da nützte es dem Bundesligisten vom Niederrhein auch nicht viel, dass er mit Oliver Mayer einen hervorragend aufgelegten Torhüter im eigenen Kasten stehen hatte und auch die Deckung gut funktionierte.
Nach ausgeglichenem Beginn und einer kurzzeitigen TVK-Führung (2:1, 4.) konnten sich die Gastgeber leicht absetzen, führten nach einer knappen Viertelstunde mit 5:2 und konnten in der Folge sogar auf 9:5 davonziehen (18.). Davon ließen sich die TVK-Akteure aber in keiner Weise beunruhigen und starteten aus ihrer starken Defensive heraus eine tolle Aufholjagd. Mit einer 5:0-Serie innerhalb von nur wenigen Minuten gingen die Korschenbroicher mit 10:9 in Führung. Zur Pause trennten sich die beiden verbissen kämpfenden Mannschaften mit 11:11.
Der zweite Durchgang begann dann extrem ausgeglichen. Zwar legten die Hausherren immer wieder einen Treffer vor, dem TVK gelang aber stets der unmittelbare Ausgleich. Lange Zeit war nicht abzusehen, wer das Spielfeld am Ende als Sieger verlassen würde. Auch zehn Minuten vor dem Ende war der Spielausgang noch offen. 21:21 stand es da in der nicht unbedingt torreichen, aber dafür umso spannenderen Begegnung. Klar war zu diesem Zeitpunkt nur, dass die Entscheidung in den letzten Sekunden fallen würde.
Leider zog sich auch durch diesen letzten Spielabschnitt die Abschlussschwäche der Korschenbroicher an diesem Abend. Während der HCE seinerseits noch zwei Treffer erzielen konnte (22:21, 23:21) traf der TVK nur noch zum verkürzenden 23:22. Auch ein von Sven Bartmann gehaltener Siebenmeter in der letzten Spielminute vermochte die Gäste vom Niederrhein nicht mehr in die Lage zu versetzen, zumindest für eine Punkteteilung zu sorgen. Wie eng das Spiel schließlich war, zeigt auch die Aussage von Dennis Marquardt nach dem Ende: „Wenn wir den Treffer zum 22:21 machen, dann können wir das Spiel hier auch genauso gut gewinnen.“ „Am Ende entscheiden dann Kleinigkeiten“, verdeutlicht auch Simon Breuer, wie knapp seine Mannschaft am Punktgewinn vorbeigeschrammt ist. Dass der TVK im ersten Durchgang vier Siebenmeter verworfen hatte, wertete er jedoch nicht als entscheidend, denn „da war noch mehr als genug Zeit, um das auszugleichen“, vielmehr sei es ausschlaggebend gewesen, dass man in den letzten zehn Minuten nur einen Treffer erzielt habe. Zu wenig, um in einem Auswärtsspiel Zählbares mitzunehmen.
Am kommenden Freitag (09.09., 20.00 Uhr) steht für den TV Korschenbroich die nächste Partie in der 2. Handball-Bundesliga an. Gegner bei der Heimpremiere in der Korschenbroicher Waldsporthalle ist dann der TV Emsdetten. Auch die Westfalen haben ihr Auftaktspielt verloren und mussten sich vor heimischer Kulisse mit 21:25 (11:12) der HSG Nordhorn-Lingen geschlagen geben.
Pankofer (6), Schwandner, H. Münch, Nienhaus (je 5), Stumpf, G. Münch (je 1)
TV Korschenbroich
S. Breuer, Tovornik (je 5), Fuchs (4), Piske (3), Korte (2), Görden, M. Breuer, D. Marquardt (je 1)
Stimmen zum Spiel
Jörn Ilper: „Das war heute ein typisches Auswärtsspiel. Leider haben wir zu viele gute Chancen, sowohl aus dem Spiel, als auch vom Siebenmeterpunkt vergeben. Erlangen hingegen hat seine Möglichkeiten meistens genutzt. Ich fand uns vom spielerischen Aspekt her stärker und wir hätten sicher auch die Möglichkeit gehabt, das Spiel zu gewinnen. Die Niederlage zum Auftakt wirft uns definitiv nicht um. Es war klar, dass nicht von Anfang an alles reibungslos funktionieren wird. Das ist schlicht ein Lernprozess. Oliver Mayer hat heute überragend gehalten.“
Simon Breuer: „Das Spiel gegen Erlangen heute war ein harter Kampf auf Augenhöhe. Das Spiel war eigentlich über die gesamte Dauer immer knapp, vom Anfang bis zum Ende hart umkämpft. In den letzten 20 Minuten war Erlangen immer nur ein Tor in Führung und wir haben den direkten Ausgleich gemacht. Wenn man ein Spiel verliert, ist man natürlich immer unzufrieden, aber wir werfen in den letzten zehn Minuten halt nur ein Tor. Am Ende entscheiden dann Kleinigkeiten. Die vier vergebenen Siebenmeter, von denen ja einer noch im Nachwurf verwandelt wurde, waren nicht entscheiden, denn da war immer noch mehr als genug Zeit, um das auszugleichen. Wir werden uns von der Niederlage nicht runterziehen lassen und fangen auch nicht an, an uns zu zweifeln. Erlangen hatte heute einfach ein kleines bisschen mehr Glück.“
Dennis Marquardt: „Wir hatten heute ein gutes Abwehr-Torhüter-Paket. Leider haben wir vorne nicht so gut gespielt und vier Siebenmeter und einige Freie verworfen. Nach dem 21:21 zehn Minuten vor dem Ende machen wir nur noch ein Tor. Das ist auswärts schlicht zu wenig. „Wenn wir den Treffer zum 22:21 machen, dann können wir das Spiel hier auch genauso gut gewinnen. Die kämpferische Leistung war heute super. Hinten stimmt es bei uns absolut. Nur vorne müssen wir jetzt noch ein bisschen arbeiten, dann sieht die ganze Sache schon sehr gut aus. Am Freitag starten wir gegen Emsdetten die Saison auch daheim. Das wird sicherlich wieder eine spannende Partie, denn der TVE hat sein erstes Spiel ebenfalls verloren und steht somit sicherlich auch unter Zugzwang. Klar ist, dass wir Zuhause gegen jede Mannschaft die Chance haben, sie zu schlagen.“
Mit einem Auswärtsspiel beim HC Erlangen startet der TV Korschenbroich am Samstag in die Zweitligasaison. Am 1. Spieltag ist vieles neu in der eingleisigen 2. Liga. Zumindest aber der Gegner ist den Schützlingen von Trainer Jörn Ilper nicht unbekannt. In der Vorsaison holte der TVK aus den beiden Spielen gegen die Franken die volle Ausbeute von vier Punkten.
Im Lager des TV Korschenbroich ist die Vorfreude auf den Start in die eingleisige 2. Bundesliga groß. Nach der langen und harten Vorbereitung und der geglückten Generalprobe im Pokal (35:31-Sieg beim TV Groß-Umstadt) startet der TVK am Samstagabend (20 Uhr) beim HC Erlangen in der Karl-Hiersemann-Halle in die Saison 2011/2012. Geschäftsführer Dr. Peter Irmen ist sich sicher, dass die Mannschaft für die schwierige Auftaktpartie gut gerüstet ist: „Ich gehe der Saison mit freudiger Erwartung entgegen. Nach der Vorbereitung mit wechselhaften Ergebnissen haben wir bereits im Pokal eine gute Leistung geboten. Auch im Training war zu sehen, dass die Mannschaft gut mitzieht. Es herrscht insgesamt eine sehr gute Atmosphäre innerhalb des Teams, aber auch im Umfeld.“
Erfahrungsgemäß gibt es vor Saisonbeginn immer einige unbekannte Größen innerhalb der Liga. Ungleich schwieriger ist es aber in einer außergewöhnlichen Saison wie der nun startenden, die Leistungsfähigkeit der gegnerischen Mannschaften einzuschätzen: „Es gibt vielleicht drei oder vier Mannschaften, bei denen man jetzt schon sagen kann, dass sie wohl oben mitspielen werden. Dazu gehört sicherlich auch GWD Minden, die ja im Vorjahr den Aufstieg nur knapp verpasst haben. Alle anderen Mannschaften dürften sich aber mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau bewegen. Ich rechne mit einer sehr ausgeglichenen Liga“, so Irmen.
Trainer Jörn Ilper ist sicherlich froh, zumindest im ersten Saisonspiel auf einen bekannten Gegner zu treffen. Vier Mal kreuzten TVK und HCE bislang die Klingen, dreimal gingen die Korschenbroicher als Sieger vom Feld. Doch Ilper weiß insbesondere um die Heimstärke des kommenden Gegners: „Erlangen ist enorm kampf- und spielstark. Der HC verfügt über eine eingespielte Mannschaft, die optimal verstärkt wurde. Frank Bergemann ist ein sehr gewiefter Trainer.“ Nicht zuletzt auf Grund der enormen Heimstärke der Gastgeber sieht er seine Mannschaft eher in der Rolle des Underdogs: „Wir fahren definitiv nicht als Favorit nach Erlangen. Es ist klar, dass wir unser absolutes Optimum abrufen und darauf hoffen müssen, dass Erlangen vielleicht einen etwas schwächeren Tag erwischt.“ Damit sein Team, das die Reise übrigens vollzählig und kerngesund antreten wird, überhaupt in der Lage ist, das geforderte Optimum abzurufen, habe man sich intensiv auf den Gegner vorbereitet. „Wir kennen die Besonderheiten des Erlanger Spiels und werden uns darauf einstellen“, so Ilper.
Gewarnt ist er auch auf Grund des tollen Pokalauftritts des HCE beim TV Bittenfeld: „Erlangen hat in Bittenfeld ein tolles Spiel abgeliefert und nur mit zwei Toren Differenz verloren“. Unter der Woche wurde der TVK für den seinerseits überzeugenden Auftritt in der ersten Runde des Pokals ja bekanntlich mit einem Heimspiel gegen einen Erstligisten belohnt. Am 21.09. ist die MT Melsungen in Korschenbroich zu Gast.
Credit Life International wird Premium-Sponsor des TV Korschenbroich
Ab sofort ist die Credit Life International Services GmbH stolzer Premium-Sponsor der Handballer des TV Korschenbroich, die ab 3. September in die spannende Saison der 2. Handball-Bundesliga starten. Der zunächst auf zwei Jahre angelegte Vertrag mit der TVK Handball GmbH & Co KG umfasst ein umfangreiches Sponsoringpaket. TVK-Geschäftsführer Dr. Peter Irmen ist sehr erfreut, dass es gelungen ist, ein international tätiges Unternehmen wie Credit Life International als Partner für den Korschenbroicher Spitzenhandball zu gewinnen.
Mit diesem Engagement erhofft sich das Unternehmen nicht nur die Unterstützung des TVK, sondern auch eine stärkere Präsenz in der Öffentlichkeit. „Wir nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung als Unternehmen sehr ernst und daher freue ich mich außerordentlich, dass wir mit dem TVK einen Handballverein unterstützen, der genauso wie die Credit Life International voller Leidenschaft bei der Sache ist,“ sagt Andreas Schwarz, Geschäftsführer der Credit Life International Services GmbH. Die Credit Life International Services GmbH ist ein Beteiligungsunternehmen der Neusser RheinLand Versicherungsgruppe im Bereich Ratenschutzversicherung.
„Die wirtschaftlichen Belastungen werden in den nächsten Jahren mit Sicherheit nicht geringer, umso wichtiger ist es, verlässliche Partner aus der Wirtschaft für den TVK gewinnen zu können“, sagt TVK-Geschäftsführer Dr. Peter Irmen, „dass wir mit Credit Life International ein wirklich internationales Unternehmen zu unserem Sponsorenkreis zählen dürfen, hat vielleicht auch Signalwirkung für weitere potentielle Partner.“
Signalwirkung ist auch durch das Sponsoringpaket garantiert, auf das sich Credit Life International freuen darf. Nicht nur auf den Trainingsanzügen und Aufwärmshirts der Spieler wird das Unternehmenslogo prominent platziert. Wenn in der kommenden Saison in der Waldsporthalle prickelnde Handball-Derbys gegen die Lokalrivalen Dormagen, Düsseldorf oder den Traditionsverein TuSEM Essen anstehen, wird das Logo der Credit Life International auch auf dem Hallenboden, auf einer Großfahne an der Hallendecke, im heimspiel-Magazin und auf der Internetseite des Vereins zu sehen sein. Der Spezialanbieter von Ratenschutzversicherungen hat also beste Gelegenheiten, für sich zu werben.
„Der Einstieg von Credit Life International als Premium-Sponsor ist ein gutes Signal und Zeichen dafür, dass der Handball beim TVK, unsere harte Arbeit und die Erfolge der vergangenen Jahre auch über die Stadtgrenzen von Korschenbroich hinaus wahrgenommen und honoriert werden“, betont Marketingmanager Kai Faltin den großen Stellenwert der neuen Partnerschaft.
Nicht vergessen: Dauerkarten abholen & Ligastart am Samstag in Erlangen
Endlich hat die handballfreie Zeit ein Ende und der Ball fliegt wieder. Erfreulich bereits im Pokal und nun geht’s am kommenden Samstag auch in der Bundesliga wieder los. Unser TVK-Tross gibt seine Visitenkarte zum 1. Bundesligaspieltag der erstmals eingleisgen 2. Liga in Erlangen ab. Keine leichte Aufgabe und für alle Dauerkarteninhaber liegt diese bereits zur Abholung bereit.
Einige haben Ihre Karte bereits abgeholt, dennoch erinnern wir gerne nochmal daran, dass wir Ihnen ab sofort Ihre Saisonkarte für die Heimspiele Ihres Teams vom Niederrhein bei Knepperges Zimmer, Hindenburgstr. 4, 41352 K`broich zur Abholung bereit halten.
Und alle die noch keine Karte haben - jetzt noch eine Dauerkarte sichern - Ticket-Hotline wählen, Saisonkarte buchen und schon sind Sie bei allen 19 Bundesliga-Heimspielen dabei!
In der 2. DHB-Pokalrunde trifft der TV Korschenbroich auf die MT Melsungen. Dies ergab die Auslosung am heutigen Dienstagabend. Schon im September 2007 lautete so die Zweitrundenbegegnung des TVK, die nach Verlängerung knapp mit 35:34 (30:30, 17:14) gewonnen werden konnte. Geschäftsführer Dr. Peter Irmen zeigte sich mit der Auslosung sehr zufrieden und freute sich auf einen hoffentlich erneut spannenden Pokalabend in der Korschenbroicher Waldsporthalle. Gespielt wird am 21.09.
Die übrigen Partien:
Grünheider Sportverein - TuS N-Lübbecke Oranienburger HC - TUSEM Essen SC Magdeburg II - THW Kiel Ludwigsfelder HC - VfL Fredenbeck I HSG Gütersloh - HSV Hamburg 1. VfL Potsdam - Füchse Berlin GWD Minden - SG Flensburg-Handewitt HSG Nordhorn-Lingen - TBV Lemgo HC Empor Rostock - TSV Hannover-Burgdorf HSG Tarp-Wanderup - SV Post Schwerin Wilhelmshavener HV - VfL Bad Schwartau TV Jahn Duderstadt - HC Aschersleben Füchse Berlin II - VfL Edewecht Eintracht Hildesheim - SC Magdeburg Freilos: Dessau-Roßlauer HV 2006 SV Beckdorf
DJK Adler Königshof - EHV Aue SG Köndringen/Tenningen - HG Saarlouis TSB Heilbronn-Horkheim - Bergischer HC TuSpo Obernburg - TV Bittenfeld ThSV Eisenach - Frisch Auf Göppingen TSV Heiningen - HSG Düsseldorf VTZ Saarpfalz - HSG Wetzlar TuS Fürstenfeldbruck - TSG Ludwigsh.-Friesenheim HSG Dutenhofen/Münchh. II - HBW Balingen-W. SG Leutershausen - DHC Rheinland TuS Ferndorf - VTV Mundenheim TV Neuhausen - TV Hüttenberg TV Großwallstadt - Rhein-Neckar Löwen ESV Lok Pirna - VfL Gummersbach Freilos: TSV Vellmar
Im Rahmen des Super Cups, den der deutsche Meister HSV Hamburg und Pokalsieger THW Kiel heute Abend in München bestreiten, lost Snowboardstar Amelie Kober die Begegnungen der 2. DHB-Pokalrunde raus. Alle TVK-Fans können unter
die Auslosung ab 19.00 Uhr im Livestream verfolgen.
Die 2. Runde des DHB-Pokals wird am 21. September 2011 ausgespielt. Die weiteren Runden:
3. Runde: 26. Oktober 4. Runde: 14. Dezember (Achtelfinale) 5. Runde: 29. Februar 2012 (Viertelfinale) 6. Runde: 5./6. Mai 2012 (Halbfinale, Lufthansa Final Four)
Um die Wartezeit zu verkürzen, sind in der Bildergalerie einige Szenen aus der Erstrundenpartie des TVK festgehalten. Beim TV Groß-Umstadt setzte sich der Bundesligist vom Niederrhein mit 35:31 (19:12) durch.
Dem TV Korschenbroich ist es durch ein 35:31 (19:12) beim TV Groß-Umstadt gelungen in die zweite Runde des DHB-Pokals einzuziehen. Vor nur 170 Zuschauern in der Umstädter Heinrich-Klein-Halle boten die Akteure des Zweitligisten vom Niederrhein vor allem im ersten Durchgang eine ansprechende Leistung. Pasqual Tovornik traf elf Mal.
Zweimal lagen die Hausherren am Samstagabend in Führung. Jeweils beim 1:0 (1.) und beim 2:1 (3.) konnten sie gegen ihren letztjährigen Ligakonkurrenten vorlegen – den Rest der Partie über liefen sie einem Rückstand hinterher. Für den ersten sorgte Korschenbroichs bester an diesem Abend: Pasqual Tovornik traf in der 4. Minute zum 2:3 aus Sicht der Gastgeber. In der Folge lieferte die Truppe von Trainer Jörn Ilper ein dominantes Spiel ab, in dem zwischenzeitlich auch der Klassenunterschied zu bemerken war. Insbesondere die Startformation mit Oliver Mayer im Tor, Markus Breuer und Mathias Deppisch auf den Flügeln, Marcel Görden am Kreis und Pasqual Tovornik, Simon Breuer und Florian Korte im Rückraum wusste zu überzeugen. Zudem verstärkte Dennis Marquardt für Simon Breuer die Abwehr.
Groß-Umstadts Trainer Jens Becker sah sich nach nicht einmal acht absolvierten Minuten und dem Zwischenstand von 6:4 für den TVK gezwungen, seinen Torhüter zu wechseln. Zehn Minuten später stand es 13:9 und Becker zog sein Timeout. Doch weder der Wechsel von Sahm zu Elsner, noch die neuen taktischen Anweisung vermochten den Spielfluss der Ilper-Schützlinge zu unterbrechen. Bis zum Pausenpfiff hatten sich die Gäste eine komfortable 19:12-Führung herausgespielt.
Die ersten beiden Minuten des zweiten Durchgangs durfte der TVK dann sogar in Überzahl bestreiten, wirklich zu beflügeln schien die Spieler dieser Umstand jedoch nicht. Eher im Gegenteil, nur 3:30 min nach seiner Halbzeitansprache hatte Coach Ilper erneut Redebedarf. Der Vorsprung war auf 19:15 geschrumpft. Ruhig, aber bestimmt gab er seinen Akteuren neue Anweisungen, die diese dann auch zügig umsetzten. Mathias Fuchs, der sich einige Male sehenswert durchsetzte, erzielte das 23:17 (40.). Kurz darauf löste Sven Bartmann den nach einer starken ersten Halbzeit jetzt glücklos agierenden Oliver Mayer im TVK-Tor ab und sorgte gleich mit seinem Einstand für die wohl kurioseste Szene der Partie: Während eines Angriffs seiner Teamkollegen weit aufgerückt, sah er sich plötzlich einem drohenden Gegenstoß der Hausherren ausgesetzt. Beim Versuch zurückzueilen rutschte er auf dem glatten Hallenboden aus und musste hilflos mit ansehen, wie Umstadts Krajinovic frei vor dem leeren Tor mit einem gekonnten Aufsetzer abschloss – und den Ball einen halben Meter über die Querlatte beförderte.
Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit verwalteten die Korschenbroicher ihre Führung und Ilper nutzte die Gelegenheit, einige Alternativen auszuprobieren. Unter anderem kam es so zum Debüt des „Marquardt-Innenblocks“, als sich Abwehrhüne Dennis Marquardt neben seinem jüngeren Bruder Björn wiederfand. Dieser machte seine Sache sehr ordentlich und stellte gleich die von seinem Trainer prognostizierte extrem kämpferische Einstellung unter Beweis. In großem Maße bedingt durch die Wechsel, wie auch der TVK-Coach nach Spielende einräumte, kam es zu einem Bruch im Spiel des Hand.Ball.Herz.-Teams. Die Spieler des gastgebenden Drittligisten witterten noch einmal eine Chance, aber näher als auf drei Treffer (29:32, 57,) kamen sie nicht mehr heran. Ein sehenswerter Rückraumschuss von Markus Breuer und erneut Pasqual Tovornik sorgten zwei Minuten vor dem Ende für die Entscheidung. Mit dem 35:31-Erfolg in Groß-Umstadt zieht der TVK ungefährdet in die zweite Runde des DHB-Pokals ein und fiebert nun der Auslosung am kommenden Dienstag (ab 19.00 Uhr im Sport1-Livestream) entgegen.
... zur Einschätzung, dass der TVK nach überzeugender erster Halbzeit im zweiten Durchgang einen leichten Einbruch zu überwinden hatte: „Das würde ich genauso sehen. Wir sind leider nicht gut aus der Halbzeit gekommen. Zwar haben wir uns vorne gute Chancen erspielt, die dann aber nicht verwertet. Dadurch ist eine gewisse Unsicherheit reingekommen. Oliver Mayer kam nicht richtig aus der Halbzeit raus. Das sind Dinge, die wir besprechen werden und die noch besser werden müssen. Generell muss ich sagen, dass wir gegen eine Mannschaft gespielt haben, die mit nur geringfügigen Veränderungen im Vergleich zur Zweitligasaison ein ganz reeller Gegner war. Das war ein guter letzter Test. Ich habe immer gesagt, dass ich das Spiel gewinnen will, mir aber die Partie in Erlangen nächste Woche die wichtigere ist. Insofern bin ich sehr zufrieden, dass wir eine Runde weiter sind.“
...auf die Frage, ob er nach dem positiven Ausgang seiner ersten 60 Pflichtspielminuten als Trainer erleichtert war: „Na klar, wenn man etwas Neues anfängt, dann will man, dass es gut startet. Aber ich habe viel Gutes gesehen. Ich hab dann noch zwei-drei Sachen ausprobiert und die Mannschaft hat sich durch eine enge Phase, einen kleinen Hänger durchgespielt. Wir sind am Ende sehr verdient und auch ungefährdet hier als Sieger vom Feld gegangen.“
... zu seinem erfolgreichen Debütanten Pasqual Tovornik: „Pasqual hat verstanden was wir wollen, er hat das sehr gut umgesetzt und gut getroffen heute. Viel wichtiger aber ist, dass wir auch in den Phasen, als er nicht mehr konnte, auch gute Lösungen gefunden haben. Christoph Piske hat das sehr gut aufgefangen. Das gibt uns die nötige Zeit um Entscheidungen zu treffen und wieder Kraft zu sammeln.“
Pasqual Tovornik (der Neuzugang erzielte in seinem ersten Pflichtspiel für den TVK gleich elf Treffer):
... auf die Frage, ob er mit seinem Einstand genauso zufrieden war, wie sein Trainer: „Auf jeden Fall. Ich war wirklich erleichtert, als die ersten Bälle reingingen, denn am Ende der Vorbereitung lief es bei uns nicht ganz so gut. Die erste Halbzeit haben wir deutlich dominiert, konnten unser Spiel aufziehen. Die zweite Halbzeit hatten wir eine kleine Schwächephase, die sich nicht so richtig auflöste. Wir haben aber gekämpft und versucht, das Ergebnis zu halten. Insgesamt kann man mit dem Spiel aber zufrieden sein und darauf für die Partie in Erlangen aufbauen.“
... ob er sich vorher hätte träumen lassen, dass er gleich in seinem ersten Pflichtspiel für den TVK elf Tore werfen würde: „Gewünscht habe ich es mir schon, damit rechnen konnte ich aber natürlich nicht. Christoph Piske und ich sind ein Duo, bei dem viel von der Tagesform abhängig ist. Ich hätte mich genauso gefreut, wenn Christoph das Spiel seines Lebens abgeliefert hätte. Ich freue mich für jeden, der ein gutes Spiel macht. Das wichtige ist, dass wir als Mannschaft gewinnen. Auf einzelne Leistungen muss man nicht so viel Wert legen. Das Team hat mich in gute Schusspositionen gebracht. Beim nächsten Mal ist es vielleicht Flo Korte, den wir in gute Positionen bringen.“
Auf den TV Korschenbroich wartet am kommenden Samstag (27.8.) um 19.00 Uhr das erste Pflichtspiel der Saison 2011/2012. In der 1. Runde des DHB-Pokals muss das Team von Trainer Jörn Ilper beim letztjährigen Ligakonkurrenten TV Groß-Umstadt antreten.
Am Ende einer langen und für alle Beteiligten anstrengenden Vorbereitung freut sich TVK-Coach Jörn Ilper, „dass es endlich los geht“. Mit dem TV Groß-Umstadt haben die Korschenbroicher eine Woche vor dem Saisonauftakt in Erlangen einen guten Prüfstein erwischt. Der neue Trainer der Umstädter, Jens Becker kann in seinem Kader elf Spieler auf bieten, die im vergangenen Jahr Zweitligaluft schnuppern durften. Und dass die wissen, wie man gegen den TVK bestehen kann, haben sie bereits im Hinspiel der vergangenen Saison gezeigt. Zu Beginn der Spielzeit kamen die Korschenbroicher in der Umstädter Heinrich-Klein-Halle nicht über ein 29:29 (18:17) hinaus. Andererseits haben aber auch Simon Breuer & Co unter Beweis gestellt und den späteren 16. der Abschlusstabelle im Rückspiel mit 33:21 (15:9) deutlich bezwungen.
In der konkreten Spielvorbereitung hat Trainer Ilper den Fokus klar auf sein eigenes Team gelegt. „Wir haben uns um uns selber gekümmert, weil wir der Meinung sind, dass wir gegen jede Mannschaft gewinnen können, wenn wir unser Spiel durchziehen“, gibt er die selbstbewusste Marschrichtung für seine Mannschaft vor. Rückschlüsse aus den beiden bisherigen Aufeinandertreffen zwischen dem Bundesligisten vom Niederrhein und der Truppe von der Hessischen Bergstraße will er dabei aber keine ziehen: „Die Karten werden vor dem Spiel am Samstag völlig neu gemischt. Die Mannschaft von Groß-Umstadt hat sich verändert, mit Jens Becker ist ein neuer Trainer gekommen. Auch wir haben uns im Vergleich zur vergangenen Saison stark verändert.“
Nichtsdestotrotz ist die Vorgabe an seine Spieler eindeutig: „Auch, wenn mir das Ligaspiel gegen Erlangen in der nächsten Woche wichtiger ist, möchte ich da nicht falsch verstanden werden. Natürlich will ich in Groß-Umstadt gewinnen und eine Runde weiter kommen. Dafür werden wir uns am Samstag auch voll reinhängen.“ Für dieses sicherlich nicht einfache Unterfangen stehen ihm alle Spieler seines Kaders zur Verfügung. Gleiches gilt für die Mannschaft der Gastgeber, bei denen sich Teammanager Michael Blechschmitt auf der Vereinshomepage über einen „lukrativen Gegner“ freut und den TVK gar „zu den Spitzenteams der neuen zweiten Liga“ zählt. Ob die Korschenbroicher diesen Vorschusslorbeeren gerecht werden können, wird sich nicht zuletzt am Samstag um 19.00 Uhr in der Heinrich-Klein-Halle zu Groß-Umstadt zeigen – wenn die Generalprobe für eine spannende Zweitligasaison 2011/2012 steigt.
Der TV Korschenbroich erweitert seinen Partnerpool: Die Gesundheitskasse AOK Rheinland/ Hamburg wird neuer Exklusiv-Partner des Handballbundesligisten am Niederrhein. Im Zentrum der Kooperation steht dabei das innovative Projekt „vigozone sports“.
Die AOK Rheinland/Hamburg engagiert sich als offizieller Gesundheitspartner des TV Korschenbroich. Die Zusammenarbeit gilt zunächst für die Spielzeit 2011/2012, soll jedoch nachhaltig fortgeführt werden. Innerhalb der heimischen Waldsporthalle wird die AOK neben Bandenwerbung vor allem auf dem 6 m² großen Mittelkreis und im „heimspiel-Magazin“ mit Anzeigen präsent sein. „Ziel unserer Kooperation ist es vor allem, Kinder und Jugendliche zum Sporttreiben zu bewegen und zu motivieren. Bei dieser Aufgabe unterstützen wir die AOK sehr gerne“, so Marketingmanager Kai Faltin.
Das Engagement zielt primär auf die Gesundheitsförderung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab.
Mit „vigozone sports“ wird seit dem 1. September 2010 im Hannencenter in Korschenbroich ein spezielles, vom TÜV Rheinland zertifiziertes Fitnesstraining für 16- bis 26-Jährige angeboten. Seit der Eröffnung konnten sich bisher knapp 200 Jugendliche aus dem Rhein-Kreis Neuss und Mönchengladbach für dieses Kooperationsprojekt der Niederrheinklinik Korschenbroich und der AOK Rheinland/Hamburg begeistern. Das Angebot steht AOK-Versicherten grundsätzlich kostenfrei zur Verfügung, aber auch alle anderen sind zum Probetraining sowie Schnupperangeboten eingeladen. „Durch die Gesundheitspartnerschaft beim TV Korschenbroich wollen wir bei Jugendlichen den Spaß an Bewegung und Sport wecken und stärken. Wir setzen uns damit auch für den Sport im Verein ein“, so Rolf Buchwitz, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg.
Das „vigozone sports“-Studio steht Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 26 Jahren offen. Die Öffnungszeiten: montags bis freitags von 14 bis 21 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Weitere Infos sind unter www.vigozone.de zu finden.
Am Samstag, 08. Oktober 2011, feiert „vigozone sports“ ab 11 Uhr einjähriges Bestehen – und lädt aus diesem Anlass alle Interessierten aus der Umgebung zum Tag der offenen Tür mit vielseitigem Programm und zahlreichen Überraschungsgästen (u. a. Spieler vom TV Korschenbroich) ein. Darüber hinaus wird die AOK zusätzlich mit Promotion-Aktivitäten bei ausgewählten Heimspielen des TVK vertreten sein.
Das vergangene Wochenende hat der TV Korschenbroich genutzt, um sich in gleich mehreren Testspielen intensiv auf die in zwei Wochen beginnende Bundesligasaison 2011/2012 vorzubereiten. Zwar sind die Ergebnisse in Vorbereitungsspielen nur Nebensache, dennoch freuten sich die Verantwortlichen des TVK über die durchweg positiven Resultate.
Den Auftakt machte ein überzeugender Sieg beim SC Bayer 05 Uerdingen am Freitagabend. An die starke Vorstellung im Bayer-Sportpark knüpften die Korschenbroicher dann am Samstag beim Vorbereitungsturnier der SF Hamborn 07 an. Auf ein 23:21 gegen den Oberligisten VfL Gladbeck folgte zwar eine knappe 20:21 Niederlage gegen Drittligist Wermelskirchen, der 24:19-Sieg über Gastgeber Hamborn sorgte aber für einen versöhnlichen Abschluss. Aufmerksamkeit erregte beim Hamborner Turnier auch TVK-Neuzugang Sebastian Bartmann, der von seinem Doppelspielrecht Gebrauch machte und aus der Hamborner Mannschaft herausragte.
Am Sonntag stand er dann erneut auf der Handballplatte, diesmal allerdings im TVK-Dress. Anlass war die Saisoneröffnung des Neusser HV. Den Auftakt machten hier ein Blitzturnier der männlichen B-Jugendmannschaften vom TSV Bayer Dormagen, Neusser HV und TV Korschenbroich. Erwartungsgemäß setzten sich die mit Auswahlspielern gespickten Dormagener souverän durch. Insbesondere die Korschenbroicher Truppe, die normalerweise in der Kreisliga antritt, musste phasenweise Lehrgeld zahlen. Gegen den NHV hielt die Mannschaft von Trainer Clemens Goergemanns dagegen lange Zeit mit, musste sich erst gegen Ende der Partie geschlagen geben.
Für die Pleite des Nachwuchsteams revanchierte sich am frühen Abend dann aber die Zweitligatruppe des TVK. Mit 31:28 (16:16) setzte sich das Team gegen den Neusser HV durch. Dabei hatten die Akteure nicht nur mit ihren Gegnern, sondern auch mit den schwierigen Bedingungen in der Hammfeldhalle zu kämpfen. In der saunaähnlichen Atmosphäre floss der Schweiß in Strömen Hallenboden und Ball waren folglich extrem rutschig. Die beiden Marquardt-Brüder Dennis und Björn kamen in Neuss nicht zum Einsatz. Am kommenden Samstag beginnt der Pflichtspielernst für das Hand.Ball.Herz.-Team. Um 19.00 Uhr gastiert der TVK beim letztjährigen Ligakonkurrenten TV Groß-Umstadt.
Der TV Korschenbroich ist in die finale Phase der Vorbereitung eingetreten. Eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel (1. Runde DHB-Pokal, 27.8, 19 Uhr in Groß-Umstadt) nutzt Neu-Trainer Jörn Ilper die Gelegenheit, sein Team in gleich mehreren Vorbereitungsspielen ausführlich zu testen.
Den Anfang macht ein Auftritt beim SC Bayer 05 Uerdingen, dem Heimatverein der beiden ‚Bartmänner‘ im TVK-Dress. Anwurf der Partie im Bayer-Sportcenter (Löschenhofweg) ist am Freitag um 18.45 Uhr. Nach dem Auslaufen am Samstagmorgen wartet mit einem Blitzturnier bei den Sportfreunden Hamborn 07 dann gleich der nächste Prüfstein auf Simon Breuer & Co. In einem Modus „Jeder gegen Jeden“ ermitteln die beiden Oberligisten VfL Gladbeck, Hamborn 07 sowie der Drittligist TuS Wermelskirchen und der TVK den Turniersieger. Ein Wiedersehen gibt es dabei u. a. mit den Ex-Korschenbroichern Christoph Gelbke (Wermelskirchen) und Tobias Kokott (Hamborn). Den Auftakt des Vorbereitungsturnieres machen um 13.00 Uhr Hamborn 07 und der VfL Gladbeck. Über zwei Mal 20 Minuten duellieren sich die vier Teams. Spielort ist die Albert-Einstein-Halle in Duisburg Neumühl. (Albert-Einstein Straße 11 , 47167 Duisburg). Lesen Sie hier den detaillierten Spielplan:
13 Uhr Spfr. Hamborn 07 – VfL Gladbeck
14.05 Uhr TuS Wermelskirchen – TVK
15.10 Uhr VfL Gladbeck – TVK
16.15 Uhr Spfr. Hamborn 07 – TuS Wermelskirchen
17.20 Uhr Spfr. Hamborn 07 – TVK
18.25 Uhr TuS Wermelskirchen – VfL Gladbeck
Zum Abschluss des intensiven Wochenendes gastiert der TVK am kommenden Sonntag um 16.30 Uhr beim Rhein-Kreis-Nachbarn Neusser HV.Vor der Partie gegen den Oberligisten sorgen die männlichen B-Jugendmannschaften des Neusser HV, vom TSV Bayer Dormagen und des TVK für die richtige Einstimmung. Den Auftakt machen um 13.30 Uhr Dormagen und Neuss, ehe dann die TVK-Jungs um 14.10 Uhr gegen Neuss und um 14.50 gegen Dormagen antreten. Über jeweils 2 x 15 Minuten bieten sicherlich auch die Nachwuchshandballer attraktiven Handball, ehe dann im Anschluss dann die Herrenmannschaften zeigen, was aus guter Jugendarbeit entstehen kann.
Mehr als die Hälfte der Vorbereitungszeit hat die Bundesligamannschaft des TV Korschenbroich unter ihrem neuen Trainer Jörn Ilper bereits absolviert. Wurden in den ersten Wochen die körperlichen Grundlagen gelegt, liegt der Fokus jetzt vermehrt auf den Spielelementen. Es gilt das System des Hand.Ball.Herz.-Teams nach dem Verlust von Schlüsselspieler David Breuer umzustellen und die Neuzugänge in die Abläufe zu integrieren. TVK-Coach Jörn Ilper zeigt sich im Gespräch mit der Korschenbroicher Presseabteilung zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung.
Der größte Teil der Vorbereitung ist absolviert, wie fällt zum derzeitigen Zeitpunkt dein Fazit aus?
Ilper: „Die Mannschaft ist sehr willig und hoch motiviert. Was das Läuferische und Körperliche betrifft, haben wir sehr gut gearbeitet, da bin ich zu 100% zufrieden. In Bezug auf das spielerische Element betrifft, haben wir derzeit noch sehr viele Fehler drin. Diese müssen wir in den nächsten drei Wochen noch ausmerzen.“
In welcher Phase der Vorbereitung befindet sich die Mannschaft derzeit? Wo liegen die Schwerpunkte?
Ilper: „Am Anfang der Vorbereitung sind wir gelaufen und haben nebenbei ein bisschen Handball gespielt - jetzt spielen wir Handball und laufen nur noch ein bisschen. Es geht jetzt darum, die Präzision in unser Spiel zu bekommen. Dies erreichen wir durch enorme viele Wiederholungen und zahlreiche direkte Besprechungen im Training. Das gibt uns später die nötige Sicherheit und minimiert so Fehler.“
Gab es im Laufe der Vorbereitungen Überraschungen positiver oder negativer Art?
Ilper: „In meinen Augen gab es recht viele Überraschungen, insofern dass viele Spieler mein System schneller angenommen haben, als ich das gedacht hätte. Eine negative Überraschung war, dass die Mannschaft von der körperlichen Leistung her zwischenzeitlich in ein unerwartet tiefes Tal gefallen ist. Dieses Tal haben wir nun aber durchschritten und befinden uns seit einiger Zeit schon wieder in einem Aufwärtstrend.“
In den Vorbereitungsspielen gab es große Schwankungen in der Mannschaftsleistung. Dem souveränen Turniersieg in Wermelskirchen folgte ein 6. Platz beim EWV-Cup. Wie bewertest du diese Schwankungen?
Ilper: „In Wermelskirchen waren wir schon sehr gut, so stelle ich mir unser Spiel in Zukunft vor. Sehr präzise und äußerst engagiert. Beim Turnier in Weiden dann konnten wir sehen, was passiert, wenn wir versuchen Energie zu sparen und uns zu schonen. Dann gibt es nämlich einige Mannschaften, die sehr viel besser sind als wir. Es gibt halt manchmal so Tage. Ich glaube, wir hätten dort auch gegen eine Damenmannschaft aus der Landesliga verloren.“
Wie kommt das Team mit den Rahmenbedingungen dieser Vorbereitung in Korschenbroich klar? Es wurde ja beispielsweise auf ein externes Trainingslager verzichtet.
Ilper: „Die Rahmenbedingungen hier in Korschenbroich treffen genau meine Philosophie, denn im Endeffekt sind sie völlig egal. Wir haben ein Handballfeld mit den richtigen Maßen, zwei Tore und einen Boden ohne Löcher – wir können also wunderbar Handball spielen.“
Du bist jetzt seit ziemlich genau sechs Wochen Bundesligatrainer – hast du dich allmählich an das Gefühl gewöhnt?
Ilper: „Vom Kopf her war ich schon ab dem Moment Trainer, ab dem ich mich gedanklich um die Planung der Vorbereitung gekümmert habe – und das war im Juni. Ich bin soweit zufrieden, dass ich einen großen Teil meiner Wünsche und Ideen realisieren konnte. Es hätte auch passieren können, dass ich völlig danebenliege. Ich bekomme auch von vielen Spielern positives Feedback.“
Wie sieht der Fahrplan bis zum Pokalspiel in Groß-Umstadt aus? Ist die Vorbereitung auf diese Partie ausgerichtet oder liegt der Fokus eher auf dem Ligastart in Erlangen?
Ilper: „Wir haben sicherlich im Pokal ein Los erwischt, wo wir auch gewinnen wollen. Aber der Fahrplan für die nächsten Wochen gibt klar das erste Saisonspiel als Ziel aus. Natürlich möchten wir im Pokal weiter kommen. Vielleicht haben wir ja wieder Glück und erwischen in der nächsten Runde einen Erstligisten, da können schon tolle Spiele bei rausspringen. Aber das Spiel in Erlangen und die Partien gegen Emsdetten und Potsdam haben schon eine höhere Bedeutung.“
Kannst du nach der bisherigen Vorbereitung schon abschätzen, ob und wenn ja wie sich das Spiel des TVK von dem der letzten Jahre unterscheiden wird?
Ilper: „Wir werden auf jeden Fall gravierende Unterschiede in unserem Spielsystem haben. Schließlich haben wir in David Breuer den Spieler verloren, auf den mehr oder weniger alles ausgerichtet war. Quasi unser gesamtes Spiel lief ja über die rechte Seite. Ich habe nun die Systemsteuerung auf die mittlere Position gelegt, denn dort habe ich meine erfahrenen Spieler. Eines wird sich aber ganz sicher nicht ändern: Wir werden genauso begeisternd Handball spielen, wie wir das immer getan haben und wir werden genauso rennen und fighten. Ich denke auch, dass wir im Laufe der Saison sehr guten Handball spielen werden. Ob uns das direkt am Anfang gelingen wird, weiß ich jedoch nicht. Wir haben insgesamt ein sehr gutes Paket beisammen mit dem man auf jeden Fall punkten kann und mit dem wir alle zufrieden sein können.“
Steigt innerhalb der Mannschaft allmählich die Vorfreude? Wie ist die Stimmung im Umfeld?
Ilper: „Es ist toll zu sehen, dass in ganz Korschenbroich Vorfreude auf die Saison herrscht. Egal wo man sich aufhält, überall sprechen einen die Leute an. Alle nehmen Anteil daran. Sogar beim Einkaufen im Supermarkt wird man inzwischen schon auf den Handball vom TVK angesprochen. Das zeigt uns, wie groß die Akzeptanz unter den Korschenbroicherinnen und Korschenbroichern ist. Dies wollen wir noch weiter ausbauen und fortführen. Die Formel dafür ist sehr einfach: Je attraktiver und erfolgreicher du spielst, desto begeisterter sind die Menschen. Das muss unser Ziel sein.“
Mit dem TOYOTA Autohaus Rolf Jansen GmbHaus Mönchengladbach präsentiert der TVK einen weiteren TEAM-Sponsor. Heute unterzeichnete Inhaber Rolf Jansen einen Kontrakt beim TVK, der dem Autohaus ein umfassendes Werbepaket sichert.
"Rolf Jansen war es vor allem wichtig ein Alleinstellungsmerkmal für die Präsentation seines Autohauses zu finden. Dies ist uns mit Audiospots, die durch dieveres weitere Werbemaßnahmen ergänzt werden, sicherlich sehr gut gelungen", umschreibt Kai Faltin die Vertragsunterzeichnung.
Neben den Fahrzeugen aus der Toyota-Produktpalette bietet das Autohaus Jansen auch die Premium-Marke LEXUS an. Vertreten an zwei Standorten ist das Autohaus Rolf Jansen in Mönchengladbach auf der Krefelder Straße und auf der Hammer Landstraße in Neuss vertreten.
Zudem stellt Rolf Jansen als Toyotapartner Spielerfahrzeuge zur Verfügung. Florian Korte und Robin Doetsch sind die beiden ersten Bundesliga-Akteure, die seit kurzem mit PKWs- aus dem Hause Toyota Autohaus Rolf Jansen unterwegs sind. Beide Fahrzeuge sind mit dem Firmenbranding und den Logos deutlich im Straßenverkehr zu erkennen.
Am Samstag ist der TV Korschenbroich in die Vorbereitung zur Saison 2011/2012 gestartet. Unter Anleitung des neuen Trainers Jörn Ilper absolvierten die TVK-Cracks einen ersten kleinen Belastungstest. Am Sonntag stand dann eine intensive Überprüfung der Leistungsfähigkeit auf dem Programm.
Zunächst aber begrüßte Ilper seine Mannschaft und bat sie zu einer ersten Teamsitzung. Nachdem der Neu-Trainer seinen Schützlingen verdeutlicht hatte, was er in der kommenden Saison von ihnen erwartet, hatten auch die Spieler ihrerseits Gelegenheit, Wünsche aber auch persönliche und mannschaftliche Ziele zu äußern. Mit dabei waren neben den arrivierten Spielern auch zwei der drei Neuzugänge. Björn Marquardt und Pasqual Tovornik wurden unter großem Hallo von ihren neuen Mannschaftskollegen begrüßt. Sebastian Bartmann fehlte beim Auftakt ebenso wie sein älterer Bruder Sven. Beide werden jedoch in Kürze zum Rest des Kaders stoßen.
Konnten die Akteure des Hand.Ball.Herz.-Teams es am Samstag noch verhältnismäßig entspannt angehen lassen und lediglich einige Runden auf der Aschebahn des Korschenbroicher Waldstadions gedreht, mussten sie am Sonntag ein erstes Mal an ihre Leistungsgrenzen gehen. Erneut auf der 400 Meter langen Runde in unmittelbarer Nachbarschaft zur Heimspielstätte, als auch in der Halle selber hielt Ilper verschiedene Aufgaben parat.
Gegenüber der Presseabteilung des TVK äußerte er sich folgendermaßen zum Ablauf der Vorbereitung und seiner Gefühlslage nach den ersten Einheiten als verantwortlicher Cheftrainer des Bundesligisten: „Für die ersten drei Wochen habe ich einen ganz klaren körperlichen Schwerpunkt gelegt, danach tritt das Körperliche gegenüber der Spielfähigkeit zurück. Deswegen habe ich sieben Wochen Vorbereitung veranschlagt. Normalerweise würde ich eine Vorbereitung auf sechs Wochen auslegen, aber ich halte das für zu kurz in diesem Jahr. Wir müssen unser Spielsystem den Veränderungen im Kader anpassen und benötigen dafür aber zunächst die körperlichen Voraussetzungen. Diese wurden am Sonntag überprüft und dann in den nächsten Wochen in ganz präzisen und konkreten Trainingseinheiten verbessert. Wir werden viel in der Kleingruppe und individuell arbeiten.
Mein Gefühl als Trainer kann ich immer noch nicht genau beschreiben. Ich denke, dass die Mannschaft in der freien Zeit und jetzt zu Beginn der Vorbereitung gemerkt hat, was ich von ihr möchte. Und ich hoffe, dass sie mir nun hinterherkommt. Ich möchte, dass der Trainer ein Fixpunkt ist, an dem sich die Mannschaft orientieren kann.“
Aus Kostengründen verzichten die Korschenbroicher in diesem Jahr auf ein externes Trainingslager. Stattdessen wird die Mannschaft an zwei verlängerten Wochenenden in Korschenbroich selber Quartier beziehen und in der heimischen Waldsporthalle trainieren. Die nötige Wettkampfhärte holen sich die Spieler dann in einigen Testpartien und Vorbereitungsturnieren. Teilweise finden die Spiele zwar auch in der heimischen Waldsporthalle statt, Trainer Jörn Ilper und die Verantwortlichen des TVK bitten die Fans jedoch um Verständnis dafür, dass diese Begegnungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. „Die Spiele, die wir in Korschenbroich absolvieren, werden alle reinen Trainingscharakter haben“, so Ilper. „Sie finden also im Rahmen unseres gewöhnlichen Trainings statt und sind keine offiziellen Testspiele.“
Lesen Sie hier einige Eckdaten zur Korschenbroicher Saisonvorbereitung:
Den Verantwortlichen des TV Korschenbroich ist es gelungen, einen weiteren Spieler an den Niederrhein zu lotsen. Pasqual Tovornik wechselt vom Ligakonkurrenten TUSEM Essen nach Korschenbroich.
Der 21 Jahre alte Linkshänder soll im Team des TVK mithelfen, die Lücke im rechten Rückraum zu schließen, die durch den Weggang von David Breuer entstanden ist. Gleichwohl verkörpert er einen völlig anderen Spielertyp als Breuer. Tovornik verfügt über das Gardemaß von zwei Metern und kann mit Fug und Recht als waschechter Shooter bezeichnet werden, der aber auch über das gewisse spielerische Element verfügt. Auch in der Abwehr kann Tovornik dem Hand.Ball.Herz.-Team sicherlich weiterhelfen.
Sein neuer Trainer Jörn Ilper ist von dem talentierten Neuzugang überzeugt: „Pasqual Tovornik ist ein Spieler, der sehr großes Potential in sich birgt. Er ist jemand, der seinen eigenen Kopf hat und uns damit helfen wird, unsere Kreativität beizubehalten. Mit seinem spielerischen Können wird er sich gut bei uns einbringen können.“ Außerdem bringe Tovornik, wie auch schon die vorhergegangenen Neuverpflichtungen Sebastian Bartmann und Björn Marquardt, „noch mehr Körperlichkeit“. Die Lücke im rechten Rückraum sollen Tovornik und der bereits seit 2009 in Korschenbroich aktive Christoph Piske gemeinsam schließen. „Es gibt für mich keine klare Nummer 1 auf dieser Position“, so Ilper. „Christoph und Pasqual sollen sich einen Zweikampf um die Spielanteile liefern, ich denke, die beiden ergänzen sich gut.“
Auch Geschäftsführer Dr. Peter Irmen stellt klar, dass er sich von der jüngsten Neuverpflichtung des TVK zwar eine Bereicherung des Kollektivs erhofft, aber keine Wunderdinge erwartet: „Niemand erwartet, dass Pasqual den Verlust von David Breuer im Alleingang kompensiert. Es geht uns darum, dass das Team gemeinsam etwas schafft. Ich schätze Pasqual auch nicht als Einzelkämpfer ein, sondern denke, dass er sich gut in unsere junge Truppe integrieren wird und gemeinsam mit Christoph Piske ein starkes Gespann im rechten Rückraum bildet.“
Der Wechsel von Essen nach Korschenbroich stellt für den Hünen den ersten echten Vereinswechsel seiner Karriere dar. Seit zehn Jahren war er für den Traditionsclub aus dem Ruhrgebiet aktiv, durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften und stieß schließlich in der Saison 2008/2009 zum Bundesligakader. In der Rückrunde der vergangenen Spielzeit war er zudem mit einem Zweitspielrecht für den damaligen Südzweitligisten OSC Rheinhausen ausgestattet und traf dort in 16 Partien 64 Mal.
Mit der Verpflichtung von Pasqual Tovornik sind die Kaderplanungen beim TVK abgeschlossen. Am kommenden Samstag beginnt für die Truppe die Vorbereitung auf die Premierensaison der eingleisigen 2. Bundesliga. Informationen zum Vorbereitungsfahrplan und darüber, wann und wo die TVK-Fans ihre Lieblinge in Aktion erleben können, folgen.
Seit einer halben Ewigkeit gehört das Korschenbroicher Unternehmen Autoteile Post zum Sponsorenkreis des TVK. In diesem Jahr begeht das mittelständische Unternehmen seinen 25. Geburtstag. Auch die TVK-Cracks Dennis Marquardt und Marcel Görden ließen es sich gemeinsam mit Trainer Jörn Ilper und Marketingmanager Kai Faltin nicht nehmen, zu den Gratulanten zu zählen.
Bei der großen Jubiläumsfeier am vergangenen Samstag wurden fleißig Mini-Handbälle und Autogramme verteilt. "Über die Einladung der Firma Autoteile Post, an ihrer Geburtstagsveranstaltung teilzunehmen, haben wir uns sehr gefreut. Selbstverständlich haben wir stellvertretend für den gesamtem TVK die Gelegenheit genutzt, uns für das langjährige Engagement rund um den Spitzenhandball in Korschenbroich zu bedanken", so Kai Faltin.
Beeindruckt zeigte sich der ehemalige Rechtsaußen von der Begeisterung, mit der die Anwesenheit der Bundesligaidole aufgenommen wurde: "Unsere mitgebrachten Autogrammbälle waren binnen einer Viertelstunde vergriffen. Im gesamten Verlauf der Veranstaltung wurde uns immer wieder deutlich, dass die Identifikation mit dem TVK und dem Hand.Ball.Herz.-Gedanken hier sehr groß ist. Viele der rund 160 Mitarbeiter von Autoteile Post sind zudem Dauergäste bei unseren Heimspielen in der Waldsporthalle, so konnten wir auch einige bekannte Gesichter begrüßen."
Neues für die erstmals eingleisige 2. Handball-Bundesliga. Die Saison 2011/12 der 2. Handball-Bundesliga ist die 32. in ihrer Geschichte und wird erstmalig in der Historie eingleisig ausgespielt. Neben dem TVK spielen weitere 19 Mannschaften um den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Die ersten drei Clubs der Abschlußtabelle steigen direkt in die 1. Handball-Bundesliga auf. Hingegen müssen die letzten vier Vereine den Gang in die 3. Liga antreten, ab Platz 17.
"Natürlich ist unsere Zielsetzung den Klassenerhalt möglichst frühzeitig zu sichern, den Aufstieg machen Andere aus. Soll aber im Ganzen heißen: Mindestens Platz 16. am Saisonende", formuliert Kai Faltin klar das ausgegeben Saisonziel. "Ein nicht zu unterschätzendes Saisonziel", meint Faltin mit Blick auf die zugehörigen Liga-Kontrahenten und ergänzt: "Leichte Spiele gibt es nicht. Die Liga ist sehr ausgeglichen. Wir müssen unsere Punkte vor allem in den Heimspielen holen. Auswärts wird es sicher schwer. Und gleich zum ersten Heimspiel gastiert mit dem TV Emsdetten einer meiner Liga-Top-Favoriten um den Aufstieg bei uns. Da wird die Halle sicher proppevoll.
Daher rät Faltin, vor allem wegen des im Verhältnis zu anderen Hallen kleinen Kartenkontingents, sich frühzeitig eine Karte im Vorverkauf zu sichern oder besser, um auf Nummer sicher zu gehen, eine Dauerkarte zu erwerben. "Wir werden es in dieser Saison sicher häufiger erleben, dass die Halle ausverkauft sein wird. Und es demnach an einzelnen Spieltagen auch keine Abendkasse mehr, auf Grund des guten Vorverkaufs geben, wird. Die mangelnde Hallenkapazität für Bundesliga-Handball, von nur 699 Plätzen, wird uns in dieser Spielzeit sicher verstärkt deutlich werden." Am 2. Heimspiel könnte sich Faltins Vorahnung bereits zum zweiten Mal realisieren, kommt es doch direkt zum ersten Lokalduell dieser Saison, gegen TuSEM Essen.Auch diees Heimspiel verspricht eine volle Waldsporthalle. "Insgesamt gesehen, wird dies eine sehr schwere aber auch interessante Saison, auf die ich mich sehr freue." Den gesamten TVK-Spielplan finden Sie hier!
Die Absteiger der letzten Saison, aus der 1. Handball- Bundesliga, sind die HSG Ahlen-Hamm, jetzt ASV Hamm Westfalen, die TSG Friesenheim und der ehemals insolvente DHC Rheinland. Die Konsequenz aus der Insolvenz ist ein 8-Punkteabzug für den DHC Rheinland, der somit mit dem Handicap von 8 Minus-Punkten in die Saison statrtet. Aufsteiger aus der 3. Liga ist der SC DHfK Leipzig, um deren prominentes Aufsichtsrats-Mitglied Stefan Kretzschmar.
Sehen Sie hier die Vereine, die neben dem TVK in der neuen eingleisigen 2. Bundesliga antreten:
1. DHC Rheinland (Absteiger)
2. HSG Ahlen-Hamm (Absteiger) - jetzt ASV Hamm Westfalen
Der TV Korschenbroich trifft in der 1. DHB-Pokalrunde auf einen alten Bekannten. Mit dem TV Groß-Umstadt ist der Gegner ein letztjähriger Ligakonkurrent. Die Hessen beendeten die Saison auf dem 16. Tabellenplatz und mussten daher den Gang in die Drittklassigkeit antreten. Die Begegnungen der 1. Pokalrunde werden am 27./28. August ausgespielt.
Am Pokal nehmen 84 Vereine teil. Die 18 Teams der TOYOTA Handball-Bundesliga steigen in der 2. Runde des DHB-Pokals in den Wettbewerb ein, so dass insgesamt 102 Profi- und Amateurvereine am Pokalwettbewerb teilnehmen werden.
"Mit dem Los können wir zufrieden sein, auch wenn unser Hauptaugenmerk auf der Bundesliga un dem Klassenerhalt liegt. Dennoch verspricht das Los eine gute Chancen um eine Pokal-Runde weiter zu gelangen. Und wer weiss, wer da wartet", kommentiert Kai Faltin das Losglück des TVK zuversichtlich.
Die weiteren Spieltermine des DHB-Pokals im Überblick:
22. September (2. Runde), 20. Oktober (3. Runde), 15. Dezember (Achtelfinale), 2. März 2011 (Viertelfinale), 7./8. Mai 2011(Lufthansa Final Four).